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Robot War – Gunhed: Computer erklärt der Menschheit den Krieg

12 Dez

Ganheddo

Von Volker Schönenberger

SF-Action // Im Jahr 2005 errichtete die Cybortech Corporation auf der kleinen Pazifikinsel 8JO eine Fabrik für Robotertechnik. Die künstliche Intelligenz Kyron-5 überwachte die gesamte Anlage. 20 Jahre lang lief alles wie am Schnürchen – bis Kyron-5 feststellte: Die Menschen sind überflüssig. Daher erklärte der Supercomputer am 4. Juli 2025 der Menschheit den Krieg. Die Cybortech-Roboter leisteten ihm dabei gute Dienste, speziell eine Verteidigungseinheit mit dem Namen Aerobot. Ein „GUNHED“-Bataillon wurde nach 8JO entsandt, dort aber offenbar aufgerieben.

13 Jahre später erreicht das Flugzeug „Mary Ann“ die Insel. An Bord befindet sich ein von Captain Bansho (Mickey Curtis) geführter Trupp Plünderer, die scharf auf Computerchips sind. Schon kurz nach ihrer Ankunft wird die Gruppe von den Verteidigungseinrichtungen von Kyron-5 dezimiert. Brooklyn (Masahiro Takashima), Bebe (Aya Enjôji) und Bombbay (Jay Kabira) entkommen und treffen auf Texas Air Ranger Sergeant Nim (Brenda Bakke). Die ist hinter einem Bio-Droiden her, der für Kyron-5 eine geringe Menge des überaus leistungsfähigen Rohstoffs Texmexium gestohlen hat. Die künstliche Intelligenz scheint nach all den Jahren etwas im Schilde zu führen.

Von den „Godzilla“-Schöpfern Tōhō

State of the Art ist das nicht gerade, was wir in dem japanischen Roboterspektakel zu sehen bekommen – und das war es wohl schon im Premierenjahr 1989 nicht. Aber mit ein wenig Augenzudrücken – etwa bei diversen Blitzeffekten und Laserschusslinien – erschließt sich der leicht trashige Charme des japanischen SF-Actionfilms, unter anderem produziert von den Tōhō-Studios, den Schöpfern von „Godzilla“. Regie führte Masato Harada, mir zuvor kein Begriff und international nicht allzu bekannt, 2001 mit dem Horrordrama „Inugami“ aber immerhin mal im Wettbewerb um den Goldenen Bären der Berlinale.

Wo ist Kyron-5?

Bisweilen kommt sogar etwas Cyberpunk-Stimmung auf. Die Apparaturen, technischen Kampfgeräte und Schauplätze sind ansprechend gestaltet, wirken der Handlung entsprechend heruntergekommen. Beim „GUNHED“ handelt es sich übrigens um ein machtvolles Panzerfahrzeug mit starker Bewaffnung. Das Akronym steht für „Gun UNit Heavy Elimination Device“. Viele seiner Einstellungen entstanden in bester Tōhō-Manier mit Miniaturmodellen. Auch der Bio-Droid kommt ein paar Mal ins Bild, ebenso kommt der Aerobot zu seinem Recht. Nur Kyron-5 bekommen wir nicht zu sehen, wenn man von ein paar Monitoren absieht. Vielleicht ist es nur ein kleiner Kasten.

Billige Synthie-Scores wie den von „Robot War“ kennt man aus SF-Action der 80er zur Genüge, damit lässt sich umgehen. Das Potenzial des Aufstands der Maschinen bleibt weitgehend unausgereizt, das hat das „Terminator“-Universum ab 1984 viel besser hinbekommen, hatte dafür zugegeben aber auch über mehrere Filme die Gelegenheit. „Ganheddo“, so der Originaltitel, spielt sich weitgehend in den begrenzten Räumlichkeiten der Cybortech-Fertigungsstätten ab. Viele Hintergrundinformationen zu Kyron-5 werden nicht preisgegeben.

Für Fans von Asia-Mecha

Unter Fans asiatischer Mecha-Filme hat sich „Robot War“ dem Vernehmen nach einen gewissen Ruf als Kultfilm erspielt. Für sie ist der Film auch gemacht, bei ihnen ist er perfekt aufgehoben. Anspruchsvolle Science-Fiction sieht anders aus, aber wenn der Film in puncto Action endlich eine Schippe drauflegt, ist das spektakulär anzuschauen. Eine launige Zeitreise in die Ära billiger asiatischer Zukunftsvisionen.

im Video von Front Line Assembly

Zu den Fans des Films gehören offenbar auch die Mitglieder der kanadischen EBM-/Industrial-Formation Front Line Assembly, die das Video ihres Songs „Mindphaser“ aus Szenen von „Robot War“ zusammenschnitten. Feine Idee, kann man mal machen.

Veröffentlichung: 14. November 2014 als 2-Disc Special Edition DVD, 10. Februar 2011 als DVD

Länge: 96:49 Min. (US-Version), 96:14 Min. (japanische Version), 92:37 Min. (gekürzte Version 2011)
Altersfreigabe 2014: FSK ungeprüft
Altersfreigabe 2011: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Japanisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Ganheddo
Internationaler Titel: Gunhed
JAP 1989
Regie: Masato Harada
Drehbuch: James Bannon, Masato Harada, Hiroshi Kashiwabara, nach der Story „Godzilla Legend – The Asuka Fortress“ von Shin’ichi Sekizawa
Besetzung: Masahiro Takashima, Brenda Bakke, James Brewster Thompson, Aya Enjôji, Eugene Harada, Kaori Mizushima, Yôsuke Saitô, Doll Nguyen, Jay Kabira, Randy Reyes, Mickey Curtis, Michael Yancy
Zusatzmaterial: Making-of (28 Min.), Originaltrailer, Bildergalerie
Label/Vertrieb 2014: Shock Entertainment
Label/Vertrieb 2011: Cult-Movie Entertainment

Copyright 2021 by Volker Schönenberger

Unterer Packshot: © 2011 Cult-Movie Entertainment

 

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