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Monster Party – Wenn man die falschen Opfer wählt

24 Nov

Monster Party

Von Volker Schönenberger

Horrorthriller // Die Teenager Casper (Sam Strike, „Leatherface – The Source of Evil“), Dodge (Brandon Micheal Hall) und dessen schwangere Freundin Iris (Virginia Gardner, „Halloween“) halten sich im kalifornischen Malibu mit Einbrüchen über Wasser und träumen von einem besseren Leben. Dafür reicht die Beute jedoch nicht. Weil Caspers Vater beim skrupellosen Striplokalbesitzer Emory (Mickey Gooch Jr.) zehntausend Dollar Spielschulden hat, muss schleunigst ein großes Ding gedreht werden. Da kommt es wie gelegen, dass Iris bei der Dinner-Party der wohlhabenden Eheleute Roxanne (Robin Tunney, „Vertical Limit“) und Patrick Dawson (Julian McMahon, „Nip/Tuck“) als Bedienung angeheuert worden ist. Ein vermeintlich gut gefüllter Tresor lockt.

Nicht nur der Hausherr wirft ein Auge auf Iris

Es gelingt der jungen Frau, ihre beiden Freunde ebenfalls als Kellner einzuschleusen. Das Anwesen atmet Reichtum aus jeder Pore, die Hoffnung des Trios steigt. Ihre Gastgeber und deren Gäste, speziell die jüngeren wie Sohnemann Elliot Dawson (Kian Lawley) und dessen Kumpels erweisen sich zwar als mit einer so eiskalten wie selbstsicheren Arroganz ausgestattet, aber die drei lassen sich nicht beirren. Der Abend entpuppt sich als drittes Jahrestreffen einer Gruppierung, die an einer speziellen Sucht zu leiden scheint. Ehrengast Milo (Lance Reddick, „John Wick“-Reihe) scheint diese Sucht als Therapeut bei allen anderen unter Kontrolle gebracht zu haben. Doch nicht jede Kontrolle hält ewig …

Home Invasion läuft aus dem Ruder

Etwas bedauerlich, dass der Covertext der Blu-ray und DVD von „Monster Party“ im letzten Satz bereits verrät, womit es Iris, Casper und Dodge zu tun bekommen. Glücklicherweise hält der Film ein paar weitere Überraschungen und Wendungen bereit, die diesen Spoiler vergessen machen. Mit seinem zweiten Langfilm nach der mit ein paar „Mad Max“-Reminiszenzen versehenen „The Texas Chainsaw Massacre“-Hommage „Drifter“ (2016) zeigt der im US-Staat New Jersey geborene Drehbuchautor und Regisseur Chris von Hoffmann eine Lernkurve und den Willen, etwas Eigenständiges zu erschaffen. Das ist ihm durchaus gelungen – diese „Monster Party“ zeigt in kräftig gefärbtem Hochglanz eine Home Invasion der ganz anderen Art. Dass sich kriminelle, aber letztlich selbst nicht gewalttätige Eindringlinge plötzlich mit Gewalt konfrontiert sehen, kennen wir zwar aus dem formidablen „Don’t Breathe“ von 2016, jener Terrorfilm ist jedoch noch einmal ganz anders gelagert. Parallelen zeigen sich in der Ausweglosigkeit der Situation, in „Monster Party“ ufert das Geschehen allerdings teilweise ins Groteske aus und trägt auf diese Weise mehr schwarzen Humor ins Geschehen als das ironiefreie „Don’t Breathe“-Brett. In der zweiten Hälfte gesellt sich eine gute Portion blutigen Splatters hinzu, die die FSK-18-Freigabe der ungeschnittenen Fassung berechtigt erscheinen lässt. Trotz der Inszenierung großen Reichtums sieht man der Produktion ein wenig ihr geringes Budget an, aber das lässt sich bei Independentfilmen nun mal nicht vermeiden und ist daher akzeptabel.

Welcher Sucht hat Patrick Dawson gefrönt?

Die im westfälischen Hagen ansässige Busch Media Group hat sich seit ihrer Gründung vor knapp 15 Jahren mit einem interessanten Portfolio als unabhängiger Publisher von Independent-Genrefilmen etabliert. Die Bandbreite reicht vom deutschen Actionfilm „Tal der Skorpione“ (2019) über den indonesischen Western „Buffalo Boys“ (2018) bis zum argentinischen Backwoods-Horrorfilm „What the Waters Left Behind“ (2017). Erwähnenswert sind auch der Selbstjustiz-Actionthriller „Death Kiss“ (2018) mit dem Charles-Bronson-Lookalike Robert Bronzi und der unbequeme australische Schocker „Killing Ground“ (2016). Der Fokus auf Indies bringt es zwangsläufig mit sich, dass nicht jede Veröffentlichung zum Hit wird, aber der eine oder andere Geheimtipp wird seine deutschen Fans gefunden haben. „Monster Party“ stellt keine Großtat dar, fügt dem Programm der Busch Media Group aber eine interessante Facette hinzu. Welche Home-Invasion-Thriller könnt Ihr empfehlen, bei denen die Täter zu Opfern und Gejagten werden?

