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John Carpenter (XVIII): Jagd auf einen Unsichtbaren – Fang mich doch, wenn du kannst!

19 Apr

Memoirs of an Invisible Man

Von Florian Schneider

SF-Komödie // Kult-Regisseur John Carpenter („Big Trouble in Little China“) versammelte für seine SF-Kömodie 1992 mit Chevy Chase, Daryl Hannah und Sam Neill ein hochkarätiges Darstellerteam um sich. Dennoch steht und fällt der Film natürlich mit seinen Spezialeffekten, die in der Darstellung der Unsichtbarkeit ihre Herausforderung finden. Zwar lieferte James Cameron mit „Terminator 2 – Tag der Abrechnung“ bereits ein Jahr zuvor den Beleg, wozu die damalige CGI bereits in der Lage war, dennoch kann man in der Rückschau natürlich noch von Kinderschuhen sprechen.

Noch ahnt Playboy Nick nicht …

Umso schöner ist es, zu sehen, dass „Jagd auf einen Unsichtbaren“ relativ gut gealtert ist. Die Geschichte des unbedarften und charmanten Frauenhelds Nick Halloway (Chevy Chase), der durch ein Unglück in einem Forschungszentrum komplett unsichtbar aus seiner Bewusstlosigkeit erwacht, nur um sich in der Folge vom CIA-Agenten David Jenkins (Sam Neill) gnadenlos gehtzt zu sehen, funktioniert in der Umsetzung auf heute noch erstaunlich gut. Die Momente, wenn der Unsichtbare eine Zigarette raucht oder eine Speise zu sich nimmt, sind klasse gemacht, und auch das Timing der Gags und die turbulenten Action- und Verfolgungsszenen sind stimmig und unterhaltsam. Darüber hinaus ist die auf dem 1987 erstveröffentlichten Roman „Memoirs of an Invisible Man“ (so auch der Originaltitel des Films) von Harry F. Saint beruhende Story recht trivial (es blieb im Übrigen das einzig veröffentlichte literarische Erzeugnis des Autors). Halloway verliebt sich in die schöne Alice (Daryl Hannah), die ihm bei seinem Versteckspiel zur Seite steht und dadurch natürlich selbst in Gefahr gerät. Immer wieder rettet dabei gerade die Unsichtbarkeit, die ja Ursache der Jagd ist, denn Helden vor der Gefangennahme, was eine nette Doppelbödigkeit darstellt.

… dass er sich bald mit der eigenen Unsichtbarkeit auseinandersetzen muss …

Da die Romanvorlage eine Persiflage des Literaturklassikers „Der Unsichtbare“ aus dem Jahr 1897 und geschrieben von H. G. Wells darstellt, handelt es sich auch bei dem Film um ein Pendant des Filmklassikers „Der Unsichtbare“ (1933) von James Whale mit Claude Rains in der Titelrolle. Mit der Qualität und Ernsthaftigkeit des Originals kann Carpenters Werk nicht konkurrieren, was aber wohl auch nicht intendiert war. Welche Unsichtbarkeit aufgreifende anderen Filme könnt Ihr empfehlen?

… und dem daraus resultierenden Jagdtrieb des CIA-Agenten Jenkins

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von John Carpenter haben wir in unserer Rubrik Regisseure aufgelistet, Filme mit Chevy Chase und Sam Neill unter Schauspieler.

Zum Glück steht Alice Nick zur Seite

Veröffentlichung: 10. Juni 2021 und 9. August 2012 als Blu-ray und DVD

Länge: 99 Min. (Blu-ray), 95 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 6
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch
Originaltitel: Memoirs of an Invisible Man
USA/F 1992
Regie: John Carpenter
Drehbuch: Robert Collector, Dana Olsen, William Goldman, nach einem Roman von H. F. Saint
Besetzung: Chevy Chase, Daryl Hannah, Sam Neill, Michael McKean, Stephen Tobolowsky, Jim Norton, Pat Skipper, Richard Epcar, Steven Barr, Patricia Heaton, Barry Kivel, Donald Li, Rosalind Chao, John Carpenter
Zusatzmaterial 2021: Interview mit John Carpenter, Chevy Chase und Daryl Hannah, „How to Become Invisible – The Dawn of Digital FX“, Originaltrailer, TV-Spots, Outtakes, Behind the Scenes, Bildergalerie mit seltenem Werbematerial, Wendecover
Zusatzmaterial 2012: Originaltrailer
Label 2021: Explosive Media
Vertrieb 2021: Koch Films
Label/Vertrieb 2012: EuroVideo Medien GmbH

Copyright 2022 by Florian Schneider

Szenenfotos & Packshot: © 2021 Explosive Media

 
 

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38 Antworten zu “John Carpenter (XVIII): Jagd auf einen Unsichtbaren – Fang mich doch, wenn du kannst!

