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Murphys Gesetz – Leg dich nicht mit Jack Murphy an!

Murphy’s Law

Von Volker Schönenberger

Actionkrimi // Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft: Der Los-Angeles-Cop Jack Murphy (Charles Bronson) kehrt gerade aus dem Supermarkt auf den Parkplatz zurück, da sieht er die Kleinkriminelle Arabella McGee (Kathleen Wilhoite) mit seinem Auto davonrasen. Zwar endet die Fahrt kurz darauf in einem Restaurantfenster und Murphy kann die Autodiebin stellen, doch mit einem gezielten Tritt in seine Weichteile gelingt ihr die Flucht.

Jack Murphy trinkt zu viel

Seine Frau hat ihn verlassen und arbeitet als Stripperin, der mürrische Eigenbrötler Murphy hat sich dem Alkohol zugewendet und ist bei seinen Kollegen nicht allzu wohl gelitten. Sein Ungemach vergrößert sich, als gleich zwei Personen ihm gegenüber Rachegelüste verspüren: der Mafioso Frank Vincenco (Richard Romanus), dessen Bruder Murphy erschoss, und die Psychopathin Joan Freeman (Carrie Snodgress), welche gerade ihre Haft abgesessen hat, die sie Murphy verdankt. Bald wird der abgehalfterte Ordnungshüter als Mordverdächtiger verhaftet. Hinter Gittern trifft er die Autodiebin Arabella wieder.

„Dinosaurierarsch!“

„Stinkender Eselsfurz!“ „Nasenbär!“ „Karpfenrüssel!“ „Mieser Rattenschwanzpopel!“ „Dinosaurierarsch!“ Arabella kennt schöne Wörter, für die ihr Murphy zweifellos gern den Mund mit Seife auswaschen würde. Im Verlauf der Handlung entwickelt sich zwischen den beiden eine ungewöhnliche Buddy-Movie-Kombination, die gut in die 80er-Jahre passt – und ins Portfolio der berüchtigten Produktionsfirma Cannon Films, die Mitte der 80er-Jahre ihre beste Zeit hatte.

Mit Joan Freeman legt man sich besser nicht an

Bronson gibt den wortkargen Cop fast noch mürrischer, als wir es von dem „Ein Mann sieht Rot“-Star in ähnlichen Rollen gewohnt sind. Seine Partnerin Kathleen Wilhoite bietet ihm mit ihrer Kodderschnauze bravourös Paroli. Wer Murphy wie ans Leder will, ist von Anfang an kein Geheimnis, spannend gestaltet sich das Ganze dennoch – und das bis zum elektrisierenden Showdown im Bradbury Building, wo mit bestimmten Beschränkungen tatsächlich gedreht werden durfte. Mit anspruchsvoller Krimikost haben wir es nicht zu tun, aber dafür eben mit Cannon. Eine gewisse Albernheit lässt sich nicht leugnen, sie weicht aber bisweilen ernsthafter Härte.

Oscar-Nominierte als Rachsüchtige

Als Murphys Nemesis Joan Freeman punktet Carrie Snodgress (1945–2004) mit eiskalter Ausstrahlung. Für ihre Hauptrolle in „Tagebuch eines Ehebruchs“ hatte sie 1971 Golden Globes als beste Darstellerin und beste Newcomerin erhalten und war für den Oscar nominiert worden. Kathleen Wilhoite hat nicht allzu viele Kinorollen in ihrer Filmografie zu Buche stehen, sie ist in erster Linie fürs Fernsehen tätig, hatte wiederkehrende Auftritte in „Emergency Room – Die Notaufnahme“ und „Gilmore Girls“.

Mit Regisseur J. Lee Thompson arbeitete Charles Bronson zwischen 1976 und 1989 neun Mal zusammen, darunter in „Ein Mann wie Dynamit“ (1983) und „Death Wish 4 – Das Weiße im Auge“ (1987). Für „Die Kanonen von Navarone“ war er 1962 für den Oscar und Golden Globe als bester Regisseur nominiert worden. Auch bei „Ein Köder für die Bestie“ (1962) saß Thompson auf dem Regiestuhl.

