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Archiv der Kategorie: Literatur

Michael Striss: Columbo – Der Mann der vielen Fragen (Buchrezension): Keine weiteren Fragen!

Columbo – Der Mann der vielen Fragen

Von Tonio Klein

Film-Sachbuch // Nachdem ich die Erstauflage des Pfarrers (!) Michael Striss auf Amazon in den Himmel (!!) gelobt habe, ist nach zwölf Jahren, 2019, eine Neuauflage erschienen. Weite Teile werde ich von meinem alten Text übernehmen, vorausgeschickt sei: Das Buch hat sich noch verbessert und ist nach einer Books-on-Demand-Veröffentlichung 2007 im September 2019 im Büchner-Verlag erschienen.

Blick ins Innere

Zu Striss stehe ich mittlerweile in Briefkontakt, damals aber noch nicht. Neben einem Update aufgrund des zwischenzeitlichen Todes Peter Falks sowie Ergänzungen in einigen Fußnoten ist vor allem auf den Gewinn hinzuweisen, der sich aus der Einführung zahlreicher farbiger Abbildungen ergibt. Diese finden sich zwar nicht auf Hochglanzpapier und sind auch etwas zu dunkel geraten. Aber sie und die Bildunterschriften harmonieren perfekt mit dem Text und unterstreichen stets einen Aspekt, der sich auch im Text findet. Ebenfalls löblich ist das vorher nicht vorhandene Namens- und Filmregister.

Von Dostojewski bis zur Bibel: Alles über Columbo

Striss gelingt es meisterhaft, die Kult-Elemente nicht nur höchst vergnüglich für den Fan zusammenzutragen, sondern das Buch hat auch einen beachtlichen Mehrwert. Der Autor verbindet seine Analyse mit Dostojewski, Soziologie, Religion, Psychologie, Sprachtheorie, um nur die wichtigsten Bereiche zu nennen. Und wer jetzt meint, dies müsse in Kauderwelsch abgleiten, der wird sich bei der Lektüre aufs Schönste getäuscht fühlen. Das Buch, ein wahres Kompendium von „Columbo“, widmet sich gleichermaßen den Hintergründen (Entstehungsgeschichte, Kurzbio des Hauptdarstellers, Würdigung von wichtigen Nebendarstellern, Rezeption, Entwicklung, Revival nach etwa zehnjähriger Pause) wie dem Geschehen auf der Mattscheibe selbst – in wie gesagt allen erdenklichen Richtungen. Immer kenntnisreich, nie langweilig oder zu hochgestochen.

Noch ein Blick ins Innere

Es ist gar nicht so leicht, niveauvoll und verständlich zugleich zu schreiben, Striss gelingt es. Gute Kenntnisse in den oben genannten, bei einem Serienbuch nicht unbedingt zu erwartenden Bereichen hat er durchweg, was man zum Beispiel anhand der seltenen Übersetzung des biblischen Gebots mit „Du sollst nicht morden“ erkennen kann. Üblicherweise wird dies mit „… töten“ wiedergegeben, aber Striss hat recht!

Folge für Folge: Bestandteile und schlüssige Bewertungen

Auch die Darstellung aller 69 Folgen gelingt. Sie nimmt einen Großteil des Buches ein und ist mehr als nur eine Auflistung: komplette Nennung von Cast und Crew, originale und deutsche Erstausstrahlung, kurze Inhaltsangabe und eine Auflistung der Dinge, die wir über wiederkehrende Elemente der Serie wie der Hauptfigur erfahren, schön nach Kategorien geäußert. Abschließend eine Bewertung, bei der ich mich naturgemäß nicht immer anschließen kann, aber über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten und der Autor lädt auch ausdrücklich dazu ein, sich sein eigenes Urteil zu bilden. Er argumentiert meist so schlüssig, dass man das auch bei einem anderen eigenen Eindruck goutieren kann, nur ein Beispiel: Er mag die ungewöhnliche Folge „Undercover“ nicht, ich mag sie. Aber auch er bringt auf den Punkt, was unter anderem an ihr gelungen ist (ein Wechselspiel mit Identitäten durch Kostümierungen, die letztlich den Charakter von Columbo bestätigen, der gerade dann und nur dann als Cop erkannt wird, wenn er es mal nicht will). Nur ist seine Gewichtung anders. Damit kann ich nicht nur sehr gut leben, sondern das erzeugt bei mir große Bewunderung und Respekt für auch andere Ansichten (den man eh haben sollte, aber durch Striss’ Erklärungen wird dies noch gesteigert).

