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Armed Response – Unsichtbarer Feind: Blade trifft auf Kiss

Armed Response

Von Andreas Eckenfels

SF-Horror // Mit der Produktion spektakulärer Wrestling-Shows begeistert die World Wrestling Entertainment, Inc. (WWE) besonders in den USA seit Jahrzehnten die Massen. 2002 machte das Unternehmen den nächsten Schritt und gründete die Produktionsfirma WWE Films, die sich nach einem verlorenen Rechtsstreit 2008 in WWE Studios umbenennen musste. Als Ko-Produzenten von „The Scorpion King“ (2002) und „Welcome to the Jungle“ (2003) ebnete das Studio somit den Grundstein für die Filmkarriere von Dwayne „The Rock“ Johnson. 2006 erschien mit dem Horrorfilm „See No Evil“ die erste eigene Spielfilm-Produktion. Es folgte eine Reihe von harten und mal mehr, mal weniger unterhaltsamen Genrewerken, mit denen Wrestling-Stars wie John Cena („12 Rounds“, 2009) oder Stone Cold Steve Austin („Die Todeskandidaten“, 2007) in den Hauptrollen ihren Marktwert steigerten und damit ihre Fans beglückten und neue hinzugewannen. Inzwischen erscheinen die meisten WWE Studios-Filme direkt fürs Hemkino wie zuletzt „The Marine 5 – Battleground“ mit Mike „The Miz“ Mizanin.

Eingesperrt im geheimen Militärstützpunkt

Man weiß also, was man erwarten darf, wenn man „Armed Response – Unsichtbarer Feind“ in den Player schiebt, der ebenfalls aus dem Hause WWE Studios stammt. Mit Wesley Snipes und Gene Simmons waren zwei abgewrackte Altstars mit ihren Studios Maandi Films beziehungsweise Erebus Pictures an der Produktion beteiligt. Dabei ließen es sich der „Blade“-Star und der Kiss-Sänger natürlich nicht nehmen, entscheidende Rollen in dem SF-Horrorfilm zu übernehmen.

Isaac (v.) und sein Team …

Doch obwohl Snipes auf dem Cover prangt, spielt Dave Annable, bekannt aus der TV-Serie „Brothers & Sisters“ (2006 – 2011), die eigentliche Hauptrolle. Als Gabriel wird er von seinem Ex-Chef Isaac (Snipes) aus dem Ruhestand zurück zu der Elite-Einheit geholt, der er als IT-Experte angehört hatte. In einem geheimen Militär-Stützpunkt ist das von Gabriel programmierte Sicherheitssystem „Temple“ ausgefallen. Niemand meldet sich dort. Vor Ort erleben Isaac, Gabriel und der Rest des alten Teams, darunter Riley (Anne Heche) und Brett (Colby Lopez alias Wrestler Seth Rollins) eine böse Überraschung: Das gesamte Personal wurde getötet. Zudem wird die Gruppe kurze Zeit später in dem Gebäude eingeschlossen. Während Gabriel versucht, die künstliche Intelligenz „Temple“ wieder zum Laufen zu kriegen, suchen Isaac und Kollegen nach der Ursache des tödlichen Treibens …

Hauptsache wenig Kosten

Im Bonusmaterial erklärt Gene Simmons, den das Team als kahlgeschorenen Sträfling in den Hallen finden wird, welche Philosophie die Produktionen von Erebus Pictures verfolgen sollen: Die Geschichten sollen das Publikum verunsichern und zum Nachdenken anregen. Dafür sei die Kombination von Science-Fiction und Horror am besten geeignet. Und die Filme sollten nicht allzu viel kosten.

…holen Gabriel aus dem Ruhestand

Dabei hatte man bei „Armed Response – Unsichtbarer Feind“ wohl am meisten am Gehalt von Drehbuchautor Matt Savelloni eingespart; dessen Skript macht Dienst nach Vorschrift: Das Team bekommt sich unter dem zunehmenden Druck in die Haare, es gibt ein paar kurze Schusswechsel, Seth Rollins darf seine Muckis sogar gegen Anne Heche spielen lassen und dazu gibt es ein paar pseudowissenschaftliche Dialoge über Quantenphysik. Wer für die Morde verantwortlich ist, ist schnell klar. Überraschungen gibt es keine. Am Ende nimmt die Geschichte einen recht absurden Verlauf.

Was ist in dem geheimen Stützpunkt geschehen?

Immerhin gelingt es Regisseur John Stockwell („Kickboxer – Die Vergeltung“), ein paar kurze Spannungsmomente zu inszenieren, in der die einzelnen Teammitglieder einer nach dem anderen von der unbekannten Gefahr durchaus blutig auseinandergenommen werden. Ein Action- oder Splatterfest darf man dennoch nicht erwarten. Das gesamte Geschehen verweilt in einem festgefahrenen Trott ohne Tempo, in dem sich auch die gesamte Besetzung schlafwandlerisch bewegt. Auch Snipes würde mit seiner Darstellung noch nicht mal einen Coolness-Preis gewinnen. Ihn werden wir in Zukunft sicherlich häufiger in derartigen Machwerken sehen. Statt „Armed Response – Unsichtbare Feind“ sollte man lieber ein Wrestling-Match anschauen. Das ist aufregender.

