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The Way of the Gun – Leihmutter wird gekidnappt

The Way of the Gun

Von Volker Schönenberger

Thriller // Parker (Ryan Phillippe) und Longbaugh (Benicio Del Toro) schlagen sich als Kleinkriminelle durch und verdienen sich auch mal als Blut- und Samenspender ein bisschen was dazu. Als die beiden zufällig von der Leihmutter-Vereinbarung des reichen Ehepaars Chidduck (Scott Wilson, Kristin Lehman) hören, wittern sie das große Geld. Die Entführung der schwangeren Robin (Juliette Lewis) gelingt sogar, auch wenn sich deren Bodyguards Jeffers (Taye Diggs) und Obecks (Nicky Katt) nicht einschüchtern lassen. Schon scheint ein fettes Lösegeld zu winken, aber bald mischen weitere Gestalten mit, darunter der Gynäkologe Dr. Allen Painter (Dylan Kussman) und der Unterhändler Joe Sarno (James Caan), ein Mann fürs Grobe. Einige von ihnen kochen ihr ganz spezielles eigenes Süppchen …

Vom Oscar-gekrönten Autor von „Die üblichen Verdächtigen“

Mit seinem Drehbuch zu Bryan Singers „Die üblichen Verdächtigen“ mit Kevin Spacey, Benicio Del Toro und Gabriel Byrne bewies Christopher McQuarrie ein Händchen für ausgefeilte Thriller-Handlung – das brachte ihm den Drehbuch-Oscar ein. Auch für sein fünf Jahre später entstandenes Regiedebüt „The Way of the Gun“ schrieb er das Skript. Heraus kam eine intelligente, um ein paar Finten angereicherte Story mit einem coolen Ensemble, dem allerdings ein wenig mehr Charakterzeichnung gut zu Gesicht gestanden hätte. So wird beispielsweise nicht recht deutlich, weshalb sich die beiden Kleinganoven Parker und Longbaugh so plötzlich wie skrupellos zu Kidnappern entwickeln, die kaum ein Risiko scheuen.

Auftritt James Caan

James Caan stiehlt erwartungsgemäß allen die Schau, auch wenn einige seiner Kollegen deutlich länger in Erscheinung treten. Ab und zu und vor allem gegen Ende geht es ausgesprochen bleihaltig zu, ein paar Gewalteruptionen sollte man aushalten können. Aufgepasst beim Kauf der DVD: Ein Jahr nach der ungeschnittenen FSK-18-Fassung gelangte eine um vier Minuten gekürzte Version mit Altersfreigabe ab 16 Jahren in den Handel. Eine Blu-ray ist hierzulande bislang nicht erschienen, dazu muss der US-Handel bemüht werden.

Ein paar Anspielungen auf „Butch Cassidy und Sundance Kid“ (1969) sind zu bemerken: So sind Parker und Longbaugh die echten Nachnamen der Titelhelden aus George Roy Hills Spätwestern. Auch die finalen Schießereien ähneln einander nicht ohne Grund.

Tom-Cruise-Connection?

Als Ko-Drehbuchautor schrieb Christopher McQuarrie in der Folge mit jeweils zwei Kollegen unter anderem an den Skripts zu „Edge of Tomorrow“ (2014) und „Die Mumie“ (2017) mit. Seine Regisseurs-Filmografie ist übersichtlich: Nach „The Way of the Gun“ folgten bislang lediglich „Jack Reacher“ (2012) sowie „Mission: Impossible – Rogue Nation“ (2015). Aktuell dreht er gerade „Mission: Impossible 6“. Seine geschäftliche oder gar freundschaftliche Beziehung zu Tom Cruise scheint also stabil zu sein und Früchte zu tragen. Es sei ihm gegönnt. „The Way of the Gun“ zeigt McQuarrie als gewieften Könner, was Thriller und Krimidramen angeht.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit James Caan und Benicio Del Toro sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Veröffentlichung: 1. August 2002 als DVD (FSK 16), 6. September 2001 als DVD (FSK 18)

Länge: 114 Min. (FSK 18), 110 Min. (FSK 16)
Altersfreigabe: FSK 16 bzw. 18
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: The Way of the Gun
USA 2000
Regie: Christopher McQuarrie
Drehbuch: Christopher McQuarrie
Besetzung: Ryan Phillippe, Benicio Del Toro, Juliette Lewis, James Caan, Taye Diggs, Nicky Katt, Geoffrey Lewis, Scott Wilson, Kristin Lehman
Zusatzmaterial: Audiokommentar von Regisseur Christopher McQuarrie und Komponist Joe Kraemer, Blick hinter die Kulissen, Interviews mit den Darstellern, Biografien und Filmografien der Darsteller
Label/Vertrieb: Constantin Film / Highlight Communications AG

Copyright 2018 by Volker Schönenberger

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Der schweigsame Fremde – Randolph Scott redet nicht viel

The Stranger Wore a Gun

Von Volker Schönenberger

Western // Die zu Beginn von „Der schweigsame Fremde“ auftretenden „Quantrill’s Raiders“ und ihren Anführer William Clark Quantrill hat es tatsächlich gegeben. Sie zählten zu den sogenannten „Bushwhackers“, Guerilla-Truppen, die während des Amerikanischen Bürgerkriegs (1861–1865) für die Konföderierten kämpften und dabei oft grausam und skrupellos vorgingen.

In Nebenrollen: Ernest Borgnine und Lee Marvin

Einst war der Abenteurer Jeff Travis (Randolph Scott) als Spion für Quantrill tätig. Doch nach dem Massaker von Lawrence sagte er sich von ihnen los und schloss sich den Nordstaaten an. Sein Anteil an dem Blutbad in Kansas holt ihn aber immer wieder ein – auch auf dem Mississippi-Dampfer, den er mit der Glücksspielerin Josie Sullivan (Claire Trevor) betreibt. Im Örtchen Prescott in Arizona gerät er in die dunklen Geschäfte des ruchlosen Jules Mourret (George Macready), den die Gier nach Gold antreibt – er will ein von Jason Conroy (Pierre Watkin) und dessen Tochter Shelby (Joan Weldon) betriebenes Fuhr-Unternehmen um Goldlieferungen erleichtern. Travis legt sich sogleich mit Mourrets Handlangern Dan Kurth (Lee Marvin) und Bull Slager (Ernest Borgnine) an, lässt sich aber dennoch von Mourret anheuern, den er aus seiner Zeit bei Quantrill’s Raiders kennt. Mit dem Mexikaner Degas (Alfonso Bedoya) erscheint bald ein weiterer Schurke als Rivale Mourrets auf der Bildfläche.

Quantrill’s Raiders greifen an

Etwas hölzern wirkt es leider ab und zu, was Randolph Scott („Sacramento“) als schweigsamer Fremder da abliefert. Der die Last einer unrühmlichen Vergangenheit mit sich herumtragende Travis hätte eine etwas differenziertere Darstellung verdient gehabt. So wirkt es etwas fragwürdig, weshalb er sich weiterhin zum Komplizen krimineller Machenschaften macht, der aber natürlich am Ende geläutert wird. Das ist schade, zumal die Story um Gold und Gier in einer kleinen Stadt allemal einen guten Western hergibt. Die noch am Anfang ihrer Karriere stehenden späteren Oscar-Preisträger Lee Marvin („Cat Ballou – Hängen sollst du in Wyoming“) und Ernest Borgnine („Marty“) wenigstens agieren spielfreudig und herrlich unsympathisch. Auch Claire Trevor wertet die Besetzung auf – sie hatte bereits 1949 für John Hustons „Gangster in Key Largo“ einen Oscar als beste Nebendarstellerin gewonnen.

Vom Regisseur von „House of Wax“

Zu den bekanntesten Filmen von André De Toth zählt der 3D-Horrorfilm „Das Kabinett des Professor Bondi“ („House of Wax“, 1953). Der im selben Jahr nur etwas später in die US-Kinos gekommene „Der schweigsame Fremde“ ist einer von sechs Western, die Randolph Scott unter dem Regisseur drehte. „The Stranger Wore a Gun“, so der Originaltitel, kam seinerzeit als einer der ersten Western in 3D ins Kino. Die zwei Jahre auf die explosive-media-DVD folgende Blu-ray verzichtet auf die dritte Dimension. Ein paar Actionsequenzen sieht man an, dass sie mit Blick auf 3D inszeniert worden sind, das stört aber nicht weiter. Die Bildqualität des Technicolor-Films ist mit ein paar kurzen Ausnahmen in Ordnung, ohne zu Begeisterung Anlass zu geben. „Der schweigsame Fremde“ verströmt trotz der Stars B-Movie-Feeling und gehört sicher nicht zum Pflichtprogramm. Westernfans im Allgemeinen und Randolph-Scott-Fans im Besonderen können ein Auge riskieren, ohne sich zu ärgern.

