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Automata – Die Grenzen der menschlichen Existenz

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Autómata

Von Andreas Eckenfels

SF-Thriller // Die Zukunft wird heiß. Verdammt heiß. Nach verheerenden Sonnenstürmen kamen 99,7 Prozent der Erdbevölkerung ums Leben, große Teile der Oberfläche sind radioaktiv verseucht. Die restlichen 21 Millionen Menschen haben sich im Jahr 2044 in Großstädte geflüchtet, wo sie unter einer schützenden Kuppel ihr Dasein fristen. Um die Erde wieder bewohnbar zu machen, hat der Konzern ROC Robots elektronische Helfer entwickelt: Roboter, die fleißig ihre Arbeit inner- und außerhalb der Mauern verrichten und dabei so programmiert sind, dass sie zwei Regeln niemals brechen können.

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Versicherungsagent Jacq untersucht defekte Roboter

Zum einen dürfen sie niemals einem anderen Lebewesen Schaden zufügen, zum anderen dürfen sie sich nicht selbst oder andere Roboter modifizieren. Als Polizist Sean Wallace (Dylan McDermott) einen Roboter aus dem Verkehr zieht, der angeblich das zweite Gesetz gebrochen hat, wird Versicherungsagent Jacq Vaucan (Antonio Banderas) beauftragt, die Ursache zu erforschen.

„Blade Runner“ lässt grüßen

Nicht nur die Figur Jacq Vaucan erinnert an Replikantenjäger Rick Deckard, auch die düsteren Bilder, der Dauerregen und die überdimensionalen Werbetafeln können nicht verhehlen, dass „Blade Runner“ für Regisseur Gabe Ibáñez ein großes Vorbild war. Doch wollen wir dies dem Spanier nicht verübeln. Auch zahlreiche andere Science-Fiction-Filme bedienten sich schon bei Ridley Scotts Klassiker. Die vertraute Stimmung schwenkt spätestens in der zweiten Hälfte um, wenn es für Antonio Banderas nach draußen in die postapokalyptische Wüstenlandschaft geht.

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Cop Sean erschießt einen Roboter, der sich verbotenerweise selbst repariert hat

Regisseur Ibáñez entwickelte unter anderem die Effekte für „El día de la bestia“ und „Perdita Durango“ von Kultregisseur Álex de la Iglesia. Da verwundert es nicht, dass besonders die visuelle Umsetzung und die animatronischen Roboter die großen Pluspunkte von „Automata“ darstellen. Wenn man bedenkt, dass das Budget gerade mal sieben Millionen US-Dollar betragen hat, ist es sehr beachtlich, was Ibáñez da
auf die Leinwand zaubert. Dazu konnte er mit Antonio Banderas einen zugkräftigen Namen und verlässlichen Darsteller verpflichten. Nur warum musste der spanische Star zusätzlich seiner Noch-Ehefrau Melanie Griffith eine Nebenrolle verschaffen? Mit ihrer Botox-Mimik wirkt sie emotionsloser als die Roboter in „Automata“.

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Jacq kommt mitten in der Wüste …

Bei der Geschichte bedient sich Ibáñez neben „Blade Runner“ auch an „I, Robot“ und damit natürlich bei bekannten Motiven dessen Autors Isaac Asimov, etwa den von ihm entwickelten Robotergesetzen. Es geht wie so häufig um die Grenzen der menschlichen Existenz und was darüber hinaus kommen könnte. Auch wenn die Charaktere eindimensional bleiben und die Drehbuchautoren gegen Ende unnötige Actionszenen und einen Verschwörungsplot einbauen, können Science-Fiction-Freunde bei „Automata“ nicht viel falsch machen.

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… einem gefährlichen Geheimnis auf die Spur

Veröffentlichung: 28. April 2015 als Blu-ray und DVD

Länge: 110 Min. (Blu-ray), 106 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 12
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: keine
Originaltitel: Autómata
BUL/SP 2014
Regie: Gabe Ibáñez
Drehbuch: Gabe Ibáñez, Igor Legarreta, Javier Sánchez Donate
Besetzung: Antonio Banderas, Birgitte Hjort Sørensen, Robert Foster, Melanie Griffith, Dylan McDermott, Tim McInnerny
Zusatzmaterial: Trailer, Trailershow, Wendecover
Vertrieb: EuroVideo

Copyright 2015 by Andreas Eckenfels

Fotos, Packshots & Trailer: © 2015 EuroVideo

 

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Machete Don’t Joke – Machete Kills

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Machete Kills

Kinostart: 19. Dezember 2013

Von Volker Schönenberger

Action // Wer erinnert sich noch an „Machete don’t text“? Eine nette kleine Anspielung darauf zeigt in der Fortsetzung, dass Machete mit der Zeit geht. Darüber hinaus lernen wir nun auch: „Machete don’t tweet.“ „Machete don’t fail.“ „Machete don’t smoke.“ „Machete don’t joke.“ Und vor allem: „Machete happens.“

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Charmeur Machete mit seinem besten Stück

Ein schäbiger Trailer für einen billigen Grindhouse-Film eröffnet den Exploitation-Abend: „Machete Kills Again … in Space!“ Jawohl, den dritten Teil der Trilogie wird’s offenbar geben, angekündigt hatte Robert Rodriguez ihn bereits vor dem Dreh des zweiten. Nun ja, man mag von derlei Franchise-Auswüchsen halten, was man will, „Machete“ war als Fake-Trailer des Grindhouse-Double-Features von Rodriguez und Quentin Tarantino unterhaltsam, als eigenständiger Film dann nicht minder. Also gönnen wir uns den Spaß ein drittes Mal (wenn’s ihn denn geben wird).

