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Gewinnspiel: 2 x Antiviral auf Blu-ray

Verlosung

„Antiviral – Setz dir einen Schuss Berühmtheit“ markiert das Regiedebüt von David Cronenbergs Sohn Brandon. Erst sechs Jahre nach seiner Entstehung hat die Busch Media Group den so intelligenten wie bösen SF-Thriller hierzulande auf den Markt gebracht. Das Label hat uns zwei Blu-rays zum Verlosen zur Verfügung gestellt. Dafür herzlichen Dank im Namen der kommenden Gewinnerinnen und Gewinner.

Teilnahmebedingungen

Zwecks Teilnahme am Gewinnspiel begebt Ihr euch zu Lutz R. Bierends Rezension des Films und beantwortet dort (also nicht hier unter dem Gewinnspiel) bis Sonntag, 11. November 2018, 22 Uhr, im Kommentarfeld die Frage am Ende des Textes.

Seid Ihr dazu nicht in der Lage, so schreibt das einfach hin. Alle veröffentlichten Antworten landen im Lostopf. Nicht verzweifeln, wenn Ihr euren Kommentar nicht sogleich erblickt – aus Sicherheitsgründen schalten wir ihn erst frei. Das ist aber Formsache.

Folgt „Die Nacht der lebenden Texte“!

Wollt Ihr kein Gewinnspiel und keine Rezension verpassen? Folgt „Die Nacht der lebenden Texte“! Entweder dem Blog direkt (in der rechten Menüleiste E-Mail-Adresse eintragen und „Folgen“ anklicken) oder unserer Facebook-Seite.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen

Teilnahmeberechtigt sind alle, die eine Versandanschrift innerhalb Deutschlands haben oder bereit sind, die Differenz zum Inlandsporto zu übernehmen. Für Transportverlust übernehme ich keine Haftung (verschicke aber sicher verpackt und korrekt frankiert). Gewinnerinnen oder Gewinner, die sich drei Tage nach meiner zweiten Benachrichtigung nicht gemeldet haben, verlieren den Anspruch auf die Blu-ray. In dem Fall lose ich unter den leer ausgegangenen Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen neuen Namen aus.

Autorinnen und Autoren von „Die Nacht der lebenden Texte“ sowie deren und meine Familienmitglieder dürfen leider nicht mitmachen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner werde ich im Lauf der Woche nach Ende der Frist bekanntgeben, indem ich diesen Text um einen Absatz ergänze, und sie auch per E-Mail benachrichtigen.

Eins noch: Zwar bringt es mir Spaß, Filme unter die Leute zu bringen, weil sich die überwältigende Mehrzahl der Gewinnerinnen und Gewinner aufrichtig freut und höflich bedankt. Dennoch geht der Versand etwas ins Geld, zumal „Die Nacht der lebenden Texte“ nach wie vor keinen Cent Ertrag abwirft (die unten ab und zu eingeblendete Werbung schaltet WordPress). Daher: Auf völlig freiwilliger Basis darf mir jede/r Gewinner/in gern anbieten, das Porto in Höhe von 1,45 Euro zu übernehmen – oder höher beim Wunsch nach versichertem Versand. Gebt mir das aber bitte nicht schon im Kommentar mit eurer Antwort bekannt, sondern erst im Gewinnfalle. Ich will nicht in Verdacht geraten, die Sieger danach zuzuteilen.

Gewonnen haben

– Remco Berents,
– Edgar Müller.

Herzlichen Glückwunsch! Ihr werdet benachrichtigt.

Die Rezension von „Antiviral – Setz dir einen Schuss Berühmtheit“ findet Ihr auch hier.

Copyright 2018 by Volker Schönenberger

 

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Antiviral – Setz dir einen Schuss Berühmtheit: In großen Fußstapfen

Antiviral

Von Lutz R. Bierend

SF-Thriller // Es muss schon schwer sein, wenn man als Spross von berühmten Eltern ins Rampenlicht treten möchte. Zu verführerisch ist für Kritiker der Vergleich mit dem berühmten Verwandten. Nicolas Cage änderte deshalb gleich seinen Nachnamen Coppola, um nicht nicht die Vorwürfe seiner Cousine Sofia zu hören, deren Rolle in „Der Pate – Teil III“ nur der Tatsache zugeschrieben wurde, dass ihr Vater der legendäre Regisseur war. Besonders schwer wird es, wenn die Kinder auch noch im selben Beruf wie der berühmte Verwandte ihre Lorbeeren verdienen wollen (in der Hinsicht hat sich Sofia 2003 mit „Lost in Translation“ immerhin etwas freigeschwommen).

Als Regiedebüt prämiert

Dieser Aufgabe hatte sich Brandon Cronenberg bereits 2012 gestellt, als er mit seinem „Antiviral“ nach eigenem Drehbuch aus dem Schatten seines Vaters David heraustrat. Mit der Busch Media Group hat sich jetzt endlich jemand gefunden, der Cronenberg Juniors Langfilm-Regiedebüt sechs Jahre nach seiner Erstaufführung auch dem deutschen Publikum näherbringt. Erstaunlich, dass dies so lange gedauert hat, hatte „Antiviral“ bei den Filmfestspielen doch sogar in Cannes seine Premiere in der Certain Regards Section und war dort für die Camera d‘Or als bestes Debüt nominiert. Bei drei weiteren Festivals hat er sogar die Preise für das beste Regiedebüt gewonnen (u. a. beim Toronto International Film Festival und beim Sitges). Eigentlich ein Armutszeugnis für die deutsche Filmlandschaft. Allerdings muss man auch sagen, dass Brandon der Erwartung des Publikums durch seinen Vater David wenigstens in einem Punkt sehr gerecht wird: „Antiviral“ ist nicht leicht zu verdauen, ebenso wie viele Filme seines Vaters, die zwar eine unglaubliche visuelle Kraft und viel Spielraum für Interpretation lassen, aber auch schwere Kost sind. Selbst Fans des Body Horrors von David Cronenberg sind fast erleichtert, wenn Max Renn in „Videodrome“ (1983) das Publikum nach 89 Minuten mit seinem Selbstmord endlich aus dem Kinosaal entlässt. Von dem Gynäkologen-Horror von „Die Unzertrennlichen“ (1988) wollen wir da ebenso wenig reden und wie über den vielfach verbotenen „Crash“ (1996), über den Roger Ebert treffend sagte: I admired it, although I cannot say I „liked“ it.

Die schöne Hannah Geist und das Biest Syd March, der ihre Krankheiten vermarktet

„Antiviral“ erzählt von einer degenerierten Gesellschaft, in der das Leben der Menschen so sinnentleert ist, dass sie sich nur noch am Dasein der Stars ergötzen. Das endet hier nicht in sozialpornografischen Fernsehformaten wie dem „Dschungelcamp“, sondern in der Lucas Clinic. Hier können sich Fans die Krankheiten ihrer Idole injizieren lassen. Der Exklusiv-Vertrag mit Hannah Geist (Sarah Gadon, „Das 9. Leben des Louis Drax“), einer Art Scarlett Johansson dieses Universums, lässt die Kassen klingeln, und an den Kopierschutz wurde auch gedacht. All die Viren, welche von den Berühmtheiten eingesammelt wurden und als Kulturen gehalten werden, sind dank spezieller Behandlung nicht mehr ansteckend. Wer also den Herpes-Simplex-Virus von Hannah Geist erhalten will, muss für die Spritze schon zahlen, um die authentischen Lippenbläschen des Stars zu bekommen. Einfach nur einen anderen Nerd küssen, der seine Starentstellung zur Schau stellt – das hilft nicht.

Herpes vom Star

Syd March (Caleb Landry Jones, „Get Out“) ist Angestellter der Lucas Clinic und überzeugt die Fans, für das bisschen extra Verbundenheit mit den Stars die Brieftasche aufzumachen. Wo genau muss man die Herpesspritze ansetzen, damit die Erkrankung genauso aussieht, als rühre sie von einem echten Kuss Hannah Geists her? Dafür muss man schon arg besessen sein.

In der Klinik gibt es eine strenge Überwachung der Mitarbeiter, damit das infektiöse Material nicht herausschmuggelt und auf eigene Rechnung verkauft werden kann. An das Originalmaterial kommt niemand ran, denn Syds Kollege Derek Lessing (Reid Morgan) ist der einzige, der Hannahs Viren einsammeln darf. Aber Syd hat einen Weg gefunden, trotzdem etwas Geld zu machen: Von den Spritzen der Kunden spritzt er sich die Reste der Promiviren selbst, auf diese Weise vermehrt er die Erreger in seinem eigenen Körper. Das Ergebnis verkauft er auf dem Schwarzmarkt an Arvid (Joe Pinge), der in Astral Bodies arbeitet, einem Fleischmarkt für die Berühmtheiten, wo aus einzelnen Zellen der Stars Steaks für die Fans gezüchtet werden. Zugegeben, ein argentinisches Rindssteak sieht leckerer aus, aber solange man Originalzellen ihres Hollywood-Stars essen kann, stört es doch nicht, wenn diese wie überlagertes Tofu aussehen. Und die Diskussion, ob das nun Kannibalismus ist, wird ja auch überbewertet. Immerhin wird hierfür niemand in Massentierhalten zur Schlachtbank geführt.

Genau zielen, damit die Herpesbläschen auch an der richtigen Stelle sitzen

Als Derek beim Schmuggeln und Verkaufen von Hannahs Viren erwischt wird, tut sich für Syd eine Chance auf: Er wird zu Hannah geschickt, um dort ihren neuesten Infekt zu ernten, der sie gerade ans Bett fesselt. Im Überschwang der Begeisterung nimmt er etwas mehr Blut ab und spritzt es sich auf dem Heimweg sogleich, in der Hoffnung, diesmal etwas Geld extra zu machen. Dummerweise handelt es sich nicht um einen einfachen Herpesvirus, sondern eine Krankheit, die ihn auf einen üblen halluzinatorischen Trip schickt. Und als er am Morgen schwer krank aufwacht, ist Hannah Geist tot. Als einziger lebender Träger dieses Promivirus wird Syd plötzlich zum vielgesuchten Mann.

Die Bürde des großen Vaters

Wie schon erwähnt: Es ist bestimmt nicht einfach, in ein Geschäft einzusteigen, in dem bereits der Vater sein Revier mit einer ganz eigenen Handschrift markiert hat.
Glücklicherweise hat David Cronenberg mit seinem Regiedebüt „Stereo“ (1969) und anderen Frühwerken durchaus Luft nach oben gelassen. Eine Chance, die George Cameron Romero beispielsweise kaum hatte, hatte sein Vater George A. Romero doch gleich mit seinem Erstling ein ganzes Genre umgekrempelt und mit „Die Nacht der lebenden Toten“ (1968) einen Klassiker geschaffen. Cronenberg hingegen hat erst später mit den genannten „Videodrome“ „Die Fliege“, „Crash“ und „The Naked Lunch“ und auch den – leider weit unter wert gelaufenen – Science-Fiction-Film „eXistenZ“(1999) sein wahres Potenzial als visionärer Regisseur entfaltet. Insofern ließ er seinem Sohn eine gute Chance, die Erwartungen in sein Debüt zu erfüllen.

Mit einem Erstling wie „Antiviral“ kann Papa David stolz auf seinen Sohn sein. Verglichen mit Davids Frühwerk ist „Antiviral“ eine Offenbarung und selbst im Verhältnis zu seinem Spätwerk schlägt er sich äußerst wacker. Fans von David Cronenberg sollten dem Film definitiv eine Chance geben, nicht nur weil Brandon auch dem Body Horror seines Vaters frönt und mit ekligen Körperflüssigkeiten nicht geizt.

Vom „Dschungelcamp“ zu „Antiviral“

Wenn „Antiviral“ vorgeworfen wurde, dass er eine unangenehme Kälte ausstrahlt und seine Charakteren Tiefe fehlt, dann wirkt dies (ähnlich wie in David Cronenbergs „Crash“) durchaus beabsichtigt und passend für eine Welt, dessen Gesellschaft so sinnentleert und entfremdet ist, dass ihre Einwohner ihrem Leben überhaupt nur noch anhand der Identifikation mit irgendwelchen Berühmtheiten Inhalt und Sinn geben können. Das ist zwar so unangenehm, dass es fast weh tut, aber wenn man sich ansieht, dass es selbst Formate wie „Dschungelcamp“, „Germany’s Next Topmodel“ und „Deutschland sucht den Superstar“ immer noch schaffen, nicht nur die Twittertrends zu beeinflussen, sondern auch in den ernst zu nehmenden Medien Aufmerksamkeit generieren, die sich nicht nur auf der Metaebene der Kritik darstellt, dann legt Brandon Cronenberg den Finger genau dahin, wo es wehtut. „Antiviral“ ist eine zynische Überspitzung einer sinnentleerten Gesellschaft, deren Bevölkerung zum Konsum herangezogen wurde. Der Fankult, welcher Stars zu gottgleichen Gestalten erhebt, ist ein perfekter Ausdruck der inneren Leere von Menschen, deren Leben ohne diesen Konsum wertlos geworden ist. Wenn „Antiviral“ wehtut, dann weil Brandon Cronenberg mit seinem Gesellschaftsbild leider nicht so weit von unserer Realität entfernt ist. Auch wenn die radikal unangenehme Stimmung, die der SF-Thriller verbreitet, vermutlich eher in den 70ern erfolgversprechend gewesen wäre, wo ähnlich schmerzhafte Dystopien wie „Uhrwerk Orange“ noch Kassenschlager werden konnten und ein nicht ganz so ekliger, aber auch nicht sehr optimistischer Film wie „THX 1138“ immerhin die Grundlage für die Karriere eines George Lucas bilden konnte. Bedauerlich, denn auch unsere Wohlfühlgesellschaft, in der Kino hauptsächlich der harmlosen Unterhaltung dient, könnte etwas mehr von dieser subversiven Botschaft vertragen. Welche unangenehm schmerzhaften Dystopien könnt Ihr empfehlen?

Hannah Geist sah attraktiver aus, als Syd sich die Viren aus ihren Venen zog

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Malcolm McDowell sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Veröffentlichung: 19. Oktober 2018 als Blu-ray und DVD

Länge: 107 Min. (Blu-ray), 103 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: keine
Originaltitel: Antiviral
KAN/F 2012
Regie: Brandon Cronenberg
Drehbuch: Brandon Cronenberg
Besetzung: Caleb Landry Jones, Lisa Berry, Sarah Gadon, Malcolm McDowell
Zusatzmaterial: Trailershow, Wendecover
Label: Busch Media Group
Vertrieb: Al!ve AG

Copyright 2018 by Lutz R. Bierend
Szenenfotos: © 2018 Busch Media Group

 
 

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