Ehrengast Milo scheint alle unter Kontrolle zu haben

Veröffentlichung: 4. Oktober 2019 als Blu-ray und DVD

Länge: 90 Min. (Blu-ray), 86 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 18
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Monster Party
USA 2018
Regie: Chris von Hoffmann
Drehbuch: Chris von Hoffmann
Besetzung: Julian McMahon, Robin Tunney, Sam Strike, Virginia Gardner, Brandon Micheal Hall, Kian Lawley, Erin Moriarty, Chester Rushing, Jamie Ward, Lance Reddick, Diego Boneta, Sofia Castro, Bill Engvall, Mickey Gooch Jr.
Zusatzmaterial: Originaltrailer, Trailershow, Wendecover
Label: Busch Media Group
Vertrieb: Al!ve AG

Copyright 2019 by Volker Schönenberger

Szenenfotos & unterer Packshot: © 2019 Busch Media Group

 
 

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23 Antworten zu “Monster Party – Wenn man die falschen Opfer wählt

  1. Torsten Scheib

    2020/01/12 at 10:01

    Ich finde nach wie vor den ersten COLLECTOR-Teil stark.

     
  2. Thomas Oeller

    2020/01/11 at 19:47

    Spontan ist mir nur „Panic Room“ eingefallen, jetzt nach dem Lesen der Kommentare doch ein paar andere, aber will ja nicht abschreiben 😉

     
  3. Frank Idstein

    2020/01/10 at 09:22

    The last house on the left, the strangers und you´re next sind diesbezüglich so ziemlich meine Favoriten, wurden aber auch alle schon genannt, wie ich sehe…:-/ Dann nehme ich eben no one lives ;o)

     
  4. Dirk B.

    2020/01/09 at 22:00

    The last House on the Left fällt mir da spontan ein, wurde aber leider schon erwähnt… 😉

     
  5. Birgit

    2020/01/09 at 10:44

    „Warte bis es dunkel ist“ (1967) und „Deadly Home“ (2015) sind meine Tipps.

     
  6. Frank Hillemann

    2020/01/07 at 20:44

    Mir fällt da nur “ Don ‚t breathe “ und „Martyrs “ auf Anhieb ein.

     
  7. Marcus Frick

    2020/01/07 at 09:40

    Mike Mendez Killers
    Don’t Breathe
    Better Watch Out
    Inside
    Panic Room
    Das Haus der Vergessenen

     
  8. Lexi

    2020/01/07 at 09:39

    Oh auf jeden Fall You’re Next, der war schon Klasse. Evtl. kann man auch No one lives dazuzählen, einer meiner Lieblingsfilme (natürllich nur uncut) 🙂

     
  9. Thomas Hortian

    2020/01/07 at 02:01

    Der originale LAST HOUSE ON THE LEFT ist immer noch einer meiner Lieblinge. Ich fand auch Jordan Peeles WIR ganz nett, um auch mal was Neueres zu nennen.

     
  10. Jens Langer

    2020/01/06 at 08:49

    You’re Next war sehr cool und ist mein Tipp in dem Fall

     
  11. darthoedel

    2020/01/03 at 20:25

    Don’t Breathe

     
  12. Michael Behr

    2020/01/03 at 16:26

    Da fällt mir spontan nur „Martyrs“ ein.

     
  13. Matthias Klug

    2020/01/03 at 13:25

    Empfehlen kann ich aufjedenfall:
    Strangers ( 2008 )
    Und – Your’e Next ( 2011 )

     
  14. Klaus

    2020/01/03 at 12:50

    Meine klaren Favoriten sind hier der französische Film „Martyrs“ (2008) und der amerikanische Horrorklassiker „I Spit on your Grave“ – sowohl das Original von Meir Zarchi aus dem Jahr 1978 (lange indiziert) als auch das meiner Meinung nach sehr gelungene Remake von Steven R. Monroe von 2010.

     
  15. Björn Kramer

    2020/01/03 at 11:54

    ich schmeisse mal meinen hut in den ring und sage HOME INVASION von 2016 mit Natasha Henstridge!

     
  16. Dirk Busch

    2020/01/03 at 10:54

    So auf Anhieb fällt mir auch nur Don’t Breathe ein.

     
  17. Rico Lemberger

    2020/01/03 at 10:35

    You´re next fand ich ganz gelungen.

     
  18. Frank Warnking

    2020/01/03 at 09:37

    Hard Candy hat mir gefallen 🙂

     
  19. transfairleistung

    2020/01/03 at 09:19

    Fällt „Haus der Verdammten“ unter Home Invasion? Irgendwie im weitesten Sinne denke ich schon. Fiel mir aber als erstes ein bei dem Thema „Täter wird Opfer“. Und der Film ist ziemlich gut… Muss ich mal wieder schauen!

     
    • V. Beautifulmountain

      2020/01/03 at 09:25

      Es gibt bei diesen Gewinnspielfragen ja kein richtig oder falsch. Und das Home-Invasion-Motiv ist in dem Film zweifellos vorhanden. Passt schon.

       
  20. Jens

    2020/01/03 at 08:53

    Schwierig, spontan fällt mir da eigentlich nur Don’t Breathe ein. Oder natürlich Kevin allein zu Haus 😀 Ist ja im weitesten Sinne auch ein Home Invasion Film 🙂

     
    • Thomas

      2020/01/03 at 10:22

      GET IN – OR DIE TRYIN

       
  21. Jens Albers

    2020/01/03 at 08:45

    Den einzigen, den ich da wirklich empfehlen kann, wäre Hard Candy. Der hat mir tatsächlich mal wieder Spaß bereitet in dem Genre.

     

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