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The Quake – Das große Beben: Katastrophe in Oslo

18 Nov

Skjelvet

Von Volker Schönenberger

Katastrophenthriller // Ein Jahr nach dem Erdrutsch und dem ihm folgenden Tsunami mit vielen Todesopfern im norwegischen Geirangerfjord (siehe „The Wave – Die Todeswelle“, 2015): Der Geologe Kristian (Kristoffer Joner) wird in einer Talkshow im Fernsehen als der Held gefeiert, dessen mutiges Agieren damals viele Menschenleben gerettet hat. Weitere zwei Jahre später wohnt er wieder in Geiranger, allerdings getrennt von seiner Frau Idun (Ane Dahl Torp), die ihn mit den gemeinsamen Kindern Julia (Edith Haagenrud-Sande) und Sondre (Jonas Hoff Oftebro) verlassen hat und in einem großen Hotel in Oslo arbeitet.

Kristian und Idun rätseln, was der Stromausfall zu bedeuten hat

Kristian hat die damaligen Ereignisse nie verarbeitet, sammelt manisch alle Informationen, die er über die Katastrophe und ihre Opfer zusammentragen kann, sieht sich sogar außerstande, den für mehrere Tage geplanten Besuch von Julia länger als eine Nacht zu ertragen, obwohl er sich als Vater doch darüber freuen sollte. Als er im Fernsehen vom Unfalltod eines Kollegen erfährt, der im Oslofjordtunnel einem mysteriösen Steinschlag zum Opfer gefallen ist und ihm kurz zuvor noch einen Brief mit vielen Unterlagen über Gefahren rund um den Tunnel geschickt hatte, reist Kristian nach Oslo. Im geowissenschaftlichen Institut NORSAR (Norwegian Seismic Array) stellt er Fragen über seismische Aktivität in Norwegen, wird aber nicht ernst genommen. Im Haus des tödlich Verunglückten trifft er dessen Tochter Marit Lindblom (Kathrine Thorborg Johansen) und bemerkt im Arbeitszimmer, dass sich sein Kollege wie besessen mit der Gefahr eines Erdbebens in Norwegen beschäftigt hatte. Und es mehren sich unerklärliche Stromausfälle und andere beunruhigende Anzeichen dafür, dass etwas bevorsteht.

Bald darauf geschieht dass Unfassbare: Ein gewaltiges Erdbeben sucht Oslo heim.

Hochhäuser stürzen ein, als Oslo …

Erdbeben in Oslo? Durchaus kein Ding der Unmöglichkeit: Am Vormittag des 23. Oktober 1904 erschütterten Erdstöße mit einer Stärke von 5,4 auf der Richterskala die norwegische Hauptstadt. „The Quake – Das große Beben“ trägt im Original den Titel „Skjelvet“, was – natürlich – im Norwegischen „Erdbeben“ bedeutet. Das Sequel von „The Wave – Die Todeswelle“ kann den Einfluss Hollywoods nicht leugnen, die Kombination aus einer zeitweise dysfunktionalen Familienkonstellation mit einem katastrophalen Großereignis kennen wir beispielsweise aus dem Reißer „San Andreas“ (2015) mit Dwayne Johnson. Mit dessen Schauwerten kann die anständig getrickste norwegische Produktion nicht ganz mithalten, in ein paar Hochhaus-Sequenzen dann aber doch – siehe das Hintergrundmotiv des Covers von Blu-ray und DVD.

… von einem gewaltigen Erdbeben erschüttert wird

Insgesamt versucht „The Quake – Das große Beben“ löblicherweise gar nicht, das Over-the-Top-Szenario von „San Andreas“ zu überbieten. Die Handlung beschränkt sich unmittelbar nach dem Hauptbeben weitgehend auf ein Gebäude. Sie konzentriert sich weitgehend auf Kristian. Dessen Charakterisierung als traumatisierter Familienvater, der seine inneren Dämonen besiegen muss, um seine Lieben zu retten, gehört zwar nicht zu den originellsten Figurenzeichnungen, Hauptdarsteller Kristoffer Joner gibt ihr aber eine eigene Note.

Kristian und …

Der Epilog nach bewältigter Katastrophe kommt recht unvermittelt, das hätte Regisseur John Andreas Andersen eleganter lösen können. Er ist ansonsten vornehmlich als Kameramann tätig, so für das Jugenddrama „King of Devil’s Island“ (2010) sowie die Thriller „Headhunters“ (2011) und „Erlösung“ (2016). Ein paar Stereotype seien ihm nachgesehen, mit „The Quake – Das große Beben“ empfiehlt er sich für weitere Regiearbeiten. „The Wave – Die Todeswelle“ gefiel mir etwas besser, da der im Fjord angesiedelte Tsunami-Katastrophenfilm einen eigenständigeren Eindruck machte als dessen Fortsetzung um das Erdbeben, letztlich belegen aber beide Produktionen die Wertigkeit des norwegischen Kinos. Davon gern mehr.

… Marit versuchen …

Universum Film hat sich offenbar entschieden, seine Blu-rays und DVDs nicht mehr mit Wendecover ohne FSK-Logo auszustatten. Das werden manche Sammler/innen bedauern, für Veröffentlichungen im herkömmlichen Softcase (Amaray-Case) halte ich die Einsparung allerdings für nachvollziehbar. Die Cover sind im Regal ohnehin in aller Regel nicht sichtbar, wer ein fehlendes Wendecover als Kaufhemmnis der Blu-ray empfindet, reagiert vielleicht etwas überempfindlich. Das hat „The Quake – Das große Beben“ nicht verdient.

… Julia zu retten

Veröffentlichung: 22. November 2019 als Blu-ray und DVD

Länge: 108 Min. (Blu-ray), 104 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Norwegisch
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte
Originaltitel: Skjelvet
NOR 2018
Regie: John Andreas Andersen
Drehbuch: John Kåre Raake, Harald Rosenløw-Eeg
Besetzung: Kristoffer Joner, Ane Dahl Torp, Edith Haagenrud-Sande, Kathrine Thorborg Johansen, Jonas Hoff Oftebro, Stig R. Amdam, Catring Sagen, Per Frisch, Hanna Skogstad, Runar Døving, Agnes Bryhn Røysamb, Fredrik Skavlan
Zusatzmaterial: Featurettes (VFX Breakdown & Production Design), Trailer, Trailershow
Label/Vertrieb: Universum Film

Copyright 2019 by Volker Schönenberger

Szenenfotos & Packshot: © 2019 Universum Film

 
 

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2 Antworten zu “The Quake – Das große Beben: Katastrophe in Oslo

  1. Frank Hillemann

    2019/11/19 at 16:59

    “ The Wave“ gleich mal auf die Watchlist bei Amazon Prime gesetzt. Danke.

     

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