Vor der unsichtbaren Gefahr ist auch Brett nicht sicher

Veröffentlichung: 16. November 2017 als Blu-ray und DVD

Länge: 94 Min. (Blu-ray), 90 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte
Originaltitel: Armed Response
USA 2017
Regie: John Stockwell
Drehbuch: Matt Savelloni
Besetzung: Wesley Snipes, Anne Heche, Dave Annable, Gene Simmons, Colby Lopez aka Seth Rollins, Kyle Clements, Morgan Roberts, Eyas Younis
Zusatzmaterial: Hinter den Kulissen, Deutscher Trailer, Original-Trailer
Vertrieb: Concorde Home Entertainment

Copyright 2017 by Andreas Eckenfels
Fotos & Packshot: © 2017 Concorde Home Entertainment

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Gewinnspiel: 2 x Gefesselt – Wake in Fear auf Blu-ray

Verlosung

„Gefesselt – Wake in Fear“ folgt bekannten Pfaden des Torture Porns, setzt sein minimalistisches Setting aber effektiv ein. Tiberius Film hat uns davon zwei Blu-rays zum Verlosen zur Verfügung gestellt. Dafür herzlichen Dank im Namen der kommenden Gewinnerinnen und Gewinner.

Teilnahmebedingungen

Zwecks Teilnahme am Gewinnspiel begebt Ihr euch zu meiner Rezension des Films und folgt dort bis Sonntag, 26. November 2017, 22 Uhr, im Kommentarfeld der Aufforderung am Ende des Textes.

Fallen euch keine Filme ein, die Ihr nennen könnt, so schreibt das einfach hin. Alle veröffentlichten Antworten landen im Lostopf. Nicht verzweifeln, wenn Ihr euren Kommentar nicht sogleich erblickt – aus Sicherheitsgründen schalten wir ihn erst frei. Das ist aber Formsache.

Wollt Ihr kein Gewinnspiel und keine Rezension verpassen? Folgt „Die Nacht der lebenden Texte“! Entweder dem Blog direkt (in der rechten Menüleiste „Folgen“ anklicken und E-Mail-Adresse eintragen) oder unserer Facebook-Seite.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen

Teilnahmeberechtigt sind alle, die eine Versandanschrift innerhalb Deutschlands haben oder bereit sind, die Differenz zum Inlandsporto zu übernehmen. Für Transportverlust übernehme ich keine Haftung (verschicke aber sicher verpackt und korrekt frankiert, bislang sind noch alle Sendungen bei den Empfängern eingetroffen). Ich benötige obendrein die Zusage, dass die Sendung nicht von Minderjährigen entgegengenommen werden kann. Gewinnerinnen oder Gewinner, die sich fünf Tage nach meiner zweiten Benachrichtigung nicht gemeldet haben, verlieren den Anspruch auf die Blu-ray. In dem Fall lose ich unter den leer ausgegangenen Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen neuen Namen aus.

Autorinnen und Autoren von „Die Nacht der lebenden Texte“ sowie deren und meine Familienmitglieder dürfen leider nicht mitmachen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner werde ich im Lauf der Woche nach Ende der Frist bekanntgeben, indem ich diesen Text um einen Absatz ergänze, und sie auch per E-Mail benachrichtigen.

Die Rezension von „Gefesselt – Wake in Fear“ findet Ihr auch hier.

Copyright 2017 by Volker Schönenberger

 

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Justice League – And Justice for All

Justice League

Kinostart: 16. November 2017

Von Matthias Holm

Fantasy-Action // Die erste richtig große Hürde für das große Superheldenuniversum von DC. 2013 mit „Man of Steel“ gestartet, konnten die Recken rund um den Mann aus Stahl ihren Kino-Konkurrenten von Marvel nicht das Wasser reichen. Auch wenn „Wonder Woman“ dieses Jahr ein erstes Ausrufezeichen war, die heiß erwarteten „Batman v Superman – Dawn of Justice“ und Suicide Squad“ waren keine guten Filme – auch wenn sie einiges an Geld eingespielt haben. Nun soll das Team-up bekannter Comic-Helden dem DC Extended Universe einen weiteren Sprung nach vorn verschaffen.

