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Jean-Claude Van Damme (XI): Mit stählerner Faust – Der Belgier teilt im Knast aus

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Death Warrant

Von Volker Schönenberger

Knast-Action // Gerade erst hat der kanadische Polizist Louis Burke (Jean-Claude Van Damme) in Los Angeles den berüchtigten Copkiller und Serienmörder „Sandman“ (Patrick Kilpatrick) dingfest gemacht, da wartet ein weiterer heikler Einsatz auf ihn: Der verdeckte Ermittler soll als Insasse getarnt ins kalifornische Harrison Penitentiary eingeschleust werden. Seine kanadische Herkunft macht es unwahrscheinlich, dass ihn ein Knacki enttarnt. In der Strafanstalt haben sich zuletzt mysteriöse Todesfälle unter den Gefangenen gehäuft.

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Ankunft im Knast

Als Kontaktperson nach draußen dient die Rechtsanwältin Amanda Beckett (Cynthia Gibb), die sich als Burkes Ehefrau ausgeben wird. Kaum im Knast angekommen, macht Burke sogleich schlagkräftig auf sich aufmerksam. Die Fronten sind verhärtet, Latinos, Schwarze, Weiße und das Aufsichtspersonal stehen sich unversöhnlich gegenüber.

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Burke erregt sogleich Aufmerksamkeit …

Wer Knast-Klischees mag, ist bei „Mit stählerner Faust“ goldrichtig. Da ist Burkes Zellengenosse Konefke (Conrad Dunn), der den Neuen sogleich zu seinem Lustknaben machen will, aber bei Burke logischerweise den Kürzeren zieht. Da ist der geheimnisvolle „Priest“ (Abdul Salaam El Razzac), ein mächtiger Strippenzieher, mythisch überhöht. Burke lernt Hawkins (Robert Guillaume) kennen, dem einst ein Auge ausgestochen wurde und der dennoch den Überblick über die Verhältnisse im Knast hat. Wir haben – was sonst? – sadistische Aufseher, angeführt vom knallharten Sergeant DeGraf (Art LaFleur).

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… und macht sich Feinde

Das Gefängnis ist als düsterer Moloch inszeniert. In Verbindung mit der Figur des „Sandman“ entwickelt sich phasenweise sogar eine gewisse Horror-Atmosphäre – der Copkiller aus dem Prolog tritt zum Ende hin erneut bedeutsam in Erscheinung. Dies gleicht das Übermaß an Knast-Stereotypen etwas aus. Die Story ist nicht der Rede wert, sie treibt die Handlung voran und liefert irgendwann die Auflösung.

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„Ehefrau“ Amanda kommt zu Besuch

Mitte der 80er-Jahre hatte sich Jean-Claude Van Damme zum Actionstar aufgeschwungen: Mit „Karate Tiger“ (1986) und „Bloodsport“ (1988) begann seine Goldene Ära, in der er gut beschäftigt war und die Massen ins Kino zog. Etliche Filme dieser Zeit gelten unter Actionfans heute als Klassiker, auch „Mit stählerner Faust“ ist dazuzurechnen. Sein durchtrainierter Körper und die Eleganz seiner Kampfkunst gleichen darstellerische Defizite locker aus, zumal im Actiongenre ohnehin keine hohe Schauspielkunst gefragt ist. Wer den Knaststreifen als brutal, simpel und sinnlos kritisiert, hat damit sicher recht, aber das kann uns Fans klassischer Action der 80er und 90er egal sein. Auf den Spaßfaktor kommt es an, und Spaß bringt „Mit stählerner Faust“ bei aller Ironiefreiheit auf jeden Fall. Mit diesen Filmen können wir die politisch korrekte Gesinnung einfach mal links liegen lassen.

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Hawkins weiß, wie der Hase läuft

„Mit stählerner Faust“ ist die bekannteste Arbeit von David S. Goyer. Der Regisseur war in jener Zeit für B-Ware wie „Gunmen – Hetzjagd durch den Dschungel“ (1993) mit Christopher Lambert und „Tödliche Geschwindigkeit“ (1994) mit immerhin Charlie Sheen, Nastassja Kinski und James Gandolfini zuständig. Seit der Jahrtausendwende tritt Goyer vornehmlich als Regisseur für TV-Serien in Erscheinung.

