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Outcast – Season One: Dämonen statt Zombies

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Outcast

Von Andreas Eckenfels

Horrorserie // Trotz des Erfolgs seiner Zombie-Saga ruht sich „The Walking Dead“-Schöpfer Robert Kirkman nicht auf seinen Lorbeeren aus: Neben zahlreichen anderen Projekten schuf er 2014 zusammen mit Zeichner Paul Azaceta die Graphic-Novel-Reihe „Outcast“, die hierzulande der Verlag Cross Cult veröffentlicht hat. Noch bevor der erste Band in den Läden stand, sicherte sich der US-Sender Cinemax die Rechte für eine Serienadaption. Die Erstausstrahlung erfolgte im Sommer 2016; in Deutschland wurden die zehn Folgen der ersten Staffel kurz nach US-Start auf dem Pay-TV-Sender Fox gezeigt. Seine Free-TV-Premiere feiert „Outcast“ am 31. Januar 2017 auf ZDFneo.

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Im Haus des besessenen Joshua erwartet Kyle das Grauen

Schon seit seiner Kindheit wird Kyle Barnes (Patrick Fugit) von Dämonen geplagt. Da dadurch auch immer wieder seine Nächsten in Gefahr geraten, lebt er inzwischen zurückgezogen in seinem Elternhaus im Örtchen Rome im US-Bundesstaat West Virginia. Zuvor war nach einem Gewaltausbruch auch die Ehe mit Allison (Kate Lyn Sheil) in die Brüche gegangen. Seine Tochter Amber (Madeleine McGraw) sieht er seitdem nur noch selten. So kümmert sich lediglich seine Adoptivschwester Megan (Wrenn Schmidt) um den Einzelgänger. Als er Reverend Anderson (Philip Glenister) über den Weg läuft, berichtet ihm der Kleinstadt-Priester von dem kleinen Joshua (Gabriel Bateman), der von einem Dämon besessen scheint. Da der Junge ähnliche Symptome wie Kyles Mutter (Julia Crockett) aufweist, die ihn in der Vergangenheit misshandelte und inzwischen in einem Pflegeheim vor sich hinvegetiert, beschließt Kyle, ihm mit seinen speziellen Fähigkeiten zu helfen.

Es stellt sich heraus, dass Joshua nicht der einzige Einwohner von Rome ist, in dem eine dunkle Seite schlummert. Kyle und Reverend Anderson wollen dem Übel gemeinsam auf den Grund gehen.

Subtile Besessenheit

Anders als in „The Walking Dead“ bekommen es die Zuschauer in „Outcast“ nicht mit leibhaftigen Zombies zu tun, sondern mit einem unsichtbaren, übernatürlichen Grauen. Doch diese Szenen zwischen Teufelsaustreibungen und Besessenheit, die immer wieder den Frieden einer stark gläubigen Gemeinde stören, sorgen für mindestens genau so viel Angst und Schrecken wie die blutgierigen Untoten. Denn die extrem ruhige Erzählweise wird immer wieder von kurzen Schockmomenten unterbrochen, die besonders in der Pilotfolge an die Nieren gehen: Da sich Kyle gegen den dämonischen Joshua nicht anders zu helfen weiß, prügelt er mit den blanken Fäusten auf das Gesicht des Jungen ein.

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Kyle und Reverend Anderson machen sich an die Arbeit

So hart geht es im weiteren Verlauf nicht immer zur Sache. Auch macht es sich „Outcast“ glücklicherweise nicht so einfach, in jeder Folge aufs Neue einen „Exorzismus der Woche“ zu präsentieren. Kirkman verzichtet bewusst darauf, häufig schlecht kopierte Motive aus „Der Exorzist“ zu verwenden. Er entfaltet stattdessen seine Erzählung auf subtile Art und Weise und lässt sich viel Zeit, die Vergangenheit seiner Figuren zu beleuchten. Hier liegt wie so oft der wahre Horror begraben. Spätestens, wenn Brent „Data“ Spiner als undurchsichtiger Sydney auftaucht, der die Einwohner Romes irgendwie unter seiner Kontrolle zu haben scheint, bekommt das mysteriöse Treiben eine neue Dimension. Dabei fühlt man sich durchaus an den Stephen-King-Roman „Needful Things – In einer kleinen Stadt“ erinnert.

Horrorexperten unter sich

Neben Kirkman waren hinter den Kulissen andere Horrorexperten am Werk, die wissen, wie man das Publikum fesselt: „Blair Witch“-Regisseur Adam Wingard inszenierte die Pilotfolge, Loni Peristere drehte zuvor unter anderem fünf Episoden von „American Horror Story“, für die auch Howard Deutch neben „The Strain“ für einzelne Episoden tätig war.