Diana und Bruce sammeln Rekruten

Die Welt ist in großer Gefahr. Nach den Ereignissen aus „Batman v Superman“ sieht der finstere Steppenwolf (Ciarán Hinds) seine Zeit gekommen. Er will die Erde zu einem Abbild seines Heimatplaneten machen und so alle Lebewesen unterjochen. Gegen diesen übermächtigen Feind kommt niemand allein an. So müssen Batman / Bruce Wayne (Ben Affleck) und Wonder Woman / Diana Prince (Gal Gadot) ein Team aus Superhelden zusammenstellen. Dabei treffen sie auf den Herrscher der Meere Aquaman (Jason Momoa), den enorm schnellen Flash / Barry Allen (Ezra Miller) und einen Cyborg (Ray Fisher), der früher auf den Namen Victor Stone hörte. Doch kann diese bunt zusammengewürfelte Truppe den Außerirdischen besiegen?

Joss Whedon unterstützt Zack Snyder

„Justice League“ ist einer der besseren Filme aus dem DCEU, so viel sei zur Beruhigung gesagt. Seine bewegte Geschichte merkt man dem Film allerdings schon an. Nach einem tragischen Vorfall in der Familie zog sich Regisseur Zack Snyder zurück. Seinen Job in der Postproduktion übernahm Joss Whedon, der bereits den „Avengers“ seinen Stempel aufdrückte und auch hier einige Nachdrehs anberaumte. Diese beiden Männer haben unterschiedliche Herangehensweisen an die Superheldenstoffe, die nun beide im Film zu finden sind. Snyders Zeitlupen-Ästhetik mit pathetischen Dialogen passen allerdings besser als erwartet zu Whedons trockenem Humor, sodass Anhänger beider Lager zufrieden sein dürften.

Flash ist blitzschnell

Sein größtes Problem hat „Justice League“ bei den Figuren. Der Film muss drei Figuren etablieren, die den Nicht-Comic-Lesern höchstens aus dem Fernsehen bekannt sind. Und auch wenn Cyborg, Flash und Aquaman durchaus schöne Auftritte spendiert bekommen – ein richtiges Gespür für ihre Charaktere bekommt man nie. Hier ist Flash als überforderter Teenie noch am einfachsten zuzuordnen. Man freut sich förmlich, altbekannte Gesichter zu sehen, auch wenn sowohl Batman als auch Wonder Woman in dem Ensemble untergehen.

Ist das jetzt die Justice League?

So geht das Team-up dann auch gehörig baden. Zu keinem Zeitpunkt hatte ich das Gefühl, dass sich jetzt gerade die Justice League geformt hat. Gerade das Finale wirkt sehr aufgeteilt, nicht wie eine homogene Teamleistung. Das ist schade, gibt es doch bei allen gute Ansätze. Aber darüber geht der Film eben nie hinaus.

Cyborg ist zum Kampf bereit

Auch die Geschichte selbst ist absolut uninspiriert. Bösewicht will die Welt erobern, benötigt dafür besondere Objekte und so weiter und so fort. Es gibt den einen oder anderen Haken, der geschlagen wird und noch nicht aus den Trailern ersichtlich war – man hat wohl aus dem negativen Feedback zu „Batman v Superman“ und „Suicide Squad“ gelernt –, doch das reicht nicht, um von den blassen Figuren abzulenken. Gerade Steppenwolf als Antagonist ist lediglich dazu da, um Prügel auszuteilen oder einzustecken, mehr Szenen sind ihm nicht gegönnt.

Immerhin kein völliges Desaster

„Justice League“ krankt an zu vielen Dingen, um den Film wirklich als gut zu bezeichnen. Dennoch ist er kein völliges Desaster. Es gibt schöne Fan-Service-Momente, wie das Einspielen der alten Batman- oder Superman-Melodie, das CGI ist nicht ganz so schlimm wie nach den Trailern vermutet und hin und wieder darf sogar ein flotter Spruch losgelassen werden. Doch am Ende macht das den Film einfach nur egal – was vielleicht schlimmer ist, als wenn er schlecht wäre.

Aquaman, Herr der Meere

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von Zack Snyder sind in unserer Rubrik Regisseure aufgelistet, Filme mit Amy Adams und/oder Jeremy Irons unter Schauspielerinnen bzw. Schauspieler.

Die Justice League vereint

Länge: 121 Min.
Altersfreigabe: FSK 12
Originaltitel: Justice League
USA 2017
Regie: Zack Synder
Drehbuch: Chris Terrino, Zack Snyder, Joss Whedon
Besetzung: Ben Affleck, Gal Gadot, Jason Momoa, Henry Cavill, Amy Adams, Connie Nielsen, Robin Wright, Ezra Miller, Ray Fisher, Ciarán Hinds, Diane Lane, Jeremy Irons, J. K. Simmons, Jesse Eisenberg, David Thewlis, Billy Crudup, Amber Heard, Joe Morton
Verleih: Warner Bros. Entertainment GmbH

Copyright 2017 by Matthias Holm

Filmplakat, Fotos & Trailer: © 2017 Warner Bros. Entertainment GmbH

 

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