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Archiv der Kategorie: Zombies

Zombies! Überlebe die Untoten – Tony Todd in Endzeitstimmung

Zombies

Von Volker Schönenberger

Horror-Action // Mensch, mal wieder eine Zombie-Apokalypse! Hatten wir lange nicht. Diesmal ist zur Abwechslung der US-Staat Minnesota Schauplatz der Handlung. Zu Beginn sitzt Luke (Steven Luke) auf irgendeiner Polizei-Revierwache in einer Zelle, doch glücklicherweise holt ihn Detective Stanley Sommers (Tony Todd) dort raus. Der kann jede helfende Hand gebrauchen, um die Untoten zu bekämpfen, die die Stadt überrannt haben.

Detective Sommers kommt zur rechten Zeit

Auf der Suche nach Überlebenden trifft Luke auf Haley (Heidi Fellner), eine alte Bekannte. Leider erweist sich die Augenklappen-Trägerin als etwas durchgeknallt. Mehr Glück hat Luke mit Bena (Raina Hein) und ihrer Schwester Tala (Amanda Day), die ihn aus misslicher Lage retten. Gemeinsam schlagen sie sich zur Farm des Vaters (Todd Vance) der beiden jungen Frauen durch.

Die Zombies haben das Land überrannt

„Zombies! Überlebe die Untoten“ fügt dem Untotengenre keinerlei neue Aspekte hinzu – mit einer Ausnahme, auf die ich gleich komme. Drehbuchautor und Regisseur Hamid Torabpour erzählt in seinem ersten Spielfilm einfach eine simple Story, die er als Aufhänger nutzt, um blutige Aufeinandertreffen zwischen Menschen und Zombies zu inszenieren. Immerhin hat er seinen Film so schlicht wie konsequent „Zombies“ betitelt. Um mehr geht es eben nicht. Die Dramaturgie läuft dabei nicht ganz rund, größenteils haben wir es mit einer Aneinanderreihung von Szenen zu tun, ohne dass sich Spannung groß aufbaut. Die im Verlauf der Zombie-Invasion offenbar wahnsinnig gewordene Haley wird sonderbarerweise selbst nicht von den blutrünstigen Kreaturen attackiert. Weshalb das so ist, erfahren wir nicht. Aber was fange ich auch von Logik an?

CGI-Kopfschüsse für FSK 16

Die Effekte von Kopfschüssen und Lukes Machetenhieben sind am Computer entstanden und sehen so aus, wie billiges CGI nun mal aussieht. Ein paar vereinzelte Make-up-Effekte gefallen da schon besser. Von der FSK gab es dafür eine Freigabe ab 16 Jahren für die ungeschnittene Fassung. Das rote FSK-18-Logo auf dem Cover dürfte einigen FSK-18-Trailern im Zusatzmaterial geschuldet sein. Die Zombies sind in diesem Fall Traditionalisten – sie schlurfen eher.

Haley hat sie nicht mehr alle

Am Ende will Torabpour seiner Geschichte mit einer überraschenden Wendung eine Tiefe geben, die leider überhaupt nicht zum vorher Gesehenen passt. Schade eigentlich, diese Wendung ist tatsächlich originell, wirkt aber wie ein Fremdkörper, da der Film bis dahin an der Oberfläche geblieben war. In ihrer Radikalität erinnerte sie mich an das Finale von Frank Darabonts Stephen-King-Verfilmung „Der Nebel“ („The Mist“, 2007), doch der Monsterfilm hatte zuvor schon Tiefe gehabt, da passte es und ließ die Zuschauer geplättet zurück. In diesem Fall hingegen habe ich mich schlicht gefragt, was das denn soll. Hätte der Regisseur zuvor mehr Wert auf Beziehungsaufbau und eine bewegende Endzeit-Atmosphäre gelegt, wäre sein Schlusspunkt womöglich das Tüpfelchen auf dem i gewesen. Schade um eine verschenkte Idee. So geht „Zombies! Überlebe die Untoten“ als einer von vielen 08/15-Zombiefilmen ins Ziel, den man sich als anspruchsloser Allesgucker schon anschauen kann, der aber zügig der Vergessenheit anheimfallen wird. Wenn schon Zombies und Tony Todd, dann lieber Tom Savinis Romero-Remake „Night of the Living Dead“ von 1990.

Luke verteilt Kopfschüsse

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Tony Todd sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Bena steht ihm in nichts nach

Veröffentlichung: 3. Mai 2018 als Blu-ray 3D (inkl. 2D-Fassung), Blu-ray und DVD

Länge: 84 Min. (Blu-ray), 81 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16 (Veröffentlichung FSK 18 wg. 18er-Trailern)
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Zombies
USA 2017
Regie: Hamid Torabpour
Drehbuch: Hamid Torabpour
Besetzung: Tony Todd, Steven Luke, Raina Hein, Amanda Day, Aaron Courteau, Marcus Dee, Heidi Fellner, Jim Westcott, Amber Rhodes, Todd Vance
Zusatzmaterial: Trailer, Trailershow, Wendecover
Label/Vertrieb: Tiberius Film

Copyright 2018 by Volker Schönenberger
Fotos & Packshot: © 2018 Tiberius Film

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Dance of the Dead – Traumberuf Friedhofsgärtner auf dem Zombieacker

Dance of the Dead

Von Volker Schönenberger

Horrorkomödie // Eine der besten Horrorkomödien aller Zeiten! So prangt es in Versalien als Zitat von „Bloody Disgusting“ auf dem Cover von „Dance of the Dead“. Aber natürlich ist das zu hoch gegriffen, an die Zombiekomödien-Platzhirsche „Braindead“ und „Shaun of the Dead“ kommt der Teeniefilm nicht heran. Wer einem launigen Splatterspaß etwas abgewinnen kann, kommt aber auf seine Kosten.

Die Band lungert herum

Die Story ist schnell erzählt: Der Abschlussball naht, die Schülerinnen und Schüler bereiten sich vor, auch die nerdigen Außenseiter des Science-Fiction-Clubs und der häufig zum Nachsitzen verdonnerte Jimmy (Jared Kusnitz) sowie dessen Freundin Lindsey (Greyson Chadwick). Derweil hat der Friedhofsgärtner (James Jarrett) bereits seine liebe Not, die Toten in ihren Gräbern zu halten. Man baut aber auch keinen Gottesacker in der Nähe des Atomkraftwerks! Weiß man doch, dass das nicht gut ausgeht. Bald nimmt die Zahl der blutrünstigen Zombies überhand. Zu den Nerds gesellt sich der prollige Schläger Kyle (Justin Welborn), der immerhin eine Schusswaffe hat. Und dann ist da noch die erfolglose, aber laute Rockband von Nash Rambler (Blair Redford), Jensen (Lucas Till) und Dave (Hunter Pierce), deren Mucke die Untoten aus unerfindlichen Gründen in ihren Bann zieht.

Während die Prom-Queen gekrönt wird …

Low-Budget ist Programm! Das sieht man „Dance of the Dead“ in jedem Moment an, beginnend mit der Besetzung aus völligen No-Names, die auch seitdem nicht mit herausragenden Rollen auf sich aufmerksam gemacht haben. Zu den Rollen der unbedarften Highschool-Provinzler passen die unbekannten Gesichter aber gut. Das Kleinstadt-Setting ist begrenzt – ein nicht näher benannter Ort in Georgia ist Schauplatz der Handlung. Das reicht aber völlig für handfesten Splatterspaß – handgemacht und auch hierzulande ungekürzt.

… geht es anderswo blutig zu

Die Zombies sind zwar aggressiv und schnell, ihr in Verwesung begriffenes Gewebe ist aber empfindlich. Ein Arm oder Bein ist da schnell herausgerissen und ins Maul gestopft. Es braucht eben nicht viel Geld, um viel Kunstblut anzurühren, klaffende Wunden zu erschaffen und gesunde Gesichter zu grauen Zombiefratzen zu schminken. Es zahlt sich bei Splatter doch immer wieder aus, CGI außen vor zu lassen und ganz auf Make-up-Effekte zu setzen. Das ist auch das große Plus von „Dance of the Dead“, der sich zum großen und blutigen Spektakel entwickelt – nicht unbedingt dialogstark, dafür albern. Ein Film muss nicht zu den besten Genrevertretern aller Zeiten gehören, um Freude zu bereiten. „Dance of the Dead“ tut das. Und am Ende muss der Friedhofsgärtner natürlich wieder aufräumen.

Gierschlunde unter sich

Veröffentlichung: 25. November 2008 als Blu-ray, 31. Oktober 2008 als DVD im Steelbook und DVD

Länge: 87 Min. (Blu-ray), 84 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 18
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Dance of the Dead
USA 2008
Regie: Gregg Bishop
Drehbuch: Joe Ballarini
Besetzung: Jared Kusnitz, Greyson Chadwick, Chandler Darby, Carissa Capobianco, Randy McDowell, Michael Mammoliti, Mark Lynch, Justin Welborn, Mark Oliver, Blair Redford, Lucas Till, Hunter Pierce, James Jarrett
Zusatzmaterial: Trailer
Label: splendid film
Vertrieb: WVG Medien GmbH

Copyright 2018 by Volker Schönenberger
Szenenfotos: © splendid film / WVG Medien GmbH

 

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Doghouse – Geschlechterkampf mit untoten Weibsbildern

Doghouse

Von Volker Schönenberger

Horrorkomödie // Wozu hat man seine Kumpels? Weil Vince (Stephen Graham) mitten im Scheidungsverfahren ein wenig neben der Spur steht, wollen ihn seine Freunde um den großmäuligen Frauenheld Neil (Danny Dyer) übers Wochenende ablenken. Von London aus geht die Tour mit ihrer Busfahrerin Candy (Christina Cole) ins ländliche Kaff Moodley mitten im Wald. Dass es dort nicht mit rechten Dingen zugeht, fällt den auf eine zünftige Sauftour hoffenden Kerlen anfangs nicht auf. Kaum eine Menschenseele ist zu sehen, lediglich im örtlichen Pub übergibt sich auf der Toilette gerade eine Frau. Dass der Barkeeper tot hinter dem Tresen liegt, fällt der Clique nicht auf. Lediglich ein unangenehmer Geruch gibt den Kumpels etwas zu denken.

Ausfall mit Wasserpistolen

Mikey (Noel Clarke) gerät als erster Geselle in Bedrängnis, als ihn eine Untote im Brautkleid attackiert. Bald wird deutlich: Offenbar sind die Frauen des Orts allesamt zu Zombies mutiert und über die Männer hergefallen. Der Soldat Sergeant Gavin Wright (Terry Stone) scheint der einzige männliche Überlebende der Gegend zu sein.

Jungs gegen Mädchen – Mädchen gegen Jungs

Der Geschlechterkampf als Aufhänger einer zünftigen Zombiekomödie – keine schlechte Idee. Einen tiefschürfenden Kommentar über Gender-Themen sollte aber niemand erwarten, hier geht es um spritzigen Splatter-Spaß. Den bekommen wir zu sehen. Etwas mehr Dialogstärke hätte das Thema aber vertragen. So bleibt „Doghouse“ an der Oberfläche der Konflikte zwischen Feministinnen und Machos alter Schule, fällt dafür aber schwarzhumorig und absurd aus, wie man das von einer Zombiekomödie auch erwarten darf.

Kampfpause

Regisseur Jake West („Razorblade Smile“) dreht in erster Linie Video-Dokus, oft wohl auch für Bonusmaterialien anderer Filme. Mit „Evil Aliens“ machte er 2005 immerhin im Horrorgenre auf sich aufmerksam, doch „Doghouse“ folgte erst vier Jahre später. Die Zombiekomödie steht ganz in der Tradition britischer Horrorspäße jener Zeit. An „Shaun of the Dead“ (2004) kommt „Doghouse“ erwartungsgemäß nicht heran, doch mit „Severance – Ein blutiger Betriebsausflug“ (2006) kann Wests Regiearbeit mithalten, zumal Danny Dyer einen Wiedererkennungswert bringt; hier wie dort spielt er einen eher leichtlebigen Gesellen. Wer unbedingt politisch korrekt sein will, darf „Doghouse“ gern eine gewisse Frauenfeindlichkeit attestieren, möge sich aber nicht beschweren, wenn die Einladung zum Party-Filmabend dann ausbleibt. Dafür eignet sich die Zombiekomödie nämlich vorzüglich, zumal sie auch in Deutschland ohne Schnittauflagen die FSK passiert hat.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Danny Dyer sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Mit Golfschläger ins Getümmel – Eisen 8!

Veröffentlichung: 25. Juni 2010 als DVD, 8. Januar 2010 als Special Edition Blu-ray und 2-Disc Special Edition DVD

Länge: 89 Min. (Blu-ray), 85 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 18
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Niederländisch
Originaltitel: Doghouse
GB 2009
Regie: Jake West
Drehbuch: Dan Schaffer
Besetzung: Danny Dyer, Stephen Graham, Noel Clarke, Emil Marwa, Lee Ingleby, Keith-Lee Castle, Christina Cole, Terry Stone, Neil Maskell, Emily Booth, Victoria Hopkins
Zusatzmaterial: Making-of, Bloopers, entfernte Szenen, TV-Spots, alternativer Trailer, Originaltrailer, Trailershow
Label: splendid film
Vertrieb: WVG Medien GmbH

Copyright 2018 by Volker Schönenberger

Szenenfotos & Packshot: © 2010 splendid film / WVG Medien GmbH

 

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