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What Keeps You Alive – Der Wald, der See und das Ehepaar

What Keeps You Alive

Von Volker Schönenberger

Horrorthriller // Zum einjährigen Hochzeitstag fahren Jules (Brittany Allen) und ihre Frau Jackie (Hannah Emily Anderson) in das abgelegene Haus, in welchem Jackie einst aufwuchs. Der Wochenendtrip beginnt harmonisch, doch bald wirkt Jackie sonderbar verändert. Als mit Sarah (Martha MacIsaac) eine Nachbarin und alte Bekannte Jackies auftaucht und diese mit einem anderen Namen anspricht, wächst in Jules das Misstrauen. Ihre Frau versucht zunächst alles, Jules zu beruhigen. Doch dann geschieht aus heiterem Himmel etwas Unvorstellbares.

Stelldichein im Wald

Auch wenn die Inhaltsangabe des Labels Tiberius Film mehr verrät, will ich an dieser Stelle nicht so weit gehen. Wer es vermeiden kann, spare es sich, mehr über „What Keeps You Alive“ zu lesen, der Überraschungseffekt wirkt dann besser. Der Horrorthriller ist zwar nicht reich an Wendungen, die entscheidende hat es aber in sich. Sobald wir im Bilde sind, geht es dann auch voll zur Sache.

Erst Aliens, dann Zombies – nun wieder etwas anderes

Mit dem erfreulich kundigen Außeridischen-Schocker „Extraterrestrial – Sie kommen nicht in Frieden“ (2014) und dem originellen Zombiefilm „It Stains the Sand Red“ (2016) bewies Regisseur und Drehbuchautor Colin Minihan bereits ein Händchen für verschiedene Facetten des Horrorgenres. „What Keeps You Alive“ hält das Niveau – der Filmemacher, Teil des Duos „The Vicious Brothers“, bleibt dem Genre treu, um sich diesmal dem Survival-Horror zu widmen. Minihan setzt das reduzierte Setting Haus, Wald, See mit ebenso reduziertem Score in ansprechenden Bildern in Szene. Etwas klassische Musik erklingt ebenfalls, Beethovens Mondscheinsonate etwa eignet sich vortrefflich für die Untermalung von Zwischensequenzen in Horrorfilmen. Gelegentlich setzt der Regisseur unaufdringliche Zooms auf die Protagonisten ein und steigert so die Spannung.

Die Idylle ist trügerisch

In „Jigsaw“ (2017) hatten die beiden Hauptdarstellerinnen Hannah Emily Anderson und Brittany Allen keine gemeinsamen Szenen. Hier harmonieren sie prächtig als völlig unterschiedliche Charaktere. Mit der Nachbarin Sarah und ihrem Ehemann Daniel (Joey Klein) treten lediglich zwei weitere Nebenfiguren in Erscheinung, der Fokus liegt eindeutig auf dem lesbischen Ehepaar. Das reicht auch völlig für packenden Survival-Horror. Die Homosexualität der beiden Damen wirkt eher sekundär, diente womöglich in erster Linie als Aufhänger, um zwei Frauen als Hauptfiguren zu installieren.

Was geht in Jackie vor?

Ein Blick auf die IMDb-Filmografie von Colin Minihan offenbart derzeit keine neuen Projekte. Das sollte sich bald ändern, denn seine bisherigen Regiearbeiten zeigen ein derartiges Talent als Genrefilmer, dass er Horrorfans hoffentlich noch viel Freude bereiten wird – oder von mir aus für ganz andere Projekte gar das Genre wechselt. „What Keeps You Alive“ gehört zu diesen seltenen kleinen Perlen, die unverhofft daherkommen und deshalb umso schöner ihre Wirkung entfalten.

Jules kämpft ums Überleben

Veröffentlichung: 3. Januar 2019 als Blu-ray und DVD

Länge: 99 Min. (Blu-ray), 94 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: What Keeps You Alive
KAN 2018
Regie: Colin Minihan
Drehbuch: Colin Minihan
Besetzung: Hannah Emily Anderson, Brittany Allen, Martha MacIsaac, Charlotte Lindsay Marron, Joey Klein
Zusatzmaterial: Trailer, Trailershow, Wendecover
Label: Tiberius Film
Vertrieb: Sony Pictures Home Entertainment

Copyright 2019 by Volker Schönenberger
Szenenfotos & Packshot: © 2018 Tiberius Film

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Horror für Halloween (XXX): It Stains the Sands Red – Durch die Wüste, den Zombie im Nacken

It Stains the Sands Red

Von Volker Schönenberger

Horror // Der Blick über Las Vegas in der gleißenden Sonne – Rauchwolken allerorten. Hubschrauber kreisen, etwas ist ganz und gar nicht in Ordnung. Szenenwechsel: Auf einer einsamen, schnurgeraden Straße düst ein Pärchen im Porsche dahin. Molly (Brittany Allen) zieht sich erst einmal eine Nase Koks rein. Kurz darauf wird ihr schlecht, und Nick (Merwin Mondesir) fährt rechts ran. Dummerweise bleibt der Sportwagen im Sand stecken. Die Probleme steigern sich, als am Horizont ein torkelnder Geselle (Juan Riedinger) mit ungesunder Gesichtsfarbe auftaucht. Aus dem Radio wissen die beiden bereits von der Untoten-Pandemie, die über das Land gekommen ist. Nach gescheiterten Versuchen, dem einsamen Zombie eine Kugel in den Kopf zu jagen, verbarrikardieren sich Molly und Nick im Porsche. Doch Nick wird die Nacht nicht überleben. Molly ergreift die Flucht – durch die Mojave-Wüste

Molly muss sich ihren …

Molly ist eine dieser Frauen, die man despektierlich erst einmal als „dumme Schlampe“ bezeichnen würde, wäre das nicht frauenfeindlich. Umso bemerkenswerter, dass sie uns nach und nach doch ans Herz wächst und wir mehr und mehr mit ihr mitfiebern – und sie muss einiges erleiden, so viel darf verraten werden. Mollys visualisierte Erinnerungen deuten an, dass sie einiges an seelischem Ballast mit sich herumschleppt, während sie dem untoten Verfolger zu entkommen trachtet. Zum Glück für sie und den Film haben wir es mit eher langsamen Untoten Romeroscher Prägung zu tun und nicht mit rasenden Infizierten. „Scheiße, bist du ’ne lahme Schnecke“, kann sie ihm trotz ihrer Plateauschuhe dann auch zurufen und sogar noch die Wasserflasche aufklauben, die zwischen ihnen liegt.

Der untote Verfolger namens Sack

Nach einiger Zeit entwickelt sich zwischen Molly und dem Zombie so etwas wie eine Beziehung. Fortan nennt sie ihn „Sack“ als Kurzform von „Sackgesicht“ – im Original: „Smalls“ für „Small Dick“. Obwohl „It Stains the Sands Red“ über weite Strecken an der frischen Luft spielt, entwickelt sich aufgrund des reduzierten Settings und der weitgehenden Beschränkung auf zwei Personen Kammerspiel-Atmosphäre. Handlungsbedingt kommt es zu keinen ausufernden Splattereinlagen, wenn es denn aber mal zur Sache geht, kommen Gorehounds auf ihre Kosten. Die FSK-18-Freigabe für die ungeschnittene Fassung erscheint berechtigt.