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Pech für Burke: Der „Sandman“ taucht auf

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Jean-Claude Van Damme sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

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Mit stählerner Faust

Veröffentlichung: 11. März 2016 als Mediabook (Blu-ray & DVD, zwei Covermotive à 999 Exemplare, ein Covermotiv à 500 Exemplare), 20. Januar 2012 als DVD

Länge: 89 Min. (Blu-ray), 85 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch, Italienisch
Untertitel: Deutsch, Englisch u. a.
Originaltitel: Death Warrant
KAN/USA 1990
Regie: Deran Sarafian
Drehbuch: David S. Goyer
Besetzung: Jean-Claude Van Damme, Robert Guillaume, Cynthia Gibb, Art LaFleur, Patrick Kilpatrick, Joshua John Miller, Conrad Dunn, Abdul Salaam El Razzac, Armin Shimerman, George Dickerson
Zusatzmaterial: keine Angabe
Vertrieb Mediabooks: NSM Records
Vertrieb DVD: Twentieth Century Fox Home Entertainment

Copyright 2016 by Volker Schönenberger

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Fotos & Packshot DVD: © 2012 Twentieth Century Fox Home Entertainment
Packshots Mediabooks: © 2016 NSM Records

 

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Albern: Men at Work

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Men at Work

Von Volker Schönenberger

Krimikomödie // Beginnen wir mit einer positiven Einschätzung: Der Klamauk um zwei Müllmänner ist prädestiniert dafür, in Schauspielschulen als Anschauungsmaterial verwendet zu werden. Mit nahezu jeder Szene des Films kann man den Schülern ganz wunderbar verdeutlichen, wie man vor der Kamera nicht agiert. Kein einziger Akteur des Films erreicht auch nur annähernd ein Niveau, das der jeweiligen Figur ein Minimum an Glaubwürdigkeit verleiht. Stattdessen wird übertrieben, überzeichnet, gekalauert, herumgealbert wie nichts Gutes. Nicht einmal eine zünftige Erdrosselung haben die Schauspieler anständig hinbekommen.

Die Story aus der Feder von Regisseur Emilio Estevez ist auch nicht gerade angetan, einen Hund hinter dem Ofen hervorzulocken: Estevez und sein Bruder Charlie Sheen spielen die beiden ambitionslosen Brüder James und Carl, die ihren Job bei der Müllabfuhr wie marodierende Rabauken ausüben. Das bringt ihren Chef gegen sie auf, der den beiden seinen Schwager Louis (Keith David) als Kontrollinstanz zur Seite stellt. Dann bereitet eine Leiche in der Tonne den drei Müllmännern Probleme. Der Tote ist Bürgermeisterkandidat Jack Berger, der in illegale Giftmüllentsorgung verwickelt war und die kriminellen Machenschaften des Unternehmers Maxwell Potterdam (John Getz) aufdecken wollte. Carl hatte ihm kurz zuvor mit einem Luftgewehr in den Hintern geschossen. Warum? Fragt nicht …

Mit „The War at Home“ (1996), „Bobby“ (2006) und „The Way“ (2010) hat Emilio Estevez bewiesen, dass er auf dem Regiestuhl durchaus ein Händchen haben kann. „Men at Work“ hingegen lässt alles vermissen, was einen guten Film ausmacht. Die Geschichte ist lahm und vorhersehbar, die Action banal, der Humor humorlos. Ein Kleinkrieg mit zwei Kollegen erschöpft sich als Running Gag in Fäkalscherzen; ein anderer Running Gag um zwei dämliche Polizisten mit kurzen Hosen auf dem Fahrrad verursacht ebenfalls keine Lachfalten. Er erscheint rätselhaft, wie sich der Film all dem zum Trotz über die Jahre offenbar eine gewisse Fangemeinde erarbeitet hat. Kann man sich den Streifen mit ausreichend Bier schöntrinken? Für einen solchen Selbstversuch reicht die Motivation zu einer erneuten Sichtung nicht aus. Wie bei einigen Filmen der Reihe „Action Cult Uncut“ ist auch im Falle von „Men at Work“ die alte MGM-DVD nicht mehr im Handel erhältlich – Grund genug für die Neuveröffentlichung.

Veröffentlichung: 6. Dezember 2013 als DVD

Länge: 88 Min.
Altersfreigabe: FSK 12
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch für Hörgeschädigte, Französisch, Italienisch, Spanisch, Holländisch, Dänisch, Schwedisch, Norwegisch, Finnisch, Portugiesisch, Ungarisch
Originaltitel: Men at Work
USA 1990
Regie: Emilio Estevez
Drehbuch: Emilio Estevez
Besetzung: Charlie Sheen, Emilio Estevez, Leslie Hope, Keith David, Dean Cameron, John Getz
Zusatzmaterial: Original Kinotrailer, Wendecover
Vertrieb: Twentieth Century Fox Home Entertainment

Copyright 2013 by Volker Schönenberger
Packshot: © 2013 Twentieth Century Fox Home Entertainment

 

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FX 2 – Die tödliche Illusion: Ideenreich an der Grenze zur Albernheit

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F/X2

Von Volker Schönenberger

Actionkomödie // Einst war er der Meister der Illusionen und schuf an Filmsets Spezialeffekte. Nach den Ereignissen in „FX – Tödliche Tricks“ hat Rollie Tyler (Bryan Brown) jedoch umgesattelt: Er lebt mit seiner Freundin Kim (Rachel Ticotin) und ihrem Sohn Chris (Dominic Zamprogna) zusammen und stellt allerlei elektronisches Spielzeug her. Chris’ Vater Mike (Tom Mason), Polizist in New York City, bittet Rollie bei der Jagd auf einen Serienkiller um Hilfe: Rollie soll ihn als Frau maskieren, damit Mike in der Wohnung eines potenziellen Opfers als Lockvogel herhalten kann. Der Einsatz geht jedoch auf entsetzliche Weise schief. In der Folge muss sich Rollie erneut mit korrupten Polizisten und mörderischen Gangstern herumplagen. Dabei kriegt er unverhofft Unterstützung von Leo McCarthy (Brian Dennehy).

Schade, dass Brian Dennehy und Bryan Brown recht wenige gemeinsame Szenen haben. Das ungleiche Gespann harmoniert an sich nicht schlecht. Dennehys Figur des Leo McCarthy taucht – wie im ersten Teil – ohnehin recht spät zum ersten Mal auf.

Wie schon bei „FX – Tödliche Tricks“ sind auch in der Fortsetzung visuelle Spezialeffekte und Maske durchweg gelungen. Auch die Action ist gefällig inszeniert. Etwas irritierend wirkt bisweilen das Lavieren zwischen tragischen und komödiantischen Elementen. Letztgenannte überschreiten obendrein mitunter die Grenze zur Albernheit. Wenn sich Rollie in einem Supermarkt trickreich eines Killers erwehrt, indem er beispielsweise Konserven mit gebackenen Bohnen zum Explodieren bringt, dann ist das des Klamauks etwas zu viel. Auch eine Würstchenkanone zur Ablenkung von scharfen Wachhunden muss nicht sein. Es scheint, als habe sich das Filmteam vor Beginn der Dreharbeiten zu einer Brainstorming-Sitzung zusammengefunden und einander die Ideen für Tricks nur so um die Ohren gehauen. Das bringt ein paar nette Überraschungen, ist gelegentlich aber auch etwas vorhersehbar.

Insgesamt ist zu konstatieren, dass „FX 2 – Die tödliche Illusion“ von Freunden gepflegter B-Action bedenkenlos konsumiert werden kann, auch wenn das Sequel nicht an die Qualität des Vorgängers herankommt. Die 1991 erschienene MGM-DVD des Films ist mittlerweile im Handel vergriffen, insofern hat diese Neuveröffentlichung unter dem Dach der Reihe „Action Cult Uncut“ ihre Berechtigung. Im Nachklapp der beiden Kinofilme gab’s ab 1996 eine TV-Serie, der immerhin eine Lebensdauer von zwei Staffeln und 41 Folgen beschieden war.

Veröffentlichung: 6. Dezember 2013 als DVD

Länge: 104 Min.
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch, Französisch
Untertitel: Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Französisch, Holländisch, Dänisch, Schwedisch, Norwegisch, Finnisch, Portugiesisch, Polnisch
Originaltitel: F/X2
USA 1991
Regie: Richard Franklin
Drehbuch: Bill Condon
Besetzung: Bryan Brown, Brian Dennehy, Rachel Ticotin, Joanna Gleason, Philip Bosco, Kevin J. O’Connor, Tom Mason, Dominic Zamprogna
Zusatzmaterial: Kinotrailer, Wendecover
Vertrieb: Twentieth Century Fox Home Entertainment

Copyright 2013 by Volker Schönenberger
Packshot: © 2013 Twentieth Century Fox Home Entertainment

 

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