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Hunter’s Moon – Die Nacht des Wolfs: Die Home Invasion und der Werwolf

19 Mai

The Orchard

Von Volker Schönenberger

Horror // Martin Ellsbury (Sean Patrick Flanery) hat die junge Stacy Phillips (Lexi Atkins) in sein abgelegenes Landhaus gelockt und verführt sie mit Wein und wohligen Worten zum Bleiben. Doch er entpuppt sich als Serienkiller, der die junge Frau kurzerhand abmurkst. Als er ihren Leichnam im Wald vergraben will, wird allerdings etwas auf ihn aufmerksam …

Juliet will feiern

Einige Zeit später (es bleibt offen, wie viel Zeit vergangen ist) übernimmt Familie Delaney das Anwesen des Serienmörders: Die Eheleute Bernice und Thomas Delaney (Amanday Wyss, Jay Mohr) ziehen mit ihren Teenager-Töchtern Juliet, Lisa und Wendy (Katrina Bowden, India Ennenga, Emmalee Parker) ein. Gleich am ersten Abend gehen die Eltern aus, was die drei Schwestern veranlasst, sich zu Hause zu amüsieren. Das bietet allerdings den drei nichtsnutzigen Brüdern Lenny, Daryl und Billy Bloomfield (Spencer Daniels, Daniel R. Hill, Will Carlson) Gelegenheit, ins Haus einzubrechen und sich beim Hab und Gut der Delaneys zu bedienen. Doch dazu kommt es nicht, weil die älteste Schwester Juliet die Brüder bereits erwartet.

Der Werwolf in der Obstplantage

Hm – hat Juliet etwa den sechsten Sinn? Oder weshalb weiß sie vom Kommen der Brüder? Bei Weitem nicht die einzige Ungereimtheit von „Hunter’s Moon – Die Nacht des Wolfs“, im Original „The Orchard“ betitelt, was Obstplantage bedeutet. Immerhin existiert eine solche tatsächlich auf dem Grundstück, eine bedeutsame Rolle spielt sie allerdings nicht. Der deutsche Titel erscheint sinnvoller, da es werwölfisch zugeht, was schon im Prolog deutlich wird.

Daryl führt nichts Gutes im Schilde

Aus dem Nichts erscheint plötzlich der Sheriff (Thomas Jane) auf der Bildfläche und begehrt Einlass. Ein Schrei lässt ihn davon absehen, stattdessen beginnt er, sich draußen umzusehen. Und dann ist da ja noch der Werwolf …

Nebel des Grauens?

Die Schlampigkeiten häufen sich. Phasenweise scheint die gesamte Gegend von dichtem Nebel umwabert zu sein, dann wiederum befinden sich die Figuren in klarer Nacht. Eine der Schwestern behauptet gegenüber dem Sheriff, sie habe gesehen, wie einer der Brüder von einer Kreatur gefressen worden sei. Als dessen Leichnam auftaucht, sieht er allerdings recht unversehrt aus. Dass die zum Zeitpunkt der Dreharbeiten 29-jährige Katrina Bowden („Nurse 3D“, „Tucker & Dale gegen das Böse“) die älteste Schwester spielt, die maximal um die 20 Jahre alt sein soll, erscheint da noch als lässlicher Besetzungspatzer.

Auch den Sheriff zieht es …

Blutig geht es schon mal gar nicht zu. Schlägt der Werwolf mal zu, geschieht das außerhalb des Blickfelds der Kamera. Leider gilt das auch für die Spannung, die sich vollends vom Geschehen verabschiedet hat. Das haarige Biest gerät zudem erst am Ende in einer kurzen Szene in Großaufnahme ins Bild. Die Maskerade ist durchschnittlich geraten, immerhin kein Ärgernis. Angesichts der Kürze der Bildschirmzeit des Werwolfs ist es aber völlig gleichgültig, wie gut oder schlecht er gestaltet ist.

… in den Wald

Actionarm plätschert der Streifen dahin und verschenkt die prominente Besetzung: Sean Patrick Flanery („Born a Champion“, „Der blutige Pfad Gottes“) ist schon nach dem Prolog Geschichte, und Thomas Jane („Before I Wake“, „Der Nebel“) kann der Figur des Sheriffs auch kein Profil verleihen, da sie profillos ersonnen ist. Jay Mohr („Suicide Kings“, „Jerry Maguire – Spiel des Lebens“) wiederum hat zu wenige Szenen, um irgendetwas zu bewirken. Ein paar überraschende Wendungen sind immerhin zu vermelden, wenn man das denn positiv sehen will. Die große Auflösung zum Finale ergibt sich aber nicht aus dem Geschehen, sondern sie wird dem Filmpublikum in der letzten Viertelstunde mittels Dialogen erklärt.

Mit 3,4 Sternen noch gut bedient

Weil man ab und zu bei billig produzierter Genreware und selbst beim von vielen deutschen Filmfans mit Missachtung gestraften Label Tiberius Film auch mal eine positive Überraschung erleben kann, teste ich diese Art Film gern an. „Hunter’s Moon – Die Nacht des Wolfs“ allerdings ist leider völlig missraten. Die bescheidene Durchschnittswertung von 3,4 (von 10) der Nutzer der IMDb ist eher zu hoch als zu niedrig geraten (Stand Mai 2022). Unverständlich, dass mehr als 50 von ihnen dem Film 7, 8, 9 oder 10 Sterne gegeben haben. Ob das Mitglieder von Cast und Crew oder deren Angehörige waren? Ich rate selten rundheraus von einem Film ab, weil es für viele Machwerke trotz eklatanter Mängel ein Publikum geben kann, das daran Freude hat. Hier jedoch mal eindeutig: Lasst am besten die Finger davon!

Mama und Papa Delaney sorgen sich nicht allzu sehr um ihre Töchter

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Katrina Bowden haben wir in unserer Rubrik Schauspielerinnen aufgelistet, Filme mit Sean Patrick Flanery und Thomas Jane unter Schauspieler.

Werwolf im Nebel

Veröffentlichung: 3. Juni 2022 als Blu-ray und DVD, 5. Mai 2022 als Video on Demand

Länge: 82 Min. (Blu-ray), 79 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: The Orchard
USA 2020
Regie: Michael Caissie
Drehbuch: Michael Caissie
Besetzung: Katrina Bowden, Sean Patrick Flanery, Thomas Jane, Jay Mohr, Will Carlson, Spencer Daniels, India Ennenga, Amanda Wyss, Daniel R. Hill, David Labrava, Emmalee Parker, Lexi Atkins, Anthony J. Sharpe, Fredrik Ejemo, Jonathan Kennedy, Simone McAlonen
Zusatzmaterial: Trailer, Trailershow, Wendecover
Label/Vertrieb: Tiberius Film

Copyright 2022 by Volker Schönenberger

Szenenfotos & Packshots: © 2022 Tiberius Film

 

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