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Horror für Halloween (VIII): Phonomanie – Schauermär vom schleichenden Slasher

29 Sep

Phonomanie

Von Marco Kraus

Horror // Ein maskierter Mörder geht um. Zuerst fallen ihm die Teilnehmer eines gemütlichen Halloween-Videoabends zum Opfer. Einige Wochen später stellt eine Gruppe von Freunden auf einem Wochenendtrip fest, das dies wohl nicht die einzige Tat des wahnsinnigen Killers war, denn der Täter zieht eine gewaltige Spur aus Blut und Gedärmen hinter sich her. Die Gruppe beschließt, sich der Sache selbst anzunehmen, ohne zu ahnen, das sie damit den ersten Dominostein einer langen Kette umwirft. Die Hobbydetektive katapultieren sich selbst in einen Horrortrip, der für einige von ihnen tödlich enden wird. Je tiefer sie in die Sache hineingeraten, desto mehr müssen sie sich die Frage stellen: Kann man seinen Freunden vertrauen?

Was ist ein „Stealth Slasher“?

Lang mussten wir auf Stefan Peschmanns neuestes Werk „Phonomanie“ warten und die Erwartungen waren bei mir nach „Lock the Doors – Trügerische Sicherheit“ (2016) recht hoch angesiedelt. Denn schon der Vorgänger hatte durchdachtes Storytelling, gute Kamerarbeit und anständige Splatter-Effekte zu bieten. Lediglich im schauspielerischen Bereich war das eine oder andere Manko zu erkennen. Aber gut – behalten wir immer im Hinterkopf, dass wir nicht über professionelle Darsteller reden. Kann „Phonomanie“ das steigern?

Und wer macht die Schweinerei nachher wieder weg?

Zunächst einmal bezeichnet Stefan Peschmann alias Mr. Zito „Phonomanie“ als Stealth Slasher. Bitte was? Genau das habe ich mich auch gefragt: Was bitte ist ein Stealth Slasher? Aufklärung gab mir letztlich ein beim Ittenbach Movie Club geführtes Interview, in welchem Stefan den Begriff wie folgt erläuterte: Zuerst einmal bin ich großer Fan von Games wie „Splinter Cell“, „Metal Gear Solid“, „Hitman“, „Velvet Assassin“, „Tenchu“, „Manhunt“ uvm., also alle Stealth-Games, wo man sich taktisch an den Gegner heranschleicht, ihn belauscht, den passenden Augenblick abwartet und ihn schließlich um die Ecke bringt. Du kannst mir glauben, dass ich bei solchen Games richtig abgehe, bis ich quasi den perfekten Kill hingelegt habe, ohne dass auch nur einer einen Schatten gesehen hat. Weißt du, was ich meine? Slasher verehre ich mindestens ebenso, leider rennen bzw. „laufen“ da die Killer immer der schreienden Meute hinterher und das wollte ich anders machen, also was liegt da näher, als beide Genres miteinander zu verbinden? Und so ist der Begriff „Stealth Slasher“ geboren bzw. entstanden. Bei mir gibt es keine schreienden und rennenden Opfer. Mein Killer hat einen Plan, er infiltriert, belauscht, wartet auf den perfekten Augenblick und räumt dann systematisch einen nach dem anderen aus dem Weg. Man würze das Ganze mit einer gestörten (nachvollziehbaren) Geschichte, garniere es mit einem absoluten Overkill an Gore-Gräueltaten, einem Maximum an Kills und man hat den ersten >Stealth Slasher< überhaupt!! Als Bonus sozusagen eliminiert man auf diese Weise auch den Hauptkritikpunkt eines jeden Slasherfilmes, nämlich, dass die Opfer sich zu dämlich verhalten, denn dazu haben sie bei mir nicht mal die Gelegenheit.

Nachdem diese Frage geklärt war konnte ich mich endlich ganz tiefenentspannt und voller Vorfreude an „Phonomanie“ wagen. Und ich sollte absolut nicht enttäuscht werden.

Kurzweiliges von Fans für Fans

Mit Phonomanie ist es Mr. Zito gelungen eine interessante und vor allem kurzweilige Story zu erschaffen, die die Elemente Slasher und Roadmovie miteinander verbindet. Wir begegnen vielen interessanten, teil skurillen und durchgeknallten Charakteren, die von ihren Darstellern sehr gelungen, zum Teil gewollt übertrieben, verkörpert werden. Man merkt allen Schauspielern an, das sie mit Spaß bei der Sache sind. Positiv fällt auf, dass die Texte nicht wie auswendig gelernt heruntergerasselt, sondern locker und frei gesprochen werden. Hier konnte man sich im Vergleich zu „Lock the Doors“ schon einmal deutlich steigern.

Heimwerken mal anders

Gut gemachte Effekte und kreative Kills (ich persönlich feiere die Kreissägen-Szene) garnieren die Handlung. Auch muss man die vielen kleinen Tribute und Anspielungen zu Genreklassikern wie „Halloween – Die Nacht des Grauens“, „The Texas Chainsaw Massacre“ oder „Wrong Turn“ erwähnen, die Mr. Zito im gesamten Film, teils offensichtlich, teils versteckt platziert hat. Genau dieser Aspekt macht „Phonomanie“ in meinen Augen zu einem Film von Fans für Fans. Abgerundet wird das Ganze durch eine tolle musikalische Untermalung, für die Stefan Ortlepp (Musica Non Grata) verantwortlich zeichnet.