Beim Glücksspiel: Travis und seine Partnerin Josie Sullivan

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Ernest Borgnine und Lee Marvin sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Travis (r.) lässt sich von Mourret anheuern

Veröffentlichung: 7. Dezember 2017 als Blu-ray, 2. Oktober 2015 als DVD

Länge: 82 Min.
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch
Originaltitel: The Stranger Wore a Gun
USA 1953
Regie: André De Toth
Drehbuch: Kenneth Gamet, nach der Kurzgeschichte „Yankee Gold“ von John W. Cunningham
Besetzung: Randolph Scott, Claire Trevor, Joan Weldon, George Macready, Alfonso Bedoya, Lee Marvin, Ernest Borgnine, Pierre Watkin, Joseph Vitale, Clem Bevans
Zusatzmaterial: Bildergalerie, restaurierter US-Kinotrailer, Wendecover
Label: explosive media
Vertrieb: Koch Films (Blu-ray), Al!ve AG (DVD)

Copyright 2018 by Volker Schönenberger
Fotos & Packshot: © 2017 explosive media / Koch Films

 

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Gewinnspiel: 3 x Ares auf Blu-ray

Verlosung

Der französische SF-Thriller „Ares“ verbindet Martial-Arts-Action mit einer düsteren dystopischen Story um die Macht der Konzerne. Tiberius Film hat das niedrig budgetierte, gleichwohl sehenswerte Werk jüngst veröffentlicht und uns drei Blu-rays zum Verlosen zur Verfügung gestellt. Dafür herzlichen Dank im Namen der kommenden Gewinnerinnen und Gewinner.

Teilnahmebedingungen

Zwecks Teilnahme am Gewinnspiel begebt Ihr euch zu unserer Rubrik „Science-Fiction“ und nennt dort (also nicht hier unter dem Gewinnspiel und auch nicht unter der Rezension des Films) bis Sonntag, 21. Januar 2018, 22 Uhr, im Kommentarfeld noch nicht von uns berücksichtigte dystopische Science-Fiction-Filme, die eine Sichtung und Rezension verdient haben.

Fallen euch keine Filme ein, die Ihr nennen könnt, so schreibt das einfach hin – nur ein bereits von uns rezensiertes Werk solltet Ihr nicht gerade auflisten. Alle veröffentlichten Antworten landen im Lostopf. Nicht verzweifeln, wenn Ihr euren Kommentar nicht sogleich erblickt – aus Sicherheitsgründen schalten wir ihn erst frei. Das ist aber Formsache.

Folgt „Die Nacht der lebenden Texte“!

Wollt Ihr kein Gewinnspiel und keine Rezension verpassen? Folgt „Die Nacht der lebenden Texte“! Entweder dem Blog direkt (in der rechten Menüleiste E-Mail-Adresse eintragen und „Folgen“ anklicken) oder unserer Facebook-Seite.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen

Teilnahmeberechtigt sind alle, die eine Versandanschrift innerhalb Deutschlands haben oder bereit sind, die Differenz zum Inlandsporto zu übernehmen. Für Transportverlust übernehme ich keine Haftung (verschicke aber sicher verpackt und korrekt frankiert, bislang sind noch alle Sendungen bei den Empfängern eingetroffen). Gewinnerinnen oder Gewinner, die sich fünf Tage nach meiner zweiten Benachrichtigung nicht gemeldet haben, verlieren den Anspruch auf die Blu-ray. In dem Fall lose ich unter den leer ausgegangenen Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen neuen Namen aus.

Autorinnen und Autoren von „Die Nacht der lebenden Texte“ sowie deren und meine Familienmitglieder dürfen leider nicht mitmachen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner werde ich im Lauf der Woche nach Ende der Frist bekanntgeben, indem ich diesen Text um einen Absatz ergänze, und sie auch per E-Mail benachrichtigen.

Die Rubrik „Science-Fiction“ findet Ihr auch hier, meine Rezension von „Ares“ auch hier.

Copyright 2018 by Volker Schönenberger

 

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