RSS

Schlagwort-Archive: Action

xXx – Die Rückkehr des Xander Cage: Der Franchise-König Hollywoods

xXx – Return of Xander Cage

Von Andreas Eckenfels

Action // Egal, ob „The Fast and the Furious“, „Riddick“, oder „Guardians of the Galaxy“: Vin Diesel ist zweifellos der Franchise-König Hollywoods. Nur selten taucht der muskelbepackte Actionheld mit der Reibeisenstimme in einem Film auf, bei dem es sich nicht um ein Sequel handelt. Zuletzt war dies in „Die irre Heldentour des Billy Lynn“ und in „ The Last Witch Hunter“ der Fall – wobei letztgenanntem Fantasy-Actioner sicher eine Fortsetzung spendiert worden wäre, wenn dessen Einspielergebnis gestimmt hätte.

Der vermeintlich tote Xander Cage …

Als Extremsportler und Geheimagent Xander Cage sorgte Diesel 2002 mit seinen Tattoos und prolliger Unangepasstheit für etwas frischen Wind an der Spionagefront. An den weltweiten Kinokassen überflügelte „xXx – Triple X“ „Die Bourne Identität“; in den USA spielte der Actionthriller sogar nur minimal weniger ein als „James Bond 007 – Stirb an einem anderen Tag“, in welchem Pierce Brosnan ein letztes Mal im Geheimdienst ihrer Majestät auf eine tödliche Mission ging. Umso erstaunlicher war es, dass trotz des finanziellen Erfolges sowohl Diesel als auch Regisseur Rob Cohen für „xXx 2 – The Next Level“ (2005) aus unbekannten Gründen nicht zur Verfügung standen. So wurde Xander Cage im Sequel kurzerhand für tot erklärt und Agent Gibbons (Samuel L. Jackson) rekrutierte Darius Stone (Ice Cube) als neuen xXx-Spezialagenten.

Comeback eines Adrenalinjunkies

15 Jahre später weilt nun Xander Cage wieder unter den Lebenden. Natürlich war sein Tod nur vorgetäuscht. Irgendwo in Südamerika genießt er sein Dasein und liebt noch immer das Risiko. Mit einer waghalsigen Aktion, bei der er sich mit Skiern an den Füßen von einem Funkturm in den Dschungel stürzt, verhilft er den Einheimischen zu einer Live-Fußballübertragung. Das Spiel: Brasilien gegen Deutschland – allerdings handelt es sich dabei nicht um den unvergessenen 7:1-Sieg von Jogis Jungs bei der WM 2014, sondern vielmehr um das Finale bei den Olympischen Spielen 2016, bei dem die Spieler vom Zuckerhut nach dem Elfmeterschießen triumphierten.

… wird von CIA-Agentin Jane Marke aus dem Ruhestand geholt

Aufgespürt wird Cage von der CIA-Agentin Jane Marke (Toni Collette). Sie berichtet, dass Agent Gibbons Opfer eines Anschlags wurde, welcher sich – wie wir im Prolog bereits erfahren haben –, während eines Bewerbungsgesprächs mit einem potenziellen neuen Rekruten (Neymar – ja, der brasilianische Fußball-Nationalspieler) in einem China-Restaurant ereignete. Marke beauftragt Cage, eine gefährliche Waffe mit dem unheilvoll klingenden Namen „Die Büchse der Pandora“ zurückzuholen. Mit seinem eigenen kleinen Team spürt der adrenalinsüchtige xXx-Agent bald die Diebe Xiang (Donnie Yen) und Serena (Deepika Padukone) auf. Durch sie kommt er einer groß angelegten Verschwörung auf die Schliche.

Light-Version von „Fast and Furious“

Seien wir ehrlich: Auf „Die Rückkehr von Xander Cage“ haben wir nicht wirklich gewartet. Diesels Figur ist seiner berühmtesten Rolle des allgegenwärtigen Dominic Toretto aus der „Fast and Furious“-Reihe einfach zu ähnlich angelegt. So ist es nicht verwunderlich, dass sich der dritte „xXx“-Teil mehr wie eine Light-Version der erfolgreichen Raser-Reihe anfühlt als wie ein eigenständiges Geheimagenten-Abenteuer, welches durch waghalsige Stunteinlagen zu Wasser, an Land und in der Luft aufgelockert wird. Mit rasantem Schnitt hält Regisseur D. J. Caruso („Disturbia“) zwar meist das Tempo hoch, dennoch kann er nicht immer vertuschen, dass ein Großteil der Actionszenen vor Green-Screen gedreht wurde und dass Vin Diesel dabei meist nur in Close-ups zu sehen ist. Ansonsten nahm ihm sein Stunt-Double einiges an Arbeit ab.

Xander, Xiang und Serena lieben die Gefahr

Im Gegensatz zu anderen zeitgenössischen Agentenfilmen nimmt sich auch der neue „xXx“-Teil nicht sonderlich ernst. Die Fortsetzung lebt wieder von dem trockenen Humor und dem Coolness-Faktor seines Hauptdarstellers. Wenn sich dann Diesel auch noch gemeinsam mit der chinesischen Schauspiellegende Donnie Yen („Rogue One – A Star Wars Story“) und Bollywood-Schönheit Deepika Padukone durch die Handlung schießt, prügelt und sich sogar mit ihnen ein hochexplosives Handgranaten-Spiel liefert, ist das ein clever eingefädelter Marketing-Schachzug, bei dem Actionfans voll auf ihre Kosten kommen. Es ist nur schade, dass die gerade schwer angesagte Ruby Rose („John Wick – Kapitel 2“) sowie Kampfkünstler Tony Jaa („Ong-bak“) im Angesicht der Superstars nur relativ wenig zu tun bekommen und auch „Vampire Diaries“-Star Nina Dobrev als nerdige Technik-Expertin unterfordert bleibt.

Scharfschützin Adele hält Xander den Rücken frei

Ihren Spaß werden die Schauspieler bei dem schnörkellosen Action-Vehikel dennoch gehabt haben. Es ist wahrscheinlich, dass wir einige von ihnen wiedersehen werden: „xXx 4“ ist bereits in der Mache – natürlich wieder mit dem Franchise-König in der Hauptrolle.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Vin Diesel sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Harte Jungs können auch filigran sein

Veröffentlichung: 1. Juni 2017 als 4k-UHD, 3D-Blu-ray, Blu-ray und DVD

Länge: 107 Min. (Blu-ray), 103 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch
Originaltitel: xXx – Return of Xander Cage
CHN/KAN/USA 2017
Regie: D.J. Caruso
Drehbuch: F. Scott Frazier
Besetzung: Vin Diesel, Donnie Yen, Deepika Padukone, Ruby Rose, Toni Collette, Samuel L. Jackson, Nina Dobrev, Kris Wu, Tony Jaa
Zusatzmaterial: Aller guten Dinge sind drei: Xander kehrt zurück, Rebellen, Tyrannen und Geister: Die Besetzung, Die Büchse der Pandora wird geöffnet: Am Originalschauplatz, Für dieses Zeug lebe ich: Stunts, Gag Reel
Vertrieb: Universal Pictures Home Entertainment

Copyright 2017 by Andreas Eckenfels

Fotos, Packshot & Trailer: © 2017 Paramount Pictures. Alle Rechte vorbehalten.

 

Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , ,

Headshot – Spratz! Knack!

Headshot

Von Matthias Holm

Action // Nachdem sowohl „The Raid“ als auch „The Raid 2“ international für Aufsehen gesorgt haben, hat das Filmland Indonesien anscheinend beschlossen, auf der Erfolgswelle zu reiten. Das bedeutet, schnell ähnliche Filme zu produzieren. Einer dieser Streifen ist der bereits auf Netflix verfügbare „Headshot“, der sogar mit dem gleichen Hauptdarsteller wie die „Raid“-Filme aufwartet: Iko Uwais.

Amnesie und ein fieser Gangsterboss

Uwais spielt einen jungen Mann, der mit Amnesie am Strand aufgelesen wird. Er gibt sich selbst den Namen Ishmael und versucht, zusammen mit der Krankenschwester Ailin (Chelsea Islan) seine Vergangenheit zu rekonstruieren. Doch darin war nicht alles rosig, schon bald sieht sich Ishmael den Schergen des Gangsterbosses Lee (Sunny Pang) gegenüber.

Ishmael hat es nicht leicht

Dass Lee mit seinen Gegnern nicht zimperlich umgeht, wird bereits in der Eingangssequenz deutlich: Er bricht aus einem Gefängnis aus und schlachtet sämtliche Wärter ab. So wird er direkt als abgrundtief böser Antagonist hingestellt, seine Durchtriebenheit ist dabei wunderbar anzusehen. Auch im weiteren Filmverlauf, wenn Ishmaels Vergangenheit aufgedeckt wird, erntet Lee keine Sympathiepunkte. Sein Vorgehen beim Rekrutieren neuer Handlanger hätte durchaus das Zeug zu einem Psychothriller, doch die Regisseure Kimo Stamboel und Timo Tjahjanto – auch bekannt als „The Mo Brothers“ – wollen viel lieber zeigen, wie sich Menschen prügeln.

