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Archiv der Kategorie: Zombies

Devil’s Playground – Die Untoten rennen wieder

Devil’s Playground

Von Volker Schönenberger

Horror-Action // Mit Danny Boyles „28 Days Later“ (2002) und Zack Snyders „Dawn of the Dead“ (2004) gesellten sich zu den langsam schlurfenden Zombies wilde infizierte Wüteriche auf die Kinoleinwände, die dem etwas ausgelutschten Untotengenre eine gehörige Frischzellenkur verpassten. Ja ja, ich kann euch schon hören: „Infizierte sind aber keine Zombies!“ Von mir aus darf jeder päpstlicher sein als Benedikt und Franziskus zusammen, ich werde auch die Infizierten-Filme weiterhin meiner Zombies-Rubrik einverleiben. Immer zweimal mehr wie du!

Im Fahrwasser von Danny Boyle und Zack Snyder

Das gilt selbstverständlich auch für „Devil’s Playground“, der die Tradition von Boyle und Snyder konsequent fortführt und in puncto Action sogar eine Schippe drauflegt. Der versprengte Haufen Überlebender in Mark McQueens 2010er-Regiearbeit muss permanent auf Achse sein und vor den blutrünstigen Infizierten die Beine in die Hand nehmen. Verschnaufpausen gibt es wenige. Schuld an der Misere trägt – wer sonst? – ein Pharmakonzern, der ein neues Medikament an 30.000 Probanden getestet hat. 29.999 der menschlichen Versuchskaninchen erlitten dadurch üble Nebenwirkungen und mutierten zu tollwütigen Menschenfressern. Einzig Angela Mills (MyAnna Buring, „The Descent – Abgrund des Grauens“) ist verschont geblieben. In ihrem Blut verbirgt sich somit womöglich ein Heilmittel gegen die Infektion, die sich in London rasend schnell ausbreitet und bald das ganze Land erfasst.

Ist Angela (l.) die letzte Hoffnung der Menschheit?

Angela ahnt nicht um die Bedeutung ihrer Person. Sie will nur schleunigst raus aus London. Der ehemalige Söldner Cole (Craig Fairbrass) hingegen kennt Angelas Geheimnis – er war für den Pharmakonzern als Mann fürs Grobe tätig. Nun will er die junge Frau finden und in Sicherheit bringen. Auch ihr frisch auf Kaution aus der Untersuchungshaft entlassener Freund Joe (Danny Dyer) begibt sich mit seinem Kumpel Steve (Craig Conway) auf die Suche nach Angela.

Cole glaubt daran

„Devil’s Playground“ wird keine Preise für Originalität gewinnen, setzt die bekannten Handlungsstränge aber versiert und rasant in Szene – und das für einen englischen Genrefilm überraschend ironiefrei. Hier werden keine Gefangenen gemacht, und das, obwohl Regisseur Mark McQueen zuvor gar keine Genre-Erfahrung gesammelt hatte. Der Zombieschocker markiert sein Langfilm-Regiedebüt, er ist vornehmlich und auch seitdem fürs Fernsehen tätig. 2017 drehte er mit „Gunned Down“ immerhin einen Actionthriller, in dem ebenfalls Craig Fairbrass mitwirkte. Für „Devil’s Playground“ erhielt McQueen 2011 beim British Horror Film Festival den Haunted Award. Die gesunde Härte hat in Deutschland die FSK ohne Schnittauflagen gemeistert, insofern liefert der Film gut ab – kernige Untoten-Action.

Er und Joe (r.) wollen die junge Frau beschützen

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Danny Dyer sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Und das mit allen Mitteln

Veröffentlichung: 26. November 2010 als Blu-ray und DVD

Länge: 97 Min. (Blu-ray), 93 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 18
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Niederländisch
Originaltitel: Devil’s Playground
GB 2010
Regie: Mark McQueen
Drehbuch: Bart Ruspoli
Besetzung: Danny Dyer, Craig Fairbrass, MyAnna Buring, Jaime Murray, Colin Salmon, Lisa McAllister, Craig Conway, Sean Pertwee, Alistair Petrie, Colin Salmon
Zusatzmaterial: Trailershow
Label: splendid film
Vertrieb: WVG Medien GmbH

Copyright 2018 by Volker Schönenberger

Szenenfotos & Packshot deutsche Blu-ray: © 2010 splendid film / WVG Medien GmbH

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Zombies! Überlebe die Untoten – Tony Todd in Endzeitstimmung

Zombies

Von Volker Schönenberger

Horror-Action // Mensch, mal wieder eine Zombie-Apokalypse! Hatten wir lange nicht. Diesmal ist zur Abwechslung der US-Staat Minnesota Schauplatz der Handlung. Zu Beginn sitzt Luke (Steven Luke) auf irgendeiner Polizei-Revierwache in einer Zelle, doch glücklicherweise holt ihn Detective Stanley Sommers (Tony Todd) dort raus. Der kann jede helfende Hand gebrauchen, um die Untoten zu bekämpfen, die die Stadt überrannt haben.

