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Brian De Palma (IX): Femme Fatale – Neo-noir-Thriller in Perfektion

Femme Fatale

Von Tonio Klein

Thriller // Film im Film, allenthalben. Eine Femme fatale namens Laura Ash (Rebecca Romijn-Stamos) schaut im Fernsehen einer Femme fatale Namens Phyllis Dietrichson zu. Alles hat Bedeutung, auch die eher beiläufig scheinende Frage von Lauras Ganovenkumpel, ob sie noch träume – denn sie müsse sich nun endlich für einen geplanten Raubzug fertigmachen. Dieser zeigt schon wieder einen Film im Film, denn er findet bei einer Premiere auf den Festspielen von Cannes statt. Immer wieder zeigt Regisseur und Drehbuchautor Brian De Palma Bilder von Cannes-Filmvorführungen so, dass sie das ganze Bild füllen – man kann also durchaus einmal die Orientierung verlieren zwischen den Ebenen, die der Regisseur lustvoll mischt. Damit sind wir aber auch wieder ganz auf der De-Palma-Ebene, die wir kennen und die ihn zum Meister gemacht hat. 2002 bereits zum Altmeister.

Diamant-BH in Schlangenform

Im vorliegenden Neo-noir-Thriller gibt er noch einmal alles. Der Raubzug (dass es um einen diamantenbesetzten Pseudo-BH in Schlangenform geht, ist in einem Film mit einer weiblichen falschen Schlange vielsagend) besteht aus komplizierter Planung, komplizierter Ausführung, komplizierten Kamerapositionen und -schwenks, jeder Menge Schein und Sein sowie jeder Menge heißer Erotik. Lange Szenen zu einer bestimmten Musik zu einer fast kompletten Ausblendung von Dialog gab es schon in De Palmas früheren Werken, er nannte das einen „großen Tango“ und inszenierte so etwas immer wie einen Tanz, eine Sinfonie aus Bewegung der beteiligten Personen. Zurückzuführen ist dies alles vermutlich auf Hitchcocks „Vertigo – Aus dem Reich der Toten“ (1958). Diesmal ist aus dem großen Tango ein großer Bolero geworden, wie nur De Palma das unverwechselbar inszenieren kann. Anklänge an Billy Wilders „Frau ohne Gewissen“ („Double Indemnity“, 1944, genau, der mit Phyllis Dietrichson, den Laura am Anfang guckt) gibt’s als Sahnehäubchen, wenn eine Katze kurzzeitig den Raubzug behindert. Genau wie beim zunächst nicht anspringenden Motor in Wilders Film-noir-Klassiker fiebern wir derart mit, dass wir bei der spannenden Retardierung automatisch auf der Seite der Bösen sind und uns erst anschließend darüber klar werden, dass wir dies doch eigentlich gar nicht sein sollten.

Laura über der Seine

Bei dem Raub legt Laura ihre Kumpane aufs Kreuz, woraufhin sie in Paris untertaucht. In einer etwas abstrus anmutenden Geschichte wird sie von einem Ehepaar für dessen Tochter Lily gehalten, der sie zum Verwechseln ähnlich sieht. Schließlich kann Laura Lilys Identität annehmen und eine neue Existenz an der Seite eines US-Diplomaten (Peter Coyote) beginnen. Sieben Jahre später, im Jahr 2008, wird dieser Mann Botschafter in Paris und Gattin Laura alias Lily muss sich wieder in ihre Vergangenheit begeben. Hier kommt Fotograf Nicolas Bardo (Antonio Banderas) ins Spiel, den wir kurz schon einmal 2001 kennengelernt hatten. Von seinem Balkon aus stellt er eine Collage von Fotos von immer demselben Pariser Kirchplatz zusammen, aber weil er davon nicht leben kann, muss er Paparazzo-Aufträge annehmen. Für ein Bild der geheimnisvollen Botschaftergattin wird viel geboten, aber dieses Bild, welches Nicolas tatsächlich zu schießen gelingt, ruft Lauras alte Feinde auf den Plan. Weil Laura jedoch genauso berechnend wie sexy ist, hat sie Nicolas (Womanizer Banderas ist genial gegen den Strich besetzt) bald am Haken und verwickelt ihn in eine abgefeimte, arg überkonstruierte Entführungsgeschichte. Ein sexy Strip Lauras in dieser Phase fällt ein wenig aus dem Rahmen und erweckt den Verdacht, De Palma habe sich hier schlicht auch mal als Mann ein wenig gehen lassen.

