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Horror für Halloween (XXVI): The Jungle – Es wird dich jagen: Found-Footage-Grauen im Urwald von Java

20 Okt

The Jungle

Von Volker Schönenberger

Horror // 2011 machte sich der Katzenexperte Larry Black auf, um im Dschungel von Indonesien bedrohte Leoparden zu filmen. Dies ist das Filmmaterial von der Expedition. Diese wenig originelle Einblendung zu Beginn von „The Jungle – Es wird dich jagen“ (2013) verdeutlicht sogleich, dass wir es mit einem Found-Footage-Film zu tun haben, in welchem die Protagonisten es wohl nicht schaffen werden zu überleben. In der Folge wird es auf diesem niedrigen Originalitätslevel weitergehen, das aber immerhin auf unterhaltsame Weise.

Auf in den Dschungel!

Erwähnter Larry Black (Rupert Reid) ist Zoologe und hat nach einer Begegnung mit einem Leoparden in Tansania eine Leidenschaft für diese Raubkatze entwickelt. Seine Frau Jane (Serena Dean) unterstützt ihn zwar, hat aber ihre Probleme mit seinen häufigen Abwesenheiten. Im Westen der Insel Java will Larry den Java-Leopard aufspüren und filmen. Gelingt das, hat die indonesische Regierung zugesagt, Geld für die Einrichtung von Schutzgebieten für die vom Aussterben bedrohte Tierart bereitzustellen.

Er warnt

Im Oktober 2011 bricht Black in den Dschungel von Java auf, ihn begleiten sein großer Bruder Ben (Andrew Traucki) und die beiden einheimischen Führer Adi (Igusti Budianthika) und Budi (Agoes Widjaya Soedjarwo). Die Warnung vor einer schwarzmagischen Kreatur schlagen die Black-Brüder in den Wind. Die Wanderung lässt sich gut an – bis die kleine Expedition den zerfleischten und kopflosen Kadaver eines Leoparden entdeckt. Etwas Gefährlicheres als eine Raubkatze treibt sich in der Gegend herum.

Es wackelt nicht allzu sehr

„The Jungle – Es wird dich jagen“ enthält alle Elemente, die den Horrorsektor mit aufgefundenem Bildmaterial seit „The Blair Witch Project“ (1999) geprägt haben. Phasenweise wirkt der Film, als sei der genannte Vorreiter der Found-Footage-Welle ins exotische Ambiente von Indonesien verlegt worden, wo übrigens tatsächlich gedreht wurde. Wir haben die wacklige Handkamera, die in diesem Fall glücklicherweise nicht zu sehr wackelt (was bei empfindsamen Filmguckern tatsächlich Übelkeit verursachen kann). Ein paar gelegentliche Nachtsichtaufnahmen sind gern genommen, um schummrige Atmosphäre zu erzeugen, das gelingt auch. Auf musikalische Untermalung wird naheliegenderweise vollständig verzichtet, ein Score wäre auch absurd. Die Bedrohung bleibt über weite Strecken kaum sichtbar bis unsichtbar und ist auch im Finale kaum wirklich zu sehen. Visuelle Effekte oder gar Splatter werden überaus sparsam eingesetzt.

Was haben wir da gefilmt?

Hier ist alles generisch, aber dem australischen Drehbuchautor und Regisseur Andrew Traucki ist es immerhin gelungen, mich über weite Strecken des Films zu fesseln. Schauspielerisch ist das in Ordnung, jedenfalls fühlte ich mich nicht an Daily Soaps erinnert. Nicht gefallen hat mir die Ausleuchtung. Ob in den Tag- oder Nachtszenen, die Bilder wirken stets etwas zu künstlich.

Ein sonderbares Fundstück

Andrew Traucki hat ausreichend Tierhorror-Erfahrung gesammelt: „Black Water“ (2007) gehört zu den gelungensten Vertretern des Krokodil-Horrorfilms, weshalb er ihm 2020 die Fortsetzung „Black Water: Abyss“ folgen ließ. Mit „The Reef“ (2010) hatte sich Traucki zwischendurch Haifischen gewidmet und auch dabei eine gute Figur gemacht. Die Busch Media Group hat „The Jungle“ acht Jahre nach seiner Entstehung für den deutschen Markt ausgegraben und lizenziert. Der Film wird dem Found-Footage-Sektor kaum neue Fans hinzuführen und schon gar nicht Verächter dieser Inszenierungsmethode bekehren. Dutzendware, die man einmal gut weggucken kann, wenn man mit Found Footage kein Problem hat. Welche Kreaturen-Horrorfilme in exotischen Gefilden könnt Ihr empfehlen?

Angst!

Veröffentlichung: 1. Oktober 2021 als Blu-ray und DVD

Länge: 85 Min. (Blu-ray), 82 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: The Jungle
AUS 2013
Regie: Andrew Traucki
Drehbuch: Andrew Traucki
Besetzung: Rupert Reid, Igusti Budianthika, Agoes Widjaya Soedjarwo, Serena Dean, Andrew Traucki
Zusatzmaterial: Trailershow, Wendecover
Label: Busch Media Group
Vertrieb: Al!ve AG

Copyright 2021 by Volker Schönenberger

Szenenfotos & unterer Packshot: © 2021 Busch Media Group

 
 

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25 Antworten zu “Horror für Halloween (XXVI): The Jungle – Es wird dich jagen: Found-Footage-Grauen im Urwald von Java

  1. Dirk B.

    2021/11/14 at 18:08

    Der Schrecken vom Amazonas und Congo war mein erster Gedanke.

     
  2. Michael Behr

    2021/11/14 at 15:46

    Die meisten wirklich guten Vertreter wurden ja schon genannt. Ich ergänze als absoluter Freund des Spinnen-Horrors mal noch „Arachnid“, der vor exotischer Kulisse spielte und auch gar nicht sooo schlecht getrickst war, jedenfalls für sein mutmaßliches Budget.

     
  3. Ingo Maaßen

    2021/11/13 at 12:20

    Anaconda und Komodo fallen mir da ein! 😉

     
  4. Dirk Busch

    2021/11/10 at 18:06

    Ich schmeiss dann mal den ersten King Kong…Der weiße Hai…Das Ding aus dem Sumpf & Alien in den Ring.

     
  5. Jost

    2021/11/09 at 17:27

    Ich fand Growl- Er riecht Deine Angst total gut. Zwar keine Kreatur aber ein Tollwütiger Hund auf Tour reicht manchmal schon^^

     
  6. Markus P.

    2021/11/09 at 13:46

    Anaconda fällt da natürlich zuerst ein. Auch „Der Geist und die Dunkelheit“ könnte man nennen, auch wenn es kein Horrorfilm ist.

     
  7. Florian Brettner

    2021/11/08 at 18:59

    Predator und auch predators sind in exotischer Gegend angesiedelt
    Auch Komodo und the tribe machen gut fun

     
  8. Kai Piepenschneider

    2021/11/08 at 17:14

    Ruinen! Reichlich doofer Film aber hat schon ein paar nette Szenen.
    Falls Österreich als exotisch (;)) gilt würde ich noch Blutgletscher empfehlen.

     
    • V. Beautifulmountain

      2021/11/09 at 08:22

      „Blutgletscher“ hat mir gut gefallen. Kann es ein exotischeres Land als Österreich geben?

       
  9. Sascha Klein

    2021/11/08 at 02:49

    Magic Lizard absoluter Geheimtip aus Thailand, Predator kann man wohl als Klassiker auch dazu zählen

     
  10. Manfred

    2021/11/07 at 15:06

    Lake Placid

     
  11. Frank Warnking

    2021/11/07 at 07:30

    Pyramid und Anaconda

     
  12. SmileySmile77

    2021/11/07 at 01:46

    Ich werfe „Das Alien aus der Tiefe“ von (bitte mit viel Gusto aussprechen) Antonio Margheriti in die Lostrommel.

     
  13. Christoph Marek

    2021/11/06 at 20:30

    Anaconda und deren nachfolgende Teile

     
  14. Robert

    2021/11/06 at 18:00

    Pyramid

     
  15. Otto

    2021/11/06 at 08:42

    Sindbads siebte Reise
    Der Dieb von Bagdad
    Trolljäger
    The Lost World
    Auf dem Kometen

     
  16. Thomas Oeller

    2021/11/05 at 21:16

    „Anaconda“ und „Congo“

     
  17. Marco

    2021/11/05 at 20:31

    Anaconda (nur der erste)
    The great Wall
    Alien (falls der in das Genre passt) 😉

     
  18. Melanie

    2021/11/05 at 18:45

    Der Nebel…

     
  19. Björn Kramer

    2021/11/05 at 15:43

    Anaconda

     
  20. Kai

    2021/11/05 at 11:42

    Ich finde, in dem Genre gibt es vor allem viel Mist, deshalb nenne ich hier mal zwei Klassiker: die Vögel (ok, die Exotik fehlt) und Deep Blue Sea, Haie sind nunmal tolle Angstmacher.

     
  21. Christoph Wolf

    2021/11/05 at 11:28

    Was genau heißt exotisch, was fällt alles unter Creature Feature? Schwierig, die Frage. Aber ganz sicher dazu gehört für mich der bis heute großartig anzuschauende und von mir heiß geliebte
    King Kong und die weiße Frau (King Kong, Merian C. Cooper & Ernest B. Schoedsack, 1933).

    Weiter passen für die folgenden tollen Filme dazu:
    Das Ding aus einer anderen Welt (The Thing from Another World, Christian Nyby, 1951)
    und das Remake
    Das Ding aus einer anderen Welt (The Thing, John Carpenter, 1982)
    Der Schrecken vom Amazonas (Creature from the Black Lagoon, Jack Arnold, 1954)
    sowie bestimmt ganz viele weitere, die mir spontan nicht einfallen.

     
    • V. Beautifulmountain

      2021/11/05 at 12:11

      Anhand der von dir genannten Titel lässt sich anführen, dass du „Creature Feature vor exotischer Kulisse“ schon richtig verstanden hast.

       
  22. Michael

    2021/11/05 at 10:04

    Ebenfalls feiner Tier/Kreaturenhorror aus exotischen Gefilden: The Host und
    Fluß der Mörderkrokodile

     
  23. Lexi

    2021/11/05 at 09:27

    Mir fällt da spontan „The Wall – Die große Mauer“ weil die Kreaturen in dem Film mich positiv überrascht haben

     

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