… herannahenden Verfolger vom Leib halten

Mit dem Molly unerbittlich verfolgenden „Sack“ erinnert „It Stains the Sands Red“ ein klein wenig – mehr aber auch nicht – an den herausragenden „It Follows“ vom 2014, der ebenfalls davon lebte, dass eine böse Wesenheit die Protagonisten verfolgt. Dessen Klasse erreicht der originelle Beitrag zum Zombiegenre nicht ganz, allzu weit ist er davon aber auch nicht entfernt. „Smalls“ alias „Sack“ ist einer dieser seltenen Zombies, deren Schicksal uns nicht kaltlässt. Das ist umso schöner, als die Untoten bei aller Beliebtheit des Genres doch charakterlich an sich recht langweilig daherkommen. Vampire und Werwölfe etwa geben da doch deutlich mehr her. „It Stains the Sands Red“ steht mit seinem Fokus auf einen bestimmten, individualisierten Zombie ganz in der Tradition von George A. Romero, der mit „Bub“ in „Zombie 2 – Das letzte Kapitel“ („Day of the Dead“, 1985) und dem Tankwart „Big Daddy“ in „Land of the Dead“ (2005) zwei Ikonen des Genres erschaffen hatte. In Gestalt einer Zeitungstitelseite erhält Romeros erstgenannter Klassiker dann auch eine verdiente Würdigung.

Kooperation der Vicious Brothers

„It Stains the Sands Red“ lief 2017 in Deutschland bei den Fantasy Filmfest Nights. Regie führte Colin Minihan, das Drehbuch hatte er in Kooperation mit seinem Kompagnon Stuart Ortiz geschrieben. Als Duo firmieren die beiden unter dem Namen „The Vicious Brothers“. In meiner Rezension ihres launigen Alien-Horrorfilms „Extraterrestrial – Sie kommen nicht in Frieden“ hatte ich seinerzeit über ihren geplanten Horrorthriller „Haunted Temple“ geschrieben. Der wurde mittlerweile als „Temple“ ohne die Mitwirkung der beiden verwirklicht. Dafür haben sie bald „What Keeps You Alive“ fertiggestellt – erneut mit Brittany Allen, die aktuell übrigens in „Jigsaw“ nun auch das „Saw“-Franchise bereichert. Vorfreude auf weitere Arbeiten der Vicious Brothers ist berechtigt. Obwohl „It Stains the Sands Red“ zum Ende sein originelles Setting aufgibt, erweitert der Film das Zombiegenre um eine reizvolle Facette. Weiter so!

Ein ungleiches Paar schleppt sich durch die Wüste

Veröffentlichung: 6. Oktober 2017 als Blu-ray und DVD

Länge: 92 Min. (Blu-ray), 89 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 18
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: keine
Originaltitel: It Stains the Sand Red
USA 2016
Regie: Colin Minihan
Drehbuch: Colin Minihan, Stuart Ortiz
Besetzung: Brittany Allen, Juan Riedinger, Merwin Mondesir
Zusatzmaterial: Behind the Scenes, On the Set, Trailer
Vertrieb: EuroVideo Medien GmbH

Copyright 2017 by Volker Schönenberger
Fotos & Packshot: © 2017 EuroVideo Medien GmbH

 
 

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Extraterrestrial – Sie kommen nicht in Frieden: Aber sie bringen die Analsonde mit!

Extraterrestrial-Packshot

Extraterrestrial

Von Volker Schönenberger

SF-Horror // Eine Frau klopft spätabends in Panik an die Tür einer Provinz-Tankstelle. Der Bedienstete macht jedoch gerade Feierabend. Sie hastet wenige Meter weiter zu einer Telefonzelle. Ihren Notruf zur Polizei kann sie jedoch nicht zu Ende führen … Als der Mann aus der Tankstelle tritt, ist die Telefonzelle verschwunden. Kaum dreht er sich um, fällt sie aus der Luft herab und zerschellt.

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Etwas ist abgestürzt

Nicht das einzige beunruhigende Vorkommnis, das die Gegend um das Nest Echo Lake seit einiger Zeit heimsucht. Ausgerechnet dorthin bricht nun die junge April (Brittany Allen) mit ihrem Freund Kyle (Freddie Stroma) auf. Sie soll im Ferienhaus ihrer Eltern nach dem Rechten sehen – es steht zum Verkauf. Kyle hat kurzerhand seinen Kumpel Seth (Jesse Moss) und zwei Freundinnen eingeladen, einem Party-Wochenende mit viel Flüssigkeit steht somit nichts mehr im Wege.

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Ich glaub‘ es könnt‘ ein UFO sein

Die ausgelassene Stimmung schlägt schnell um, als April Kyles überraschenden Heiratsantrag ausschlägt und kurz darauf ein UFO in unmittelbarer Nähe einschlägt. Bald sehen sich die jungen Leute mit garstigen Außerirdischen konfrontiert.

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Unheimliche Begegnung der dritten Art

Aliens sehen wie Aliens aus und haben mentale Kräfte, ein UFO sieht aus wie ein UFO, eine Analsonde (!!!) wird fachgerecht eingeführt (autsch). Auch der Bauchnabel des bedauernswerten menschlichen Versuchskaninchens wird in Mitleidenschaft gezogen. So loben wir uns das, wenn mit wenig Geld viel Science-Fiction-Freude geboten werden soll. Die klassische Alienfigur ist aber auch eine Lichtgestalt des Creature-Designs. Da schaut man gern hin, erst recht, wenn das Ganze mit so viel Kenntnis der Materie inszeniert ist wie bei „Extraterrestrial – Sie kommen nicht in Frieden“. Ihre „Akte X“-Hausaufgaben haben die Vicious Brothers (siehe unten) gemacht. Licht- und sonstige Spezialeffekte kommen zum Einsatz, ganz wie wir uns das vorstellen. Das ist natürlich nicht der Gipfel der Originalität, aber mit Liebe zum Sujet inszeniert. Und es sieht gar nicht mal so billig aus, wie es war. Enthusiasmus und Leidenschaft sind eben manchmal mehr wert als ein großes Budget. Und erst das herrliche Finale mit seinem bitterbösen Finish – abgespaced im wahrsten Sinne des Wortes.

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Was haben wir da gerade erschossen?

Bei allem Augenzwinkern kommt auch Spannung nicht zu kurz. Ein paar Schockeffekte lassen auf der Couch hochschrecken. In ruhigen Sequenzen verharrt man in banger Erwartung. Ein schönes Schmankerl ist der Auftritt von Genrefilm-Ikone Michael Ironside („Scanners – Ihre Gedanken können töten“) als verschrobener Nachbar Travis. Der Vietnamveteran züchtet bewusstseinserweiternde Gräser, wenn Ihr versteht, was ich meine, und ergeht sich in Verschwörungsfantasien. Aber was ist schon Fantasie, wenn Aliens vor der Tür stehen?

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April und Kyle setzen sich zur Wehr

„The Vicious Brothers“ nennen sich die Filmemacher Colin Minihan und Stuart Ortiz, wenn sie zusammenarbeiten. 2011 machten sie mit dem Found-Footage-Geisterjägerfilm „Grave Encounters“ erstmals auf sich aufmerksam. Für „Extraterrestrial“ schrieben sie das Drehbuch gemeinsam, die Regie übernahm Minihan allein. Derzeit in Arbeit haben sie den Horrorthriller „Haunted Temple“, bei dem sie nach aktuellem Stand wieder gemeinsam Regie führen. B-Horror-Freunde dürfen gespannt sein. „Extraterrestrial“ lief 2014 beim Fantasy Filmfest und machte dort vielen Zuschauern Freude. Mir bei der viel späteren Sichtung ebenfalls.

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Kuckuck!

Veröffentlichung: 2. April 2015 als 3D Blu-ray (inkl. 2D-Version), Blu-ray und DVD

Länge: 100 Min. (Blu-ray), 96 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel:
Originaltitel: Extraterrestrial
KAN/USA 2014
Regie: Colin Minihan
Drehbuch: Colin Minihan, Stuart Ortiz (als The Vicious Brothers)
Besetzung: Brittany Allen, Freddie Stroma, Jesse Moss, Melanie Papalia, Michael Ironside, Anja Savcic, Sean Rogerson, Emily Perkins, Fred Keating, Mike Kovac
Zusatzmaterial: Audiokommentar Making-of, Trailer, Wendecover
Vertrieb: Tiberius Film

Copyright 2016 by Volker Schönenberger
Fotos & Packshot: © 2015 Tiberius Film

 

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