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Archiv der Kategorie: Kino

Child’s Play (2019) – Mörderpuppe Chucky 4.0

Child’s Play

Kinostart: 18. Juli 2019

Von Volker Schönenberger

Horror // Der guten Ordnung halber sei erwähnt, dass „Chucky – Die Mörderpuppe“ von 1988 im Original ebenfalls den Titel „Child’s Play“ trägt. Beim 2019er-Remake respektive Reboot haben sich die beiden Verleihe Wild Bunch Germany und capelight pictures offenbar entschlossen, keinen eingedeutschten Titel zu schaffen. Vielleicht war es auch eine Vorgabe des US-Studios Orion Pictures.

Mama hat eine Überraschung für Andy

Als Produzenten traten Seth Grahame-Smith und David Katzenberg in Erscheinung, die 2017 „Es“ produziert hatten und auch dessen Fortsetzung verantworten. Regie führte Lars Klevberg, der mit „Polaroid“ kürzlich erst sein Langfilm-Regiedebüt vorgelegt hat. Nicht an Bord: Don Mancini und David Kirschner, die Schöpfer des „Child’s Play“-Franchises. Das verursachte Missmut unter den Fans, bleibt abzuwarten, wie sich das an den Kinokassen niederschlagen wird. Auch Chuckys ursprüngliche Stimme Brad Dourif ist nicht mehr am Start, stattdessen wird die Puppe im englischsprachigen Original von Mark „Luke Skywalker“ Hamill gesprochen.

Sabotage in der Fabrik in Vietnam

In einer Spielwarenfabrik in Vietnam drangsaliert und feuert ein Vorarbeiter einen der Arbeiter, welche die beliebten „Buddi“-Puppen zusammensetzen. Als Vergeltung setzt der Gekündigte beim letzten von ihm gefertigten Exemplar sämtliche elektronischen Sicherheitsprotokolle außer Betrieb, die gewährleisten, dass die Puppe keinen Schaden anrichten kann.

Besagte Puppe landet in Chicago, wo die Käuferin sie zügig reklamiert. Service-Mitarbeiterin Karen Barclay (Aubrey Plaza) reißt sich das defekte Exemplar mit einer perfiden Aktion unter den Nagel. Die alleinerziehende Witwe will damit ihren 13-jährigen Sohn Andy (Gabriel Bateman) aufheitern, der sich nach dem kürzlichen Umzug der beiden in der neuen Umgebung noch nicht recht wohlfühlt. Erst recht nicht, weil er Probleme mit Shane (David Lewis) hat, dem neuen Freund seiner Mutter. Nachdem Andy Buddi aktiviert hat, will er ihm einen Namen geben, doch die Puppe missversteht ihn und nennt sich nun selbst Chucky. Natürlich schließt er den Jungen in sein elektronisches Herz und will ihn vor Unbill bewahren. Das bekommt als erstes Lebewesen Andys Katze Mickey Rooney zu spüren, nachdem sie Andy einen Kratzer verpasst hat …

Isaac Asimovs Robotergesetze lassen grüßen

Oben erwähnte Sicherheitsprotokolle der „Buddi“-Puppen sind offenkundig inspiriert von den vom Science-Fiction-Visionär Isaac Asimov formulierten Robotergesetzen, wonach Roboter so zu konstruieren sind, dass sie Menschen keinerlei Schaden zufügen dürfen. Dieser philosophische Aspekt der künstlichen Intelligenz spielt allerdings in der Folge keine Rolle mehr, geht es doch fortan nur noch darum, dass Chucky seine Funktion als bester Freund und Beschützer von Andy auf mörderische Weise überinterpretiert. Erwähnt sei dazu noch, dass dies natürlich einen entscheidenden Unterschied zu den sieben Filmen der „Chucky“-Reihe ausmacht. Waren zuvor magische bis dämonische Kräfte am Werk, haben wir es beim 2019er-Chucky einzig mit den Tücken der Robotik zu tun. Und nicht nur das – die „Buddi“-Puppen der multinationalen Kaslan Corporation lassen sich mit allen Gerätschaften des Technologie-Konzerns verbinden, die sich im jeweiligen Haushalt befinden. Sie sind auch als satirische Anspielung auf aktuelle technische Gadgets zu verstehen, die heute schon unsere eigenen Haushalte „bereichern“. Hat da jemand Alexa gerufen? Eine clevere Modernisierung des Franchises, wie ich finde.

Chucky und Andy werden …

Chuckys Prozessoren müssen natürlich Wissen aufnehmen, damit die Puppe richtig funktionieren kann. Und so lernt Andys neuer Spielgefährte auch schnell, nimmt aber bisweilen das Gelernte nicht ganz korrekt auf. Wenn Andy mit seinen zwei neuen Freunden Falyn (Beatrice Kitsos) and Pugg (Ty Consiglio) „The Texas Chainsaw Massacre 2“ anschaut und sich die drei darüber beömmeln, dass Leatherface einem seiner Opfer die Gesichtshaut abzieht, schließt Chucky daraus, das sei wohl eine gute Sache …

Wer mag den neuen Chucky?

Ob einem das Design des neuen Chucky gefällt oder nicht, erscheint mir als reine Geschmackssache. Mir jedenfalls ist es völlig gleichgültig. Der Ur-Chucky war an Bosheit nicht zu überbieten, immerhin eine starke Emotion, wenn man so will. Chucky 4.0 ist frei von Gefühlen, da er ein technisches Gerät ist. Das wird manchen Fans der Mörderpuppe sauer aufstoßen, anderen womöglich gefallen. Wenn Chucky erst richtig loslegt, bekommen wir ein paar originelle und blutige Tötungssequenzen zu sehen, die Freude bereiten. Weniger Freude bereitet die Tatsache, dass „Child’s Play“ zügig auf die Logik der eigenen Geschichte pfeift, damit sich Chuckys mörderisches Treiben noch eine Weile fortsetzen kann. Andy ist an sich ein cleverer Junge und riecht den Braten zügig, dennoch lässt er seine Puppe viel zu lange gewähren. Später gibt es einen total bescheuerten Handlungsstrang um ein in Geschenkpapier eingewickeltes Paket, dessen Inhalt ich nicht spoilern will. Immerhin hat der schmierige Hausmeister Gabe (Trent Redekop) eine Überraschung parat. Und etwas schwarzen Humor bekommen wir auch geboten.

… vermeintlich gute Freunde

Zum Finale kündigt sich ein infernalisches Gemetzel im Warenhaus an, wo etliche Kunden auf den Startschuss für den Verkauf von „Buddi 2“ warten – ein schöner Seitenhieb auf unseren Konsumwahn. Leider bleibt es bei der Ankündigung, das Gemetzel ist schneller vorüber, als es begonnen hat. Schade drum, das hätte dem Showdown den nötigen Pfiff gegeben. Dass Chucky in diesem finalen Abschnitt plötzlich physische Fähigkeiten hat, die man einer mechanischen Puppe nicht zutraut, sei da mal einfach hingenommen, sonst könnte man den Knilch am Ende gar zu schnell bezwingen.

Reboot oder Remake – mir latte

Ich war nie ein Fan der „Chucky“-Reihe, habe auch gar nicht alle sieben Teile gesehen. „Chucky und seine Braut“ (1998) hat mir ganz gut gefallen, stellt für mich aber keinen Pflichtfilm für mein Horrorregal dar. Das gelingt auch dem Reboot „Child’s Play“ nicht. Für anderthalb Stunden Horror-Kurzweil ist die Neuauflage gut, ich hege aber Zweifel, ob sie Chucky-Fans zufriedenstellen wird. Vielleicht gelingt das ja der von Don Mancini und David Kirschner mitverantworteten Serie. Den Status eines Klassikers des Remake-Wesens (oder -Unwesens) wird „Child’s Play“ nicht erlangen.

Länge: 90 Min.
Altersfreigabe: FSK 16
Originaltitel: Child’s Play
F/KAN/USA 2019
Regie: Lars Klevberg
Drehbuch: Tyler Burton Smith
Besetzung: Aubrey Plaza, Mark Hamill (Originalstimme), Gabriel Bateman, Brian Tyree Henry, Tim Matheson, Trent Redekop, Beatrice Kitsos, David Lewis, Ty Consiglio, Hannah Drew
Verleih: Wild Bunch Germany / capelight pictures

Copyright 2019 by Volker Schönenberger

Filmplakate, Szenenfotos & Trailer: © 2019 Wild Bunch Germany / capelight pictures, Szenenfotos: Eric Milner

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Danny Boyle (V): Yesterday – Eine Welt ohne die Beatles

