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Megalodon Rising – Dieses Mal kommt er nicht allein: Riesenhaie gegen Kriegsschiffe

04 Aug

Megalodon Rising

Von Volker Schönenberger

Horror-Action // Ein chinesisches Kriegsschiff zapft in US-Hoheitsgewässern im Pazifik mittels neuartiger Lasertechnik einen US-Kommunikationssatelliten an. Der Spionage-Coup verläuft erfolgreich, doch unvermittelt erscheint ein riesiger Haifisch auf der Bildfläche und greift an. Das Kriegsschiff sinkt, einzig die Wissenschaftlerin Dr. Lee (Freday Yifan Jing) kann sich retten.

Ein Megalodon greift an

Das von Captain Emily Lynch (Wynter Eddins) geführte US-Schiff „USS King“ nimmt die Überlebende auf. Kurz darauf taucht ein chinesischer Zerstörer auf und verlangt die Herausgabe der Wissenschaftlerin. Die Verweigerung dieser Forderung käme einem kriegerischen Akt gleich. Beide Schiffe gehen auf Gefechtsstation, die Situation ist aufs Äußerste angespannt. Plötzlich pflügen drei gewaltige Haifischflossen durchs Wasser. Megalodons greifen an!

Trügerische Ruhe

Zu Beginn von „Megalodon Rising – Dieses Mal kommt er nicht allein“ (2021) erfahren wir aus einem Dialog: Bei Captain Lynch handelt es sich um die Schwester von Commander Lynch (Caroline Harris), die im Vorgänger „Megalodon – Die Bestie aus der Tiefe“ (2018) gegen ein solches Biest kämpfte. Der Film war natürlich ein lupenreiner Mockbuster, der sich an „Meg“ (2018) mit Jason Statham andockte, um in dessen Fahrwasser Kasse zu machen. Übliches Gebaren der Trash-Produktionsfirma The Asylum, die für „Megalodon“ und „Megalodon Rising“ verantwortlich zeichnete – wobei manch einer ja schon „Meg“ im Trash verortet.

Commander Moore unterstützt aus der Ferne

Am Trash-Charakter von „Megalodon Rising“ besteht natürlich keinerlei Zweifel. Sowohl die Haifische als auch die Totalansichten der Kriegsschiffe sind mies getrickst, auch Explosionen und sonstige Pyro-Effekte entstammen dem Computer und sehen gar nicht mal so gut aus. Zur Sichtung lag mir die deutsch synchronisierte Fassung vor, die Dialoge bewegen sich immerhin auf dem Niveau des Films, sind bisweilen schwer zu ertragen. Garniert wird das mit dem typischen The-Asylum-Soundtrack, ein permanenter, auf- und abschwellender dramatischer Score. Das klingt bei The Asylum immer gleich, es wäre interessant zu erfahren, ob die Produktionsfirma einen Soundtrack vielleicht mehrfach oder gar vielfach verwertet (aber nicht interessant genug, dass ich das wirklich untersuchen mag).

Der Megalodon – Aufzucht und Pflege

Megalodons lebten vor etwa 10,3 Millionen bis 2,6 Millionen Jahren und konnten in der Realität wohl bis zu 18 Meter lang werden. Dass sie unbemerkt von uns Menschen bis heute überlebt haben und wie aus dem Nichts plötzlich auf der Bildfläche auftauchen, kann ins Reich der Fabel verwiesen werden. Das muss aber niemanden daran hindern, sich eine hanebüchene Story auszudenken und diese zu verfilmen. „Meg“, „Megalodon“ und „Megalodon Rising“ belegen hinlänglich, dass erlaubt ist, was gefällt, und Glaubwürdigkeit in diesem Filmsegment unbedeutend ist. Trafen amerikanische Soldaten in „Megalodon“ noch auf russische Gegenspieler, so muss sich die US Navy im Sequel mit der chinesischen Kriegsmarine auseinandersetzen. Kurzzeitig droht sogar der Dritte Weltkrieg, bevor sich die verfeindeten Parteien verbünden müssen, um den Megalodons den Garaus zu machen. Eine Botschaft der Völkerverständigung!

Das possierliche Tierchen …

In einer Nebenrolle tritt Tom Sizemore in Erscheinung. Der 1961 in Detroit Geborene hat mit großen Regisseurinnen und Regisseuren gedreht, darunter Oliver Stone („Natural Born Killers“, 1994), Michael Mann („Heat“, 1995), Kathryn Bigelow („Strange Days“, 1995), Steven Spielberg („Der Soldat James Ryan“, 1998), Martin Scorsese („Bringing out the Dead – Nächte der Erinnerung“, 1999) und Ridley Scott („Black Hawk Down“, 2001). Für Filme dieses Kalibers wird er heute nicht mehr gebucht, aber er dreht fleißig weiter, hat mittlerweile mehr als 250 Rollen auf der Uhr stehen. Da ist viel „Direct to Video“ und Trash dabei, etwa „Monster Truck – Bete, dass er niemals ankommt“ (2016). Er hat auch keine Hemmungen, sich von The Asylum buchen zu lassen, wie „Apocalypse of Ice“ (2020), „2021: War of the Worlds – Invasion from Mars“ (2021) und eben „Megalodon Rising“ belegen. Hier spielt er Commander Moore, der fernab des Geschehens ausharrt und ab und zu mit Captain Lynch telefoniert, um ihr unter die Arme zu greifen.

… kann ganz schön ungehalten werden …

All diese Mockbuster und Trashfilme ähneln einander doch sehr, im Subgenre des Haifischhorrors umso mehr. Dennoch erweist sich dieser Filmsektor als erstaunlich hartnäckig und überlebensfähig. The Asylum hat sich im Lauf der Jahre offenbar eine treue Stammkundschaft erarbeitet. Diese wird „Megalodon Rising – Dieses Mal kommt er nicht allein“ ebenso goutieren wie den Vorgänger. Wer den Streifen für Schwachsinn hält, hat damit recht, aber das ist in den Grenzen des Trashfilms ja kein Ausschlusskriterium. Wer sich den Kauf von Blu-ray oder DVD sparen will, kann den Streifen noch bis 22. August 2022 in der Mediathek von Tele 5 schauen – etwas Werbung inbegriffen.

… und bleibt nicht allein

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Tom Sizemore haben wir in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Ob man den riesigen Haifischen damit beikommen kann?

Veröffentlichung: 19. November 2021 als Blu-ray und DVD

Länge: 83 Min. (Blu-ray), 80 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: keine
Originaltitel: Megalodon Rising
USA 2021
Regie: Brian Nowak
Drehbuch: Koichi Petetsky
Besetzung: Tom Sizemore, Wynter Eddins, O’Shay Neal, Isidoro Perez, Zhan Wang, Lisa Lee, Chris Grant Wenchell, Freday Yifan Jing, Lukas Charles Stafford, Meg Cashel, Eric Guilmette, Elisa Menniti
Zusatzmaterial: Originaltrailer, Trailershow
Label/Vertrieb: ‎ White Pearl Movies / daredo (Soulfood)

Copyright 2022 by Volker Schönenberger

Szenenfotos & Packshots: © 2021 ‎ White Pearl Movies / daredo (Soulfood)

 

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