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Zombieland – Doppelt hält besser: Zombies und kein Ende

03 Nov

Zombieland – Double Tap

Kinostart: 7. November 2019

Von Florian Schneider

Horrorkomödie // Als George A. Romero 1968 „Die Nacht der lebenden Toten“ für die große Leinwand realisiert, ist dies zwar nicht die Geburtsstunde der Zombies, wohl aber ihrer Inkarnation als von den Toten wiedergekehrten Menschenfresser und ihr internationaler Durchbruch. In den kommenden Jahrzehnten folgt ein intermedialer Durchmarsch ganzer Kohorten dieser Art Zombies sowie ihrer zahllosen Varianten. Dabei läuft die Verwertungskette in alle Richtungen: aus Computerspielen werden Filme („Resident Evil“), aus Comics Fernsehserien („The Walking Dead“), weltweit werden Zombie-Paraden abgehalten und Zombie-Bands (White Zombie, Flatbush Zombies) gegründet. Längst ist das Thema ein globales Phänomen, „Die Nacht der lebenden Toten“ ist Teil der Filmsammlung des Museum of Modern Art, und wo sich die Pioniere noch mit Zensur und Verboten herumärgern mussten, ist das barbarische Gemetzel an den und durch die Untoten heutzutage sogar meist jugendfrei.

Die glorreichen vier sind wieder im Zombieland unterwegs

Im Film werden, nachdem die 70er-Jahre noch von (teilweise gesellschaftskritischen) Horror-Zombie-Filmen dominiert sind, die Genregrenzen immer mehr verschoben. 1985 feiert mit „Verdammt, die Zombies kommen“ („The Return of the Living Dead“) die erste Zombie-Komödie Erfolge. Nicht nur zieht diese vier Fortsetzungen nach sich, sie ist auch Vorreiter der enorm erfolgreichen Gattung der Zombie-Komödien. Zu nennen ist natürlich Peter Jacksons irrwitzige Splattergranate „Braindead“ von 1992. Speziell im neuen Jahrtausend geht es dann richtig los, wie beispielsweise „Shaun of the Dead“ (2004), „Juan of the Dead“ (2011) und natürlich „Zombieland“ (2009) belegen mögen.

Die Schwestern Wichita und Little Rock machen sich gemeinsam auf und davon …

Letztgenannter erfährt nun, zehn Jahre später, mit „Zombieland – Doppelt hält besser“ eine Fortsetzung. Überraschend kommt das nicht, ist das Zombie-Genre doch abonniert auf Fortsetzungen, Prequels, Remakes und Plagiate. Lediglich die lange Wartezeit vermag da zu verwundern. Geschadet hat es allerdings nicht, denn immerhin wirkt der ebenfalls von Ruben Fleischer in Szene gesetzte zweite Teil der kultigen Zombie-Komödie durch den zeitlichen Abstand nun nicht wie ein reiner Aufguss des ersten Teils, sondern kommt erstaunlich frisch und witzig daher.

… bis sich Little Rock in den Musiker Berkeley verliebt

Viel Neues gibt es allerdings nicht zu vermelden: Die durch die Zombie-Apokalypse zusammengekommene menschliche Quadriga haust inzwischen im Weißen Haus. Wichita (Emma Stone) und der übervorsichtige Columbus (Jesse Eisenberg) vertiefen dort ihre Liebesbeziehung, während Tallahassee (Woody Harrelson) mit seiner Fürsorge der inzwischen pubertierenden Little Rock (Abigail Breslin) auf die Nerven fällt. Es kommt, wie es kommen muss – die beiden Frauen machen sich auf und davon. Nachdem Little Rock schließlich auch ihre Schwester sitzen lässt, um mit dem Musiker Berkeley (Avan Jogia) durchzubrennen, und Wichita nach ihrer Rückkehr ins Weiße Haus das blonde Dummchen Madison (Zoey Deutch) in Columbus’ Bett vorfindet, ist die Grundlage für einen erneuten wilden Roadtrip mit ordentlich Situationskomik, Splatter-Action und Nostalgie-Elementen gelegt.

Sitzengelassene Jungs müssen allein einkaufen gehen

Wie bereits im ersten Teil funktioniert das Zusammenspiel der Darsteller ausgezeichnet, die Funken sprühen und bei den Begegnungen mit den (inzwischen weiter mutierten) Zombies spritzt das Blut. Absurder Höhepunkt ist sicherlich die Hippie-Kommune Babylon, Schauplatz des großen Finales und Zufluchtsort von Little Rock, denn dort werden zur Begrüßung erst einmal alle Waffen eingesammelt und eingeschmolzen. Wenn das einmal nicht gelebter Pazifismus ist! Ach ja, Bill Murray darf natürlich auch in der Fortsetzung nicht fehlen, allerdings muss man für seinen Auftritt auf den Abspann warten.

Auf der Suche nach Little Rock …

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Abigail Breslin haben wir in unserer Rubrik Schauspielerinnen aufgeführt, Filme mit Woody Harrelson und Bill Murray unter Schauspieler.

Willkommen in Graceland! Elvis lebt!

Länge: 99 Min.
Altersfreigabe: FSK 16
Originaltitel: Zombieland – Double Tap
USA 2019
Regie: Ruben Fleischer
Drehbuch: Dave Callaham, Rhett Reese, Paul Wernick
Besetzung: Jesse Eisenberg, Woody Harrelson, Emma Stone, Abigail Breslin, Zoey Deutch, Rosario Dawson, Dan Aykroyd, Bill Murray, Avan Jogia, Luke Wilson, Thomas Middleditch, Rachel Luttrell
Verleih: Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Copyright 2019 by Florian Schneider
Filmplakat & Szenenfotos: © 2019 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

 

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