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Wilde Hunde – Rabid Dogs: Flirrendes Road-Movie mit Geiseln und Gewalt

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Enragés

Von Volker Schönenberger

Actionthriller // Ein Bankraub endet in einem blutigen Massaker. Leichen pflasten den Weg der Gangster. Ihr Boss geht drauf, die drei Überlebenden Sabri (Guillaume Gouix), Vincent (François Arnaud) und Manu (Guillaume Gouix) ziehen eine blutige Spur durchs Land. Eine Frau (Virginie Ledoyen) dient als Geisel, bald hijacken sie ein Auto. Der Mann (Lambert Wilson) fleht um Gnade. Seine Tochter liege mit Schmerzmitteln ruhiggestellt auf der Rückbank, er sei auf dem Weg zu ihrer Nierentransplantation. Die Verbrecher lassen sich jedoch nicht erweichen, behalten alle drei Geiseln im Fahrzeug.

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Gangster und Geisel

„Wilde Hunde – Rabid Dogs“ ist das Remake von Mario Bavas „Wild Dogs“ („Cani arrabiati“, 1974) – nicht zu verwechseln mit dem inhaltlich ähnlich gelagerten „Wie tollwütige Hunde“ („Come cani arrabbiati“, 1976) von Mario Imperioli. Mangels Sichtung des Originals kann ich keine Vergleiche ziehen. Gemäß einiger Inhaltsangaben im Internet orientiert sich die Handlung des Remakes aber stark an der von „Wild Dogs“.

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Tour de Force für Täter wie Opfer

Die Gnadenlosigkeit der Bankräuber ist – nicht zuletzt dank des Elektro-Scores – in flirrender und pulsierender Atmosphäre inszeniert. „Wilde Hunde – Rabid Dogs“ ist ein Road-Movie der Gewalt, intensiv und schweißtreibend. Die coole Optik kennen wir schon von französischen Nachwuchs-Regisseuren. Es überrascht, dass wir es mit einem Regiedebüt zu tun haben. Handwerklich überzeugt das, was wir zu sehen bekommen. Das bitterböse Finale ist natürlich aus dem Original übernommen, schockiert aber auch in der Neuverfilmung. An Bavas wohl räudigeres Werk mag Éric Hannezos Erstling nicht herankommen, aber wer – wie ich – den italienischen 70er-Jahre-Thriller nicht kennt, kann das Remake womöglich unvoreingenommen genießen. Als Centerpiece des Fantasy Filmfests 2015 kam „Wilde Hunde – Rabid Dogs“ jedenfalls gut an.

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Er soll die Geiselnehmer durch die Polizeisperre schleusen

Veröffentlichung: 4. Mai 2016 als Blu-ray und DVD

Länge: 94 Min. (Blu-ray), 90 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Französisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Enragés
F/KAN 2015
Regie: Éric Hannezo
Drehbuch: Yannick Dahan, Éric Hannezo, Benjamin Rataud, nach der Kurzgeschichte „Man and Boy“ von Michael J. Carroll
Besetzung: Lambert Wilson, Virginie Ledoyen, Guillaume Gouix, François Arnaud, Laurent Lucas, Franck Gastambide, Gabrielle Lazure
Zusatzmaterial: Deutscher Trailer, französischer Trailer, Trailershow, Wendecover
Vertrieb: Tiberius Film

Copyright 2016 by Volker Schönenberger
Fotos & Packshot: © 2016 Tiberius Film

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Don Siegel (I): Charley Varrick – Der große Coup: Molly, Moneten und die Mafia

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Charley Varrick

Mit „Coogans großer Bluff“ haben wir bereits einen Don-Siegel-Film bei „Die Nacht der lebenden Texte“. Da sich im Rahmen der Clint-Eastwood-Reihe weitere Rezensionen auftun, können wir auch gleich eine Reihe mit weiteren Filmen des großartigen Don Siegel starten.

Gastrezension von Florian Schneider

Thriller // Charley Varrick (Walter Matthau), ein ehemaliger Kunstflieger und inzwischen freiberuflicher Schädlingsbekämpfer (laut Firmenschild: „The Last of the Independents“) ist ein pragmatischer Mensch. Chronisch pleite, startet er mit seiner Frau Nadine (Jacqueline Scott) und zwei Komplizen eine Serie von Banküberfällen in der Provinz. Die Beute ist dabei zwar stets überschaubar, dafür aber auch das Interesse der Justizbehörde an der Verfolgung der Täter.