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Rome gedenkt den Opfern eines Grubenunglücks, welches die Kleinstadt wenige Jahre zuvor erschütterte

„Outcast“ ist keine Hochglanzproduktion, alles ist gewollt dreckig inszeniert, eine trostlose Atmosphäre zieht sich durch jede einzelne Folge. Die Sonne scheint in Rome nur selten, es gibt keine leichten Momente und nur wenige Actionszenen, die die angespannte Stimmung kurzzeitig unterbrechen. Patrick Fugit („Gone Girl – Das perfekte Opfer“) gibt der Verzweiflung von Kyle ein glaubhaftes Gesicht. Ebenso überzeugt Philip Glenister („Life on Mars“) als Priester, der mit seinen eigenen Dämonen zu kämpfen hat. Wie alle Bewohner von Rome versprühen sie nur wenig Hoffnung und Lebensfreude – sogar noch weniger als Rick und Kollegen aus „The Walking Dead“. Da fällt es schwer, gleich im Anschluss die nächste triste Folge einzuschalten, auch wenn die Spannung groß ist.

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Die Einwohner verhalten sich zunehmend aggressiv

Wie Kirkmans Comicreihe steht auch die TV-Serie erst am Anfang: Er wolle mit „Outcast“ eine große, epische Geschichte erzählen, so der Autor. In der bereits bestätigten zweiten Staffel wird sich zeigen, welche Wege er Kyle und Reverend Anderson weiter beschreiten lässt.

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Kyles Tochter Amber ist in Gefahr

Veröffentlichung: 15. Dezember 2016 als Blu-ray und DVD

Länge: ca. 480 Min.
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch, Französisch
Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch u.a.
Originaltitel: Outcast
USA 2016
Regie: Howard Deutch, Loni Peristere, Adam Wingard u.a.
Drehbuch: Chris Black, Robert Kirkman, Adam Targum u.a.
Besetzung: Patrick Fugit, Philip Glenister, Wrenn Schmidt, David Denman, Brent Spiner, Reg E. Cathey, Melinda McGraw, Pete Burris
Zusatzmaterial: Entfallene Szenen, Die Ursprünge der Geschichte, Über „Outcast“, Rome – Eine Stadt in West Virginia, Animierter Comic, Einblicke in die Episoden
Vertrieb: Twentieth Century Fox Home Entertainment

Copyright 2016 by Andreas Eckenfels

Fotos, Packshot & Trailer: © 2016 Twentieth Century Fox Home Entertainment

 
 

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Independence Day – Wiederkehr: Nur noch kurz die Welt zerstören

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Independence Day – Resurgence

Kinostart: 14. Juli 2016

Von Andreas Eckenfels

SF-Action // Roland Emmerich kann einem schon leid tun: Den Titel „Master of Desaster“ wird er wohl nie loswerden. Wie auch, wenn alle seine Arbeiten außerhalb des Katastrophenfilmgenres gnadenlos floppen? Nach dem Misserfolg seines Shakespeare-Dramas „Anonymous“, wurde zuletzt 2015 „Stonewall“ von der Kritik zerrissen – kaum ein Zuschauer wollte sein Drama über die Anfänge der Schwulenbewegung sehen. Also heißt es für Emmerich doch zurück zu dem, was er am besten kann: es auf der Leinwand ordentlich krachen lassen.

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Nicht nur London bekommt die Zerstörungswut der außerirdischen Invasoren zu spüren

Wie es die fünf Drehbuchautoren wollen, hat der Alien-Angriff von 1996 immerhin eine gute Sache zur Folge gehabt: Es herrscht Weltfrieden auf Erden. Die außerirdischen Technologien wurden zudem ausgiebig zum Wohlstand der Menschheit eingesetzt. Der Mond ist kolonialisiert, ein Abwehrsystem gegen Eindringlinge aus dem All installiert worden. Dumm nur, dass pünktlich zu den Feierlichkeiten des 20. Jahrestags der Weltenrettung alles über den Haufen geworfen wird: Die bösen Aliens sind wieder da. Alte und neue Helden ziehen vereint in den Kampf.

Asien kracht auf London

Stolze zwanzig Jahre ist es her, dass „Independence Day“ zum Blockbuster des Jahres avancierte und Hauptdarsteller Will Smith zum Superstar aufstieg. Noch länger hätte man mit der lang geplanten Fortsetzung allerdings kaum warten dürfen. Sieht man das finale Ergebnis, hätte man sich den zweiten Teil nach all den Jahren auch sparen können. Im heutigen Kinozeitalter braucht kein US-Präsident mehr heroisch in den Kampfjet zu steigen, um den Aliens persönlich den Hintern zu versohlen. Diese Aufgabe haben inzwischen Superhelden übernommen. Thor, Hulk oder Captain America heißen die Helden, die heutzutage die Erde vor der drohenden Zerstörung durch außerirdische Lebensformen beschützen.

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Levinson kennt sich mit Aliens inzwischen bestens aus

Demzufolge wirken Emmerichs Untergangsvisionen in der „Independence Day“-Fortsetzung arg beliebig. Klar, sehen seine CGI-Zerstörungsorgien wieder mal spektakulär aus – unter anderem hebt das riesige Alien-Raumschiff, welches mit einer Spannweite von 5000 Kilometern bedrohlich einen Großteil des Planeten Erde verdunkelt, bei seiner Landung kurz mal den gesamten asiatischen Kontinent aus dem Meer und lässt ihn auf London krachen. Aber ein wirklicher „Wow“-Effekt bleibt in diesen Szenen aus. Zurzeit ist die digitale Inszenierung des Weltuntergangs eben im Kino allgegenwärtig.

Will Smith wird schmerzlich vermisst

Ob es wirklich seine horrenden Gagenforderungen waren, weshalb Will Smith als Captain Steven Hiller nicht in „Independence Day – Wiederkehr“ mitmachen durfte? Das sei dahingestellt. Er wird im Sequel auf jeden Fall schmerzlich vermisst. Keiner der neuen Jungstars verfügt über seinen schlagkräftigen Charme. Ausgerechnet Jessie T. Usher bekommt als sein Filmsohn nicht viel mehr zu tun als über den Unfalltod seines Vaters zu trauern und ein paar Aliens abzuballern. Für Usher sind Smiths Fußstapfen mehr als zu groß.

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Jake macht sich kampfbereit

Liam Hemsworth hingegen versprüht als eigensinniger Kampfpilot Jake Morrison wenigstens ein wenig Heldenmut. Aber im Grunde verharrt der Australier in seinen bewährten Rollenmustern, welche er auch in der „Die Tribute von Panem“-Reihe präsentiert hat. „It Follows“-Schönheit Maika Monroe ersetzt zudem Mae Whitman als Tochter des ehemaligen US-Präsidenten Whitmore. Sie bemüht sich redlich, ihre Figur bleibt aber wie alle anderen ebenfalls eindimensional und klischeebeladen.

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Ex-US-Präsident Whitmore wird doch nicht erneut in den Kampfjet steigen, oder?

Wenn Smith mit seinen coolen Sprüchen fehlt, müssen die Altstars Judd Hirsch und Jeff Goldblum als stets grantelndes Vater-Sohn-Gespann doppelte Arbeit leisten. Gemeinsam mit dem eigentlich nach dem ersten Teil für tot geglaubten Brent „Data“ Spiner als Dr. Okun sorgen sie mit selbstironischen Sprüchen für ein paar Schmunzler. Aus dem Originalcast sind in der Fortsetzung ansonsten noch Bill Pullman, Vivica A. Fox, John Storey und der im Dezember 2015 verstorbene Robert Loggia in kleineren und größeren Rollen vertreten. Wenigstens der Nostalgiefaktor funktioniert bei „Independence Day – Wiederkehr“.

Kommt ein dritter Teil?

Der unspektakulären Handlung mit zahlreichen Logiklöchern hilft dies allerdings nicht viel weiter. Zwar werden jetzt einige sagen, dass Story und Figurenzeichnung bei einem Emmerich-Film doch eigentlich zweitrangig sind. Aber selbst bei einem Popcorn-Sommer-Blockbuster darf man da doch etwas mehr erwarten. In „2012“ und „The Day After Tomorrow“ hat das doch auch passabel funktioniert.

Wenigstens ist das große Finale gelungen. Das Design der Alien-Königin sieht ziemlich gut aus. Zudem wird eine interessante Ausgangslage für einen potenziellen dritten Teil gelegt. Falls dann der „Master of Desaster“ wieder zur alten Form zurückfinden sollte, darf es auch gern weniger als zwanzig Jahre bis zur nächsten Alien-Invasion dauern.

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Dr. Okun ist nach zwanzig Jahren im Koma wieder topfit – nur der Friseur hatte keine Zeit für ihn

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von Roland Emmerich sind in unserer Rubrik Regisseure aufgelistet, Filme mit Jeff Goldblum und Bill Pullman unter Schauspieler.

Länge: 121 Min.
Altersfreigabe: FSK 12
Originaltitel: Independence Day – Resurgence
USA 2016
Regie: Roland Emmerich
Drehbuch: Nicolas Wright, James A. Woods, Dean Devlin, Roland Emmerich, James Vanderbilt
Besetzung: Liam Hemsworth, Jeff Goldblum, Maika Monroe, Jessie T. Usher, Bill Pullman, William Fichtner, Judd Hirsch, Brent Spiner, Charlotte Gainsbourg
Verleih: Twentieth Century Fox

Copyright 2016 by Andreas Eckenfels

Filmplakat, Fotos & Trailer: © 2016 Twentieth Century Fox

 

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