Erotik für den Mann

Vom Inhalt her ist so manches seltsam – aber alles sehr stylish. De Palma wusste schon immer, wie man Atmosphäre, Spannung und (den Mann ansprechende) Erotik filmt. So ist beispielsweise ein Supermodel nicht nur todschick, wenn es mit wenig Stoff und viel wiggle walk in Cannes defiliert, sondern auch, wenn es später in Military-Look mit sehr hohen Stiefeln und sehr kurzer Hose in Zeitlupe vor Verfolgern flüchtet, wobei wir nur die Beine sehen. Obwohl hier vieles aussieht, als sei es aus purer Lust des Schauens (und der „Fleischbeschau“) eingefügt worden, geht „Femme fatale“ weit darüber hinaus. Natürlich wird sich das Spiel mit Noir-Zitaten fortsetzen, zum Beispiel wenn sich Laura als „bad, bad girl“ bezeichnet. So archetypisch-übertrieben wie sie ist schon der eindeutige Filmtitel!

Das Puzzle der Blicke zusammensetzen: Nicolas Bardo ist ein Suchender

Die sehr oft präsente, streicherdominierte und manchmal in Synkopen spielende Musik von Ryuchi Sakamuto erinnert – zumal oft zu langen, dialoglosen Sequenzen – dann wieder an Hitchcock, dito diverse 360-Grad-Schwenks; dies alles scheint genauso von „Vertigo“ zu stammen wie die ungewöhnliche Fotografie einer sich drehenden Spiralform. Dies alles ist viel mehr als pure Zitierlust; die Spiralform gehört beispielsweise zu einem Flugzeugpropeller, der Lauras Leben gewaltig durcheinanderwirbeln wird; diverse (Zeitlupen-)Stürze lassen sie „den Boden unter den Füßen verlieren“ und erinnern natürlich ebenfalls an „Vertigo“. Die Rundumschwenks bestätigen schließlich: De-Palma-Filme sind oft auch welche über das Sehen selbst, über die Frage, wie man sich im Kino und im Leben „ein Bild macht“ von der Welt. Die Kamera scheint uns einen Rundumblick zu verschaffen und lässt das Schauen dennoch mühselig erscheinen beziehungsweise erschwert uns die Orientierung. Oftmals haben wir durch solche Rundumblicke oder auch durch den Einsatz des Split Screens den handelnden Personen etwas voraus – dennoch lässt uns der Regisseur große Unsicherheiten. Mühsam müssen wir uns „ein Bild machen“ und ein Puzzle zusammensetzen, so wie Bardos puzzle-artige Collage sicherlich auch als Allegorie zu verstehen ist. Außerdem fällt auf, dass wir bei allem visuellen Reichtum immer wieder „geblendet“ und für die Gesamtzusammenhänge blind gemacht werden. Obwohl ich diesen Film ohne Bedenken als Neo-Noir bezeichnen würde, gibt es auffällig viele extrem helle Bilder – Bilder des gleißenden Lichts und des Gegenlichts, in denen wir und auch handelnde Personen so geblendet werden, dass wir und sie nichts mehr sehen, im wörtlichen wie übertragenen Sinne; dazu entgegengesetzt wiederum, dass beim Raub in einem entscheidenden Moment das Licht ausgeht.

