RSS

Schlagwort-Archive: Ben Mendelsohn

Captain Marvel – Marvels mächtigste Heldin ist da!

Captain Marvel

Kinostart: 7. März 2019

Von Andreas Eckenfels

Fantasy-Action // Das Marvel Cinematic Universe (MCU) steht vor einem großen Umbruch. Neue Helden kommen, alte Recken gehen. Bevor Phase 3 des MCU ab dem 25. April mit „Avengers – Endgame“ offiziell beendet wird, lernen wir mit Carol Danvers alias Captain Marvel eine der neuen Kämpferinnen für das Gute kennen. Der 21. Film innerhalb des MCU bietet gleich eine doppelte Premiere: Erstmals wird eine weibliche Superheldin in den Mittelpunkt der Handlung gestellt, dargestellt von Oscar-Preisträgerin Brie Larson („Raum“). Gleichzeitig übernimmt mit Anna Boden erstmals eine Frau die Regie bei einem Marvel-Film – wenn auch gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Ryan Fleck. In beiden Punkten hatte zuvor ausnahmsweise die ansonsten stets hinterherhinkende Konkurrenz aus dem DC Extended Universe die Nase vorn. Ob „Captain Marvel“ einen ähnlichen Erfolg an den Kinokassen feiern wird, wie „Wonder Woman“ von Patty Jenkins, wird die nahe Zukunft zeigen.

Mentor und Schülerin: Yon-Rogg und Vers

In der Abspannszene von „Avengers – Inifinity War“ (2018) konnte Nick Fury (Samuel L. Jackson) mit seinem Pager einen letzten Notruf an Captain Marvel (Larson) absetzen. Die erstmals 1968 in Comic-Form in Erscheinung getretene Superheldin ist somit die letzte Hoffnungsträgerin, um mit ihren Fähigkeiten die aussichtslos erscheinende Schlacht gegen Thanos doch noch in einen Sieg umzumünzen. Ihre hier erzählte Vorgeschichte setzt dabei im Jahr 1995 ein, ist also zeitlich vor dem ersten MCU-Film „Iron Man“ (2008) angesiedelt.

Zurück auf der Erde

Wenn wir Carol Danvers das erste Mal begegnen, hört sie auf den Namen Vers und gehört einer galaktischen Elite-Einheit der Krees an. Da sie nachts im Schlaf von Erinnerungen und Visionen heimgesucht wird, trainiert sie in dieser Zeit lieber mit ihrem Mentor Yon-Rogg (Jude Law) ihre Kampftechnik. Doch ihr Temperament und ihre Energiestöße, die sie aus ihren Armen schießen lassen kann, hat Vers noch nicht ganz im Griff. Da kommt ein neuer Auftrag gerade recht. Gemeinsam mit ihrem Team, dem unter anderem auch Korath (Djimon Hounsou) und Minn-Erva (Gemma Chan) angehören, soll sie unter Yon-Roggs Führung ein besetztes Territorium zurückerobern. Dieses ist in die Hände der Skrulls gefallen. Die Alien-Rasse ist der Erzfeind der Krees und verfügt über eine besondere Fähigkeit: Die Kreaturen können ihre Gestalt wandeln.

Auf der Erde macht sich Vers mit dem öffentlichen Nahverkehr vertraut

Der Einsatz geht schief. Vers wird gefangen genommen und erhält von Talos (Ben Mendelsohn), dem Anführer der Skrulls, eine Spezialbehandlung. Doch bevor der Außerirdische ihre Erinnerungen scannen kann, gelingt der Soldatin mit einer Rettungskapsel die Flucht. Vers landet krachend auf der Erde – in einer Blockbuster-Videothek in Los Angeles. Auch einige Skrulls haben es auf den Planeten geschafft und nehmen jetzt zur Tarnung fleißig das Aussehen verschiedener Passanten an. Gemeinsam mit dem herbeigerufenen S.H.I.E.L.D-Agenten Nick Fury jagt Vers schließlich den Aliens hinterher. Dabei werden ihre Visionen und Déjà-Vus immer intensiver. Bald findet Vers heraus, dass sie schon einmal auf der Erde war. Als Air-Force-Piloten, die 1989 einen folgenschweren Absturz hatte. Ihr damaliger Name: Carol Danvers.

Kein Überflieger

„Höher, weiter, schneller, Baby!“ Mit diesem Spruch starten Carol Denvers und Pilotenkollegin Maria Rambeau (Lashana Lynch) in ihren Maschinen in die Lüfte. Doch so ganz will dieses Motto zunächst nicht passen. Ein echter Überflieger ist „Captain Marvel“ nicht geworden, dafür ein solider, unterhaltsamer Blockbuster, dem es allerdings etwas an Spektakel fehlt. Der erste Einsatz gegen die Skrulls könnte aus einer „Star Trek“-Folge stammen, gegen Ende gibt es eine Flug-Verfolgungsjagd durch einen engen Canyon, welche in ihrer Machart an „Star Wars“ erinnert. Diese Actionszenen erfüllen ihren Zweck, wirken aber etwas uninspiriert und es fehlt an der nötigen Dramatik, um wirklich mit ihnen mitfiebern zu können. Vielleicht war die Inszenierung dieser Sequenzen für die Filmemacher Boden/Fleck, die sich mit kleinen Indie-Perlen wie „Half Nelson“ (2006) einen Namen gemacht haben, doch eine Nummer zu groß.

