RSS

Archiv für den Monat Dezember 2019

BuyBust – Im Slum stirbt es sich räudig

BuyBust

Von Volker Schönenberger

Actionthriller // „The Raid“ und „The Raid 2“ setzten 2011 und 2014 neue Maßstäbe für Action aus Fernost im Besonderen und das Actiongenre weltweit im Allgemeinen. Epigonen der beiden indonesischen Kracher ließen nicht lange auf sich warten, als Beispiele seien „Headshot“ von 2016 und „The Night Comes for Us“ von 2018 genannt. Im selben Jahr legten die Philippinen mit „Buybust“ ein Brett nach.

Die Bürgerinnen und Bürger stehen dem korrupten und kriminellen Treiben machtlos gegenüber

Die beiden Cops Dela Cruz (Lao Rodriguez) und Alvarez (Nonie Buencamino) verhören den Dealer Teban (Alex Calleja). Das gute alte Spiel „Good Cop, Bad Cop“ scheint bestens zu funktionieren: Der Inhaftierte verspricht, die Polizei zum lange gesuchten Drogenbaron Biggie Chen (Arjo Atayde) zu führen.

Die Neue in der Spezialeinheit

Eine Spezialeinheit der Behörde zur Bekämpfung der Drogenkriminalität beim Training auf Ausbildungsgelände. Die Einsatzkräfte scheinen noch nicht aufeinander eingestimmt zu sein. Das bekommt Neuankömmling Nina Manigan (Anne Curtis) von ihrem Chef zu spüren. Ihre vorherige Einheit war bei einem Einsatz von Gangstern ausgelöscht worden.

Nina Manigan (r.) und ihre Spezialeinheit dringen in den Slum vor

Der Dealer soll als Lockvogel dienen. Ihm wird Abhörtechnik verpasst, dann geht es in den Barangay „Gracia ni Maria“ in Tondo, einem Distrikt der Hauptstadt Manila. Als der Köder zu einem anderen Treffpunkt beordert wird, ahnen die Polizisten noch nicht, dass sich in dem Slum die Schlinge um sie zusammenzieht. In den engen Gassen, Verschlägen und Wellblechhütten des Elendsviertels kommt es zu einem beispiellosen Gemetzel.

Krepieren im Elendsviertel

Es ist ein schmutziges Sterben im Slum, ebenso räudig wie die Gegend, in der etliche Beteiligte und Unbeteiligte ihren letzten Atemzug in den Dreck hauchen. Ausgefeilte Martial-Arts-Sequenzen in Hochglanz-Optik sucht man vergebens, hier wird drauflosgeprügelt, -geschossen und -gestochen, dass es beim Zusehen schmerzt. Der Body Count ist enorm, die Menschen sterben wie die Fliegen – ob Gangster, Cops oder andere. Fast verwundert es, wie selbstverständlich die Bewohnerinnen und Bewohner des Slums in den Kampf eingreifen. Aber es scheint auch in der Realität so zu sein, dass seit der Wahl von Rodrigo Duterte zum Staatspräsident der Drogenkrieg auf den Philippinen (Philippine Drug War) auf beiden Seiten ohne jeden Skrupel ausgetragen wird, sodass die leidgeprüfte Bevölkerung dazwischen aufgerieben wird. Die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen, und wo die Sonne niemals scheint, zählen Menschenleben ohnehin nicht.

Kann die Polizistin dem Inferno entkommen?

„BuyBust“ zeigt manch einer arrivierten Filmnation eine lange philippinische Actionnase – wenn auch nicht den Indonesiern. Regisseur Erik Matti gelingt das Kunststück, dem wilden Treiben sogar eine politische und gesellschaftskritische Komponente hinzuzufügen. Dass muss einen westlichen Actionfan nicht tangieren, der womöglich nie im Leben einen Fuß in Manila setzen wird, aber wenn in den letzten Sekunden des Films ein Nachrichtensprecher von 13 Todesopfern spricht und die Kamera gleichzeitig über die Slums hinwegschwebt und den Blick auf weit mehr Leichen freigibt, hat das eine Tragweite, der wir uns nicht verschließen sollten.