Bestens zum Einstieg in den Bereich Underground geeignet

Cast und Crew um Stefan Peschmann haben mit „Phonomanie“ einen hervorragenden Job gemacht und präsentieren uns ein Ergebnis, das den Vorgänger „Lock the Doors – Trügerische Sicherheit“ zu toppen weiß, besonders was die Darsteller betrifft. Zu keiner Sekunde kommt Langeweile auf, die Story baut sich gut auf und nimmt interessante, nicht vorhersehbare Wendungen. Aufgrund dessen ist „Phonomanie“ der perfekte Éinstieg für all jene, die sich bisher nicht an das Thema Underground herangetraut haben. Und auch eingefleischte Anhänger werden keinesfalls enttäuscht und kommen hier voll und ganz auf ihre Kosten. Vielleicht der Independent-Film des Jahres aus Deutschland – das Potenzial dafür ist jedenfalls gegeben. „Phonomanie“ erscheint als DVD im limitierten Steelbook und kann direkt bei DCE Media vorbestellt werden. Besucher des House of Horrors in der Turbinenhalle Oberhausen am 12. und 13. Oktober können ihr vorbestelltes Exemplar auf Wunsch dort am Stand von DCE Media abholen, um die Versandkosten zu sparen.

Ist Jason auferstanden?

Veröffentlichung: 12. Oktober 2019 als DVD

Länge: 97 Min.
Altersfreigabe: FSK ungeprüft
Sprachfassungen: Deutsch
Untertitel: Englisch, Französisch
Originaltitel: Phonomanie
D 2019
Regie: Mr. Zito
Drehbuch: Mr. Zito
Besetzung: Marie Richter, Sabine Wedde, Philipp Pietsch, Robert Müller, Daniel Broßman, Kay Herrmann, Matthias Rink, Thomas Goersch
Zusatzmaterial: keine Angabe
Label/Vertrieb: DCE Media

Copyright 2019 by Marco Kraus
Szenenfotos & Covermotiv: © 2019 DCE Media

 
 

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7 Antworten zu “Horror für Halloween (VIII): Phonomanie – Schauermär vom schleichenden Slasher

  1. Thomas Goersch mit

    2019/10/23 at 20:55

    Ich dachte diese Beleidigungen wären entfernt worden ? Hierum bitte ich jetzt gezielt.

     
    • V. Beautifulmountain

      2019/10/23 at 21:12

      Hm, eine Beleidigung konnte ich hier nicht mehr entdecken, hab aber noch eine Unterstellung entfernt.

       
  2. mkraus1976

    2019/09/29 at 18:26

    Hallo Luna. Es ist mein empfinden zu Phonomanie. Leider ist es Dir nicht möglich ein Urteil über den Film zu bilden da Du ihn bisher nicht sehen konntest. Von daher ist Deine Kritik hier vollkommen haltlos und nicht gerechtfertigt.

    Was das andere Thema betrifft werde ich hier auch keine Diskussion mit Dir beginnen denn diese würde zu nichts führen denn scheinbar ist Dir nur daran gelegen mich hier ausserhalb Facebook schlecht zu machen, da ich scheinbar nicht Deiner Meinung und deinen Ansichten zustimme.

     
    • V. Beautifulmountain

      2019/09/29 at 19:56

      Ich beende die Diskussion an dieser Stelle. Leider hatte ich Lunas Kommentar zwischen Tür und Angel gelesen, kurz bevor ich mit meiner Lütten das Abendessen angegangen bin, daher ist mir die Beleidigung durchgerutscht. Da es auch noch ein anonymer Account ist, werde ich keine Kommentare mehr von Luna freischalten.

       
  3. Luna

    2019/09/29 at 17:13

    Ich mag Underground, aber du übertreibst
    „durchdachtes Storytelling, gute Kamerarbeit und anständige Splatter-Effekte“, „sehr gelungen“, „Positiv fällt auf“ „Gut gemachte Effekte und kreative Kills“, „hervorragenden Job“, „Zu keiner Sekunde kommt Langeweile auf“, „auch eingefleischte Anhänger werden keinesfalls enttäuscht und kommen hier voll und ganz auf ihre Kosten“

    Und was dein Gespräch mit Thomas angeht. Nur weil er es (Beleidigung entfernt, der Blogger) gelöscht hat, ist es nicht passiert, oder was? Muss ich jetzt den Screenshot raussuchen, das du dich erinnerst?

     
  4. Luna

    2019/09/29 at 10:59

    Bedauerlicherweise war mal wieder vor dem Lesen absehbar, was Marco zu sagen hat.
    Nach dem Abfeiern von Sturmgewehr, machte Marco kurz Halt um mit seinem Kumpel Tomas ein paar (…) War also zu erwarten, das man sich weiterhin lieb hat.
    Schade, ich mochte die Seite mal.

     
    • mkraus1976

      2019/09/29 at 12:49

      Hallo Luna ich stehe nun mal dem Underground, im Gegensatz zu Dir wohlwollend gegenüber, schreibe aber dennoch keine Gefälligkeitsrezensionen. Heisst ich schreibe nicht extra positiv, um irgend jemanden, mit dem ich befreundet, bin zu pushen. Wenn ich was zu kritisieren habe, dann schreibe ich das auch so. Ich finde es schade und bedenklich, dass Du scheinbar eine Seite nicht mehr magst, nur weil ein gewisses Genre nicht in Deine Vorstellung vom Film passt. Wie heisst es so schön Geschmäcker sind verschieden, und was ganz wichtig ist man sollte auch die Meinung anderer respektieren, was nicht heisst, dass du sie ja für dich akzeptieren musst. Das scheint hier aber gerade ein Problem zu sein. Und dass ich mit Thomas irgendwo in irgendeiner Weise über gewisse Themen geschrieben habe, ist einfach nicht wahr. Aber das gehört hier einfach nicht hin, denn hier geht es um Filme und um nichts anderes.

       

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