Digitale Verjüngunskur

Dafür spielen sie ihre Qualitäten in anderen Bereichen voll aus und können sich auf ihren namhaften Cast verlassen. Sobald das Geschehen vom All auf die Erde verlagert wird, fühlt sich das 21. MCU-Abenteuer auch überaus geerdet an. Dass ein Großteil der Kulissen und auch die Alien-Masken am Computer generiert sind, erkennt man nur selten. Das Duo Brie Larson und Samuel L. Jackson, die beide schon gemeinsam in „Kong – Skull Island“ (2017) arbeiteten, erweist sich als perfekt eingespieltes Team. Im Stil eines Buddy-Movies fetzen sie sich ordentlich, jagen den Bösewichtern hinterher und geben einander Rückendeckung. Dabei gibt Larson zunächst eine eher zurückhaltende Performance ab, doch je mehr ihre Figur wieder zu sich selbst findet, ihre Erinnerungen zurückkehren, lässt sie ihre verbissene Ernsthaftigkeit hinter sich und es huscht immer häufiger ein Lächeln über ihr Gesicht. Samuel L. Jackson ist natürlich ein Selbstgänger, grandios wie immer. Kaum zu glauben, dass er im vergangenen Dezember seinen 70. Geburtstag gefeiert hat – erst recht nicht, da sein Gesicht einer digitalen Verjüngungskur unterzogen wurde. Marvel hatte diese Methode bereits für einige Szenen mit Robert Downey Jr. in „The First Avenger – Civil War“ (2016) und Michael Douglas in „Ant-Man“ (2015) angewendet, aber den vermeintlich jungen Samuel L. Jackson während der Dauer eines kompletten Films zu sehen, ist überzeugend gelungen. Ebenso wurde auch Clark Gregg als Agent Coulson auf jung getrimmt. Wenn man sich dazu die absolut lächerlich wirkende Anfangssequenz mit Nicole Kidman und Temuera Morrison aus „Aquaman“ (2018) ins Gedächtnis ruft, ist das MCU in diesem Bereich dem Konkurrenten klar überlegen.

Dort sind auch Talos (l.) und die anderen Skrulls gelandet

Die Geschichte gibt zum Glück auch Ben Mendelsohn die Möglichkeit, trotz seiner Alien-Maske und mithilfe der Sprache seiner Figur die nötige Tragik zu verleihen und nicht wie etwa in „Ready Player One“ einen recht generischen Schurken zu geben. Und dann ist da noch der heimliche Star des Films, über den jeder sprechen wird: die coole Katze Goose! Ob das Pelztier nach Anthony Edwards’ Charakter gleichen Namens aus „Top Gun – Sie fürchten weder Tod noch Teufel“ (1986) benannt ist?

Die 90er sind wieder da

Nach der allgemeinen Nostalgiewelle auf die 80er-Jahre feiert das Comic-Abenteuer jetzt das darauffolgende Jahrzehnt. Und das mit einem großen Augenzwinkern: CD-Rom-Laufwerke in Windows-95-Rechnern, die Ewigkeiten benötigten, bis die Daten eingelesen waren, Videotheken mit großen Pappaufstellern oder die Grunge-Mode. Für alle, die dabei waren, ein großer Spaß. Gleichzeitig sorgt auch schon wie in „Guardians of the Galaxy“ der passende Soundtrack für Stimmung: Von R.E.M. über Nirvana bis hin zu TLC werden zahlreiche zeitgenössische Hits serviert. Und nur wenn Carol Danvers zu den Takten von „Just a Girl“ von No Doubt die Bösewichte in einer Rockerkneipe verprügelt, dringt die ansonsten eher subtil vermittelte feministische Botschaft etwas zu laut ins Gehör.

Schlummernde Kräfte

Dass die Ursprungsgeschichte von Captain Marvel diesmal unüblich nicht chronologisch erzählt wird, sondern sich durch Rückblenden nach und nach zusammensetzt, ist Fluch und Segen zugleich. Einerseits durchbricht diese Herangehensweise erfrischend das übliche Muster, andererseits verliert die Titelfigur durch die ständige Ungewissheit und ihre Suche nach ihrer Identität auch etwas von ihrer Stärke. Doch sobald Carol im letzten Akt zu sich selbst gefunden hat, mit voller Energie sowie neuer Anzugfarbe in den Himmel steigt und im Kosmos durch ein Raumschiff wie durch Butter gleitet, dann können wir erahnen, welche Kräfte in Marvels mächtigster Heldin schlummern. Und diese wird Captain Marvel in „Avengers – Endgame“ mit Sicherheit ohne zuvor angezogene Handbremse demonstrieren können.

S.H.I.E.L.D.-Agent Nick Fury in jungen Jahren – und noch mit zwei Augen

Abschließend zwei Hinweise: Ja, die leider verstorbene Comic-Legende Stan Lee (1922–2018) erhält eine Würdigung, und wie üblich bei Marvel-Filmen heißt es: Während des Abspanns sitzen bleiben! In der Mitte und am Ende folgen je noch eine kurze Szene.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Brie Larson sind in unserer Rubrik Schauspielerinnen aufgelistet, Filme mit Samuel L. Jackson und Jude Law unter Schauspieler.

Höher, weiter, schneller, Captain Marvel!

Länge: 124 Min.
Altersfreigabe: FSK 12
Originaltitel: Captain Marvel
USA 2019
Regie: Anna Boden, Ryan Fleck
Drehbuch: Anna Boden, Ryan Fleck, Geneva Robertson-Dworet
Besetzung: Brie Larson, Gemma Chan, Ben Mendelsohn, Samuel L. Jackson, Jude Law, Lee Pace, Annette Bening, Djimon Hounsou, Clark Gregg, Lashana Lynch
Verleih: Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

Copyright 2019 by Andreas Eckenfels

Filmplakat, Szenenfotos & Trailer: © 2019 Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

Werbeanzeigen
 

Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , ,

Die dunkelste Stunde – Mehr als nur eine Gary-Oldman-Show?

Darkest Hour

Von Philipp Ludwig

Historiendrama // Was hat dieser Film nach seiner ausgedehnten Festivaltour im Herbst 2017 und dem US-Kinostart am 22. Dezember doch für einen Aufruhr ausgelöst! Zu Beginn des Jahres 2018, nach dem Start in Deutschland sowie im Vorfeld der Golden-Globe- und insbesondere der Oscar-Verleihung nahm der Hype um dessen imposanten Hauptdarsteller beinahe schon unbegrenzte Ausmaße an. Der Oscar für Gary Oldman war angesichts dessen langer und beeindruckender Karriere überfällig – und für seine Verkörperung des so schrulligen wie unbeugsamen britischen Premierministers Winston Churchill auch mehr als verdient. Doch hat das ambitionierte historische Politdrama des britischen Regisseurs Joe Wright („Hanna“, 2011) mehr zu bieten als einen famosen Hauptdarsteller?

London im Mai 1940

Wright hält sich nicht lange mit allzu großen Erklärungen und Einführungen auf. Unvermittelt beginnt „Die dunkelste Stunde“ Anfang Mai 1940 mit einer hitzigen Debatte im britischen Unterhaus. Neville Chamberlain (Ronald Pickup), stark gealterter, noch amtierender Premierminister, steht schwer unter Druck. Fordert die Labour-Opposition doch vehement seinen Rücktritt, aus Unzufriedenheit über seine langjährige und mittlerweile dramatische Unterschätzung der von Nazi-Deutschland ausgehenden Gefahr. Die zentraleuropäische Großmacht hat den Nachbarn Frankreich durch eine blitzartige Invasion an den Rand der Niederlage gebracht. Doch nicht nur die Opposition übt Druck auf den Premier aus, auch in seiner eigenen Partei rumort es. Chamberlain bietet daher zunächst Lord Halifax (Stephen Dillane) als seinen Nachfolger an der Spitze eines überparteilichen Kriegskabinetts an, der jedoch überraschenderweise ablehnt. Die Opposition scheint aber sowieso nur einem Kandidaten aus den Reihen der regierenden Konservativen die Aufgabe zuzutrauen: Winston Churchill (Oldman). Doch der schrullige und sturköpfige, ebenfalls in die Jahre gekommene Politiker ist sowohl in seiner eigenen Partei als auch allgemein ebenfalls nicht gerade unumstritten.

„Give Peace a Chance?“

Die Herausforderungen für den neuen Premierminister sind von Beginn an gewaltig. Durch den drohenden Fall des französischen Bündnispartners ist auch die knapp 400.000-Mann starke British Expeditionary Force (BEF) in akuter Gefahr. Sie war zur Unterstützung im Kampf gegen die Wehrmacht nach Frankreich entsendet worden und steht nach einer Reihe militärischer Niederlagen vom Feind eingekesselt an der Küste Dünkirchens mit dem Rücken zur Wand. Doch statt sich in Ruhe um weitere Möglichkeiten zur Unterstützung Frankreichs geschweige denn um eine Lösung zur Rettung des Herzstücks der britischen Armee zu kümmern, muss sich Churchill zunächst einmal darum bemühen, die zahlreichen politischen Widerstände, vor allem in seiner eigenen Partei, im Keim zu ersticken. Insbesondere sein Vorgänger Chamberlain und dessen Vertrauter Halifax erweisen sich als ärgste Widersacher des eigenwilligen Neu-Premiers – und sie haben weiterhin eine Menge mächtiger Unterstützer, wurden von Churchill aber dennoch ins Kabinett berufen. Sie sind vor allem von dessen meist reißerischen Durchhalteparolen sowie seinen kriegerischen Absichten gegenüber dem Deutschen Reich wenig überzeugt, plädieren weiterhin für eine friedliche Lösung mit dem schier übermächtigen Feind. Ein Friedensabkommen mit dem unberechenbaren Adolf Hitler? Für Churchill unvorstellbar. Zur Seite stehen ihm in seinen Bemühungen um politische Einheit seine Frau Clementine (Kristin Scott Thomas), seine neue, junge Sekretärin Elizabeth Layton (Lily James) sowie sein engster politischer Vertrauter, Anthony Eden (Samuel West). Und dann ist da noch König George VI. (Ben Mendelsohn), der dem neuen Premierminister zunächst ebenfalls skeptisch gegenübersteht. Der Monarch will einerseits, aufgrund seiner persönlichen Erfahrungen als Marineoffizier im vorherigen Weltkrieg, einen zweiten unbedingt verhindern, andererseits hat er Churchills Unterstützung für seinen großen Bruder, den vorherigen König Edward VIII., in der sogenannten Abdication-Crisis nicht vergessen. Kann sich Churchill mit seinem rigorosen Festhalten am Kurs des kriegerischen Widerstands gegen die Nazis gegen seine Kritiker durchsetzen? Und was passiert nun eigentlich mit den Soldaten in Dünkirchen?

Die Lage ist ernst für das Vereinigte Königreich

Um die Frage aus der Überschrift direkt zu beantworten: Ja, der Film hat definitiv mehr zu bieten als nur seinen Hauptdarsteller. Joe Wright ist ein vorzügliches und interessantes historisches Politdrama gelungen, das die ersten Wochen von Churchills Amtszeit spannend und nervenaufreibend, gleichzeitig aber auch äußerst unterhaltsam wie auch gefühlvoll darstellt. Insbesondere die angespannte Stimmungslage in England im Angesicht der drohenden Niederlage Frankreichs und der schieren Übermacht Nazi-Deutschlands sowie die damit einhergehende politische Spaltung im Land in Bezug auf das weitere Vorgehen sind hervorragend getroffen. In Verbindung mit dem an vielen Stellen Spannung erzeugenden Soundtrack sind die politische Unruhe und Unsicherheit jener Zeit deutlich spürbar. „Die dunkelste Stunde“ ist daher stellenweise fast schon in den Bereich des Polit-Thrillers einzuordnen. Auch wenn es durchaus immer mal wieder ruhige und mitunter sehr emotionale Momente gibt – diese wirken dadurch umso nachdrücklicher. Ebenso wie eine Reihe humoristischer Passagen, die der ungewöhnliche und mit zahlreichen Macken versehene Charakter Churchills zuhauf bietet.

Auch beim Zuschauen bleibt nur wenig Zeit zum Durchatmen

Regisseur Wright verlangt uns Zuschauern eine Menge ab, verzichtet er doch auf große Erklärungen. Das Tempo der Handlung und der gesamten Inszenierung erfordert hohe Aufmerksamkeit, ansonsten kann man in dem ereignisreichen Plot schnell den Faden verlieren. Ebenso ist ein gewisses Grundwissen über die historischen Ereignisse hilfreich, droht doch aufgrund der Fülle an historischen Persönlichkeiten sowie einer eher sparsamen Informationspolitik des Regisseurs in der einen oder anderen Situation ansonsten Ratlosigkeit aufzukommen. Aber selbst wer nicht sämtliche Zusammenhänge immer so ganz verstehen sollte, kann durch die ansprechende und kurzweilige Inszenierung wohl dennoch zufriedengestellt werden. Zur Lektüre sei das Sachbuch „Die dunkelste Stunde: Churchill – Als England am Abgrund stand“ („Darkest Hour – How Churchill Brought us Back from the Brink“) vom neuseeländischen Drehbuchautor Anthony McCarten („Die Entdeckung der Unendlichkeit“, 2014) empfohlen, in dem dieser die im Film dargestellten, ereignisreichen Wochen des Mais 1940 gut recherchiert und ebenfalls außerordentlich spannend aufbereitet hat. Passenderweise ist er auch für das Skript des hier behandelten filmischen Werks verantwortlich.

Filmische Grenzgänge zwischen Fakten und Fiktion

Auch „Die dunkelste Stunde“ zeigt uns, dass historische Spielfilme als cineastische Grenzgänger zwischen Fakten und Fiktion in erster Linie, bei aller Faktentreue, vor allem fiktionale Spielfilme sind – und sich daher auch künstlerische Freiheiten in der Umsetzung ihrer historischen Vorlagen erlauben können und dürfen. McCartens Drehbuch macht da keine Ausnahme. Denn ohne zu viel verraten zu wollen, sind doch einige Momente des Films (beispielsweise Churchills nächtlicher und verzweifelter Anruf bei US-Präsident Roosevelt sowie seine erste Fahrt mit einer Londoner U-Bahn nebst emotionalen Diskussionen mit der britischen Bevölkerung) zwar besonders eindrücklich inszeniert, historisch betrachtet aber Humbug. Es sei den Machern verziehen. Die Eckpunkte der Geschehnisse hingegen sind treffend und historisch korrekt zusammengefasst, der Ernst der Lage kommt eindrucksvoll rüber. Auch sind die imposanten und mitreißenden Durchhaltereden von Churchill nach dessen Amtsantritt hervorragend und mitunter äußerst innovativ in Szene gesetzt. Gerade die Inszenierung seiner ersten Radioansprache lässt sich besonders sehen, ist hier doch die Macht der Stimme audio-visuell bestens in Szene gesetzt worden. Interessant ist auch, dass diese berühmten Reden Churchills, wie etwa die von „blood, toil, tears, and sweat“ und „We shall fight on the beaches“ aufgrund ihrer Imposanz zwar in die Historie eingegangen sind und bis heute allen an jener Epoche Interessierten ein Begriff sein dürften, insbesondere von seinen politischen Zeitgenossen jedoch durchaus mit einer – milde ausgedrückt – gewissen Skepsis bedacht wurden.

Der neue Premierminister checkt die Stimmung in der Bevölkerung

Prunkstück von „Die dunkelste Stunde“ ist und bleibt dieser eine Mann: Gary Oldman. Wie die britische Schauspielgröße hier eine der interessantesten Persönlichkeiten der Menschheitsgeschichte interpretiert, ist einfach nur phänomenal, und ich ziehe daher einfach mal sämtliche Hüte, obwohl ich gar keine besitze. Angesichts einer ganzen Reihe an Churchill-Interpretationen, die die Film- und Fernsehgeschichte zu bieten hat, lehne ich mich einfach mal weit aus dem Fenster und behaupte, dass es etwas Vergleichbares noch nicht gegeben hat. Nicht nur dank einer hervorragenden Maske wird Oldman quasi mit Haut und Haaren sowie mit seinem gesamten Körper, mit Geist, Gestik, Mimik und Sprache in aller Umfänglichkeit zum ehemaligen britischen Premierminister. Zudem verleiht er seiner historischen Figur große Tiefe, stellt er doch nahezu sämtliche Facetten dieses vielseitigen und höchst interessanten Charakters eindrucksvoll zur Schau. So war ich am Ende vor allem deswegen enttäuscht, nun nicht noch mehr von Oldmans ganz persönlicher Churchill-Show zu sehen zu bekommen. Ich hätte ihm noch Stunden dabei zusehen können, wie er einfach nur bei seinem umfangreichen Frühstück im Bett sitzend Anweisungen bellt, in der Badewanne liegend nuschelnd Reden und Briefe diktiert oder was auch immer gerade treibt. Selbst einen schlafenden Churchill würde Oldman wohl noch mit Bravour darstellen. Selten war ein Oscar verdienter als in diesem Fall. An dieser Stelle wieder einmal meine nachdrückliche Empfehlung: Schaut „Darkest Hour“ in der Originalfassung. Selbst wenn man des Englischen nicht so mächtig sein sollte, sollte man dieser einfach eine Chance geben – zur Not mit Untertiteln. Denn Churchill zeichnete sich ja neben den vielen politischen und charakterlichen Aspekten auch durch seine besondere Stimme und seine Sprechweise aus – diesem Umstand in der deutschen Synchronisation auch nur annähernd gerecht zu werden ist ein Ding der Unmöglichkeit. Auch wenn sich Oldmans Stammsynchronsprecher Udo Schenk selbstverständlich redlich bemüht.

Trotz aller nach außen gezeigter Zuversicht und Stärke …

Oldman bietet uns eindrucksvoll eine Figur an, die, trotz all ihrer Eigenheiten und nach außen gezeigter Zuversicht und Stärke auch sehr verletzlich scheint und aufgrund der schwierigen Situation oft kurz vor der Überforderung steht. Wir haben es mit einem zutiefst menschlichen Churchill zu tun, der, in seiner verständlichen Erschöpfung und drohenden Resignation, eine breite Basis für eine hohe Empathie unsererseits bietet. Denn der für uns heute oft als selbstverständlich hingenommene spätere Kriegsverlauf war im Mai 1940 alles andere als sicher. Ganz im Gegenteil, eine drohende Niederlage war für England ein nur allzu reales und bedrohliches Szenario, vielleicht damals sogar wahrscheinlicher als etwa der tatsächliche Kriegsverlauf mit dem endgültigen Sieg der Alliierten im Mai 1945. Blogbetreiber Volker hat das in seiner Rezension von Christopher Nolans „Dunkirk“ (2017) bereits beschrieben, ich zitiere ihn einfach mal: Die Vernichtung oder Gefangennahme der in Dünkirchen eingekesselten Alliierten hätte wahrscheinlich die Kapitulation des Vereinigten Königreichs zur Folge gehabt – mit kaum auszudenkenden Folgen für den Kriegsverlauf. Die Welt wäre heute vielleicht eine ganz andere.