Vom Regisseur von „The Aswang Chronicles“

Matti hat es schon vor „BuyBust“ in Deutschland zu Veröffentlichungsehren gebracht: „On the Job“ (2013) und „The Aswang Chronicles“ (2012) beispielsweise mögen Freunden fernöstlicher Genrefilme ein Begriff sein. Mattis auf „BuyBust“ folgender Horrorfilm „Kuwaresma“ hingegen kann hierzulande bislang nicht geschaut werden. „On the Job 2“ ist gerade in Arbeit. Die beiden „The Raid“-Filme kann „BuyBust“ nicht vom Action-Thron stoßen, aber wer sie zu schätzen weiß, wird auch an dem philippinischen Kracher seine helle Freude haben. Das wie immer sauber produzierte Mediabook mit Blu-ray und DVD von capelight pictures stellt ein angemessenes Format für den Streifen dar, der sich in den Filmregalen der Actionfans einen respektablen Platz verdient hat.

Veröffentlichung: 23. November 2018 als 2-Disc Limited Collector’s Edition Mediabook (Blu-ray & DVD), Blu-ray und DVD

Länge: 127 Min. (Blu-ray), 122 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 18
Sprachfassungen: Deutsch, Tagalog
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: BuyBust
PHIL 2018
Regie: Erik Matti
Drehbuch: Anton C. Santamaria, Erik Matti
Besetzung: Anne Curtis, Brandon Vera, Victor Neri, Arjo Atayde, Levi Ignacio, Alex Calleja, Lao Rodriguez, Joross Gamboa, Ricky Pascua, Nonie Buencamino, Sheen Gener, AJ Muhlach, Mara Lopez, Tarek El Tayech, Maddie Martinez
Zusatzmaterial: Making-of, Hinter den Kulissen, Kinotrailer, Teaser, 2 Trailer, Trailershow, Wendecover, nur Mediabook: 24-seitiges Booklet mit einem Text von Daniel Wagner
Label: capelight pictures
Vertrieb: Al!ve AG

Copyright 2019 by Volker Schönenberger

Szenenfotos & 3er-Packshot: © 2019 capelight pictures

 

Schlagwörter: , , , , , , , , , ,

Don Siegel (IX): Nur noch 72 Stunden – Copfilm mit Gütesiegel

Madigan

Von Lars Johansen

Krimidrama // Don(ald) Siegel (1912–1991) war ein verlässlicher Regisseur. Es gibt keinen wirklich schlechten Film von ihm, dafür ein paar herausragende Werke, die durchaus stilbildende Wirkung entfalteten. Gerade in den 60ern und frühen 70ern gelangen ihm Arbeiten, die routiniert und unterhaltsam schienen, unter deren Oberfläche aber eine Analyse der amerikanischen Gesellschaft jener Zeit lauerte, die sich einer genaueren politischen Zuordnung geschickt zu entziehen wusste.

Der gepflegte Herr trägt Hut zur Pistole

„Nur noch 72 Stunden“ (1968) ist dafür ein sehr gutes Beispiel. Eigentlich wird eine sehr einfache Geschichte erzählt: Die beiden Polizisten Dan Madigan (Richard Widmark) und Rocco Bonaro (Harry Guardino) lassen sich bei einer Routineüberprüfung übertölpeln und büßen ihre Waffen sowie den zu überprüfenden Barney Benesch (Steve Ihnat) ein. Sie bekommen drei Tage – die den deutschen Titel bildenden 72 Stunden – Zeit, beides wiederzubeschaffen. Das gelingt ihnen, kostet aber einige Leben. So gradlinig wie sich das hier liest, läuft es natürlich nicht ab, denn nichts ist hier, wie es auf den ersten Blick scheint. Das beginnt schon damit, dass die beiden Cops nicht wissen, dass der Mann, welchen sie überprüfen sollen, ein Mordverdächtiger ist. So lassen sie sich leicht von seiner nackten (und womöglich minderjährigen) Geliebten ablenken. Das Motiv der jüngeren Frauen zieht sich durch den ganzen Film. Madigans Gattin Julia (Inger Stevens) ist eine jüngere, anspruchsvolle und sich vernachlässigt fühlende Frau, die ihn beinahe mit einem seiner Kollegen bei einer Party betrügt. Der Polizeichef (Henry Fonda) hat eine Affäre mit einer jüngeren verheirateten Frau. Die Männer geraten dadurch immer wieder in Schwierigkeiten, der Mordverdächtige wird durch eine seiner jungen Gespielinnen am Ende sogar verraten. „This is a man’s world, … but it wouldn’t be nothing, nothing without a woman or a girl“, heißt es in dem 1966 von James Brown veröffentlichten Song. Die auffallende Abwesenheit der Frauen im männerbündischen Polizeiapparat ist nur eine scheinbare. Sie sind es eigentlich, welche die Handlung im Hintergrund vorantreiben, die Taten der Männer motivieren.