Ein wunderbares Buch, das Beachtung und Verbreitung verdient.

© 2007 Michael Striss

Columbo – Der Mann der vielen Fragen
Analyse und Deutung einer Kultfigur
Veröffentlichung Erstauflage: 16. August 2007 (Books on Demand)
Veröffentlichung aktualisierte und ergänzte Neuauflage: 11. September 2019
512 Seiten, 15,0 x 22,0 cm, kartoniert, mit farbigem Bildteil
Verlag: Büchner-Verlag
Preis: 25 Euro (Print), 22 Euro (ePDF)

Copyright 2020 by Tonio Klein

© 2019 Büchner Verlag

 

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35 Millimeter – Das Retro-Filmmagazin: Zeitreise-Zeitschrift für Cineasten

35 Millimeter – Das Retro-Filmmagazin

Von Lucas Gröning

Filmzeitschrift // 1893 entwickelte der Schotte William Dickson im Laboratorium von Thomas Alva Edison den Kinetographen und das Kinetoskop. Es waren jene Geräte, die es zum ersten Mal ermöglichten, bewegte Bilder aufzuzeichnen und wiederzugeben. Die ersten Schritte zum Kino in seiner bald darauf folgenden Form waren damit getan. Dickson gilt auch als Erfinder des ersten Filmstreifens, welcher seither am meisten genutzt wird, wenn es um das Drehen von Kinofilmen geht (abgesehen von den Methoden des ihn heute mehr und mehr verdrängenden Digitalfilms). Dieser 1893 von Dickson eingeführte Streifen umfasst eine Breite von 35 Millimeter und nennt sich dann auch 35-mm-Film. 35 mm ist jedoch nicht nur das Format jenes Materials, welches seither zur Aufnahme und Wiedergabe von Bewegtbildern genutzt wird und seit seiner Erfindung die Zuschauerschaft mit der magischen Kraft des Kinos beschenkt, es ist seit 2014 auch der Name einer kleinen, aber feinen und qualitativ herausragenden deutschen Filmzeitschrift: „35 Millimeter – Das Retro-Filmmagazin“.

Zeitfenster: 1895 bis 1965

Natürlich bezieht sich der Name auf das Ursprungsformat des Filmstreifens – und dieser Name ist Programm: Das Magazin beschäftigt sich ausschließlich mit Filmen aus den Jahren 1895 bis 1965. Ziel ist, so Gründer und Herausgeber Jörg Mathieu, den jüngeren Generationen die wunderschöne Welt dieses großen und spannenden Kapitels der Filmgeschichte nahezubringen und so das filmische Erbe der Vergangenheit in die Gegenwart und in die Zukunft zu überführen. Die Chefredaktion hat Mathieu mittlerweile an Clemens G. Williges abgegeben.

Gesuchtes Sammlerstück – die Erstausgabe

Der gewählte Zeitraum umfasst darüber hinaus jene Spanne, welche mit den ersten überhaupt gedrehten Filmen der Brüder Lumiére beginnt und mit dem Aufkommen des modernen Kinos in den USA – insbesondere New Hollywood – sowie der Spätphase der französischen Nouvelle Vague endet. Es geht also um den Zeitraum, in dem sich das Kino langsam von einer Attraktion hin zu einer Kunstform, aber auch einem Produkt der Kulturindustrie entwickelte. Dieser selbstgestellten Aufgabe, sowohl diese Ära und ihre einzelnen Abschnitte als auch deren Wandel abzubilden, kommt die Redaktion des Magazins Ausgabe für Ausgabe auf faszinierende Weise nach – das Team besteht aus Filmliebhabern, Studenten im Bereich Film/Medien/Kultur und Filmwissenschaftlern. Als Erscheinungsturnus hat sich mittlerweile ein Rhythmus von vier Ausgaben pro Jahr mit 80 Seiten je Exemplar bewährt.