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Bankräuber aus Geldnot: Charley Varrick

Ein Banküberfall in New Mexico endet blutig: Charleys Frau erschießt zwei Polizisten, wird aber selbst getötet. Einer der Komplizen stirbt ebenfalls, nur Varrick und Harman Sullivan (Andrew Robinson, der Killer Scorpio aus „Dirty Harry“) überleben. Die Beute beträgt allerdings satte 750.000 Dollar – Mafiageld. Charley ahnt, dass weiterer Ärger ins Haus steht. Und tatsächlich macht sich mit Molly (eiskalt, zynisch und brutal: Joe Don Baker) bereits der „Problemlöser“ der Cosa Nostra auf den Weg …

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Der große Coup endet fatal

„Der große Coup“ gehört zu den großen Klassikern des Regie-Großmeisters Don Siegel. Entstanden 1973, fällt er genau in die Schaffensphase Siegels, in der der Regisseur über einen Zeitraum von 15 Jahren mit echten Männergeschichten (Krimis, Action, Thriller, Western) sowie den passenden Darstellern wie Clint Eastwood, Lee Marvin, Richard Widmark, Henry Fonda, John Wayne und Charles Bronson Filmgeschichte geschrieben hat.

Überraschenderweise passt der großartige Walter Matthau mit seinem hier gezeigten stoischen und emotionslosen Schauspiel ganz wunderbar in die Reihe der erwähnten Macho-Helden, auch wenn er eher mit dem Verstand als mit der 44er Magnum kämpft.

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Molly verfolgt den im Flugzeug fliehenden Charley

Don Siegel bei „Die Nacht der lebenden Texte“:

Die Dämonischen (1956, geplant)
Der Tod eines Killers (1964, geplant)
Coogans großer Bluff (1968)
Ein Fressen für die Geier (1970)
Betrogen (1971, geplant)
Charley Varrick – Der große Coup (1973)
Der letzte Scharfschütze (1976)
Telefon (1977)
Flucht von Alcatraz (1977, geplant)

Veröffentlichung: 19. März 2015 als Blu-ray und DVD

Länge: 111 Min. (Blu-ray), 106 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Charley Varrick
USA 1973
Regie: Don Siegel
Drehbuch: Howard Rodman, Dean Riesner, nach dem Roman „The Looters“ von John Reese
Besetzung: Walter Matthau, Joe Don Baker, Felicia Farr, Jacqueline Scott, Andrew Robinson, Sheree North, Norman Fell, Woodrow Parfrey, Hope Summers, Charles Matthau
Zusatzmaterial: Dokumentation von Robert Fischer (77 Min.), Super-8-Fassung, Original Kinotrailer, Booklet von Mike Siegel, Bildergalerie mit seltenem Werbematerial
Vertrieb: Koch Media

Copyright 2015 by Florian Schneider
Fotos & Packshots: © 2015 Koch Media

 
 

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Harley Davidson und der Marlboro Mann – Realsatire?

Harley Davidson Marlboro Mann Cover

Action // Die 80er-Jahre waren Mickey Rourkes große Zeit: „Rumble Fish“, „Der Pate von Greenwich Village“, „Im Jahr des Drachen, „9 ½ Wochen“, „Angel Heart“, „Auf den Schwingen des Todes“, „Johnny Handsome“ – eine Weile war an seiner Rollenwahl nicht viel auszusetzen. Don Johnson war zur selben Zeit mit – nun ja – „Miami Vice“ gut ausgelastet und tat sich parallel nicht gerade mit großen Filmen hervor.

Anfang der 90er-Jahre war der Stern der beiden am Sinken. Ein cooler Buddy-Actionfilm sollte es rausreißen – tat er aber nicht: „Harley Davidson und der Marlboro Mann“ spielte nicht einmal ein Drittel seines eher niedrigen Budgets von 23 Millionen US-Dollar ein. Der zwischen komisch und unfreiwillig komisch angesiedelte Filmtitel war wohl auch weniger angetan, Kinogänger in Scharen anzulocken. Johnson gibt den Lungenkrebs-Aspiranten, Rourke das Motorrad; beide sind eher abgehalfterte Gestalten, zwei kalifornische Lebenskünstler, wenn man’s denn Leben nennen will. Als der Wirt ihrer Stammkneipe in finanzielle Not gerät, beschließen sie, einen Geldtransport der dafür verantwortlichen Bank zu überfallen. Nun gut – wer würde das nicht tun?

Der Film hält das, was sein Titel verspricht – also nicht viel. Machos, Macho-Sprüche und Machismo – was will der 80er-Action-Fan mehr? Ein wenig mehr vielleicht schon, zum Beispiel etwas Witz in den Dialogen. Selbstironie? Fehlanzeige. Die Action – na ja. Okay, es wird kräftg geballert, ein paar Settings sind einigermaßen originell, etwa der Friedhof der Flugzeuge. Um Logik kümmern wir uns besser gar nicht.

Weshalb in aller Welt ist der 1991 entstandene Film im Jahr 1996 angesiedelt? Um zu erklären, weshalb ein paar sonderbare Typen in praktisch unzerstörbaren schwarzen Mänteln umherstiefeln und sich einen Dreck um Deckung scheren? Da kann man natürlich irgendwann drauf kommen, dass ein Kopfschuss das Mittel der Wahl ist. Ah – der Marlboro-Mann kommt sogar irgendwann drauf. Respekt! Aber da sind wir nun doch bei der Logik, wollten wir doch gar nicht. Wenn man sich da zu lange aufhält, kann man am Ende gar nichts Positives mehr sagen. Hm – kann man das überhaupt? Is’ ja schon irgendwie ganz nett – oder so. Wie man anhand der User-Bewertungen in der IMDb sieht, gibt es eine Klientel für diesen ebenso billigen wie ambitionslosen Streifen. Insofern ist Twentieth Century Fox dafür zu loben, das Machwerk in seiner DVD-Reihe „Action Cult Uncut“ neu aufgelegt zu haben. Die MGM-DVD von 2006 ist mittlerweile nicht mehr im Handel.

In der deutschen Synchronisation fehlt übrigens gleich zu Beginn eine Radiostimme aus dem Off, die dem Publikum das Jahr verrät und es über eine neuartige Droge aufklärt (die später eine Rolle spielen wird). Weshalb die Radiomeldung es nicht in die deutsche Sprachfassung geschafft hat, wird wohl immer das sahnige Geheimnis des deutschen Vertriebs bleiben.

Die Filme der Reihe „Action Cult Uncut“:

01. American Fighter
02. Big Trouble in Little China
03. Bloodsport – Eine wahre Geschichte
04. Chicago Poker
05. Cusack – Der Schweigsame
06. Delta Force
07. Die rote Flut
08. Ford Fairlane
09. Foxy Brown
10. Frauen in Ketten
11. Hero
12. McQuade, der Wolf
13. Missing in Action
14. Mit stählerner Faust
15. Murphys Gesetz
16. Over the Top
17. Phantom Kommando
18. Rapid Fire
19. Road House
20. Alien Nation – Spacecop L. A.
21. Coffy – Die Raukatze
22. Cyborg
23. Geballte Ladung
24. Leben und Sterben in L. A.
25. Navy Seals
26. Rollerball
27. Saigon – Der Tod kennt kein Gesetz
28. Im Vorhof zur Hölle
29. Missing in Action 2 – Die Rückkehr
30. Remo – Unbewaffnet und gefährlich
31. Timebomb – Nameless – Total Terminator
32. Top Fighter
33. Cherry 2000
34. Fled – Flucht nach Plan
35. F/X – Tödliche Tricks
36. F/X 2 – Die tödliche Illusion
37. Harley Davidson und der Marlboro Mann
38. Kalifornia Nightmare
39. Men at Work

Veröffentlichung: 6. Dezember 2013 als DVD

Länge: 94 Min.
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch u. a.
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch für Hörgeschädigte, Französisch, Italienisch, Spanisch, Holländisch, Dänisch, Schwedisch, Norwegisch, Finnisch, Portugiesisch u. a.
Originaltitel: Harley Davidson and the Marlboro Man
USA 1991
Regie: Simon Wincer
Drehbuch: Don Michael Paul
Besetzung: Mickey Rourke, Don Johnson, Chelsea Field, Daniel Baldwin, Tom Sizemore, Giancarlo Esposito, Vanessa Williams, Tia Carrere, Mitzi Martin, Kelly Hu, Robert Ginty
Zusatzmaterial: Wendecover
Vertrieb: Twentieth Century Fox Home Entertainment

Copyright 2013 by Volker Schönenberger
Packshot: © 2013 Twentieth Century Fox Home Entertainment

 

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