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Black Beach – Das große Geld in Afrika

22 Jul

Black Beach

Von Volker Schönenberger

Politthriller // Als knallharter Unterhändler mit potenziellen Vertragspartnern hat sich Carlos (Raúl Arévalo) eine hervorragende Position erarbeitet. Er hofft auf eine Beförderung innerhalb der US-Ölfirma, für die er in Brüssel arbeitet. Doch statt der erhofften Versetzung nach New York schickt man ihn in den westafrikanischen Inselstaat, in dem er sich vor langer Zeit als Backpacker eine Weile aufgehalten hat. Carlos soll die Freilassung eines entführten Ingenieurs aushandeln. Als Dank winkt ihm nicht nur New York, sondern sogar die Position eines Partners im Unternehmen. So lässt er kurzerhand seine hochschwangere Frau Susan (Arévalos Lebensgefährtin Melina Matthews) zurück, die ebenfalls ein Jobangebot in New York hat.

Carlos sticht in ein Wespennest

Den vermeintlichen Entführer Calixto Batete (Jimmy Castro) kennt Carlos noch aus seiner Zeit in dem Land. Seine Fahrerin entpuppt sich ebenfalls als alte Bekannte: Mit Ale (Candela Peña) verbanden ihn einst mehr als nur freundschaftliche Gefühle. Es werden nicht die einzigen Reminiszenzen an Carlos’ Vergangenheit bleiben. Hinter der Entführung steckt weit mehr als Geldbeschaffung einer Terrorgruppe.

Er bringt sich in Gefahr …

Für seinen Kurzfilm „Aquel no era yo“ erhielt Regisseur Esteban Crespo 2014 eine Oscar-Nominierung. Mit „Black Beach“ legt er seinen zweiten Langfilm nach dem Liebesdrama „Amar“ (2017) vor. Der Thriller bringt Neo-Noir-Stimmung ins gleißende Sonnenlicht Afrikas – gedreht wurde in Ghana. Für die Exposition nimmt sich Crespo Zeit. Nach einem Einstieg in Brüssel sondiert Carlos am Zielort erst einmal die Lage, bevor er sich auf die Suche nach seinem alten Kumpel Calixto macht.

… und wird bald darauf …

Der Filmtitel steht für ein Gefängnis, das Carlos aufsucht, um dort eine weitere Person aus seiner Vergangenheit zu treffen. Nach und nach kommt eine politische Intrige ans Tageslicht, hinter der handfeste wirtschaftliche Interessen stehen, bevor es nach knapp 70 Minuten plötzlich brutal und gnadenlos wird. Hoch spannend ist es zu dem Zeitpunkt sowieso schon.

… von Soldaten gejagt

Gier und Korruption spielen zentrale Rollen. Dazu kontrastiert die Armut der Bevölkerung des afrikanischen Landes. Schauspielerisch ist das durchweg gelungen, insbesondere Hauptdarsteller Raúl Arévalo („Mörderland“, 2014) überzeugt auf ganzer Linie. Es wäre etwas zu viel gesagt, dass er vom Saulus zum Paulus mutiert, aber allzu weit entfernt davon entfernt ist Carlos’ Entwicklung nicht. Kritisch kann man sehen, dass ein Weißer in Afrika unter Schwarzen als Held auftritt, aber er strahlt immerhin nicht allzu sehr, sondern offenbart Facetten. Später kommt es auch zu diplomatischen Verwicklungen auf UN-Ebene, auch eine unterdrückte ethnische Minderheit wird thematisiert. Das hätte durchaus mehr Nachhaltigkeit verdient gehabt, es dient vornehmlich als Hintergrund für den Thriller-Plot. Der punktet dafür mit seinem originellen Schauplatz, erst recht für eine spanische Produktion. Thriller-Fans sei „Black Beach“ ans Herz gelegt. Welche spanischen Krimis und Thriller könnt Ihr empfehlen?

Das Regime kennt keine Gnade

Veröffentlichung: 22. Juli 2021 als Blu-ray und DVD

Länge: 115 Min. (Blu-ray), 110 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Spanisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Black Beach
SP/BEL/USA 2020
Regie: Esteban Crespo
Drehbuch: Esteban Crespo, David Moreno
Besetzung: Raúl Arévalo, Paulina García, Candela Peña, Melina Matthews, Claude Musungayi, Babou Cham, Lidia Nené, Emilio Buale, Mulle Jarju Salvador, Aída Wellgaye, Jimmy Castro, Fenda Drame, Luka Peros
Zusatzmaterial: Trailer, Bildergalerie, Trailershow
Label/Vertrieb: Koch Films

Copyright 2021 by Volker Schönenberger

Szenenfotos & Packshot: © 2021 Koch Films

 
 

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20 Antworten zu “Black Beach – Das große Geld in Afrika

  1. Manfred

    2021/10/02 at 17:56

    REC

     
  2. Michael Behr

    2021/09/25 at 12:10

    Ich würde ebenfalls „Sleep Tight“ nennen und außerdem „Julia’s Eyes“, wobei den manche auch eher in Richtung Horror verorten. Aber da ist ja bei manchem Thriller die Grenze fließend. In diesem Zusammenhang fällt mir dann auch noch „Hell’s Resident“ ein, für den man ähnliches einwenden könnte.

     
  3. Thomas Oeller

    2021/09/24 at 19:21

    Empfehlen würde ich „Der Maschinist“ oder auch „Sleep Tight“

     
  4. Jan R

    2021/09/24 at 17:58

    40 Jahre alt, aber trotzdem gut: „Los, Tempo!“

     
  5. Matthias Klug

    2021/09/24 at 13:21

    Natürlich das Meisterwerk – Pan’s Labyrinth. Ebenso den Film – Der Unsichtbarer Gast

     
  6. Birgit

    2021/09/22 at 18:32

    Hier möchte ich unbedingt zwei spanische Perlen nennen: „Die Morde von Madrid“ von 2016, fast ein Film Noir, sehr spannend und mit tollen Charakteren, und der vielfach umstrittene „Ein Kind zu töten“ von 1976, der oft auch als Horrorfilm kategorisiert wird – sehr mysteriös und gnadenlos.

     
  7. Steffen

    2021/09/21 at 07:22

    Die Miniserie „La Zona – Don’t cross“ fand ich richtig gut. Aber Filme fallen mir ehrlich gesagt gerade keine ein.

     
  8. Imke

    2021/09/20 at 11:06

    Da kommen mir zuerst Buried lebend begraben und Der Schacht in den Sinn

     
  9. SmileySmile77

    2021/09/19 at 23:21

    Der kürzlich erschienene „Crime Game“ ist ein sehr unterhaltsamer Caper-Thriller.

     
  10. Rüdiger Kwade

    2021/09/19 at 12:13

    Open Your Eyes (oder auch „Virtual Nightmare“) ein psychologischer Thriller aus dem Jahr 1997 von Alejandro Amenábar mit Penélope Cruz

     
  11. Jost

    2021/09/18 at 08:24

    Pans Labyrinth war klasse! Kann ich nur empfehlen!

     
  12. Björn Kramer

    2021/09/17 at 17:23

    Kings of the city – Croupe d’elite

     
  13. Bernd Rohe

    2021/09/17 at 16:55

    Killing Words

     
  14. Andreas H.

    2021/09/17 at 14:30

    „Sleep Tight“ und „Faszination des Grauens“ würde ich empfehlen.

     
  15. Klaus

    2021/09/17 at 14:20

    Ein bemerkenswerter spanischer Psychothriller ist „Der Maschinist“ von 2004 mit einem großartig aufspielenden Christian Bale

     
  16. Frank Warnking

    2021/09/17 at 09:45

    Buried – Lebend begraben

     
  17. Christoph Leo

    2021/09/17 at 09:19

    Auf jeden Fall „La isla mínima – Mörderland“, spannend und ein interessanter Hintergrund bzgl. der Franco Diktatur.

     
  18. Eva

    2021/09/17 at 08:42

    Pans Labyrinth

     
  19. Sarah

    2021/09/17 at 08:00

    Da fällt mir direkt „Der Schacht“ ein. Und, falls Serien auch zählen: zumindest die ersten Staffeln von Haus des Geldes fand ich auch sehr sehenswert.

     
  20. Robert

    2021/09/17 at 07:52

    Faceless von Jess Franco

     

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