Geschichte? Nein, viel lieber Kloppereien!

Damit halten sich die beiden in der ersten Hälfte noch etwas zurück. Hier wird noch versucht, so eine Art Geschichte zu erzählen, doch Iko Uwais und die anderen Darsteller zeichnen sich leider nicht durch Schauspieltalent aus. So wirken die Dialoge meist mehr als peinlich und man fiebert eher den nächsten Kämpfen entgegen. Das scheinen auch die Macher gemerkt zu haben und benutzen in der zweiten Hälfte nur wenige Minuten, um videospielartig zur nächsten Konfrontation zu führen.

Fiese Gegner werden ordentlich verkloppt

Und diese sind definitiv ein Highlight. Die Kampfkunst-Action ist fulminant und brachial. Etliche Menschen sterben, das Blut spritzt nur so durch die Gegend und es werden diverse Knochen gebrochen – die sich dann auch gern dem Zuschauer offenbaren. „Headshot“ ist kein Film für Zartbesaitete. Die FSK kannte dann auch kein Erbarmen und verweigerte sogar eine Freigabe ab 18 Jahren. Auf eine geschnittene Fassung wollte sich Koch Films aber nicht einlassen, sodass nun das „SPIO/JK“-Siegel auf dem Cover prangt. Das erschwert die Vermarktung, ist aber löblich. Die Gewalt ist allerdings nie selbstzweckhaft oder artet in Splatter-Orgien aus, sondern bleibt stets realistischer Teil der Action. Das Klassenprimus-Duo – erwähnte „Raid“-Filme –, wird aber nie erreicht. Es fehlt die emotionale Fallhöhe, die zermürbende Spannung. Und die Gewalt kann nicht den Mangel an Intensität kaschieren, die die beiden Vorbilder so besonders gemacht hat.

Wer bringt zum Faustkampf eine Waffe mit?

So ist „Headshot“ einer dieser Filme, die man mal gesehen haben kann, aber nicht sonderlich lange im Gedächtnis bleiben. Zu offensiv versucht er in die Fußstapfen von „The Raid“ zu treten, nicht nur durch den Hauptdarsteller. Sunny Pang gibt einen guten Antagonisten, der allerdings auch manchmal ohne besonderen Grund plötzlich Englisch spricht. Dennoch können Freunde kerniger Action ruhig beherzt zugreifen.

Auch der Bursche kriegt Haue

Veröffentlichung: 08. Juni 2017 als Blu-ray im Steelbook, Blu-ray und DVD

Länge: 118 Min. (Blu-ray), 114 Min. (DVD)
Altersfreigabe: keine
SPIO/JK: keine schwere Jugendgefährdung
Sprachfassungen: Deutsch, Indonesisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Headshot
INDO 2016
Regie: Kimo Stamboel, Timo Tjahjanto
Drehbuch: Timo Tjahjanto
Besetzung: Iko Uwais, Chelsea Islan, Sunny Pang, Very Tri Yulisman, Julie Estelle, Ario Bayu, Yayu A. W. Unru
Zusatzmaterial: Teaser, Trailer, Behind the Scenes
Vertrieb: Koch Films

Copyright 2017 by Matthias Holm
Fotos, Packshots: © 2017 Koch Films

 

Schlagwörter: , , , , , , , , ,

Hard Target 2 – Menschenjagd im Dschungel von Myanmar

Hard Target 2

Von Volker Schönenberger

Action // In einer fernöstlichen Ortschaft werden zwei Männer von zwei Motorradfahrern durch enge Gassen gehetzt. Einer der beiden Flüchtenden bekommt unvermittelt von einem dritten Jäger zwei Pfeile aus einer Armbrust in den Körper gejagt. Ein weiterer Jäger mit Armbrust taucht auf, dem verbleibenden Opfer bleibt kaum noch ein Ausweg …

Baylor (r.) schlägt sich mit illegalen Kämpfen durch

Orts- und Zeitsprung – sechs Monate zuvor in Las Vegas: Wes „The Jailor“ Baylor (Scott Adkins) steigt zu einem Mixed-Martial-Arts-Kampf gegen seinen guten Freund und langjährigen Trainingspartner Jonny „Solid Gold“ Sutherland (Troy Honeysett) in den Ring. Doch der Abend endet tragisch; noch im Ring erliegt Jonny seinen Verletzungen. Gebrochen zieht sich Wes aus dem Profisport zurück. Sechs Monate später lebt er in einer heruntergekommenen Hütte in Bangkok, trinkt zu viel und hält sich mit illegalen Faustkämpfen über Wasser. Nach einem dieser Kämpfe nimmt der zwielichtige Aldrich (Robert Knepper) Kontakt zu ihm auf. Er sei Boxpromoter und biete Baylor einen großen Kampf in Myanmar für üppiges Salär. Am Ort des Geschehens eingetroffen, erfährt Baylor, was es tatsächlich mit dem Wettkampf auf sich hat: Er ist Jagdbeute einiger gelangweilter Gesellen mit zu viel Geld und zu wenigen Skrupeln. Mit einem Gürtel voller Rubine – sein Honorar im Erfolgsfall – und einer Wasserflasche muss er die Flucht in Richtung thailändische Grenze antreten. Auf den Fersen sind ihm unter anderen die reiche Großwildjäger-Erbin Sofia (Rhona Mitra), der Stierkämpfer Esparto (Adam Saunders), Aldrich selbst sowie sein Assistent Madden (Temuera Morrison). Um unbehelligt zu bleiben, hat sich Aldrich die Dienste des korrupten Militärs von Myanmar gesichert. Im Dschungel trifft Baylor auf die junge Tha (Ann Truong).

Die reiche Erbin Sofia und …

1993 debütierte John Woo („The Killer“, „Bullet in the Head“) mit „Harte Ziele“ in Hollywood, und trotz „Im Körper des Feindes – Face/Off“ (1997) und „Mission: Impossible 2“ gilt das Jean-Claude-Van-Damme-Vehikel vielen als Woos bester Hollywoodfilm. Anfang der 90er war es noch möglich, einen Actioner wie „Harte Ziele“ mit viel Aufwand ins große Kino zu bringen. „Hard Target 2“ hat diese Möglichkeit nicht, die Fortsetzung ist dem Direct-to-DVD-Markt für B-Action vorbehalten. Wobei von Fortsetzung an sich nicht die Rede sein kann, schon eher von Remake: Beide Filme verbindet außer dem Titel lediglich das Motiv der von einem skrupellosen Verbrecher organisierten Menschenjagd.

Mit Actionstar Scott Adkins

Regisseur Roel Reiné („Dead in Tombstone“) verlegte die Handlung von New Orleans in den fernöstlichen Dschungel. Mit Scott Adkins („Universal Soldier – Day of Reckoning“, „The Expendables 2“, „Doctor Strange“) verpflichtete er einen der derzeit angesagtesten B-Movie-Actionstars. Um Adkins herum bringen Rhona Mitra („Shooter“, „Underworld – Aufstand der Lykaner“) und Temuera Morrison („Die letzte Kriegerin“, „Star Wars: Episode II – Angriff der Klonkrieger“) zusätzliche Prominenz ins Spiel. Dem markanten Gesicht von Robert Knepper („Die Tribute von Panem – Mockingjay (1)“ nebst Fortsetzung) wiederum begegnet man oft in TV-Serien wie „Prison Break“ und „iZombie“.

… der Stierkämpfer Esparto gehen auf die Jagd

Diese illustre Schar schmückt einen explosiven Actionthriller, der trotz seiner eindeutigen Verortung im B-Sektor Hochglanz-Atmosphäre verströmt. Der mal hämmernde, mal dräuende Elektro-Score treibt die Jagd-Handlung vorzüglich voran. Die Story ist simpel und schnörkellos, mehr braucht’s zur Inszenierung brutalen Krawalls auch nicht. Roel Reiné erfindet das Actionrad nicht neu, setzt die Versatzstücke aber gekonnt ein, bei uns ungeschnitten mit FSK-18-Freigabe versehen. So soll moderne B-Action aussehen.

Auf der Flucht begegnet Baylor Elefanten und der jungen Tha

Veröffentlichung: 10. April 2017 als Blu-ray und DVD

Länge: 104 Min. (Blu-ray), 99 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 18
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Hard Target 2
USA 2016
Regie: Roel Reiné
Drehbuch: Matt Harvey, Dominic Morgan, George Huang
Besetzung: Scott Adkins, Amarin Cholvibul, Thira Chutikul, Rhona Mitra, Temuera Morrison, Robert Knepper, Ann Truong, Geoffrey Giuliano, Adam Saunders, Troy Honeysett
Zusatzmaterial: „A Fighting Chance – Behind the Scenes of Hard Target 2“ (5:13), „Into the Jungle – On Location of Hard Target 2“ (2:25), „Hard Target 2 – Through the Lens“ (2:43), Thrill of the Hunt“ (3:13), deleted shots montage (1:59), deleted scenes (10:04), Trailer, Bildergalerie
Vertrieb: KSM GmbH

Copyright 2017 by Volker Schönenberger
Fotos & Packshot: © 2017 KSM GmbH

 

Schlagwörter: , , , , , , , ,

 
%d Bloggern gefällt das: