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Little Women – Dank Greta Gerwig ganz groß

27 Jan

Little Women

Kinostart: 30. Januar 2020

Von Iris Janke

Melodram // „Little Women“ – nur eine Romanverfilmung oder einfach die dritte Regiearbeit einer Schauspielerin? Beides richtig, und doch zu wenig: Greta Gerwig („Frances Ha“) gelingt mit der Verfilmung von Louisa May Alcotts Kinderbuch aus dem Jahr 1868 ein bemerkenswertes Kunststück. Zuvor hatte sie sich mit ihrer viel gelobten und fünffach Oscar-nominierten Regiearbeit „Lady Bird“ (2017) ihre eigenen, überdimensional großen Fußstapfen geschaffen. Nun gelingt es ihr, diese mehr als auszufüllen.

Die drei Schwestern Amy, Jo und Meg (v. l.) suchen ihren Weg

Völlig zu Recht ist Greta Gerwigs Romanverfilmung also auch dieses Mal Oscar-nominiert, und das gleich sechsfach – in der Königsdisziplin als bester Film, zudem für das beste adaptierte Drehbuch, die beste Hauptdarstellerin (Saoirse Ronan), die beste Nebendarstellerin (Florence Pugh) sowie die Filmmusik und das Kostümdesign. Die Konkurrenz ist in diesem Jahr zwar mächtig, aber wer weiß, ob die „Little Women“ den Platzhirschen „Joker“ (elf Nominierungen), „1917“, „Once Upon a Time in Hollywood“ und „The Irishman“ (jeweils zehn Nominierungen) nicht doch den einen oder anderen Goldjungen abluchsen können?

Der heiratswillige Laurie versteht sich mit allen March-Schwestern

Alcotts Roman „Little Women“ wurde im vergangenen Jahrhundert mehrfach verfilmt, 1933 etwa unter dem Titel „Vier Schwestern“ von George Cukor mit Katherine Hepburn als Schwester Jo – eine noch frühere englische Verfilmung von 1917 ist verschollen. 1949 adaptierte Mervyn LeRoy „Little Women“ als „Kleine tapfere Jo“, unter anderem mit Janet Leigh und Elisabeth Taylor als Schwestern. 1994 folgte die Buch-Adaption von Gillian Armstrong unter dem Titel „Betty und ihre Schwestern“ mit Winona Ryder in der Hauptrolle.

Jo will unbedingt ihr Buch veröffentlichen

Feinfühlig, humorvoll und ohne jeden Kitsch rankt sich Gerwigs Romanverfilmung um die vier ungleichen March-Schwestern. Dabei führt Mutter Marmee (Laura Dern) ein sanftes, aber bestimmtes Regiment unter den Schwestern Meg (Emma Watson), die nach Höherem strebt, Jo (Saoirse Ronan), die gern eine erfolgreiche Schriftstellerin wäre, Beth (Eliza Scalen), die stets kränkelt, und Amy (Florence Pugh), die als Gesellschafterin ihrer reichen Tante (Meryl Streep) nach Paris reist.

Herausragende Besetzung

Nachweislich hat Gerwig mit der Besetzung der Schwestern ein glückliches Händchen bewiesen, wie die Oscar-Nominierungen für Pugh und Ronan belegen. Nicht minder gelungen: die Besetzung der Nebenrollen mit Laura Dern als Mutter der vier Mädchen, Meryl Streep in der Rolle der reichen Tante und die des umschwärmten reichen, heiratswilligen Exzentrikers Laurie (Timothée Chalamet). Fast wundert man sich, dass Streep für ihren Part nicht unter den diesjährigen Kandidatinnen für einen Academy Award auftaucht, hat die dreifache Oscar-Preisträgerin mit 21 Nominierungen seit 1979 doch speziell nach der Jahrtausendwende ein Abonnement auf die begehrteste Trophäe, die der Film zu bieten hat.

Meg träumt davon, einen reichen Mann zu heiraten

Schwierig hätten die inhaltlichen Zeitsprünge innerhalb von „Little Women“ werden können. Stattdessen verfolgt man gebannt das Schicksal der vier Schwestern. Gerwigs Kunstgriff mutet elegant an, gekonnt verknüpft die Regisseurin die Handlung für den Zuschauer jederzeit nachvollziehbar. Nach dem Genuss des Films bleibt die Gewissheit, mit einer munteren Literaturverfilmung zwei äußert angenehme, kurzweilige Stunden im Kino verbracht zu haben – ohne nervige Klischees, mit charmanten Dialogen und tollen Kostümen.

Mutter Marmee hält die familiären Fäden fest zusammen

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Greta Gerwig, Meryl Streep und Emma Watson haben wir in unserer Rubrik Schauspielerinnen aufgelistet.

Jede der vier March Schwestern versucht ihre Persönlichkeit zu entdecken

Länge: 135 Min.
Altersfreigabe: FSK 6
Originaltitel: Little Women
USA 2019
Regie: Greta Gerwig
Drehbuch: Greta Gerwig, Louisa May Alcott
Besetzung: Saoirse Ronan, Emma Watson, Florence Pugh, Eliza Scanlen, Laura Dern, Timothée Chalamet, Tracy Letts, Bob Odenkirk, James Norton, Louis Garrel, Chris Cooper, Meryl Streep
Verleih: Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Copyright 2020 by Iris Janke

Filmplakat, Szenenfotos & Trailer: © 2019 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

 

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