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James Stewart (I): Rancho River – Ein englischer Stier in Texas

The Rare Breed

Drei Western-Veröffentlichungen am Stück geben uns Gelegenheit, eine kleine James-Stewart-Retrospektive zu starten.

Von Volker Schönenberger

Western // Mit Filmen wie „Die Wildgänse kommen“ („The Wild Geese“, 1978) und „Die Seewölfe kommen“ („The Sea Wolves“, 1980) verlegte sich Regisseur Andrew V. McLaglen ab Ende der 1970er-Jahre zusehends auf Action in einem Kriegs-Umfeld. Mitte der 60er war er noch fest im Western verwurzelt, hatte 1965 mit „Der Mann vom großen Fluss“ („Shenandoah“) mit James Stewart einen großartigen Genrebeitrag abgeliefert, der aber immerhin auch schon den Krieg zum Thema hatte. Ein Jahr später drehte er „The Rare Breed“, so der Originaltitel von „Rancho River“, erneut mit James Stewart in der Hauptrolle.

Eine Zugfahrt, die ist lustig

Der Westernstar spielt Sam Burnett, der im Jahr 1884 einen teuren englischen Stier zu dessen neuen Eigentümer Alexander Bowen (Brian Keith) nach Texas bringen soll. Die englische Witwe Martha Price (Maureen O’Hara) und ihre Tochter Hilary (Juliet Mills) hatten das Tier in die USA gebracht und versteigert, lassen es sich aber nicht nehmen, Burnett zu begleiten, um sicherzustellen, dass ihr kostbarer, aber störrischer Stier gut untergebracht wird. Der erste Abschnitt der Reise verläuft per Bahn noch recht geruhsam. Burnett hat allerdings einen Deal mit dem konkurrierenden Rancher Taylor (Alan Caillou) gemacht, diesem den Stier zu übergeben. Um das sicherzustellen, verfolgt Taylors Handlanger Deke Simons (Jack Elam) den kleinen Trupp. Mit ihm hat sich Burnett bereits mehrfach angelegt.

James Stewart und Maureen O’Hara

„Legendäre Westernkomödie“ steht in der Pressemitteilung zur Neuveröffentlichung von „Rancho River“, aber so richtig erschließt sich mir weder das „legendär“ noch die Klassifizierung als Komödie. Ein großes Epos will der Film nicht sein, sondern nur leichtfüßige Unterhaltung abliefern, was auch gelingt. Wenn man Saloonschlägereien lustig findet, kann man natürlich ein paar humorige Aspekte finden, aber insgesamt ist „Rancho River“ doch zu wenig komödiantisch angelegt. Und legendär? Na ja. Sicher nicht James Stewarts legendärste Rolle. Er und Maureen O’Hara („Das Wunder von Manhattan“) liefern sich ein paar Wortgefechte, die aber nie Screwball-Level erreichen.

Die Witwe und ihr Scout sind nicht immer einer Meinung

Der Technicolor-Western bietet aber immerhin schöne Bilder, obgleich sich darunter ein paar Aufnahmen in Rückprojektion finden, und einen frühen Soundtrack von John Williams, dem später x-fach Oscar-nominierten und fünfmal -prämierten Komponisten solch großer Scores wie die für „Der weiße Hai“, „Star Wars: Episode IV – Eine neue Hoffnung“ und „Schindlers Liste“.

Erstmals auf Blu-ray

Das kleine Label explosive media veröffentlicht „Rancho River“ am gleichen Tag wie zwei andere James-Stewart-Western – ungleich bessere. „The Rare Breed“ lässt sich gut anschauen, hat aber keine bleibende Bedeutung. Stewart-Komplettisten dürfen frohlocken, dass der Film endlich auf Blu-ray lieferbar ist – und das in anständiger Qualität –, in jede Westernsammlung muss er nicht aufgenommen werden.

Die Filme der „James Stewart Western Collection“ von explosive media:

01. Die Uhr ist abgelaufen (Night Passage, USA 1957)
02. Meuterei am Schlangenfluss (Bend of the River, USA 1952)
03. Rancho River (The Rare Breed, USA 1966)

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit James Stewart sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Burnett nimmt einiges auf sich

Veröffentlichung: 10. August 2017 als Blu-ray und DVD, 2. August 2007 und 22. Juli 2004 als DVD (Universal)

Länge: 97 Min. (Blu-ray), 93 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 12
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch
Originaltitel: The Rare Breed
USA 1966
Regie: Andrew V. McLaglen
Drehbuch: Ric Hardman
Besetzung: James Stewart, Maureen O’Hara, Brian Keith, Juliet Mills, Don Galloway, Jack Elam, David Brian, Ben Johnson, Harry Carey Jr., Alan Caillou, Perry Lopez, Gregg Palmer
Zusatzmaterial: Trailer, Artworks, Fotos, Wendecover
Vertrieb: Koch Films

Copyright 2017 by Volker Schönenberger
Fotos & Packshot: © 2017 explosive media / Koch Films

 

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Die Unbesiegten – Wenn Feinde zu Freunden werden

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Western // Echte Männerfreundschaften besiegelt man am besten mit einer kernigen Prügelei. Einige Monate nach Ende des US-Bürgerkriegs geschieht das ausgerechnet bei einer Feier zum Unabhängigkeitstag im Lager von Colonel James Langdon (Rock Hudson). Der Yankee-Colonel John Henry Thomas (John Wayne) hatte dem Treck des Südstaatlers mit seinen Leuten im Kampf gegen Banditen beigestanden. Die Feier artet zu einer Massenschlägerei aus. Während Thomas und sein Trupp eine Herde Pferde nach Mexiko treiben, um sie Kaiser Maximilian I. zu verkaufen, suchen Langdon und die Seinen nach dem verlorenen Krieg in Mexiko eine Zukunft. Dort geraten sie in die Wirren des Interventionskriegs.

Tapfere Recken, wackere Frauen, Pferde, Schießereien, Staub, Ehre, eine Prise Humor – „Die Unbesiegten“ wartet mit vielen Ingredienzien des klassischen Westerns auf. Die beiden Hauptdarsteller Rock Hudson und John Wayne werfen ihr Charisma in die Waagschale und spulen ihr bewährtes Programm routiniert ab, was den Film gut trägt. Zu den großen Klassikern des Genres kann der Film nicht aufschließen, liefert aber knapp zwei Stunden anständige Unterhaltung auf bewährtem Niveau und eine Botschaft der Versöhnung zwischen vormaligen Kriegsgegnern. Das Lexikon des Internationalen Films beurteilt „Die Unbesiegten“ „mit tendenziös-patriotischen Tönen, restaurativen Vorstellungen von Autorität und einer simplen Verherrlichung von Militarismus“. Das ist nicht ganz von der Hand zu weisen, muss in diesem Fall aber nicht weiter stören.

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Feinde auf dem Schlachtfeld, nun Kumpels: Langdon (l.) und Thomas

2005 auf DVD erschienen, ist „Die Unbesiegten“ nun auch als Blu-ray erhältlich. Bild und Ton machen einen sauberen Eindruck, der HD-Transfer erscheint insofern gelungen, ohne Begeisterungsstürme auszulösen. Das Prädikat solide gilt somit sowohl für den Film als auch die Blu-ray-Umsetzung.

Andrew McLaglen inszenierte bis etwa Mitte der 60er-Jahre in erster Linie TV-Serienfolgen, bevor er sich als routinierter Westernregisseur einen Namen machte. Zu seinen besten Filmen zählen „Der Mann vom großen Fluss“ (1965) mit James Stewart, „Der Weg nach Westen“ (1967) mit Kirk Douglas, Robert Mitchum und Richard Widmark, „Bandolero“ (1968) mit James Stewart, Dean Martin und Raquel Welch sowie „Chisum“ (1970) mit John Wayne. Später inszenierte er „Die Wildgänse kommen“ (1978), der mit Stars und packender Action aufwartet, obgleich er ein arg geschöntes Bild des Söldner-Wesens zeichnet – womit wir wieder beim Thema Verherrlichung von Militarismus sind.

John Wayne bei „Die Nacht der lebenden Texte“:

Der große Treck (1930)
Der lange Weg nach Cardiff (1940)
Red River (1948)
Land der tausend Abenteuer (1960)
Die Comancheros (1961)
Die Unbesiegten (1969)
Der letzte Scharfschütze (1976)

Veröffentlichung: 6. Dezember 2013 als Blu-ray und DVD

Länge: 118 Min. (Blu-ray), 113 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 12
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch Italienisch
Untertitel: Deutsch, Englisch für Hörgeschädigte, Französisch, Spanisch, Italienisch, Holländisch
Originaltitel: The Undefeated
USA 1969
Regie: Andrew V. McLaglen
Drehbuch: James Lee Barrett, Stanley Hough (Story), nach einem Roman von Lewis B. Patten
Besetzung: John Wayne, Rock Hudson, Antonio Aguilar, Roman Gabriel, Marian McCargo, Lee Meriwether, Merlin Olsen, Bruce Cabot, Ben Johnson, Dub Taylor
Zusatzmaterial: Original Kinotrailer, spanischer Kinotrailer, portugiesischer Kinotrailer
Vertrieb: Twentieth Century Fox Home Entertainment

Copyright 2013 by V. Beautifulmountain
Fotos & Packshot: © 2013 Twentieth Century Fox Home Entertainment

 

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