Hoppla – fehlt da nicht erst noch etwas? Klar – Teil 2: „Machete Kills“. Zu Beginn wird dem ebenso feingeistigen wie redseligen Dauerlächler Machete (Danny Trejo) übel mitgespielt: Seine Freundin Sartana (Jessica Alba) stirbt an einer Kugel im Kopf, er selbst wird aufgehängt. Ein Anruf des US-Präsidenten (Carlos Estevez aka Charlie Sheen) befreit den Langmesser-Träger vom Strick. Im Gegenzug soll Machete die USA vor einer nuklearen Bedrohung durch den mexikanischen Schurken Mendez (Demian Bichir) retten. Es stellt sich heraus, dass der den Auslöser einer auf Washington gerichteten Atomrakete operativ an sein Herz angeschlossen hat. Hört das Herz auf zu schlagen, macht sich die Bombe auf den Weg.

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Beeindruckend: das Waffenarsenal von Miss San Antonio

Erwartungsgemäß tummeln sich in „Machete Kills“ diverse finstere Gestalten, die gegenüber Machete mit ein paar Ausnahmen keine guten Absichten haben. Da ist beispielsweise die sadistische Bordellmutter Desdemona (Sofia Vergara), die mit ihren Prostituierten auf die Jagd geht. Sie ist fein bewaffnet mit einem Maschinenpistolen-BH sowie einer Gemächt-Pistole – Moment mal! Genau, die kennen wir aus „From Dusk Till Dawn“ an Sex Machine alias Tom Savini (der wieder einen Gastauftritt hat) und aus „Desperado“, wo sie Antonio Banderas nützlich war.

Auch Mendez’ Mitarbeiter Zaror (Marko Zaror) erweist sich als schwer totzukriegender Geselle. Dann gibt’s den Killer Chamäleon, gespielt von Walton Goggins („The Shield“). Oha, der trägt seinen Namen zu Recht, nun nimmt er die Maske ab und entpuppt sich als … Holla ho, der ist ja auch nur Maske, darunter verbirgt sich … Und noch einer. Wo soll das nur hinführen? Da wird man ja ganz gaga … Als letzter Fiesling von eminenter Bedeutung sei der Geschäftsmann Luther Voz (Mel Gibson) genannt. Zum Glück für Machete gibt’s aber auch Luz (Michelle Rodriguez), die nach wie vor ein Auge auf ihn geworfen hat. Nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass sie nur noch eines hat.

Action, Explosionen, Schießereien, Blut, abgetrennte Körperteile und sonstige Metzeleien sind die Hauptbestandteile des Films, der insofern dem Vorgänger treu bleibt. Es splattert nicht zu knapp, die 16er-Altersfreigabe durch die FSK kommt einigermaßen überraschend. Schade, dass es sich in erster Linie um am Computer generierten Splatter handelt. Handgemacht sieht’s einfach besser aus.

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Luz riskiert für Machete einiges

Nicht nur das erwähnte Chamäleon liefert Überraschungen, auch andere Figuren enthüllen im Verlauf Unerwartetes. Ob all das in irgendeiner Form logisch ist, ist ohne Bedeutung, es soll Spaß machen, was es meist auch tut. Die von Mel Gibson und Carlos Estevez alias Charlie Sheen verkörperten Figuren allerdings wirken etwas verschenkt. Die Aussage, dass „Machete Kills“ das Niveau des Vorgängers hält, mag für manche Grund genug sein, ihn zu meiden. Sie verpassen dann, wie Machete zu Dr. Seltsam und Luz à la Han Solo in den Kälteschlaf befördert wird. Am Ende gibt’s dann auch ein Finale, das die Tür zu Teil 3 schlüssig (haha) ganz weit aufstößt. Warten wir ab, ob Rodriguez denn auch hindurchgehen wird. Aber vorher mit ganz viel Bier im Rucksack ab in den Kinosaal zu „Machete Kills“!

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von und/oder mit Mel Gibson und/oder Danny Trejo sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Länge: 107 Min.
Altersfreigabe: FSK 16
Originaltitel: Machete Kills
USA/RUS 2013
Regie: Robert Rodriguez
Drehbuch: Kyle Ward, Robert Rodriguez, Marcel Rodriguez
Besetzung: Danny Trejo, Mel Gibson, Carlos Estevez, Michelle Rodriguez, Demian Bichir, Sofia Vergara, Lady Gaga, Antonio Banderas, Walton Goggins, Cuba Gooding Jr., Tom Savini, Jessica Alba
Verleih: Universum Film

Copyright 2013 by Volker Schönenberger

Fotos & Trailer: © 2013 Universum Film

 

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