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Quiet Comes the Dawn – Im russischen Albtraum gefangen

23 Jan

Rassvet

Von Volker Schönenberger

Horror // Vor zwei Jahrzehnten starb ihre hochschwangere Mutter bei einem mysteriösen Autounfall. Nun feiert Sveta (Alexandra Drozdova) ihren 20. Geburtstag mit ein paar Freunden, auch ihr älterer Bruder Anton (Kuzma Kotrelev) kommt zu Besuch. Nachts erwacht die junge Frau aus einem Albtraum. Sie steht auf, geht durchs Wohnzimmer an ihrem auf dem Sofa schlafenden Bruder vorbei in die Küche, um sich etwas zu trinken zu holen. Als sie sich umdreht, sieht sie gerade noch, wie Anton plötzlich im Küchenfenster steht und sich herausstürzt. Er ist sofort tot.

Sveta erlebt Furchtbares …

Fortan wird Sveta verstärkt von Albträumen geplagt. In den Unterlagen ihres Bruders findet sie Hinweise darauf, dass er ebenfalls viele böse Träume hatte und sich mit Schlaflosigkeit und Albträumen befasste – und mit einer okkulten Sekte namens „Morgendämmerung“, der offenbar auch ihre Mutter angehörte (der russische Originaltitel „Rassvet“ bedeutet Morgendämmerung). Die Mitglieder beteten einen gesichtslosen Dämon an und suchten ihr Heil schlussendlich im Massenselbstmord. Nur wenn man in die Tiefe der Dunkelheit sieht, kann man die Morgendämmerung des Geistes erblicken. Hat Anton auf düsteren Pfaden nach Erleuchtung gesucht?

… und leidet unter ihren Albträumen

Um Antworten zu finden, sucht sie in Begleitung ihrer Freundin Nastya (Anastasiya Kuimova) das Forschungsinstitut für Psychiatrie und experimentelle Schlafforschung auf, das auch Anton besucht hatte. Unter der Anleitung von Professor Laberin (Valeriy Kukhareshin) nimmt sie mit drei weiteren Probanden an einem Experiment teil: Das Quartett, unter ihnen der junge Journalist Kirill (Aleksandr Molochnikov), soll in einen sogenannten Klartraum oder bewussten Traum eintauchen.

Professor Laberin lädt zum Klartraum

„The Bride“, auch hierzulande veröffentlicht, war dem Vernehmen nach 2017 in Russland ein großer Hit. Dasselbe Produktionsteam verpflichtete für „Quiet Comes the Dawn“ mit Pavel Sidorov einen Regiedebütanten. Der findet stimmungsvolle Bilder und Perspektiven und setzt auch ein ausgefeiltes Setdesign für feine Locations ein. Leider verliert sich Sidorov in einer wirren Story, aus der es ebenso wenig ein Entkommen zu geben scheint wie für die vier Probanden des Traum-Experiments. Oder ist das bewusst inszeniert? Immerhin sind Träume im Allgemeinen oft verwirrend. Im ersten Drittel kam bei mir kurz die Befürchtung auf, der Regisseur werde zu sehr auf Jump-Scares setzen, das bewahrheitete sich glücklicherweise nicht. Jedenfalls scheint Sidorov die Atmosphäre wichtiger gewesen zu sein als die Stringenz der Story. Das Finale wartet dann mit einem Twist auf, der zu erahnen war.

Das Experiment beginnt

Visuell hebt sich „Quiet Comes the Dawn“ durchaus etwas von der Optik amerikanischer Horrorfilme ab. Der ebenfalls mit Träumen hantierende „Before I Wake“ (2016) hat mir insgesamt etwas besser gefallen, und an Wes Cravens „Nightmare“-Reihe um Freddy Krueger ist ohnehin kein Vorbeikommen, aber wer albtraumhaften Settings etwas abgewinnen kann, mag auch an „Quiet Comes the Dawn“ Gefallen finden – vorzugsweise kurz vor dem Schlafengehen, versteht sich. Welche um Träume und Albträume kreisenden Horrorfilme könnt ihr empfehlen?

Im Institut geht es schaurig zu

Veröffentlichung: 30. Januar 2020 als Blu-ray und DVD

Länge: 98 Min. (Blu-ray), 95 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Russisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Rassvet
RUS 2019
Regie: Pavel Sidorov
Drehbuch: Evgeny Kolyadintsev
Besetzung: Alexandra Drozdova, Aleksandr Molochnikov, Anna Slyu, Valeriy Kukhareshin, Oksana Akinshina, Kuzma Kotrelev, Miroslav Pentsov, Anastasiya Kuimova, Oleg Vasilkov
Zusatzmaterial: Trailer, Wendecover
Label/Vertrieb: EuroVideo Medien GmbH

Copyright 2020 by Volker Schönenberger
Szenenfotos & Packshot: © 2020 EuroVideo Medien GmbH

 

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