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Horror für Halloween (XLI): Freddy vs. Jason – Clash of the Slasher Titans

24 Okt

Freddy vs. Jason

Von Volker Schönenberger

Horror-Action // Being dead wasn’t a problem. But being forgotten – now that’s a bitch. Tot zu sein war kein Problem. Aber vergessen zu werden – das bringt mich zum Rasen. Armer Freddy Krueger (Robert Englund): Seine Missetaten sind vergessen, der aus den Albträumen von Kindern und Jugendlichen auftauchende Mörder schmort in der Hölle. Bis ihm die rettende Idee kommt …

Zurück in die Elm Street

Drei Monate nach den Ereignissen in „Jason Goes to Hell – Die Endabrechnung“ („Jason Goes to Hell – The Final Friday“, 1993): In der Hölle wird Jason Voorhees (Ken Kirzinger) von seiner Mutter (Paula Shaw) aufgesucht. Sie fordert ihn auf, wieder zum Leben zu erwachen und in die Elm Street zu gehen. Die Kinder dort seien sehr unartig gewesen. Er möge sich erheben, seine Arbeit sei noch nicht vollendet. Jason tut, wie ihm geheißen. Er ahnt nicht, dass es nicht seine Mutter war, die ihn aufgesucht hat, sondern Freddy Krueger. Der will wieder in die Träume der jungen Leute eindringen und dort sein Unwesen treiben.

Opfer

In einem Haus an der Elm Street hat Lori Campbell (Monica Keena) sturmfreie Bude, also sind ihre Freundinnen Kia (Kelly Rowland) und Gibb (Katharine Isabelle) zu Besuch. Zügig treffen auch Gibbs Freund Trey (Jesse Hutch) und dessen Kumpel Blake (David Kopp) mit Bier ein. Gibb und Trey schieben im Schlafzimmer alsbald eine Nummer. Weil vorehelicher Sex jungen Leuten selten gut bekommt, wenn Serienkiller umgehen, geschieht, was geschehen muss: Jason Voorhees taucht auf und verpasst Trey mit seiner Machete ein paar gepflegte Löcher im Rumpf. Kurz noch das Bett mit dem bäuchlings draufliegenden jungen Mann zusammengeklappt – fertig ist die Laube, Verzeihung: der Tote.

Jason kommt Freddy zuvor

Weil die neuerdings in der Elm Street lebenden Jungspunde Freddy Krueger nicht kennen und mit seinem Namen nichts anfangen können, gelingt es dem alten Brandnarbengesicht vorerst noch nicht, in ihre Träume einzudringen. Jason darf somit in der Zwischenzeit allein weitermetzeln. Als Freddy endlich wieder loslegen will, geschieht das Unvermeidliche: Just während er sich daran erfreut, eine Teenagerin in deren Traum zu jagen, murkst Jason sie in der Realität ab. Freddy is not amused!

Täter

Der „Clash of the Slasher Titans“ hatte sich im erwähnten „Jason Goes to Hell – Die Endabrechnung“ angedeutet: Am Ende des neunten Teils der „Freitag, der 13.“-Reihe war Jason zur Hölle gefahren, und unmittelbar darauf schnappte sich Freddys aus der Erde hervorkommende Krallenhand unter sardonischem Lachen Jasons Hockeymaske. Wer auf eine zünftige Auseinandersetzung der beiden hoffte, wurde mit „Freddy vs. Jason“ belohnt – in Deutschland erstmals 2003 beim Fantasy Filmfest.

Immerhin nicht auf dem Index

Die FSK vergab eine verdiente Freigabe ab 18 Jahren. Mit so brutalen wie blutigen Morden geizt das Aufeinandertreffen der beiden Killer-Ikonen nicht, da musste man zu anderen Zeiten auch schon mal mit einer Verweigerung einer Altersfreigabe und anschließender Indizierung rechnen. Der aus der „Nightmare“-Reihe mitgebrachte Wechsel zwischen Traumzustand und Wachsein bereitet so viel Freude wie eh und je. Und da nun Jason Voorhees auf der wachen Seite lauert, steht einer knackigen Klopperei nichts mehr im Wege. Es versteht sich von selbst, dass auch die Klingen der beiden zum Einsatz kommen. Wehe dem jungen Menschen, der zwischen die Fronten gerät! Dabei hätten Freddy und Jason das Zeug dazu gehabt, gute Freunde zu werden. Schnüff!

Zwei Täter zanken sich

Mit Lori hat „Freddy vs. Jason“ ein „Final Girl“ verpasst bekommen, deren Geschichte sogar die emotionale Ebene anspricht. Ihre Mutter starb Jahre zuvor, ihr Freund Will Rollins (Jason Ritter) und dessen Kumpel Mark Davis (Brendan Fletcher) fristen in der geschlossenen Anstalt ihr Dasein, ohne dass Lori auch nur ahnt, weshalb Will verschwunden ist. Als er zufällig vom ersten neuen Mord in der Elm Street erfährt, fliehen er und Mark, um Lori zu Hilfe zu eilen.

Karriereende in Hongkong

Ich zitiere einmal mehr das Lexikon des internationalen Films: Ebenso sinnloser wie ermüdender Hybrid der Horror-Serien „Nightmare on Elm Street“ und „Freitag der 13.“, der auf oberflächliche Befriedigung durch brutalstes Achterbahnkino setzt. Da frage ich ketzerisch: Weshalb ist brutales Achterbahnkino sinnlos? Regisseur Ronny Yu hatte kurz zuvor „The 51st State“ gedreht und noch etwas früher mit „Chucky und seine Braut“ belegt, dass er ein Sequel eines Horror-Franchises adäquat inszenieren kann. Das bestätigt er mit „Freddy vs. Jason“ aufs Beste. Dennoch ging er im Anschluss zurück nach Hongkong, wo er nur noch zwei Filme drehte, den zweiten davon 2013.

Jedenfalls kein wehrloses Opfer

„Freddy vs. Jason“ folgt den Konventionen des Slasherfilms und treibt sie auf die Spitze – eine blutige Spitze, versteht sich. Fans beider Reihen bekommen genau das geboten, was sie sich erhofft haben, und das auf so humorvolle wie brutale Weise. Diese beiden Zeitgenossen muss man einfach gern haben.

Alle „Freitag, der 13.“-Filme haben wir in unserer Rubrik Filmreihen aufgeführt. Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von Ronny Yu haben wir in unserer Rubrik Regisseure aufgelistet, Filme mit Evangeline Lilly unter Schauspielerinnen, Filme mit Robert Englund in der Rubrik Schauspieler.

Veröffentlichung: 16. November 2018 und 19. Dezember 2017 als 2-Disc Edition Mediabook (Blu-ray & DVD), 11. Juli 2016 als Blu-ray im Steelbook, 21. September 2012 als Blu-ray, 20. Februar 2009 als Premium Edition 2-Disc Set DVD, 6. August 2004 als 2-Disc Edition DVD

Länge: 97 Min. (Blu-ray), 93 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 18
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch
Originaltitel: Freddy vs. Jason
KAN/USA 2003
Regie: Ronny Yu
Drehbuch: Damian Shannon, Mark Swift
Besetzung: Robert Englund, Ken Kirzinger, Monica Keena, Jason Ritter, Kelly Rowland, Chris Marquette, Brendan Fletcher, Katharine Isabelle, Lochlyn Munro, Kyle Labine, Tom Butler, David Kopp, Paula Shaw, Jesse Hutch, Zack Ward, Garry Chalk, Evangeline Lilly
Zusatzmaterial: Audiokommentar von Ronny Yu, Robert Englund und Ken Kirzinger, nicht verwendete und alternative Szenen (15 Min.), Die Produktion – Produktions-Special und visuelle Effekte, Pre-Fight Pressekonferenz (4 Min.), Musikvideo: Il Nino – „How Can I Live“ (3 Min.), 8 TV-Spots, US-Kinotrailer
Label/Vertrieb: Warner Home Video

Copyright 2020 by Volker Schönenberger

Szenenfotos & unterer Packshot: © Warner Home Video

 

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