Yesterday

Kinostart: 11. Juli 2019

Von Volker Schönenberger

Fantasy-Musikkomödie // Wenn man nur einen positiven Aspekt von Danny Boyles fantasievoller Beatles-Hommage hervorheben möchte, dann den, dass es dem englischen Filmemacher gelungen ist, uns in etlichen Szenen an die Magie der wunderbaren Lieder der Fab Four zu erinnern. Nicht, dass wir sie vergessen haben könnten, aber wir nehmen all diese großartigen Melodien vielleicht als viel zu selbstverständlich hin. Besonders fiel mir das in einer Szene auf, in der der verkrachte Singer-Songwriter Jack Malik (Himesh Patel) seinen Eltern Sheila und Jed (Meera Syal, Sanjeev Bhaskar) seine neueste Komposition vorspielen will und dabei immer wieder gestört wird. Titel des Songs: „Let It Be“ …

Die neue Gitarre muss mit „Yesterday“ eingeweiht werden

Aber der Reihe nach: Mit seiner Klampfe tingelt Jack seit Jahren durch die englische Provinz, in der er lebt. Hier ein Pub-Auftritt, dort sogar mal ein Festival, wenn auch nur im kleinen Zelt ohne Publikum, wenn man von seiner kleinen Clique absieht. Als Managerin, Fahrerin und überhaupt Mädchen für alles fungiert Ellie (Lily James), die ihn leidenschaftlich anhimmelt, seit er als Jugendlicher beim Schulfest „Wonderwall“ von Oasis performte.

Stromausfall fegt die Beatles hinfort

Nach besagtem Festival zieht Jack die Reißleine und beschließt, dass der Traum von der Karriere als Musiker ausgeträumt ist. Als er spätabends auf dem Fahrrad unterwegs ist, ändert ein zwölfsekündiger, weltweiter Stromausfall einiges: Jack wird von einem Bus angefahren. Als er erwacht, fehlen ihm zwei Zähne und sein Vollbart, weshalb sich Ellie erst mal über ihn lustig macht. Da seine Gitarre bei dem Unfall zerstört wurde, schenkt sie ihm ein neues, sehr schönes Instrument, was zum Einstieg nach einem besonderen Lied verlangt: „Yesterday“. Ellie und die anderen sind hingerissen. Weshalb hat ihnen Jack diese bewegende Komposition bislang vorenthalten? Der chronisch erfolglose Musiker glaubt sich verhohnepiepelt, bis er daheim im Internet nach den Beatles sucht: Offenbar hat es die vier Pilzköpfe aus Liverpool nie gegeben. Jack fällt aus allen Wolken: Niemand außer ihm kennt all diese wunderbaren Songs. Bald reift in ihm ein cleverer Plan. Aus seinem Gedächtnis kramt er so viele Beatles-Titel hervor, wie ihm nur einfallen, und er versucht, Text und Noten zu rekonstruieren. An „Eleanor Rigby“ beißt er sich lange die Zähne aus.

Ed Sheeran (r.) mag Jack Maliks Songs

Nachdem Jack ein paar „seiner“ neuen Kompositionen lokal veröffentlicht hat, klingelt eines Abends sein Handy. Ein gewisser Ed Sheeran zeigt sich interessiert. Jack glaubt an einen Scherz und wimmelt den Anrufer ab, doch bald steht Ed Sheeran leibhaftig vor seiner Tür. Von dort bis zum Supportauftritt in Moskau und einem Vertrag mit Sheerans so ehrgeizigen wie kaltherzigen Managerin Debra Hammer (Kate McKinnon) ist es nicht mehr weit. Weil Ellie ihr Job als Lehrerin am Herzen liegt, engagiert Jack kurzerhand seinen leichtlebigen und großmäuligen Kumpel Rocky (Joel Fry) als Roadie und Mädchen für alles. Bald winkt der Weltruhm.

Drehbuch von Richard Curtis

Danny Boyle verfilmte das Drehbuch von Richard Curtis, der seine Skripts ansonsten auch gern selbst inszeniert. Wer gibt sich nicht zu Weihnachten hemmungslos der Romantik von „Tatsächlich … Liebe“ (2003) hin? Mit „Radio Rock Revolution“ (2009) hat Curtis auch schon Erfahrung mit Musik im Kino gesammelt, in „Alles eine Frage der Zeit“ (2013) verband er eine romantische Liebesgeschichte mit einer schönen Fantasy-Prämisse. Beste Voraussetzungen also für einen herzerwärmenden Wohlfühlfilm, und so ist es dann auch gekommen.

Managerin Debra wittert einen Reibach und eine neue Villa

Natürlich muss man sich auf die Prämisse einlassen können, dass die Beatles aus dem kollektiven Gedächtnis verschwunden sind, aber es gibt ausreichend absurdere Plots, sodass das kein echtes Problem darstellen sollte. Als ich erstmals die Story von „Yesterday“ las, fragte ich mich, wie Richard Curtis und Danny Boyle wohl mit dem unermesslichen Einfluss umgehen, den die Fab Four auf die Musikwelt hatten und haben, was beispielsweise mit einer Band wie Oasis wäre. Und siehe da: Auch Oasis sind verschwunden, so weit, so logisch. Meiner unmaßgeblichen Ansicht nach sind allerdings auch Coldplay durchaus Beatles-beeinflusst – und die Band existiert im Universum nach dem Stromausfall weiterhin. Selbst Ed Sheeran hat die Beatles als eine seiner größten Inspirationsquellen genannt, in einer Welt ohne die Pilzköpfe wäre vielleicht auch er kein Star. Aber ich will da mal nicht päpstlich sein. Weshalb es Coca-Cola nicht mehr gibt, dafür findet Jack Malik keine Erklärung. Irgendwie hängt eben alles miteinander zusammen. Vielleicht hat erst Coca-Cola auf unergründliche Weise die Entstehung der Beatles beeinflusst, und als der Stromausfall das Koffein-Zucker-Gesöff von der Erdoberfläche tilgte, verschwanden logischerweise eben auch die Beatles. Aber ich spekuliere hier viel mehr, als „Yesterday“ das tut. Danny Boyle nötigt uns, das Verschwinden einiger Elemente der Popkultur einfach hinzunehmen. Das wird Raucher und Harry-Potter-Fans womöglich hart treffen …

Mit Songs wie „Here Comes the Sun“ wird Jack zum Phänomen

Lily James („Cinderella“, „Baby Driver“) verzaubert als Ellie nicht nur Jack, auch wenn er es lange Zeit nicht bemerkt, sondern auch das Publikum. Man möchte den Sänger schütteln, damit er endlich rafft, was Sache ist. Himesh Patel ist hierzulande wenig bekannt, im Vereinigten Königreich hat er von 2007 bis 2016 in der langlebigen Serie „EastEnders“ mitgewirkt. Er gibt den Normalo, an dessen Äußerem gern herumkritisiert wird, insbesondere Managerin Debra (Kate McKinnon) nimmt in der Hinsicht kein Blatt vor den Mund und lässt nichts unversucht, das Image ihres neuen Schützlings aufzupolieren. Ed Sheeran spielt auf sympathische Weise sich selbst und lässt sich auch ein wenig – nicht zu sehr – durch den Kakao ziehen, als Jack Maliks Karriere die seine pulverisiert. Die Comedy-erfahrene Kate McKinnon („Ghostbusters“, „Saturday Night Live“) füllt ihren skrupellosen Part als Managerin mit viel Verve aus und ist sich nicht zu schade, ein echtes Biest zu sein. Die Musikindustrie kriegt nicht nur damit ihr Fett weg, sondern auch mit einem enorm wichtigen Meeting der Plattenfirma in Los Angeles, bei dem alle Anwesenden jeden Satz des Marketingchefs (Lamorne Morris) beklatschen, weil sie sich letztlich alle selbst toll finden. Herrlich, wie der Redner Jack Maliks Titelvorschläge fürs kommende Album in der Luft zerreißt: „Sergeant Pepper’s Lonely Hearts Club Band“? Viel zu lang. „The White Album“? Da mangelt es an Diversität. „Abbey Road“? Eine unbedeutende Straße.

Nichts für Zyniker: „Here Comes the Sun“

Den gehörigen Wohlfühlfaktor von „Yesterday“ kann man natürlich kritisieren, aber musikalische Meisterstücke wie „Here Comes the Sun“, „The Long and Winding Road“ und der Titelsong eignen sich nun mal nicht für Zynismus. Wenn Jack Malik den Tipp bekommt, „Hey Jude“ in „Hey Dude“ umzutiteln (von wem kommt der wohl?), bleibt kein Auge trocken, die Gagdichte ist fast ebenso hoch wie die der großen Gefühle. Wer einige Sequenzen kitschig findet, liegt völlig richtig, erinnert euch an meine Worte, wenn Ihr beim Auftritt im Wembley-Stadion angekommen seid. Aber wer mag nicht ab und zu eine Prise Kitsch? Und dann ist da noch der kurze Gastauftritt von Robert Carlyle, bei dem Danny Boyle die Gefühlsklaviatur voll ausspielt.

„Hey Dude“ existiert!

Fun Fact am Rande: Eine Coverversion mit dem Titel „Hey Dude“ gibt es wirklich. Sie stammt von der Band Beatallica, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Musik der Beatles mit dem Sound von Metallica zu verbinden. Dabei modifiziert sie auf augenzwinkernde Weise auch die Texte. „Hey Dude“ findet sich auf dem 2007er-Debütalbum „Sgt. Hetfield’s Motorbreath Pub Band“.

Am Scheideweg: Jack und Ellie

Irgendwann legen das Drehbuch und damit Danny Boyles Regie den Fokus verstärkt auf die Lovestory zwischen Jack und Ellie, was einige rührende Momente mit sich bringt, bei denen nur herzlose Gesellen cool bleiben. Die Fantasy-Prämisse rückt dann etwas in den Hintergrund. Ich hätte eine Welt ohne Beatles-Songs gern noch etwas ergründet, der Gedanke gibt sicher einige Ideen her, birgt aber auch Gefahren in Form riesengroßer Logiklöcher. Vielleicht wollten Curtis und Boyle das vermeiden. Der Flughafen von Liverpool immerhin heißt bei ihnen schlicht Liverpool Airport und nicht, wie in unserer Welt, Liverpool John Lennon Airport.

Wohlfühlfilm vom „28 Days Later“-Regisseur

Was soll ich groß herumreden – „Yesterday“ ist ein Wohlfühlfilm. Nicht unbedingt Danny Boyles Kerndisziplin, von Richard Curtis kann man das schon eher behaupten. Aber der Regisseur von heftigen Werken wie „Trainspotting – Neue Helden“, „The Beach“ und „28 Days Later“ meistert die Aufgabe mit Unterstützung seines Drehbuchautors, als hätte er nie etwas anderes getan. Das Projekt lag Boyle offenbar so sehr am Herzen, dass er dafür die Regie des 25. Bond abgab. Also lasst Nihilismus, Zynismus und Misanthropie zu Hause und lasst euch von „Yesterday“, all den anderen tollen Beatles-Songs und einem spielfreudigen Ensemble verzaubern!

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von Danny Boyle sind in unserer Rubrik Regisseure aufgeführt, Filme mit Lily James und Robert Carlyle unter Schauspielerinnen bzw. Schauspieler.

Weltruhm

Länge: 116 Min.
Altersfreigabe: FSK freigegeben ohne Altersbeschränkung
Originaltitel: Yesterday
GB/USA 2019
Regie: Danny Boyle
Drehbuch: Richard Curtis
Besetzung: Himesh Patel, Lily James, Ed Sheeran, Kate McKinnon, Joel Fry, Sophia Di Martino, Ellise Chappell, Meera Syal, Harry Michell, Vincent Franklin, Michael Kiwanuka, Karma Sood, Gus Brown, Sanjeev Bhaskar, Karl Theobald, Alexander Arnold, Dominic Coleman, Lamorne Morris, Robert Carlyle
Verleih: Universal Pictures Germany GmbH

Copyright 2019 by Volker Schönenberger

Filmplakat, Szenenfotos & Trailer: © 2019 Universal Pictures Germany GmbH (erstes, zweites und fünftes Foto: Jonathan Prime)

 
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Verfasst von - 2019/07/09 in Film, Kino, Rezensionen

 

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Spider-Man – Far from Home: Spinnenmann schwingt sich durch Europa

Spider-Man – Far from Home

Kinostart: 4. Juli 20169

Von Iris Janke

SF-Action // Erwachsenwerden auf der Klassenfahrt – paradox, aber genau dieses Kunststück gelingt Jon Watts („Clown“) mit „Spider Man – Far from Home“, seiner auf „Spider-Man – Homecoming“ folgenden Regiearbeit. Watts schickt Peter Parker (Tom Holland) alias Spider-Man diesmal auf eine Klassenfahrt quer durch Europa. Dabei versucht der junge Mann, den richtigen Moment zu finden, seiner Klassenkameradin Michelle Jonas (Zendaya, „K.C. Undercover“) alias MJ seine Gefühle zu gestehen.

Spinnenmann auf Klassenausflug

Peter Parkers ursprünglicher Plan für den Europatrip sah vor: viel Entspannung, das rote Superheldenkostüm auf jeden Fall daheim lassen und MJ auf dem Eiffelturm ein romantisches Geschenk überreichen. Doch dabei hat er die Rechnung ohne Happy Hogan (Jon Favreau) gemacht. Der informiert ihn, dass sein neuer Ziehvater Nick Fury (Samuel L. Jackson) ihn dringend sprechen will. Wir erinnern uns: Spider-Man-Förderer Tony Stark (Robert Downey Jr.) alias Iron-Man ist tot. Peter Parker jedoch steht der Sinn gerade wenig nach Action. Kein Wunder also, dass er Happy Hogans Aufforderung ignoriert, Nick Fury zu kontaktieren. Fury allerdings lässt sich nicht so leicht abweisen. Kurzerhand leitet er den gesamten Europatrip der Klasse um – geradewegs dahin, wo sich vier übermächtige Bösewichte tummeln: die Elementals Hydron, Magnum, Zephyr und Hellfire. Klar, dass Peter Parker in altbekannte Gefahrensituationen gerät und sich zwecks Rettung seiner Klassenkameraden und der übrigen Bevölkerung plötzlich durch Venedig, Prag, Berlin und London schwingt. Seltsam: Überall dort, wo gerade eine Katastrophe passiert, taucht Quentin Beck (Jake Gyllenhaal) alias Mysterio, auf …

Soll Peter Parker MJ seine Liebe gestehen?

Der MCU(Marvel Cinematic Universe)-Episode „Spider-Man – Far from Home“ tut es extrem gut, dass sie an für Spider-Man ungewöhnlichen Orten spielt. Scheinbar mühelos lässt Regisseur Watts den Spinnenmann in – gefühlt – ganz Europa Menschen retten. Spider-Man Peter Parker mit Tom Holland in der Hauptrolle wirkt, anders als seine Rollen-Vorgänger (Tobey Maguire und Andrew Garfield) frischer, jünger und irgendwie entstaubt. Auch Zendaya als Peter Parkers neuer Schwarm MJ trägt zur Verjüngung des Teams bei. Ebenfalls toll besetzt: Jake Gyllenhaal als Hingucker Mysterio, umso interessanter, da er einst selbst einst als Spider-Man-Besetzung im Gespräch war. Watts gelingt der Mix aus guten jungen Schauspielern und etablierten Stars, computeranimierten Superschurken, historischer Kulisse und pointierten Gags. Ergebnis: gelungenes buntes Popcornkino für alle.

Nick Fury (r.) will Spider-Man für seine Zwecke einsetzen

Kenner des MCU werden zudem ihren Spaß daran haben, diesen „Spider-Man“-Teil in die „richtige“ zeitliche Reihenfolge der anderen Teiles zu bringen. Wichtig: Unbedingt bis nach dem Abspann im Kinosessel sitzen bleiben, denn wie bei den meisten Marvel-Filmen gibt es einen Ausblick auf kommende Ereignisse, tatsächlich sogar zwei völlig verschiedene – einen vergleichsweise kurz nach Beginn des Abspanns, den anderen ganz am Ende.

Freunde? Spider-Man und Mysterio (r.)

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Jake Gyllenhaal und Samuel L. Jackson sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgeführt.

Neuer schwarzer Anzug für Spider-Man

Länge: 129 Min.
Altersfreigabe: FSK 12
Originaltitel: Spider-Man – Far from Home
USA 2019
Regie: Jon Watts
Drehbuch: Chris McKenna, Erik Sommers, nach den Comicvorlagen von Steve Ditko und Stan Lee
Besetzung: Tom Holland, Jake Gyllenhaal, Samuel L. Jackson, Marisa Tomei, Jon Favreau, Zendaya, Jacob Batalon, Remy Hii, Angourie Rice, Cobie Smulders, Martin Starr, Numan Acar
Verleih: Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Copyright 2019 by Iris Janke

Filmplakate, Szenenfotos & Trailer: © 2019 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

 

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