… befindet sich auch Winston Churchill (hier mit seiner Frau Clementine) oft am Rande der Verzweiflung

Es sind vor allem ruhige Momente, die überzeugen und uns einen Menschen in einer Extremsituationen zeigen, der dem Druck einer ganzen Nation, ja beinahe schon eines ganzen Kontinents oder gleich der ganzen Welt auf seinen Schultern ausgesetzt ist. Hier sei erneut auf die besonders eindrückliche Szene verwiesen, in der ein erschöpfter und fast schon hoffnungs- wie auch ratloser Churchill in seinem unterirdischen Hauptquartier Präsident Roosevelt anruft und diesen (vergeblich) um Unterstützung beinahe schon „anbettelt“. Auch wenn es für diese Szene keinerlei Belege gibt, bestand im Mai 1940 doch noch gar keine feste Standleitung zwischen den USA und Großbritannien, wie der Film suggeriert.

Muss sich an ihren neuen Chef erst gewöhnen: Sekretärin Elizabeth Layton

Doch wäre es unfair, sich in Bezug auf die schauspielerischen Leistungen auf den Hauptdarsteller zu beschränken – ist doch auch der restliche Cast hochkarätig mit namhaften und vor allem aus britischen Filmen und Serien bekannten Schauspielerinnen und Schauspielern gespickt, die ebenfalls durchweg zu überzeugen wissen. Hier sei vor allem die wieder einmal bezaubernde Lily James („Downton Abbey“) hervorzuheben, die Churchills neue Sekretärin Elizabeth Layton verkörpert. Mit ihr sind wir auf Zuschauerseite von Beginn an besonders eng verbunden, ist ihr erstes, außerordentlich nervenaufreibendes Zusammentreffen mit ihrem neuen, cholerischen Chef doch auch unser erstes Aufeinandertreffen mit Churchill. Auch danach sehen wir viele der Ereignisse durch ihre Augen. Ebenso bietet uns diese Figur wiederum die Möglichkeit, über das Verhältnis von Fakten und Fiktion zu fabulieren: Zwar hat es die Sekretärin von Churchill wirklich gegeben und wurde sie tatsächlich zu einer seiner engsten Vertrauten, zu seinem Stab stieß sie allerdings tatsächlich erst nach den im Film dargestellten Ereignissen. Auch ist ihr Bruder nicht, wie im Film suggeriert, beim Rückzug nach Dünkirchen gefallen. Aber zurück zu Lily James. Diese gehört für mich zu den größten schauspielerischen Nachwuchstalenten, von ihr werden wir in Zukunft hoffentlich noch einiges zu sehen bekommen. Auch wenn die 1989 in England Geborene schon nicht mehr wirklich als Talent bezeichnet werden kann, sondern eher schon als neue feste Größe in der Kinolandschaft (schaut man sich ihre exponentiell steigende Rollenzahl über die vergangenen Jahre einmal an). Sie weiß aber irgendwie immer zu überzeugen und auch in diesem Werk zeigt sie wiederholt, dass sie imstande ist, ihre Figuren mit Herzlichkeit, Wärme und Tiefe auszustatten und durch eine ungemeine Leinwandpräsenz zu brillieren. Für mich ist es immer wieder eine Freude, Lily James bei der Arbeit zusehen zu dürfen. Ja, ich gebe zu, ich bin ein kleiner Fan.

Ist Ben Mendelsohn der Zwillingsbruder des Königs?

Ebenso überzeugt Ben Mendelsohn („Rogue One – A Star Wars Story“, 2016) in der schwierigen Rolle des populären Königs George VI. Der australische Schauspieler, den ich vor allem seit seiner beeindruckenden Performance in der tollen Netflix-Serie „Bloodline“ außerordentlich schätze, bietet hier sowohl vom äußerlichen Erscheinungsbild als auch in Gestus und Sprache ein Abbild des echten Königs. Man könnte fast meinen, er sei dessen Zwillingsbruder, so stark ähneln sich beide im Aussehen sowie in ihrer reservierten und förmlichen, stets aber auch warmen, herzlichen und offenen Art. Daher ist es auch eine große Freude, die Entwicklung einer beginnenden Freundschaft zwischen Churchill und George VI. aufgrund deren jeweiligen tollen Darsteller präsentiert zu bekommen. Im Vergleich zur damals zwar großartigen schauspielerischen Leistung von Colin Firth als George VI. in „The King’s Speech“ (2010), der hierfür auch völlig zu Recht einen Oscar erhalten hat, dem echten König aber überhaupt nicht ähnelte, wird uns hier nun eine beeindruckend authentische filmische Version des historischen Vorbilds geboten. Auch wird dessen berühmtes Stottern hier deutlich näher dem realen Vorbild entsprechend inszeniert. Neben James und Mendelsohn ist auch die übrige Besetzung hervorzuheben, sie hat es verdient: ob etwa Kristin Scott Thomas („Der englische Patient“, 1996) als Clementine Churchill, die als einzige Person ihren Mann wirklich im Griff zu haben scheint, Stephen Dillane („Game of Thrones“) als gefasster, edler und nobler, aber auch hartnäckiger politischer Widersacher Lord Halifax oder Samuel West („Mr. Selfridge“) als unermüdlicher Unterstützer Antony Eden.

Erst Skeptiker, dann freundschaftlicher Verbündeter Churchills: König George VI.

Ein weiterer interessanter Aspekt ist zudem die innerhalb kürzester Zeit erneute filmische Behandlung der historischen Ereignisse von Dünkirchen. Nur wenige Monate vor Joe Wrights Churchill-Film hatte Christopher Nolan seinen imposanten Kriegs-Thriller „Dunkirk“ in die Kinos gebracht. Beide Werke waren dann auch in der gleichen Oscarverleihung nominiert. Auch wenn Wright in seinem Werk, im Gegensatz zu „Dunkirk“, die Evakuierung der Soldaten nur als Randthema verwendet und nicht groß in Szene setzt, ist es dennoch interessant, in der Kombination dieser beiden zeitlich nah beieinander entstandenen Filme eine Art filmisch abgerundetes Bild präsentiert zu bekommen.

Churchill erklärt Elizabeth die angespannte Lage in Dünkirchen

Joe Wright gelingt mit „Die dunkelste Stunde“ also ein beeindruckendes und kurzweiliges historisches Politdrama, das in seiner knapp zweistündigen Laufzeit ungemein viel zu bieten hat: Es ist sowohl Historiendrama und Biopic als auch Politthriller mit einer Menge Spannung sowie Gefühl, Emotionen, stillen Momenten und sogar einer ganzen Reihe humoristischer Elemente. Zu bemängeln gibt es eigentlich kaum etwas. Höchstens die mutige Entscheidung des Regisseurs sowie seines Drehbuchautors McCarten, den Zuschauern relativ wenige Informationen an die Hand zu geben, sodass in der mitunter rasanten Abhandlung der historischen Ereignisse der Überblick verloren gehen mag. Ebenso sind die mitunter recht hanebüchenen künstlerischen Freiheiten in Bezug auf die historische Faktentreue zwar für die filmische Inszenierung von zentraler Bedeutung und bilden hier auch einige der stärksten Momente, bieten aber durchaus Potenzial für Kritik. Dies ist aber wohl stark vom jeweiligen subjektiven Rezeptionsverhalten abhängig. In welchen Ausmaßen man bei solchen Filmen vollständige historische Korrektheit erwartet, unterliegt wohl der Bewertung jedes einzelnen Zuschauers. Wer „Die dunkelste Stunde“ bislang noch nicht gesehen hat: Schaut ihn euch an – es lohnt sich.

Kann der neue Premier seine Skeptiker überzeugen?

Veröffentlichung: 24. Mai 2018 als Blu-ray und DVD

Länge: 125 Min. (Blu-ray), 121 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 6
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch u. a.
Originaltitel: The Darkest Hour
GB/USA 2017
Regie: Joe Wright
Drehbuch: Anthony McCarten
Besetzung: Gary Oldman, Lily James, Ben Mendelsohn, Kristin Scott Thomas, Stephan Dillane, Ronald Pickup, Samuel West, David Schoefield
Zusatzmaterial: Featurettes zu Regie und Besetzung
Label/Vertrieb: Universal Pictures Germany GmbH

Copyright 2018 by Philipp Ludwig

Fotos, Packshot & Trailer: © 2018 Universal Pictures Germany GmbH

 

Schlagwörter: , , , , , , , , , , ,

Ready Player One – Zurück in die Zukunft

Ready Player One

Kinostart: 5. April 2018

Von Matthias Holm

Science-Fiction // 2010 schien Ernest Cline mit seinem Buch „Ready Player One“ einen Nerv getroffen zu haben. Die Hommage an die Popkultur der 80er-Jahre, die gleichzeitig auch eine dystopische Zukunft aufzeigt, kam sowohl bei Kritikern als auch bei Lesern gut an. Und wie das so ist mit erfolgreichen Büchern, ließ die Verfilmung nicht lange auf sich warten – und kein Geringerer als Steven Spielberg saß nun auf dem Regiestuhl, der Mann, der das Blockbuster-Kino nachhaltig geprägt hat. Doch ob diese Mischung wirklich funktioniert?

Finde das Easter Egg, werde reich

2045 ist die Welt heruntergewirtschaftet, zahllose Menschen leben in sogenannten Stacks – im Grunde genommen übereinander gestapelte Wohnwagen. Einer der Bewohner ist der junge Wade Watts (Tye Sheridan). Doch die Menschheit hat eine Möglichkeit, der Tristesse zu entkommen – denn der kongeniale Videospiel-Entwickler James Halliday (Mark Rylance) hat mit seinem damaligen Partner Ogden Morrow (Simon Pegg) die OASIS erschaffen, eine Art Virtual-Reality-Spielplatz, dessen Grenzen nur die eigene Fantasie sind und in dem fast alle Erdenbwohner zu versinken scheinen. Als der Erschaffer der OASIS starb, gab er seinen Spielern aber noch eine Aufgabe: Irgendwo in dem gewaltigen Spiel hat Halliday ein Easter Egg versteckt, mit dem man die alleinige Kontrolle über seine Simulation erhält – und damit die Kontrolle über den wichtigsten Wirtschaftsfaktor des 21. Jahrhunderts. Zusammen mit seinem besten Kumpel Aech (Lena Waithe) und der geheimnisvollen Art3mis (Olivia Cooke) sucht Wade in Gestalt seines Avatars Parzival nach dem Ei – immer verfolgt vom bösen Konzern IOI und dessen OASIS-Beauftragten Nolan Sorrento (Ben Mendelsohn).

Halliday (l.) und sein Partner Ogden Morrow stellen die OASIS vor

In der OASIS kann man alles sein und alles tun – und dies nimmt sich Spielberg direkt zu Beginn zu Herzen. Die ersten Fahrten durch die Virtual-Reality-Simulation sind atemberaubend, und hier erkennt man schon einen Unterschied zum Buch – während Ernest Cline seine OASIS wirklich als feuchten Traum eines 80er-Jahre-Nerds ausgelegt hat, ist das Spiel im Film deutlich breiter angelegt. Wer wollte nicht schon immer mal auf dem Snowboard die Pyramiden runterflitzen? Dadurch geht bis zu einem gewissen Grad der Charme der Vorlage verloren, allerdings öffnet sich die Geschichte auch einem weiteren Publikum.

Art3mis (links) und Parzival kommen einander näher

Das nämlich will der Film, einer möglichst großen Masse an Menschen Spaß machen. Für die Jüngeren gibt es eine Art „Dystopie light“ – die Grundzüge einer Gesellschaft, die sich selbst zugrunde gerichtet hat, sind da, werden aber nie sonderlich stark ausgespielt. Wenn es dann in die OASIS geht, ist der Plot um das Easter Egg nicht sonderlich ausgefeilt – das war er im Buch aber auch nicht. Viel mehr geht es um das Staunen, denn was hier optisch auf das Kinopublikum einprasselt, ist absolut wahnsinnig.

Zitate-Feuerwerk

Und hier dürfen besonders die älteren Zuschauer gern genauer hinschauen. Die Menge an versteckten Zitaten und Anspielungen ist schier endlos, allein die verschiedenen Avatare, die in den Frames spazieren gehen, sind das mehrmalige Schauen wert. Wenn dann noch in den Gesprächen und den Handlungen der Figuren Buckaroo Banzai, das Alien und andere zitiert werden, denkt man, das Ende der Fahnenstange sei erreicht. Da sollte der geneigte Horrorfan nur mal auf die zweite Aufgabe warten, die die Helden absolvieren müssen.

Technisch ist dies alles auf allerhöchstem Niveau. Sobald man in der OASIS ist, vergisst man sofort, dass dies jetzt nicht der reale Schauplatz ist, sondern nur Animation. Dazu kommt ein Soundtrack, der den Retro-Flair der Romanvorlage perfekt einfängt – wer in den ersten Filmsekunden bei den Takten von Van Halens „Jump“ nicht mit den Füßen wippt, ist eh ein Griesgram.

Auch in der realen Welt wird es für Wade gefährlich

Und wenn dann im Finale Parzival einen Ghettoblaster in die Luft hält, aus dem „We’re Not Gonna Take It“ dröhnt, in seinen DeLorean steigt und zahllose Film- und Videospielfiguren auf die gesichtslosen Drohnen von IOI treffen, weiß man zwar, wie der Kampf ausgeht – und trotzdem sitzt man wie ein kleines Kind vor der Leinwand und bestaunt das Spektakel. Denn das ist „Ready Player One“. Der Film macht vieles anders als das Buch, bleibt dessen Geist aber stets treu – man achte auf diverse Poster in Hallidays Kinderzimmer – und ist verdammt unterhaltsam. In diese Zukunft kehren wir gern wieder zurück.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von Steven Spielberg sind in unserer Rubrik Regisseure aufgelistet.

Das begehrte Ei

Länge: 140 Min.
Altersfreigabe: FSK 12
Originaltitel: Ready Player One
USA 2018
Regie: Steven Spielberg
Drehbuch: Zak Penn, Ernest Cline, nach Clines Roman
Besetzung: Tye Sheridan, Olivia Cooke, Mark Rylance, Lena Waithe, Ben Mendelsohn, Philip Zao, Win Morisaki, Simon Pegg
Verleih: Warner Bros. Entertainment GmbH

Copyright 2018 by Matthias Holm

Filmplakat, Fotos & Trailer: © 2018 Warner Bros. Entertainment GmbH, Szenenfotos courtesy of Warner Bros. Pictures, Foto 1 + 3: Jaap Buitendijk

 

Schlagwörter: , , , , , , , , , , , ,

 
%d Bloggern gefällt das: