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Horror für Halloween (XXVI): Halloween Haunt – Psychopathen im Haus der Schrecken

21 Okt

Haunt

Kinostart: 31. Oktober 2019

Von Volker Schönenberger

Horror // Am Skript zu „Halloween Haunt“ schrieben Scott Beck und Bryan Woods ungefähr zum selben Zeitpunkt, als sie auch das Drehbuch zu „A Quiet Place“ (2018) verfassten. Doch während sie bei dem Schocker um auf Geräusche reagierende Kreaturen den Regiestuhl noch abgeben mussten, gelang es den beiden, bei „Halloween Haunt“ die Regie selbst zu übernehmen. Eli Roth als einer der Produzenten dürfte bei der Personalie seine Finger nachhaltig im Spiel gehabt haben – der Filmemacher („The Green Inferno“) fördert ja gern den Nachwuchs.

Es wartet mal wieder ein Clown

Mit „Halloween Haunt“ bewegen sich Beck und Woods im Feld des Slasherfilms, der nicht mehr unbedingt als originelles Subgenre des Horrorfilms gilt und kaum noch innovative Beiträge hervorbringt. Das gilt auch in diesem Fall. Die Handlung folgt wieder mal einer Gruppe junger Leute auf dem Weg ins tödliche Unheil. Harper (Katie Stevens) plagt sich mit einem Freund (Samuel Hunt), der zu viel trinkt, sie geschlagen hat und nun mit Textnachrichten und Anrufen belästigt. Sie lässt sich von ihrer Campus-Zimmergenossin Bailey (Lauryn Alisa McClain) überreden, Halloween doch im Kreise der Clique zu verbringen. Ein abgelegenes „Haunted House“ verspricht jahrmarktlichen Gruselspaß. Doch die Betreiber der Attraktion entpuppen sich als mord- und folterlüsterne Psychopathen.

Mythos Fehlanzeige

Manchmal ist es ein Segen, wenn ein Unhold ohne jede Vorgeschichte aus dem Nichts kommt und sein Werden auch während des Geschehens völlig im Dunkeln bleibt. Hier jedoch haben wir ein paar üble Gesellen, die sich – wie auch immer – zusammengefunden und ein Horrorhaus aus dem Boden gestampft haben, um ihren mörderischen Trieben freien Lauf zu lassen. Das soll wohl einen Mythos erschaffen, erscheint aber nur wie „Kai aus der Kiste“. Vielleicht hatten Scott Beck und Bryan Woods auch einfach nur keine Idee, wie sie diese Mördergruppe ohne Logiklöcher bilden können. Sie sind einfach da in ihrem Haus, das sie mit allerlei Fallen und Hinterlistigkeiten ausgestattet haben, haben sich mehr oder weniger gruselige Masken aufgesetzt und harren der arglosen Gestalten, die da kommen. Interesse an den Psychopathen generiert man auf diese Weise allerdings nicht. Ohne die Szenenfotos wüsste ich gut zehn Tage nach der Pressevorführung von „Halloween Haunt“ schon nicht mehr, wie die Bösewichte aussahen.

Noch ahnen die sechs nicht, was sie erwartet

Das gilt gleichermaßen für die vier jungen Frauen und zwei Männer, die den Fehler begehen, das Horrorhaus aufzusuchen. Mit Ausnahme von Harper erfahren wir nicht allzu viel über sie, und das Wenige reicht auch schon. Harper wiederum hat – Überraschung! – an einem Kindheitstrauma aufgrund ihres gewalttätigen Vaters zu knapsen. Wenn der mal wieder ihre Mutter schlug, versteckte sich die kleine Harper unter ihrem Bett – ein Ort, der dann auch im Horrorhaus eine Bedeutung erhält. Dass diese Konstruktion alles andere als der Weisheit letzter Schluss ist – geschenkt.

Zweimal Horrorkino am Halloweentag

Wäre „Halloween Haunt“ wenigstens ein Fest für Gorehounds, könnte man darüber hinwegsehen. Leider platziert sich der Streifen in der Hinsicht als nach Schema F ohne jede Überraschung produzierte Dutzendware, die sich zu wenig traut. Zwei oder drei leidlich gelungene Metzelszenen sind einfach zu wenig. Der Wunsch nach einer niedrigen Altersfreigabe und damit ein potenziell größeres Kinopublikum war offenbar größer als das Interesse, die harten Hunde unter den Horrorfans anzusprechen. Die letztlich doch hohe Freigabe ab 18 Jahren überrascht mich ein wenig. Pünktlich zu Halloween terminiert, startet „Halloween Haunt“ am 31. Oktober parallel mit einem anderen Horrorfilm: „Scary Stories to Tell in the Dark“ vom Regisseur von „Trollhunter“ und „The Autopsy of Jane Doe“ kommt dabei mit deutlichem qualitativen Vorsprung aus den Startblöcken. Der Name Eli Roth verursacht zwar immer Aufsehen in der Horrorgemeinde, bürgt aber leider weder als Regisseur noch als Produzent immer für hochwertige Horrorkost.

Zum Beispiel eine Hexe

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von Eli Roth haben wir in unserer Rubrik Regisseure aufgeführt.

Und ein Zombietyp mit Kettensäge

Länge: 92 Min.
Altersfreigabe: FSK 18
Originaltitel: Haunt
USA 2019
Regie: Scott Beck, Bryan Woods
Drehbuch: Scott Beck, Bryan Woods
Besetzung: Katie Stevens, Will Brittain, Lauryn Alisa McClain, Andrew Caldwell, Shazi Raja, Schuyler Helford, Phillip Johnson Richardson, Chaney Morrow, Justin Marxen, Terry Partyka, Justin Rose, Damian Maffei, Schuyler White, Samuel Hunt
Verleih: splendid film

Copyright 2019 by Volker Schönenberger
Filmplakat & Szenenfotos: © 2019 splendid film

 

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