  1. Thomas Oeller

    2022/05/22 at 12:47

    Um mal etwas anderes zu sagen, „Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen“

     
  2. Frank Hillemann

    2022/05/21 at 14:29

    Tja, da fallen mir spontan nur “ Hollow Man“ mit Kevin Bacon und “ Der Unsichtbare “ mit Elisabeth Moss ein.

     
  3. Jost

    2022/05/20 at 19:50

    Leider ein sehr wenig verfilmtes Thema. Kann nur Hollow Man empfehlen!

     
  4. Rüdiger Kwade

    2022/05/20 at 19:45

    Obwohl hier schon mehrfach genannt, auch von mir Nummer Eins: „Hollow Man“

     
  5. Ben Schulz

    2022/05/20 at 14:51

    Die Lösung auf die gestellte Preisfrage lautet?

    „Hollow Man“

     
  6. Fabi

    2022/05/18 at 09:46

    Was das angeht ist ganz klar „Hollow Man“ mein Favorit.

     
  7. Steffen

    2022/05/16 at 13:16

    Spontan fällt mir da nur „Hollow Man“ ein.

     
  8. Christoph Marek

    2022/05/16 at 05:21

    Der russische TV-Film „Der unsichtbare Mensch“ (1984) kann was!

     
  9. Rico Lemberger

    2022/05/15 at 19:40

    Hollow Man

     
  10. Denise M.

    2022/05/15 at 09:55

    „Hollow Man“ mit Kevin Bacon und „Der Unsichtbare“ mit Elisabeth Moss und Oliver Jackson-Cohen, fallen mir da spontan ein.

     
  11. Christoph Leo

    2022/05/15 at 09:16

    Ich würde der Unsichtbare von 2020 sagen und Hollow Man. Auch wird das Thema in der britischen Serie Misfits aufgegriffen, die mir sehr gut gefiel.

     
  12. Michael Behr

    2022/05/14 at 19:01

    Ich war gerade neulich sehr positiv überrascht von „Die unsichtbare Frau“. Für die zweite Fortsetzung des originalen „Franchise“ und in Anbetracht des Entstehungsjahres (1940?) war der erstaunlich frisch und auch heute sehr gut ansehbar. Klar, mit dem Humor von damals muss man was anfangen können. Aber gerade nachdem die erste Fortsetzung von „Der Unsichtbare“ mich ziemlich langweilte, weil sie so krampfhaft versuchte, die bedrohliche Stimmung des Originals zu wiederholen, war das schon eine Überraschung.

     
  13. Olly Wood

    2022/05/14 at 18:42

    Hollow Man 1 + 2, Der Unsichtbare (1933), Der Unsichtbare (2020) und eine der besten Szenen aus Kampf der Titanen im Original von 1981

     
  14. Syed

    2022/05/14 at 17:24

    Shadow und der Fluch des Khan

     
  15. Andreas H.

    2022/05/14 at 14:08

    Hollow Man und die Reihe der Unsichtbaren-FIlme aus den 30er bzw. 40er Jahren fällt mir da spontan ein.

     
  16. Jens

    2022/05/14 at 07:38

    Wieso hat noch niemand Harry Potter genannt?`:-)

     
  17. Imke

    2022/05/13 at 22:29

    Absoluter Kultfilm erstmal! Mit Unsichtbarkeit habe ich tatsächlich noch gar nicht so viele Streifen gesehen.. Der Unsichtbare von 2020 ist es wert!

     
  18. Dirk B.

    2022/05/13 at 21:53

    Mein erster Gedanke war auch die Predator Reihe… 🙂

     
  19. Robert

    2022/05/13 at 20:32

    Die Nibelungen (Siegfried mit Tarnkappe)
    Der Unsichtbare, die Serie
    Hollow Man

     
  20. darthoedel

    2022/05/13 at 17:20

    Dann darf auch „Der Herr der Ringe“ nicht fehlen.