Bei De Palma gibt es keine Zufälle

Also sollten wir den vorgeblichen Erklärungen und visuellen Überblicken wohl besser misstrauen! Es stellen sich aber auch einfach zu viele Ungereimtheiten ein; einige sind sehr leicht, andere schwer zu bemerken. Mehrmaliges Sichten von „Femme Fatale“ führt unbedingt zur Bereicherung! Warum hat sich bei dem arbeitslosen Bardo zwischen 2001 und 2008 offenbar so gar nichts verändert, warum ist er immer noch auf seinem Balkon und sucht das perfekte letzte Verbindungsstück (zu seiner Collage, aber hier ist immer alles auch im übertragenen Sinne gemeint)? Warum hat ein Gangster nach sieben Jahren Knastaufenthalt immer noch das blutige Hemd vom ursprünglichen Raubzug an? Warum steht das Model, das entweder Opfer oder Komplizin von Laura ist, nach sieben Jahren immer noch auf den Military-Look und hat die Kleidung nicht gewechselt? Warum findet man im Jahr 2008 noch Preisauszeichnungen in französischen Francs? Warum sieht ein Barkeeper, der Bardo 2008 Zigaretten verkauft, einem Sicherheitsbeamten von Cannes 2001 so verdammt ähnlich? Warum ist Laura nackt in der Seine, nachdem sie angezogen hineingeworfen wurde? Die Antwort kennt nur … nein, nicht der Wind, sondern das Wasser. Wasser und die Farbe Blau sind in einigen Szenen ungemein wichtig; da gibt es das dramatische Finale (aber noch vor einer wichtigen Coda) über und in der Seine; ferner eine Szene in einem blau tapezierten Raum, in dem wir Spiegelungen des heftigen, am Fenster abfließenden Regens sehen. Hier wird Laura von Lilys Eltern untergebracht, die sie für ihre Tochter halten. Mit dem Wasser kann sich Laura (vielleicht) reinwaschen, ihr bisheriges Leben wegspülen und eine neue Identität beginnen. Dies erledigt sie sogleich … in einer vollen Badewanne. Die Uhr zeigt auffällig 15.33 Uhr – eine Zeit, die sieben Jahre später noch einmal bei einem Verhör Bardos in einem Polizeirevier auf der Wanduhr zu sehen sein wird, die nicht weiter zu ticken scheint. Überkonstruierter Zufall? De Palma überlässt nichts dem Zufall! Das Leben wird um 15.33 Uhr weggespült und ein neues beginnt. Interessanterweise nicht sofort, sondern Laura muss zu diesem Zweck eine Entscheidung fällen, die in diesen künstlichen, bösen Thriller eine überraschende moralische Komponente bringt. Während des Entscheidungsprozesses wieder so ein irreales, aber kongeniales Bild: Ein eher beiläufig gezeigtes Aquarium läuft ebenso über wie die Badewanne. Warum sollte es dies eigentlich? Lauras Leben kann seine vorgesehenen Bahnen verlassen, und das Leben der echten Lily hat mit allem eine ganze Menge zu tun.