Mit Jack Murphy allerdings auch nicht

Zuvor war „Murphys Gesetz“ einige Male auf DVD erschienen, nun also auch als Blu-ray. An der Neuveröffentlichung durch capelight pictures gibt es nichts zu mäkeln. Bild und Ton genügen hohen Ansprüchen, und das Mediabook ist gewohnt wertig produziert. Der Booklet-Text mit allerlei Informationen zum Film und zu diversen daran Beteiligten rundet eine attraktive Edition eines launigen Actionkrimis ab.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Charles Bronson sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Unzertrennlich: der Cop und die Diebin

Veröffentlichung: 16. Februar 2018 als 2-Disc Limited Collector’s Edition Mediabook (Blu-ray & DVD) und DVD, 20. Januar 2012 als DVD (Action Cult Uncut), 2. März 2001 und 4. Dezember 2006 als DVD

Länge: 100 Min. (Blu-ray), 96 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 18
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch
Originaltitel: Murphy’s Law
USA 1986
Regie: J. Lee Thompson
Drehbuch: Gail Morgan Hickman
Besetzung: Charles Bronson, Kathleen Wilhoite, Carrie Snodgress, Robert F. Lyons, Richard Romanus, Angel Tompkins, Bill Henderson
Zusatzmaterial: Audiokommentar von Kathleen Wilhoite, Film mit Music Score, Originaltrailer, deutscher Trailer, nur Mediabook: 24-seitiges Booklet mit Texten von Christoph N. Kellerbach
Label: capelight pictures
Vertrieb: Al!ve AG

Copyright 2018 by Volker Schönenberger
Szenenfotos: © 2018 capelight pictures

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Blade of the Immortal – Takashi Miikes Jubiläum

Mugen no jûnin

Von Matthias Holm

Historien-Fantasy-Action // 100 Filme. Eine stattliche Leistung, die Herr Miike da seit 1991 hingelegt hat, kein Regisseur unserer Zeit ist wohl produktiver. Dass dabei nicht nur Meisterstücke wie sein „Audition“ (1999) rauskommen, sollte klar sein. Von vergleichsweise konventionellem J-Horror wie „The Call“ (2003) über beinharte Thriller-Grotesken wie „Ichi the Killer“ (2001) bis zu bizarren Fetisch-Trips wie „Gozu“ (2003) deckt der Vielfilmer dabei die ganze Bandbreite japanischer Genrefilme ab. Entsprechend gespannt durfte man sein, als bekannt wurde, dass sich Miike für sein Jubiläum eine Manga-Verfilmung ausgesucht hat – obendrein eine Samurai-Geschichte mit starkem Fantasy-Einschlag. Und auch wenn „Blade of the Immortal“ an manchen Stellen krankt, ist Miike wieder ein launiger Streifen gelungen.

Unsterblicher gegen Schwertkämpfer-Töter

Der Samurai Manji (Takuya Kimura) muss mit einer dunklen Vergangenheit leben. Seinetwegen starb seine Schwester, er selbst wurde zum ewigen Leben verbannt. Eines Tages trifft er auf Rin (Hana Sugisaki). Sie hat nach dem unsterblichen Schwertkämpfer gesucht, da sie sich an dem bösen Anotsu Kagehisa (Sôta Fukushi) und seiner Bande rächen will. Die haben auf ihrem Kreuzzug gegen sämtliche japanische Schwertkampf-Schulen Rins Vater, Meister eines Dojos, brutal ermordet und ihre Mutter vergewaltigt. Manji stimmt zu, Rin bei ihrer Rache zu helfen – auch, da sie ein wenig wie seine verstorbene Schwester aussieht.

Manji stimmt zu …

Auch wenn man aus der Manga-Vorlage ein brutales Schwertkampf-Abenteuer hätte machen können, scheint sich Miike in diesen Belangen über weite Strecken zurückzuhalten. Zwar gibt es auch abgetrennte Gliedmaßen zu betrachten, der ganz große Splatter bleibt aber meist aus. Wenn es allerdings blutig wird, dann ordentlich. Gerade die Anfangs- und die Endsequenz sind eine absolute Augenweide für Fans kompromissloser Martial-Arts-Action. Wenn sich Manji am Anfang gegen 100 Mann durchsetzt, scheint man jede einzelne Tötung mitzubekommen. Dadurch, dass der Anfang in Schwarz-Weiß gehalten wird, erhält dieses Gemetzel eine fast poetische Note. Sobald Manji allerdings unsterblich wird, hält die Farbe Einzug.

