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Gods of Egypt – In Ägypten nichts Neues

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Gods of Egypt

Kinostart: 21. April 2016

Von Matthias Holm

Fantasy // Das Kinojahr hat in Deutschland eigentlich recht gut begonnen. Wir bekamen die Oscar-Filme wie „The Big Short“ oder „The Revenant – Der Rückkehrer“ nachgereicht, mit „Deadpool“ lief auch schon der erste erfolgreiche und gelungene Superhelden-Blockbuster, und Ausfälle gab es wenige – ja, ich sehe dich an, „Tschiller – Off Duty“. Doch nun schickt sich „Gods of Egypt“ an, die erste richtige Gurke des Jahres zu werden.

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Noch sind Zaya und Bek zusammen

Der Gott Horus (Nikolaj Coster-Waldau, „Game of Thrones“) wurde verraten. Sein Onkel Set (Gerard Butler, „London Has Fallen“) hat während der Krönungszeremonie, bei der Horus zum Gebieter über Ägypten ernannt werden sollte, die Macht an sich gerissen, Horus seine alles sehenden Augen herausgenommen und ihn verbannt. Doch es gibt Hoffnung. Der junge Dieb Bek (Brenton Thwaites, „Oculus – Das Böse ist in dir“) hofft, mit Horus‘ Macht seine große Liebe Zaya (Courtney Eaton, „Mad Max – Fury Road“) aus dem Reich der Toten zurückzuholen. Das kommt Horus recht, mit der Hilfe des Sterblichen möchte er seine Kräfte wiedererlangen und sich an Set rächen.

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Horus sollte eigentlich König werden

Über den Umstand, dass ägyptische Götter und Bewohner fast ausschließlich von westlichen Schauspielern verkörpert werden, soll hier der Mantel des Schweigens gelegt werden – schließlich gibt es so viel, was an diesem Film zusätzlich nicht stimmt.

Story? Kennt man schon

Da ist zum einen die Geschichte. Von vornherein sind sämtliche Wendungen so vorhersehbar, dass es beinahe lächerlich ist. Nun bin ich ein Fan von Superheldenfilmen, die haben bekanntlich auch nicht die herausragendsten Storys. Bei „Gods of Egypt“ wird aber nicht einmal versucht, diese Schwächen zu kaschieren, sie werden beinahe provokant, mit breiter Brust vorgetragen. Da wird der von Rache getriebene, verlogene Held am Ende geläutert, was dazu führt, dass er seine verlorenen Kräfte zurückerlangt. Der Bösewicht hingegen schickt den Protagonisten seine Schergen hinterher, die natürlich besiegt werden. Dann schickt der Bösewicht mächtigere Schergen, die sich um die Bedrohung kümmern sollen – es bleibt schleierhaft, warum er das nicht von Anfang an macht.

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Die Ägypter leben in Angst vor …

Auch die Regeln der Welt sind einfach nicht kohärent gehalten. Am schlimmsten ist dies bei der berühmten Sphinx. Auch bei „Gods of Egypt“ ist es so, dass bei einer falschen Antwort auf ihr Rätsel der Ratende gefressen wird – oder es sollte so sein. Der Gott der Weisheit, Thoth (Chadwick Boseman), der für seine kurze Leinwandzeit zum spaßigen Sidekick degradiert wird, rät einfach munter drauflos, bis er die Lösung hat. Ein weiteres Beispiel ist das Ziel von Set – er will unsterblich werden. Dass Götter nicht unsterblich sind kann ich als Prämisse noch akzeptieren. Warum aber am Ende alle getöteten Götter mit Ausnahme von Horus‘ Eltern auferstehen, wird in einem lapidaren Halbsatz erwähnt – schließlich müssen zum Happy End alle versammelt sein.

Computertricks wie aus einem alten Videospiel

Des Weiteren sieht der Film schlicht grausig aus. Sämtliche Schauplätze, zwischen denen ohne Sinn einfach gewechselt wird, scheinen aus den Computer zu stammen, was den Film enorm leblos erscheinen lässt. Und selbst bei den Computereffekten scheinen sich die Macher nicht allzu viel Mühe gegeben haben. Während manche Sachen annehmbar aussehen, wie beispielweise die Transformationen der Götter oder die Größenunterschiede zu den Menschen, wirken andere Dinge plötzlich wie aus einem Videospiel – von vor zehn Jahren. Wenn man schon eine CGI-Schlacht produziert, dann sollte sie wenigstens hübsch anzusehen sein.