Der Fotograf trifft auf Laura in Weiß

Der letzte Akt (Achtung, ein paar Spoiler) hat mich sehr an den hochinteressanten, ungewöhnlichen Noir „The Chase“ (1946) erinnert. Es werden Wasser (Ende) und Wasser (Anfang) zu einem Schlussakt zusammengeführt, der noch einmal einen Zeitsprung zurück macht und eine Alternative anbietet. Laura entscheidet sich diesmal in der moralischen Frage anders – und die Geschichte nimmt dergestalt ihren Lauf, dass wir sehen, wie winzige Veränderungen entscheidenden Einfluss haben und letztlich alles umkrempeln können. Genial und meines Erachtens zutiefst wahr. Immer noch nicht realistisch, aber als Allegorie perfekt und die Fragen der ersten Akte beantwortend. Die Vielzahl von Plakaten – offenbar zu einer Ausstellung – mit der Aufschrift „Déjà Vue“ erklärt sich nun ebenfalls. Das Finale glaubt aber weniger an vorherbestimmtes Schicksal als immer noch an Zufälle und immer noch an einer diesmal besonders wichtigen Stelle ans Geblendetwerden. Nur dass diese Zufälle eben bei anderen Vorgaben ganz anders eintreten können. Umso schöner, wenn sich diese Zufälle am Ende so auflösen, dass Bardo sein Puzzle endlich fertigstellen kann und ein Café, das wir schon Dutzende Male gesehen haben, sich erstmals mit dem Namen „Le Paradis“ zu erkennen gibt. Aber keinesfalls zwingend, denn obwohl am Ende eine gute Tat belohnt wird, hat De Palma einmal den fiesen Satz aus „The Chase“ übernommen, dass jede gute Tat bestraft werde. Am Ende haben also alle Glück gehabt. Besonders die Zuschauer, dass es einen solchen Glücksgriff von einem Film gibt. Einerseits zitatenreich, nostalgisch und bewusst auf eklektizistische Oberflächenreize setzend. Andererseits von großer Eigenständigkeit und Hintersinnigkeit. Damit ein Film, wie man ihn nie gesehen hat, obwohl man sich gerade auch an den Elementen erfreut, die man in älteren Filmen schon gesehen hat – nicht zuletzt De Palmas eigenen. Eines seiner besten Werke!

Ein ganzer Film in einem Trailer

Auf der technisch guten DVD sticht neben dem kurzen Making-of ausgerechnet der naturgemäß noch kürzere Trailer heraus, der in ungewöhnlich eigenständiger Weise unterstreicht, dass dies neben vielem anderen ein Film über das Sehen und die Wahrnehmung selbst ist. Man sieht allen Ernstes den GESAMTEN Film – in Zeitraffer, nur selten verlangsamt. Am Ende heißt es: „You’ve just watched ,Femme Fatale‘. Didn’t get it? Try again!“ De Palmas Filme lohnen immer einen zweiten Blick, und der Mann kümmert sich auch noch um den Trailer, um das zu unterstreichen – wunderbar!

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von Brian De Palma haben wir in unserer Rubrik Regisseure aufgelistet, Filme mit Antonio Banderas unter Schauspieler.

Du, die Wanne ist voll

Veröffentlichung: 24. Januar 2013 als DVD

Länge: 110 Min.
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch
Originaltitel: Femme Fatale
F/CH 2002
Regie: Brian De Palma
Drehbuch: Brian De Palma
Besetzung: Rebecca Romijn, Antonio Banderas, Peter Coyote, Eriq Ebouaney, Edouard Montoute, Edouard Montoute, Rie Rasmussen, Thierry Frémont, Gregg Henry
Zusatzmaterial: Making-of, Trailer
Label/Vertrieb: Studiocanal Home Entertainment

Copyright 2020 by Tonio Klein

Szenenfotos & Packshot: © 2013 Studiocanal Home Entertainment

 
 

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Automata – Die Grenzen der menschlichen Existenz

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Autómata

Von Andreas Eckenfels

SF-Thriller // Die Zukunft wird heiß. Verdammt heiß. Nach verheerenden Sonnenstürmen kamen 99,7 Prozent der Erdbevölkerung ums Leben, große Teile der Oberfläche sind radioaktiv verseucht. Die restlichen 21 Millionen Menschen haben sich im Jahr 2044 in Großstädte geflüchtet, wo sie unter einer schützenden Kuppel ihr Dasein fristen. Um die Erde wieder bewohnbar zu machen, hat der Konzern ROC Robots elektronische Helfer entwickelt: Roboter, die fleißig ihre Arbeit inner- und außerhalb der Mauern verrichten und dabei so programmiert sind, dass sie zwei Regeln niemals brechen können.

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Versicherungsagent Jacq untersucht defekte Roboter

Zum einen dürfen sie niemals einem anderen Lebewesen Schaden zufügen, zum anderen dürfen sie sich nicht selbst oder andere Roboter modifizieren. Als Polizist Sean Wallace (Dylan McDermott) einen Roboter aus dem Verkehr zieht, der angeblich das zweite Gesetz gebrochen hat, wird Versicherungsagent Jacq Vaucan (Antonio Banderas) beauftragt, die Ursache zu erforschen.