Mehr als ein Covergirl: Barbara Stanwyck

Jede Ausgabe ist von einem speziellen Thema geprägt, welches den größten Teil des Magazins ausmacht – der Titelstory. Hierbei kann es sich um die Bearbeitung von Genres wie Science-Fiction, Horror, Sci-Fi-Horror oder dem Western handeln; um einzelne Themen wie Alkohol oder Winter im Kino, oder um ganze Filmbewegungen wie die Avantgarde. Um Storys, die sich auf einen bestimmten Regisseur oder einen Schauspieler fokussieren – oder um eine Schauspielerin: Die aktuelle Ausgabe Nr. 37 hat Barbara Stanwyck als Titelthema. Darüber hinaus können auch ganze Filmkulturen wie das spanische, das mexikanische Kino oder einzelne Produktionsfirmen wie RKO oder Columbia Pictures das übergeordnete Thema einer einzelnen Ausgabe bilden.

Auch schon vergriffen: die Ausgaben 2 bis 4

Diese Themen werden zum einen auf dem ansprechend gestalteten Cover angekündigt, zum anderen im Rahmen einer Vielzahl von umfangreichen und enorm informativen Einzelbeiträgen bearbeitet. Die reich bebilderten Texte liefern einen großen Beitrag zur filmhistorischen Bildung der Leserinnen und Leser und bieten einen Mix aus Hintergrundinformationen und unterhaltsamen Anekdoten. All diese Informationen werden darüber hinaus in den Kontext der gesellschaftlichen Gegebenheiten der jeweiligen Zeit gesetzt und in Verbindung mit eventuell vorherrschenden Ideologien gebracht. Unterbrochen werden die Beiträge immer mal wieder von kleinen Rubriken. Beispielsweise geben einige Redakteure in den Formaten „Redaktion befragt“ oder „Redaktions-Charts“ ihre Meinung zu bestimmten Fragen rund um die Titelstory ab.

Von Kinokindern und Winterfilmen

Mir lagen als Ansichtsexemplare die Ausgaben Nummer 33 mit dem Titelschwerpunkt „Kinokinder“, 34 (Columbia Pictures), 35 (Cine Mexicano) und 36 (Winter & Schnee) vor. Ausgabe 33 stellte in einzelnen Texten jeweils verschiedene Kinderstars aus vergangenen Tagen vor, darunter Judy Garland („Der Zauberer von Oz“, „Ein neuer Stern am Himmel“), Mickey Rooney („Kleines Mädchen, großes Herz“, Frühstück bei Tiffany“), Shirley Temple („Lockenköpfchen“, Die kleine Prinzessin“, „Rekrut Willie Winkie“) und Donnie Dunagan („Frankensteins Sohn“, Der Henker von London“). Die Ausgabe mit Columbia Pictures als übergeordnetem Thema wiederum widmete sich vor allem wichtigen Persönlichkeiten, die in starker Verbindung mit der traditionsreichen Produktionsfirma stehen. So sind zum Beispiel der Schauspieler Regisseur und Drehbuchautor Richard Quine („In jedem Hafen eine Braut“, Alle Sehnsucht dieser Welt“) und die Schauspielerin Rita Hayworth („Gilda“, „Criminals on the Air“, „Es tanzt die Göttin“) mit speziellen Artikeln Themen dieser Ausgabe. In der Cine-Mexicano-Ausgabe geht es beispielsweise um mexikanische Filmstars wie María Félix („La Mujer sin Alma“, „Maclovia“) und die Zeit des Gótico Mexicano, welche die Spanne des mexikanischen Horrorfilms zwischen 1957 und 1963 bezeichnet. Ausgabe 36 beschäftigt sich zu guter Letzt mit Filmen, in denen Schnee eine große Rolle spielt. So findet man hier beispielsweise einen Artikel zu Film noirs, welche in der Zeit des Winters spielen, sowie einen Text zur Symbolik des Schnees in Douglas Sirks „Was der Himmel erlaubt“ (1955) mit Jane Wyman und Rock Hudson.

Rezensionen fürs Heimkino

Neben der Titelstory bietet das Heft einiges mehr. Zu den Highlights für jeden Heimkinofan dürften die hervorragenden Rezensionen zu DVD-, Blu-ray-, und Buchveröffentlichungen zu Filmen aus dem vorgegebenen Zeitraum zählen. Diese bringen in kurzer, prägnanter Form alle Aspekte des jeweiligen Werkes auf den Punkt, die für einen Erwerb des jeweiligen Produktes relevant sind und beleuchten die Veröffentlichungen auch im notwendigen kritischen Ton. Darüber hinaus finden sich im Magazin einige interessante, meist wiederkehrende Rubriken und Kolumnen und damit weitere informative Beiträge abseits der jeweiligen Titelstory und aktuellen Veröffentlichungen. So gibt es Berichte über Veranstaltungen zum Thema Film wie die „Nippon Connection“ und die „UFA-Filmnächte“.

Layout-Relaunch mit Heft 5 und 6

Das Inhaltsverzeichnis listet auch Rubriken zu skandinavischen Filmen und verschiedenen Werken des Film noirs auf. Außerdem gibt es verschiedene Specials oder Kolumnen zu Themen wie Meilensteine des frühen Kinos oder Filme, die im kollektiven Gedächtnis in Vergessenheit geraten sind – da stößt der Filmliebhaber auf manche Perle, die er nicht mehr oder gar noch nie im Blick hatte. All diese Beiträge werden durch ein ansprechendes Layout unterstützt. Die Gestaltung der einzelnen Seiten, mit massig wunderschönen Bildern und beispielsweise verschiedenen Filmcovern und -plakaten sorgt für ein unterhaltsames und anschauliches Leseerlebnis.

Beziehung zu „Die Nacht der lebenden Texte“

Erwähnt sei, dass es einige Verbindungen zwischen der Zeitschrift und „Die Nacht der lebenden Texte“ gibt: So gehörte Blogbetreiber Volker Schönenberger 2014 zur Gründungsredaktion von „35 Millimeter – Das Retro-Filmmagazin“ und hat in den ersten 13 Ausgaben dafür geschrieben, seine Tätigkeit dort aber 2016 beendet, um sich auf seinen Blog zu konzentrieren. Die beiden „Die Nacht der lebenden Texte“-Autoren Andreas Eckenfels und Ansgar Skulme zählen ebenfalls zu den Ex-Autoren des Druckwerks; aktuell schreiben Lars Johansen und
Tonio Klein für beide Publikationen. Genannt sei auch der stellvertretende Chefredakteur der Zeitschrift: Marco Koch betreibt eigenverantwortlich das Filmforum Bremen, wo sich wiederum „Die Nacht der lebenden Texte“-Autoren mit ein paar Gastbeiträgen verewigt haben. Offenbar eine fruchtbare Beziehung. Alle Genannten eint, was auch mich umtreibt: die Liebe zum Film.

Pflichtprogramm für Fans des klassischen Films

So ist es diese Kombination aus spannenden, informativen, unterhaltsamen Texten und einer professionellen, ansprechenden Aufmachung, die „35 Millimeter – Das Retro-Filmmagazin“ zu einem fantastischen Blatt für Filmliebhaber und einer echten Instititution im Printbereich macht. Das Magazin hat seit nunmehr sechs Jahren einen enormen Anteil an der filmhistorischen Bildung, gerade der jungen Generationen. Noch dazu merkt man den Autoren ihre Leidenschaft mit jeder gedruckten Seite an. In jedem einzelnen Wort scheint sich eine enorme Liebe zu dieser frühen Phase des Films und diesem fantastischen Medium generell auszudrücken und innerhalb weniger Seiten übertragen sich diese Liebe und ein hohes Maß an Faszination für diese Zeit auf den Leser. Pflichtprogramm für jeden Liebhaber des klassischen Films. Ein Abo kann im Online-Shop der Zeitschrift abgeschlossen werden, auch vergangene Einzelausgaben könnt Ihr dort ordern, sofern sie noch nicht vergriffen sind. Von den ersten 13 Ausgaben beispielsweise sind nur noch die Nummern 10 (Titelthema: US-Filmkomiker) und 11 (Classic Science-Fiction) lieferbar, also sputet euch!

Copyright 2020 by Lucas Gröning

Titelthema Heft 10: US-Filmkomiker

 

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Sy Montgomery: Rendezvous mit einem Oktopus (Buchrezension)

The Soul of an Octopus – A Surprising Exploration into the Wonder of Consciousness

Von Axel Klatt

Meerestiere // In dem romanhaften Sachbuch „Rendezvous mit einem Oktopus“ von Sy Montgomery geht es um die Annäherung eines Menschen – der Autorin – zu dem körperlich so menschenfernen Kraken-Weichtier. Im Bostoner Aquarium (dort lebt auch die Grüne Meeresschildkröte Myrtle, die bei Facebook viele Freunde hat) begleitet die Erzählerin den Lebenszyklus mehrerer (pazifischer) Oktopusse in der Gefangenschaft. Von der Ankunft des im Ozean gefangenen Wildtiers über dessen Leben im Zoo bis zum schnellen Tod.

Drei Herzen schlagen im Weichtier

Der Leser wird mit unzähligen Infomationen versorgt, aber man wird nie satt, noch mehr zu erfahren. Oktopoden werden nicht sehr alt, wachsen extrem schnell, entfleuchen durch kleinste Öffnungen, haben drei Herzen und jeder Arm kann möglicherweise autark denken und agieren. Diese Details und noch viel mehr beschreibt Sy Montgomery detailliert anhand ihrer Besuche hinter den Kulissen des Aquariums. Man lernt die Menschen persönlich kennen, die dort arbeiten, und wird über die sozialen Funktionen informiert, die ein solches Tiergefängnis für die vielen Menschen in und um das Aquarium in New England ausübt. Interessant die Beschreibung der regelmäßigen physischen Kontakte zwischen Mensch und Tier. Beiderseitiges Interesse und Neugier, vor allem ausgehend von den Kraken, verblüffen mich. Der nächste Zoobesuch wird ein anderer sein. Ich werde den Kraken viel genauer und länger in Augenschein nehmen als bisher.

Das Erstaunen ob der Fähigkeiten und Eigenarten dieser Spezies verblüffen beim Lesen, und ich neige oft dazu, das Lesen zu pausieren und das Internet nach dem neu Gelernten zu durchforsten, um mir ein noch genaueres Bild zu machen.

Die Geschichte geht weit über die Aquarienbesuche hinaus. Der Faszination der Kraken erlegen, lernt die Autorin sogar extra das Tauchen, um den Tieren in der Freiheit und ihrer natürlichen Umgebung ganz nah zu sein.

Die Seele eines Oktopus

Die 1958 in Frankfurt/Main geborene und heute in New Hampshire lebende Naturforscherin sucht nach einer Antwort auf die Frage, ob ein Oktopus vielleicht eine „Seele“ im menschlichen Sinne hat. Dies ist das Kernthema des Buches. Vielleicht wird es am Ende etwas zu esoterisch und religiös. Und der Versuch der Vermenschlichung nichtmenschlichen Lebens kann nerven, aber egal – vielleicht bin das auch nur ich, und der Rest der Welt liebt diese Darstellung. Es hat mich deshalb auch irritiert, dass der originale Titel „The Soul of an Octopus“, der viel präziser auf den Punkt kommt, was den Inhalt des Buches angeht, durch den deutschen Titel „Rendezvous mit einem Oktopus“ ersetzt wurde. Aber das kennt man ja zur Genüge von Filmtiteln, die seltsame Wandlungen ins Deutsche erfahren.

Verzichtet man darauf, dieses Buch zu lesen, dann fehlt einem etwas. Ich habe das Buch im März dieses Jahres beendet und es beschäftigt mich nachhaltig. Eine klare Leseempfehlung.

Autorin: Sy Montgomery
Originaltitel (2015): The Soul of an Octopus – A Surprising Exploration into the Wonder of Consciousness
Deutsche Erstveröffentlichung: 29. August 2017
336 Seiten
Übersetzung: Heide Sommer
Verlag: Mare Verlag
Preis: 28 Euro

Copyright 2018 by Axel Klatt

 
 

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