Von Level zu Level

Allerdings flacht hier der Film auch merklich ab. Das liegt zum einen an der Story. Einen Manga, der im Deutschen 30 Bände umfasst, auf 141 Minuten einzudampfen, wirft Probleme auf: Mit Ausnahme von Manji bekommt keine Figur sonderlich viel Profil. Gerade Rin, die ein wichtiger Bestandteil der Geschichte ist, bekommt nicht viel mehr zu tun als durch die Gegend zu rennen, sich in Gefahr zu bringen und nach ihrem Beschützer zu rufen. Nervig ist diese fehlende Charakterisierung aber auch bei den Gegnern. An der Ausstattung erkennt man stets, dass bestimmte Figuren wichtig sind, doch sie bekommen keine Zeit, mehr von sich preiszugeben, sie werden schnell bekämpft und verschwinden dann – meist für immer. So entsteht eine Struktur, die stark an die Level eines Prügel-Videospiels wie zum Beispiel „Street Fighter“ erinnert – Einführung, Kampf, nächster Gegner.

… Rin zu beschützen

Zum Glück machen die Inszenierung und die Optik einiges wett, sodass man bis zum Schluss Spaß an dem Geschehen hat. Und wenn es dann zum Showdown kommt, tobt Miike sich richtig aus. Da werden keine Gefangenen mehr gemacht, zwei Männer strecken, mit etwas Unterstützung, eine gesamte Armee nieder, sodass sich kleine, blutige Flüsse bilden. Knapp 30 Minuten schwebt die Kamera stets um das Geschehen, der Kampf scheint nie stillzustehen. Das ist das opulente Kampfkunst-Kino, das dem 100. Film von Miike würdig ist und am Ende bleibt davon mehr im Gedächtnis als von den 90 Minuten zwischen der Anfangsschlacht und diesem Finale. Ob das nun gut oder schlecht ist, möge jeder für sich selbst beurteilen.

Anotsu Kagehisa kennt keine Gnade

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von Takashi Miike sind in unserer Rubrik Regisseure aufgelistet.

Man hat Respekt vor dem Unsterblichen

Veröffentlichung: 12. Januar 2018 als Blu-ray im Steelbook, Blu-ray und DVD sowie jeweils als Blu-ray und DVD als Teil der „Takashi Miike Box“ (mit „Hara-Kiri – Tod eines Samurai“ und „13 Assassins“)

Zweikampf bis auf den Tod

Länge: 141 Min. (Blu-ray(, 130 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Japanisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Mugen no jûnin
JAP/GB 2017
Regie: Takashi Miike
Drehbuch: Tetsuya Oishi, nach einem Manga von Hiroaki Samura
Besetzung: Takuya Kimura, Hana Sugisaki, Sôta Fukushi, Hayato Ichihara, Erika Toda, Kazuki Kitamura, Chiaki Kuriyama
Zusatzmaterial: Trailer, Trailershow, Wendecover
Vertrieb: Ascot Elite Home Entertainment

Copyright 2018 by Matthias Holm

Fotos, Packshots & Trailer: © 2018 Ascot Elite Home Entertainment

 
 

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FFC – Female Fight Club: Immer diese brutalen Frauen!

Female Fight Club

Von Volker Schönenberger

Martial-Arts-Action // Einst gehörte Becca (Amy Johnston) zu den besten unter den illegalen Straßenkämpferinnen von Las Vegas. Doch vor Jahren beendete sie ihre Laufbahn und fing in Los Angeles ein neues Leben an. Seitdem arbeitet sie in einem Tierheim. Als sie dort eines Tages zwei Grobiane in die Schranken weist, wird das gefilmt. Der YouTube-Clip erhält große Klickzahlen, so wird Beccas Schwester Kate (Cortney Palm) auf sie aufmerksam – die beiden hatten einander einige Jahre nicht gesehen. Kate hat Schulden bei unangenehmen Menschen und nötigt Becca, für sie wieder mit dem Kämpfen zu beginnen. Ihr Vater Holt (Dolph Lundgren) sitzt wegen Mordes im Knast. Einstweilen trainiert Becca ihre Schwester und drei weitere Kämpferinnen, doch bald kommt es für das Quintett dicke.

Amy Johnston – Stuntfrau und Kampfsport-Ass

Ihren Hang zum Kampfsport bekam Amy Johnston wohl in die Wiege gelegt – sie ist die Tochter des mehrfachen Kickbox-Weltmeisters David Johnston. Im Filmgeschäft hat sie sich als Stuntdouble einen Namen gemacht, wirkte in dieser Funktion unter anderem in „The Return of the First Avenger“, „Deadpool“ und „Suicide Squad“ mit. Auch als Schauspielerin hat sie Fuß gefasst, wie Rollen in „Raze – Fight or Die“ und „Lady Bloodfight“ belegen.

Becca kehrt in ihr altes Leben zurück …

Und so lebt „FFC – Female Fight Club“ auch in erster Linie von der Präsenz und den Kampfkunst-Fertigkeiten Amy Johnstons. Leider sind die Kämpfe allesamt recht kurz ausgefallen, immerhin kommen sie ohne allzu viele Schnitte aus und sind anständig choreografiert. Die Handlung verläuft in schablonenhaften Bahnen, wie man sie aus vielen Actionfilmen um illegale Fights kennt. Regisseur Miguel A. Ferrer fehlt in seinem ersten Langfilm das Händchen, um eine auf einen Höhepunkt und finalen Fight hinauslaufende Atmosphäre zu erschaffen. Auch das etwas dünne Sounddesign trägt nicht dazu bei. Schade um die Endgegnerin Claire the Bull (Michelle Jubilee Gonzalez), die dadurch unter Wert in Erscheinung tritt.

Dolph Lundgren als Zugpferd

Bleibt das Dolpherl. Das schwedische Kampfpaket Dolph Lundgren sehe ich immer wieder gern. Erwartungsgemäß dient er in „FFC – Female Fight Club“ in erster Linie als Name auf dem Cover. Seine Rolle als Beccas und Kates Vater ist für den Verlauf der Handlung völlig unbedeutend. In der ersten Stunde hat er gerade mal zwei Szenen – eine zu Anfang, die ihn in den Knast bringt, sowie eine, in der er aus dem Gefängnis mit Becca telefoniert. Später darf er dann auch mal die Muskeln spielen lassen, auch der Fight im Knast hat keinerlei Bedeutung für die Story. Obendrein sieht man ihm gerade im Vergleich mit den Frauenkämpfen an, dass Lundgren nicht mehr der Jüngste ist – es wurden sichtlich mehr Schnitte gesetzt. Gegen Ende darf eine Enthüllung das Vater-Tochter-Verhältnis beleuchten, sie war aber lange vorher zu erahnen.

… und fängt als Trainerin an

Wer sich ohnehin jeden Actionfilm mit illegalen Fights anschaut, darf ruhig ein Auge riskieren. Da haben wir schon miesere Machwerke gesehen, und vor Originalität strotzt dieses Actionsegment sowieso nicht. Als Pluspunkt sei gewertet, dass wir es nicht mit Fleischbeschau zu tun haben. Die Kämpferinnen sind so leicht bekleidet, wie Kämpferinnen es nun mal sind, übermäßigen Sexismus kann man „FFC – Female Fight Club“ nicht vorwerfen. Letztlich setzt der Streifen aber keinerlei Impulse und wird alsbald der Vergessenheit anheimfallen.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Dolph Lundgren sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Veröffentlichung: 2. Januar 2018 als Blu-ray und DVD

Länge: 90 Min. (Blu-ray), 87 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Female Fight Club
USA 2016
Regie: Miguel A. Ferrer
Drehbuch: Anastazja Davis, Miguel A. Ferrer
Besetzung: Dolph Lundgren, Amy Johnston, Cortney Palm, Rey Goyos, Sean Faris, Chuck Zito, Shaun Brown, Levy Tran, Folake Olowofoyeku, Michelle Jubilee Gonzalez, Jeanette Samano, Briana Marin
Zusatzmaterial: Trailer, Trailershow, Wendecover
Label/Vertrieb: Tiberius Film

Copyright 2018 by Volker Schönenberger
Fotos & Packshot: © 2018 Tiberius Film

 

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