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… Set, der über alles herrschen will

Hinzu kommt, dass man viele, wenn nicht sogar alle Elemente bereits kennt. Im Finale gibt es beispielsweise eine Szene, die frappierend einem Abschnitt aus dem Spiel „God of War 3“ gleicht. Gerard Butlers Figur wird sogar gefragt, ob das nicht alles Wahnsinn sei, was er veranstalte – ob gewollt oder nicht, diese „300“-Anspielung hilft dem Film in keiner Weise.

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Hathor verdreht den Göttern den Kopf

Ja, dieser Film ist schlechter als der anfangs erwähnte „Tschiller – Off Duty“. Auch wenn es ein paar positive Dinge gibt, wie beispielsweise Gerard Butlers Charisma und oder ein bis zwei doch hübsch anzusehende Bilder, ist „Gods of Egypt“ ein Reinfall. So sieht seelenloses, langweiliges Blockbuster-Kino aus. Enttäuschend von einem Regisseur, der immerhin die visionären „The Crow – Die Krähe“ (1994) und „Dark City“ (1998) inszeniert hat – lang ist’s her.

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Zaya in der Unterwelt

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von Alex Proyas sind in unserer Rubrik Regisseure aufgelistet, Filme mit Rufus Sewell in der Rubrik Schauspieler.

Länge: 136 Min.
Altersfreigabe: FSK 12
Originaltitel: Gods of Egypt
USA/AUS 2016
Regie: Alex Proyas
Drehbuch: Matt Sazama, Burk Sharpless
Besetzung: Gerard Butler, Nikolaj Coster-Waldau, Brenton Thwaites, Courtney Eaton, Elodie Yung, Geoffrey Rush, Bryan Brown, Emma Booth, Chadwick Boseman, Rufus Sewell
Verleih: Concorde Filmverleih GmbH

Copyright 2016 by Matthias Holm

Filmplakat, Fotos & Trailer: © 2016 Concorde Filmverleih GmbH

 
Ein Kommentar

Verfasst von - 2016/04/19 in Film, Kino, Rezensionen

 

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The Pyramid – Grab des Grauens: Unter der Wüste hört dich niemand schreien

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The Pyramid

Kinostart: 16. April 2015

Von Andreas Eckenfels

Horror // Ägypten 2013: Rauchschwaden über Kairo! Während des Militärputsches sind Reporterin Sunni (Christa Nicola) und ihr Kameramann Fitzie (James Buckley) auf dem Weg zu einer Ausgrabungsstätte. Sie sollen die Arbeit der US-Ärchaologen Miles Holden (Denis O’Hare) und seiner Tochter Nora (Ashley Hinshaw) dokumentieren, die eine ganz besondere Pyramide freilegen wollen.

Miles und Tochter Nora (v.) führen Sunni (h. l.) durch die Ausgrabungsstätte

Das Bauwerk besteht aus drei statt der üblichen vier Seiten und liegt tief unter der Wüste begraben. Vor Ort wird ein Arbeiter beim Öffnen des Zugangs durch giftige Gase getötet. Liegt etwa ein Fluch auf der Pyramide? Egal! Vater und Tochter lassen es sich natürlich dennoch nicht nehmen, die dunklen Gänge zu erkunden. Komme, was wolle …

Wenig Gewackel, wenig Kopfschmerzen

Regiedebütant Grégory Levasseur kennt sich mit krassem Horror bestens aus: Er hat beim großen Alexandre Aja sein Handwerk gelernt und schrieb u. a. die Drehbücher zu „High Tension“, „The Hills Have Eyes – Hügel der blutigen Augen“ und „Alexandre Ajas Maniac“.

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Was erwartet die Gruppe in der nächsten Kammer?

Ganz so hart wie bei diesen Schockern geht es in „The Pyramid – Grab des Grauens“ leider nicht zur Sache. Levasseur nutzt eine Mischung aus dem inzwischen überstrapazierten Found-Footage-Stil und herkömmlicher Kamera für seinen Weg durch die geheimen Räume. Zum Glück kommt die häufig nervige „Wackelkamera“-Technik aber hier nur selten zum Einsatz.

Wenig Enge, wenig Spannung

Seltsamerweise befindet sich das Forscher-Team fast ausschließlich in immer neuen großen Kammern wieder, in denen es Hieroglyphen und andere Rätsel zu entschlüsseln gibt. Das ständige Gefühl von Klaustrophobie wie etwa im Klassiker „The Descent – Abgrund des Grauens“ oder auch zuletzt in „Katakomben“ kommt hier gar nicht erst auf.

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Was bedeuten die rätselhaften Hieroglyphen?

So mutet die Erkundungstour eher wie ein gemütlicher Nachmittagsspaziergang an, bei der die Protagonisten ab und an in erwartbare Fallen tappen. Dadurch entstehen zwar ein paar kurze Schockmomente, wirklichen Schrecken verbreiten diese aber wohl nur beim Horror-unerfahrenen Publikum. Immerhin wird in der zweiten Hälfte die ägyptische Mythologie stärker ins Spiel gebracht, was in einem überraschenden Finale gipfelt. Bei diesem wird man aber eher aufgrund der miesen Effekte als vor Erstaunen die Nase rümpfen. Unheimlich ist anders.

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Nora hat dazu keine guten Nachrichten

Länge: 89 Min.
Altersfreigabe: FSK 16
Originaltitel: The Pyramid
USA 2014
Regie: Grégory Levasseur
Drehbuch: Daniel Meersand, Nick Simon
Besetzung: Ashley Hinshaw, James Buckley, Denis O’Hare, Christa Nicola
Verleih: Twentieth Century Fox

Copyright 2015 by Andreas Eckenfels

Filmplakat, Fotos & Trailer: © 2015 Twentieth Century Fox

 

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Asterix und Kleopatra – Wie die Sphinx ihre Nase verlor

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Gastrezension von Matthias Holm

Zeichentrick-Abenteuer // Eine Beleidigung! Weil Julius Caesar behauptet, die Ägypter seien rückständig, lässt sich die stolze Königin Kleopatra auf eine Wette ein: Innerhalb von nur drei Monaten soll der Architekt Numerobis einen Tempel zu Ehren Caesars bauen. Glücklicherweise hat Numerobis einen Bekannten, der ihm nur zu gern hilft: den gallischen Druiden Miraculix. Und wenn der auf Reisen geht, sind Asterix und Obelix nie weit weg.

Nach dem eher mittelprächtigen „Asterix der Gallier“ von 1967 folgt nur ein Jahr später ein Paukenschlag: „Asterix und Kleopatra“ ist einer der witzigsten Filme der Reihe. Es gibt so viele Szenen, die einfach hängen bleiben, wie der Bau des Temples mit Hilfe des Zaubertranks oder das Bad der Kleopatra – mitsamt dem tumben Löwen: Er ist stark wie 20 Ochsen, leider fehlt ihm der Verstand.

Obwohl wie erwähnt nur ein Jahr zwischen den Filmen liegt, ist der technische Fortschritt kaum zu fassen. Auch heute sieht der Film anständig aus, die Bilder sind deutlich detaillierter als im Vorgänger. Leider kann die Blu-Ray da nicht noch eine Schippe drauf legen, sie sieht nur minimal besser aus als die DVD.

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Wo willst du denn hin?

Eine deutliche Steigerung gab’s auch, was den Humor angeht. Bereits die Eingangssequenz, in der sich der Erzähler im Voraus entschuldigt, dass die deutsche Synchronisation nicht lippensynchron ist, hat mehr Gags als so manch anderer Zeichentrickfilm über seine gesamte Lauflänge. Der Witz, der sich sowohl in der Sprache als auch in den Bildern widerspiegelt, transportiert fast perfekt die Stimmung der Comics auf den Fernsehschirm.

Wer die besten Asterix-Filme haben möchte, wird um „Asterix und Kleopatra“ nicht herumkommen. Wenn man jedoch bereits die DVD sein Eigen nennt, braucht man sich die Blu-ray nicht anzuschaffen – die Bildunterschiede sind zu gering, obendrein mangelt es an Extras.

Veröffentlichung: 10. April 2014 als Blu-ray – am selben Tag wie auch „Asterix der Gallier“, „Asterix erobert Rom“ und „Asterix in Amerika“.

Länge: 72 Min.
Altersfreigabe: FSK 6
Sprachfassungen: Deutsch, Französisch, Hessisch
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte
Originaltitel: Astérix et Cléopâtre
F/BEL 1968
Regie: René Goscinny, René Goscinny
Drehbuch: Jos Marissen, Eddie Lateste, nach dem Comic von Albert Uderzo und René Goscinny
Zusatzmaterial: Die hessische Fassung – Mitwirkende und Sprecher, Trailer, Wendecover
Vertrieb: Studiocanal Home Entertainment

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Kleopatra und ihr Haustier

Copyright 2014 by Gastrezension von Matthias Holm
Fotos & Packshot: © 2014 Studiocanal Home Entertainment

 

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