Väter und Söhne

Eine weitere Motivation ist die Vater-Sohn-Beziehung einiger Beteiligter. Der zweite Mann hinter dem Chef, Chief Inspector Kane (James Whitmore) erweist sich als bestechlich, aber nur, weil sich sein Sohn mit einem Gangsterboss eingelassen hat und er glaubt, ihm so zu helfen. Der schwarze Pfarrer Dr. Taylor (Raymond St. Jacques) beschuldigt die Polizei, seinen Sohn rassistisch behandelt zu haben. Beide Fälle ziehen sich quasi als Hintergrundrauschen durch den Film und belasten den Polizeichef zusätzlich. Dazu geht es um die moralische Integrität der Personen. Selbst der scheinbar unbestechliche und aufrechte Polizeichef ist durch seine Affäre moralisch angeschlagen. Madigan übernachtet in teuren Hotels oder geht essen, ohne dafür (voll) zu bezahlen. Seine kriminellen Zuträger betrachten ihre Aussagen als Teil eines Geschäftes, in welchem ein auffälliger Täter nur stört. Jede der Figuren ist tatsächlich in unterschiedlichen Nuancen mehr oder weniger korrupt. In einer Welt der Korruption kann es letztlich auch keine Trennung von Guten und Bösen mehr geben, der gesuchte Täter muss schon ein geisteskranker Krimineller sein, um aus dieser Routine auszubrechen. Er handelt, vielleicht als Einziger, gar nicht wirklich zu seinem eigenen Vorteil, sondern rein instinktiv und triebgesteuert, was ihn in mehrfacher Hinsicht zu einem Außenseiter macht.

„Ein Hut für Zimmer 19!“

Im selben Jahr drehte Siegel „Coogans großer Bluff“, der auf den ersten Blick eine verblüffend ähnliche Geschichte erzählt. Auch darin muss ein flüchtiger Verbrecher gefasst werden. Der korrupte Polizeiapparat der Großstadt ist dazu nicht in der Lage; erst dem von Clint Eastwood verkörperten aufrechten Dorfsheriff gelingt es mit den einfachen Mitteln des Westernhelden, die Probleme zu lösen. Aber Siegel ist nicht so reaktionär, das als Allheilmittel anbieten zu wollen, denn er löst die Situation komödiantisch auf. So wirkt der Film wie die komische Variante des ernsthaften „Nur noch 72 Stunden“ – mit einer Lösung, die keinesfalls ernst genommen werden darf. Im ein Jahr später entstandenen „Frank Patch – Deine Stunden sind gezählt“, dessen Originaltitel „Death of a Gunfighter“ es sehr viel besser auf den Punkt bringt, sehen wir den Madigan-Darsteller Richard Widmark in der Rolle des alternden Marshalls, dessen Westernmethoden eben nicht mehr in die neue Zeit passen und der deshalb sterben muss. Siegel lässt uns nicht so einfach davonkommen. Und wenn Eastwood „Dirty Harry“ 1971 als ernsten Coogan respektive bürokratieresistenten Madigan gibt, dann ist das so grotesk erzählt, dass man daraus ebenfalls keine Handlungsmaxime ableiten kann. Der Regisseur verweigert sich der einfachen Lösung.

„Egal, was er sagt, eine Schirmmütze ist kein Ersatz für einen Hut.“

Gern wird Siegel zu dem reaktionären Republikaner erklärt, der er nicht ist. Er selbst sieht sich tatsächlich als eher linken Demokraten, der er aber auch nicht unbedingt sein muss. Letztlich ist seine Haltung die des Filmemachers, der unterhalten möchte. Und das gelingt ihm mit „Nur noch 72 Stunden“ außerordentlich gut. So gut, dass daraus sogar eine kurzlebige Fernsehserie mit Richard Widmark entstand. Und die Polizeifilme, die in den USA in den späten 60ern und frühen 70ern das Kino überrannten und auch in Europa zu einer Schwemme von französischen „Polars“ und italienischen „Poliziotteschi“ führten, haben Siegel einiges zu verdanken. Gerade die Indifferenz von Madigan und seinen Kollegen, die nicht so moralisch überlegen wie Steve McQueens „Bullitt“ (1968) oder offen erzreaktionär wie Gene Hackmans Popeye Doyle in „Brennpunkt Brooklyn“ („French Connection“, 1971) daherkommt, sondern gebrochene Menschen zeigt, die menschlich und sichtlich erdschwer agieren, hat dem Genre eine Vielschichtigkeit geschenkt, die ihm gut bekommen ist.