„Blade Runner“ lässt grüßen

Nicht nur die Figur Jacq Vaucan erinnert an Replikantenjäger Rick Deckard, auch die düsteren Bilder, der Dauerregen und die überdimensionalen Werbetafeln können nicht verhehlen, dass „Blade Runner“ für Regisseur Gabe Ibáñez ein großes Vorbild war. Doch wollen wir dies dem Spanier nicht verübeln. Auch zahlreiche andere Science-Fiction-Filme bedienten sich schon bei Ridley Scotts Klassiker. Die vertraute Stimmung schwenkt spätestens in der zweiten Hälfte um, wenn es für Antonio Banderas nach draußen in die postapokalyptische Wüstenlandschaft geht.

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Cop Sean erschießt einen Roboter, der sich verbotenerweise selbst repariert hat

Regisseur Ibáñez entwickelte unter anderem die Effekte für „El día de la bestia“ und „Perdita Durango“ von Kultregisseur Álex de la Iglesia. Da verwundert es nicht, dass besonders die visuelle Umsetzung und die animatronischen Roboter die großen Pluspunkte von „Automata“ darstellen. Wenn man bedenkt, dass das Budget gerade mal sieben Millionen US-Dollar betragen hat, ist es sehr beachtlich, was Ibáñez da
auf die Leinwand zaubert. Dazu konnte er mit Antonio Banderas einen zugkräftigen Namen und verlässlichen Darsteller verpflichten. Nur warum musste der spanische Star zusätzlich seiner Noch-Ehefrau Melanie Griffith eine Nebenrolle verschaffen? Mit ihrer Botox-Mimik wirkt sie emotionsloser als die Roboter in „Automata“.

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Jacq kommt mitten in der Wüste …

Bei der Geschichte bedient sich Ibáñez neben „Blade Runner“ auch an „I, Robot“ und damit natürlich bei bekannten Motiven dessen Autors Isaac Asimov, etwa den von ihm entwickelten Robotergesetzen. Es geht wie so häufig um die Grenzen der menschlichen Existenz und was darüber hinaus kommen könnte. Auch wenn die Charaktere eindimensional bleiben und die Drehbuchautoren gegen Ende unnötige Actionszenen und einen Verschwörungsplot einbauen, können Science-Fiction-Freunde bei „Automata“ nicht viel falsch machen.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Antonio Banderas haben wir in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

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… einem gefährlichen Geheimnis auf die Spur

Veröffentlichung: 28. April 2015 als Blu-ray und DVD

Länge: 110 Min. (Blu-ray), 106 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 12
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: keine
Originaltitel: Autómata
BUL/SP 2014
Regie: Gabe Ibáñez
Drehbuch: Gabe Ibáñez, Igor Legarreta, Javier Sánchez Donate
Besetzung: Antonio Banderas, Birgitte Hjort Sørensen, Robert Foster, Melanie Griffith, Dylan McDermott, Tim McInnerny
Zusatzmaterial: Trailer, Trailershow, Wendecover
Vertrieb: EuroVideo

Copyright 2015 by Andreas Eckenfels

Fotos, Packshots & Trailer: © 2015 EuroVideo

 

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The Expendables 3 – Moorhühner und Altstars

The_Expendables_3-Poster

The Expendables 3

Kinostart: 21. August 2014

Von Florian Schneider

Action // Mit der Expendables-Serie hat sich Sylvester Stallone sicherlich einen Gefallen getan, wurde damit doch ein lukratives Vehikel für rasante Actionfahrten auf die Straße gebracht. Immer auf dem Beifahrersitz: zahlreiche Testosteronstars aus den guten alten 80ern. Doch beim inzwischen dritten Teil der Ballersaga hat sich Stallone verkalkuliert. Beherrschte bei den beiden Vorgängern noch kompromisslose Action für mitgealterte Fans (also Erwachsene) die Szenerie, was sich auch in den Altersfreigaben wiederfand, so musste bei „The Expendables 3“ unbedingt eine PG-13 für den US-Markt her. Ein Fehler, wie das desaströse Startwochenende in den USA eindeutig zeigt.

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Zielsicher: Lee Christmas

Blutarme Action

Das Grundproblem liegt dabei paradoxerweise nicht etwa im Verzicht auf Action – davon gibt es jede Menge, ja fast ermüdend viel –, sondern gerade im Festhalten am bewährten Konzept unter Subtraktion drastischer Gewaltdarstellung. So erinnert das ausufernde Finale, als die Expendables gegen eine ganze Armee antreten müssen, eher an Moorhuhnschießen als an die finalen Schlachten der Vorgängerfilme oder ihrer Vorbilder aus den 80ern („Phantom Kommando“, „Rambo III“). Natürlich taugten diese Sequenzen bereits früher nicht als wirkliche Höhepunkte innerhalb des Actiondiskurses, aber wenigstens durften die Helden (und vor allem ihre Gegner) noch ordentlich bluten.

Darüber hinaus darf bezweifelt werden, ob diese Akte des massenhaften Tötens ohne die Darstellung des Sterbens oder wenigstens des angedeuteten Leidens für jugendliche Konsumenten tatsächlich weniger ungeeignet sind als jene Darstellung direkter Gewalt, die von den erwachsenen Fanscharen erwartet werden. Auch der Versuch, sich mittels Erweiterung des Altstar-Ensembles durch junges Blut (beispielsweise mit der Mixed-Martial-Arts-Kämpferin Ronda Rousey) einem jüngeren Publikum anzubiedern, ist leicht zu durchschauen und steigert die Qualität des Filmes in keiner Weise.

Bei der Altstarparade diesmal Gibson, Banderas, Snipes, Ford

Anschauen kann man sich „The Expendables 3“ trotzdem, denn er ist immer dann gut, wenn er seine Vorgängerfilme wörtlich zitiert, also die bewährten Verfahrensweisen unverändert übernimmt – und das tut er zum Glück dann doch ab und zu. Eine Regel der Serie ist beispielsweise, dass die Starparade weitergehen muss, weshalb sowohl Mel Gibson als Bösewicht als auch Wesley Snipes, Antonio Banderas (!) und Harrison Ford als taffe Söldner glänzen dürfen – dies alles mit dem gewohnten Augenzwinkern und selbst beim Sterben mit einem coolen Spruch auf den Lippen.

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Nicht aufzuhalten: Barney Ross

Ach ja, die Story: Die Expendables um Anführer Barney Ross (Sylvester Stallone) jagen den bösen Waffenhändler Stonebanks (Mel Gibson), weil er einen der Ihren angeschossen hat, obwohl er früher selbst mal zum Team gehörte.

Zur Parallel-Rezension von Matthias Holm geht’s hier. Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Natalie Burn haben wir in unserer Rubrik Schauspielerinnen aufgelistet, Filme mit Antonio Banderas, Harrison Ford, Mel Gibson, Dolph Lundgren, Arnold Schwarzenegger, Sylvester Stallone und Jason Statham unter Schauspieler.

Länge: 103 Min.
Altersfreigabe: FSK 16
USA 2014
Regie: Patrick Hughes
Drehbuch: Sylvester Stallone, Creighton Rothenberger, Katrin Benedikt
Besetzung: Sylvester Stallone, Jason Statham, Harrison Ford, Arnold Schwarzenegger, Mel Gibson, Jet Li, Wesley Snipes, Dolph Lundgren, Randy Couture, Terry Crews, Kelsey Grammer, Antonio Banderas, Kellan Lutz, Robert Davi, Natalie Burn
Verleih: Twentieth Century Fox

Copyright 2014 by Florian Schneider

Filmplakat, Fotos & Trailer: © 2014 Twentieth Century Fox

 

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