Detective Sommers kommt zur rechten Zeit

Auf der Suche nach Überlebenden trifft Luke auf Haley (Heidi Fellner), eine alte Bekannte. Leider erweist sich die Augenklappen-Trägerin als etwas durchgeknallt. Mehr Glück hat Luke mit Bena (Raina Hein) und ihrer Schwester Tala (Amanda Day), die ihn aus misslicher Lage retten. Gemeinsam schlagen sie sich zur Farm des Vaters (Todd Vance) der beiden jungen Frauen durch.

Die Zombies haben das Land überrannt

„Zombies! Überlebe die Untoten“ fügt dem Untotengenre keinerlei neue Aspekte hinzu – mit einer Ausnahme, auf die ich gleich komme. Drehbuchautor und Regisseur Hamid Torabpour erzählt in seinem ersten Spielfilm einfach eine simple Story, die er als Aufhänger nutzt, um blutige Aufeinandertreffen zwischen Menschen und Zombies zu inszenieren. Immerhin hat er seinen Film so schlicht wie konsequent „Zombies“ betitelt. Um mehr geht es eben nicht. Die Dramaturgie läuft dabei nicht ganz rund, größenteils haben wir es mit einer Aneinanderreihung von Szenen zu tun, ohne dass sich Spannung groß aufbaut. Die im Verlauf der Zombie-Invasion offenbar wahnsinnig gewordene Haley wird sonderbarerweise selbst nicht von den blutrünstigen Kreaturen attackiert. Weshalb das so ist, erfahren wir nicht. Aber was fange ich auch von Logik an?

CGI-Kopfschüsse für FSK 16

Die Effekte von Kopfschüssen und Lukes Machetenhieben sind am Computer entstanden und sehen so aus, wie billiges CGI nun mal aussieht. Ein paar vereinzelte Make-up-Effekte gefallen da schon besser. Von der FSK gab es dafür eine Freigabe ab 16 Jahren für die ungeschnittene Fassung. Das rote FSK-18-Logo auf dem Cover dürfte einigen FSK-18-Trailern im Zusatzmaterial geschuldet sein. Die Zombies sind in diesem Fall Traditionalisten – sie schlurfen eher.

Haley hat sie nicht mehr alle

Am Ende will Torabpour seiner Geschichte mit einer überraschenden Wendung eine Tiefe geben, die leider überhaupt nicht zum vorher Gesehenen passt. Schade eigentlich, diese Wendung ist tatsächlich originell, wirkt aber wie ein Fremdkörper, da der Film bis dahin an der Oberfläche geblieben war. In ihrer Radikalität erinnerte sie mich an das Finale von Frank Darabonts Stephen-King-Verfilmung „Der Nebel“ („The Mist“, 2007), doch der Monsterfilm hatte zuvor schon Tiefe gehabt, da passte es und ließ die Zuschauer geplättet zurück. In diesem Fall hingegen habe ich mich schlicht gefragt, was das denn soll. Hätte der Regisseur zuvor mehr Wert auf Beziehungsaufbau und eine bewegende Endzeit-Atmosphäre gelegt, wäre sein Schlusspunkt womöglich das Tüpfelchen auf dem i gewesen. Schade um eine verschenkte Idee. So geht „Zombies! Überlebe die Untoten“ als einer von vielen 08/15-Zombiefilmen ins Ziel, den man sich als anspruchsloser Allesgucker schon anschauen kann, der aber zügig der Vergessenheit anheimfallen wird. Wenn schon Zombies und Tony Todd, dann lieber Tom Savinis Romero-Remake „Night of the Living Dead“ von 1990.

Luke verteilt Kopfschüsse

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Tony Todd sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Bena steht ihm in nichts nach

Veröffentlichung: 3. Mai 2018 als Blu-ray 3D (inkl. 2D-Fassung), Blu-ray und DVD

Länge: 84 Min. (Blu-ray), 81 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16 (Veröffentlichung FSK 18 wg. 18er-Trailern)
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Zombies
USA 2017
Regie: Hamid Torabpour
Drehbuch: Hamid Torabpour
Besetzung: Tony Todd, Steven Luke, Raina Hein, Amanda Day, Aaron Courteau, Marcus Dee, Heidi Fellner, Jim Westcott, Amber Rhodes, Todd Vance
Zusatzmaterial: Trailer, Trailershow, Wendecover
Label/Vertrieb: Tiberius Film

Copyright 2018 by Volker Schönenberger
Fotos & Packshot: © 2018 Tiberius Film

 

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Dance of the Dead – Traumberuf Friedhofsgärtner auf dem Zombieacker

Dance of the Dead

Von Volker Schönenberger

Horrorkomödie // Eine der besten Horrorkomödien aller Zeiten! So prangt es in Versalien als Zitat von „Bloody Disgusting“ auf dem Cover von „Dance of the Dead“. Aber natürlich ist das zu hoch gegriffen, an die Zombiekomödien-Platzhirsche „Braindead“ und „Shaun of the Dead“ kommt der Teeniefilm nicht heran. Wer einem launigen Splatterspaß etwas abgewinnen kann, kommt aber auf seine Kosten.

Die Band lungert herum

Die Story ist schnell erzählt: Der Abschlussball naht, die Schülerinnen und Schüler bereiten sich vor, auch die nerdigen Außenseiter des Science-Fiction-Clubs und der häufig zum Nachsitzen verdonnerte Jimmy (Jared Kusnitz) sowie dessen Freundin Lindsey (Greyson Chadwick). Derweil hat der Friedhofsgärtner (James Jarrett) bereits seine liebe Not, die Toten in ihren Gräbern zu halten. Man baut aber auch keinen Gottesacker in der Nähe des Atomkraftwerks! Weiß man doch, dass das nicht gut ausgeht. Bald nimmt die Zahl der blutrünstigen Zombies überhand. Zu den Nerds gesellt sich der prollige Schläger Kyle (Justin Welborn), der immerhin eine Schusswaffe hat. Und dann ist da noch die erfolglose, aber laute Rockband von Nash Rambler (Blair Redford), Jensen (Lucas Till) und Dave (Hunter Pierce), deren Mucke die Untoten aus unerfindlichen Gründen in ihren Bann zieht.

Während die Prom-Queen gekrönt wird …

Low-Budget ist Programm! Das sieht man „Dance of the Dead“ in jedem Moment an, beginnend mit der Besetzung aus völligen No-Names, die auch seitdem nicht mit herausragenden Rollen auf sich aufmerksam gemacht haben. Zu den Rollen der unbedarften Highschool-Provinzler passen die unbekannten Gesichter aber gut. Das Kleinstadt-Setting ist begrenzt – ein nicht näher benannter Ort in Georgia ist Schauplatz der Handlung. Das reicht aber völlig für handfesten Splatterspaß – handgemacht und auch hierzulande ungekürzt.

… geht es anderswo blutig zu

Die Zombies sind zwar aggressiv und schnell, ihr in Verwesung begriffenes Gewebe ist aber empfindlich. Ein Arm oder Bein ist da schnell herausgerissen und ins Maul gestopft. Es braucht eben nicht viel Geld, um viel Kunstblut anzurühren, klaffende Wunden zu erschaffen und gesunde Gesichter zu grauen Zombiefratzen zu schminken. Es zahlt sich bei Splatter doch immer wieder aus, CGI außen vor zu lassen und ganz auf Make-up-Effekte zu setzen. Das ist auch das große Plus von „Dance of the Dead“, der sich zum großen und blutigen Spektakel entwickelt – nicht unbedingt dialogstark, dafür albern. Ein Film muss nicht zu den besten Genrevertretern aller Zeiten gehören, um Freude zu bereiten. „Dance of the Dead“ tut das. Und am Ende muss der Friedhofsgärtner natürlich wieder aufräumen.

Gierschlunde unter sich

Veröffentlichung: 25. November 2008 als Blu-ray, 31. Oktober 2008 als DVD im Steelbook und DVD

Länge: 87 Min. (Blu-ray), 84 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 18
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Dance of the Dead
USA 2008
Regie: Gregg Bishop
Drehbuch: Joe Ballarini
Besetzung: Jared Kusnitz, Greyson Chadwick, Chandler Darby, Carissa Capobianco, Randy McDowell, Michael Mammoliti, Mark Lynch, Justin Welborn, Mark Oliver, Blair Redford, Lucas Till, Hunter Pierce, James Jarrett
Zusatzmaterial: Trailer
Label: splendid film
Vertrieb: WVG Medien GmbH

Copyright 2018 by Volker Schönenberger
Szenenfotos: © splendid film / WVG Medien GmbH

 

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