     
  21. Ritschi

    2022/05/13 at 15:55

    Sofern auch Geister als „Unsichtbare“ akzeptiert werden, wären meine beide Favoriten „Urlaub vom Himmel“ (HERE COMES MR. JORDAN – USA 1940) sowie „Ein Gespenst auf Freiersfüßen“ (THE GHOST AND MRS. MUIR – USA 1947).

     
  22. Sassan Haschemi

    2022/05/13 at 13:14

    Der Unsichtbare

     
  23. Sascha Klein

    2022/05/13 at 12:11

    Noch nicht genannt wurde Fantastic Four, da gibt es Susan Richards aka Die Unsichtbare. Empfehlen würde ich da aber eher die Zeichentrickserien.

     
  24. Dirk Busch

    2022/05/13 at 11:07

    Auf Anhieb fällt mir da eigentlich nur Hollow Man ein.

     
  25. Björn Kramer

    2022/05/13 at 10:44

    Hollow man

     
  26. Eva

    2022/05/13 at 08:48

    Hollow Man – Unsichtbare Gefahr

     
  27. Frank Warnking

    2022/05/13 at 07:50

    Predator und Hollow Man

     
  28. Dominik F.

    2022/05/13 at 07:40

    Danke für die Review! Das ist der einzige Carpenter Film, den ich noch nie gesehen habe. Daher würde ich mich sehr über die Blu-Ra freuen.

    Mein persönlicher Lieblingsfilm mit Unsichtbarkeitsthematik ist Adam Rifkin’s „Invisible Maniac“ („Das Serum des Grauens“) von 1990. Totaler Kultfilm, der leider schwer zu bekommen ist.

     
  29. Nguyen Loc

    2022/05/13 at 07:20

    Die Filme der „Der Unsichtbare“-Reihe ab 1933.

     
  30. Christoph Wolf

    2022/05/13 at 06:41

    Der Unsichtbare (The Invisible Man, James Whale, 1933)
    Predator (John McTiernan, 1987)
    The Sixth Sense (M. Night Shyamalan, 1999)
    Der Unsichtbare (The Invisible Man, Leigh Whannell, 2020)

    Hollow Man fand ich doof.
    Pumuckl ist natürlich die großartigste Nennung bisher. Danke dafür @Markus Tump!

     
  31. Oliver Maey

    2022/05/13 at 06:40

    Predator 1987 🤷🏻‍♂️😂

     
  32. Samara

    2022/05/13 at 06:36

    Ich werfe mal die Predator Filme ein, denn die konnten sich mittels einer Tarnvorrichtung auch unsichtbar machen…

     
  33. rammalicious

    2022/05/13 at 06:23

    Der Unsichtbare (2020) hat mich sehr positiv überrascht.

     
  34. Otto

    2022/05/13 at 05:48

    Amazonen auf dem Mond

     
  35. Markus Tump

    2022/05/13 at 05:12

    Pumuckel

     
  36. Jens Albers

    2022/05/13 at 05:08

    Da kann man glaube gar nichtmal so viel empfehlen. Natürlich den erwähnten Klassiker „Der unsichtbare“ aber auch dessen Remake von 2020. Genauso kann man aber auch noch Hollow Man empfehlen.

     
  37. SmileySmile77

    2022/04/21 at 19:33

    John Carpenter ist ja nicht gerade der erste Name, der einem einfällt, wenn man an effektlastige SF-Komödien denkt. Und tatsächlich war er auch nicht die erste Wahl. Ursprünglich vorgesehen war der kürzlich verstorbene Ivan Reitman. Laut Drehbuchautor William Goldman gab es Konflikte zwischen Star und Regisseur wie die Ausrichtung des Films sein sollte. Chevy Chase wünschte sich eine dramatischere Note – vielleicht um sein Comedy-Image zu erweitern – und hatte letztendlich wohl den größeren Hebel. Vom dramatischen Ansatz über die Leiden eines Unsichtbaren sind aber soweit ich mich erinnere nur Spurenelemente vorhanden. Wahrscheinlich hat das Studio dann doch darauf gepocht, dass sie immer noch ein kommerzielles Produkt haben wollten. Wie dem auch sein, aber ich hatte damals das Gefühl, dass John Carpenter hier wenig mehr als ein Erfüllungsgehilfe fremder Kräfte gewesen sein kann.

     

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