Upgrade auf Blu-ray lohnt sich

Die Blu-ray von Koch verfügt über ordentlichen Ton und ein wunderbares Bild und stellt eine gewaltige Verbesserung zu der in die Jahre gekommenen DVD-Veröffentlichung dar. Extras gibt es keine nennenswerten, aber dieser Klassiker gehört in den Schrank eines jeden Fans von wegweisenden Meisterwerken des Polizeifilms.

Welche von Don Siegels Arbeiten fehlen euch noch in unserer Werkschau? All seine bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme haben wir in unserer alphabetisch sortierten Rubrik Regisseure aufgeführt, Filme mit Henry Fonda und Richard Widmark unter Schauspieler.

„Der Plan ist ganz einfach: Wir fordern noch drei Hüte an, dann stürmen wir.“

Veröffentlichung: 10. Oktober 2019 als Blu-ray, 15. September 2005 als DVD

Länge: 100 Min. (Blu-ray), 96 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 12
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Madigan
USA 1968
Regie: Don Siegel
Drehbuch: Howard Rodman (als Henri Simoun), Abraham Polonsky, nach einem Roman von Richard Dougherty
Besetzung: Richard Widmark, Henry Fonda, Inger Stevens, Harry Guardino, James Whitmore, Susan Clark, Michael Dunn, Steve Ihnat, Don Stroud, Sheree North, Warren Stevens, Bert Freed, Raymond St. Jacques
Zusatzmaterial 2019: Super-8-Fassung, deutscher und englischer Trailer, Bildergalerie mit seltenem Werbematerial, Vertikalschuber (mit abziehbarem FSK-Logo), Wendecover
Label/Vertrieb 2019: Koch Films
Label/Vertrieb 2005: Universal Pictures Germany GmbH

Copyright 2019 by Lars Johansen
Szenenfotos: © 2019 Koch Films

 
 

Schlagwörter: , , , , , , , , ,

Blinde Wut – Rutger Hauer lehrt die Sehenden das Fürchten

Blind Fury

Von Volker Schönenberger

Action // Er kam, sah nichts und siegte! Was für ein großartiger Slogan, der da auf dem Cover der DVD von „Blinde Wut“ prangt. Ich entsinne mich daran, den Actionfilm 1989 im Kino geschaut zu haben, nicht zuletzt dank Hauptdarsteller Rutger Hauer gefiel er mir gut. 30 Jahre später nun also die zweite Sichtung.

Im Vietnamkrieg erblindet

Bei einem Einsatz im Vietnamkrieg verletzt sich der US-Soldat Nick Parker (Rutger Hauer) schwer – er erblindet. Hilflos taumelt er durch den Dschungel, bis er in eine Falle der Einheimischen tappt. Die nehmen ihn auf, heilen seine Verletzungen. Ein Kampfkunst-Versierter unter den Dörflern trainiert ihn, bis Nick sogar im Schwertkampf perfekt ist, eine in die Luft geworfene Frucht zerteilen kann.

Jahre später sucht der blinde Vietnamveteran in den USA seinen alten Armeekumpel Frank Deveraux (Terry O’Quinn, „Lost“). Dessen Frau Lynn (Meg Foster) berichtet ihm, sie sei von Frank getrennt, er lebe mittlerweile in Reno, Nevada. Just während Nicks Besuch taucht plötzlich der Gangster Slag (Randall „Tex“ Cobb) mit zwei korrupten Cops auf, um Billy (Brandon Call) zu entführen, den Sohn der Deveraux’. Frank ist Chemiker und beim Casinobesitzer MacCready (Noble Willingham) verschuldet, der will ihn zwingen, für ihn synthetische Drogen herzustellen, und benötigt Billy dafür als Druckmittel. Nick greift ein und tötet die beiden Polizisten, doch Slag erschießt Lynn und flieht. Der Blinde nimmt den Jungen unter seine Fittiche, um ihn zu seinem Vater zu bringen. Damit sticht er in ein Wespennest.

Von Zatōichi inspiriert

Schön, dass sich „Blinde Wut“ nicht allzu ernst nimmt, was sich besonders bei den beiden eher trotteligen Gaunern Lyle (Nick Cassavetes) und Tector (Rick Overton) bemerkbar macht. Die Prämisse des blinden Schwertkämpfers, der immer wieder gegen allerlei Mieslinge die Oberhand behält, ist etwas zu absurd für ernsthaftes Thrillerkino. Spannung kommt dennoch auf. Zweifellos inspiriert vom japanischen Zatōichi, erhält Nick Parker sein Profil durch Rutger Hauers Charisma. Der Niederländer gibt der Figur einen Hauch von Tollpatschigkeit mit auf den Weg, was dazu führt, dass alle den Guten unterschätzen. Die Blindheit jedenfalls wirkt bei Hauer glaubwürdig, was man von vielen anderen Aspekten des Films nicht behaupten kann.

Klar, dass es auch zu einer Szene kommt, in der Nick in der Dunkelheit auf diverse Fieslinge trifft und diese ins Jenseits befördert, weil seine Kontrahenten nicht mehr auf den Vorteil ihrer Sehkraft bauen können. Wenn kurz darauf zum Finale ein japanisches Schwertkampf-Ass auftaucht, um Nick herauszufordern, verliert das Geschehen auch den letzten Hauch Glaubwürdigkeit – das macht aber nichts, solange es Spaß macht, und der lässt sich nicht leugnen. „Blinde Wut“ geizt nicht mit handgemachter Action, wie sie in den guten alten 80er-Jahren gang und gäbe war.

Vom Regisseur von „Sliver“ und „Salt“

Regisseur Phillip Noyce zeichnete nach „Blinde Wut“ für einige Hollywood-Thriller mit namhafter Besetzung verantwortlich, darunter „Die Stunde der Patrioten“, „Sliver“, „Das Kartell“, „The Saint – Der Mann ohne Namen“ und „Der Knochenjäger“. 2002 kam seine Regiearbeit „Der stille Amerikaner“ mit Michael Caine und Brendan Fraser in die Kinos, 2010 der Actionthriller „Salt“ mit Angelina Jolie und Chiwetel Ejiofor. Sein bislang letzter Kinofilm war 2014 die Jugend-Dystopie „Hüter der Erinnerung – The Giver“.

2015 vom Index gestrichen

Die deutsche VHS-Version von „Blinde Wut“ landete 1990 auf dem Index, was mir auch schon nach damaligen Maßstäben völlig überzogen vorkommt. Nick Parker teilt zwar mit seinem Schwert tüchtig aus, auch die Abtrennung einer eine Pistole haltenden Hand kommt vor, insgesamt lässt sich aber konstatieren, dass es weitaus blutrünstigere Filme gibt, die nie auf dem Index gelandet sind. Nach den üblichen 25 Jahren kam es 2015 folgerichtig zur Listenstreichung. Der deutschen DVD von 2006 ist im Oktober 2019 ein limitiertes Mediabook mit Blu-ray und DVD in fünf Covervarianten gefolgt, das zügig zum gesuchten Sammlerstück avancierte. In der Internet Movie Database ist „Blinde Wut“ mit einer Durchschnittspunktzahl von 6,4 von 10 vergleichsweise positiv bewertet (Stand Dezember 2019), seine Fans hat der Film also. Durchaus zu Recht, meine Erinnerung hat mich nicht getrübt, „Blinde Wut“ macht auch heute noch Freude.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Rutger Hauer sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgeführt.

Veröffentlichung: 25. Oktober 2019 als Limited 2-Disc Edition Mediabook (Blu-ray & DVD, 3 Covervarianten à 444 Exemplare, 2 Covervarianten à 333 Exemplare), 4. März 2006 als DVD

Länge: 86 Min. (Blu-ray), 83 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 18
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch u. a.
Untertitel: Deutsch, Englisch u. a.
Originaltitel: Blind Fury
USA 1989
Regie: Phillip Noyce
Drehbuch: Charles Robert Carner
Besetzung: Rutger Hauer, Terry O’Quinn, Brandon Call, Noble Willingham, Lisa Blount, Nick Cassavetes, Rick Overton, Ranndall „Tex“ Cobb, Charles Cooper, Meg Foster, Shô Kosugi, Paul James Vasquez, Woody Watson
Zusatzmaterial DVD: keins
Zusatzmaterial Mediabook: Trailer, Booklet
Label/Vertrieb DVD: Sony Pictures Home Entertainment
Label/Vertrieb Mediabook: Nameless Media

Copyright 2019 by Volker Schönenberger

 

Schlagwörter: , , , , , , , ,

 
%d Bloggern gefällt das: