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Tränen der Sonne – Bruce Willis als Retter in Nigeria

Tears of the Sun

Von Volker Schönenberger

Kriegs-Action // Militärputsch in Nigeria: General Mustafa Yakubu (Kanayo Chiemelu) dringt mit seinen Soldaten in den Präsidentenpalast ein und lässt Präsident Samuel Azuka (Howard Mungo) ermorden. Im ganzen Land bricht sich die Gewalt Bahn, als die siegreichen muslimischen Rebellen vom Volk der Fulani aus dem Norden ihren Triumph auskosten. Die christlichen Ibo aus dem Süden des Landes müssen einen Völkermord fürchten. Die UNO sieht tatenlos zu, während die USA bereits die Evakuierung ihrer Botschaft in Angriff nehmen.

Mission im Regenwald

Eine von Lieutenant Waters (Bruce Willis) geführte Einheit US Navy SEALs (u. a. Eamonn Walker, Cole Hauser) erhält einen Spezialauftrag: die Rettung der amerikanischen Ärztin Dr. Lena Fiore Kendricks (Monica Bellucci) und ihrer Mitarbeiter von der abgelegen im Regenwald platzierten St. Michael’s Mission. Die Elitesoldaten haben dabei die klare Anweisung, ihre Waffen nur zur Selbstverteidigung einzusetzen und nicht aktiv in Kämpfe einzugreifen – so die Regeln zum „Verhalten bei Feindberührung“ („Rules of Engagement“).

Nicht ganz einig: Dr. Kendricks (l.) und Lieutenant Waters

Das Ziel ist zügig erreicht, doch als Dr. Kendricks erfährt, dass Waters Order hat, ausschließlich die Ausländer zu retten und einheimische Mitarbeiter sowie Patienten zurückzulassen, reagiert sie stur. Folge: Waters und seine Männer machen sich mit 70 Schützlingen auf den gefahrvollen Weg.

Einige Elemente der Bürgerkriegs-Ausgangssituation sind möglicherweise vom Biafra-Krieg (1967–1970) inspiriert, die Handlung spielt jedoch nicht in der Zeit des Konflikts. US-Soldaten präsentieren sich auf fremdem Territorium als Retter – nun ja. Kritik an amerikanischen Militäreinsätzen im Ausland war offenbar nicht die Intention von „Tränen der Sonne“, das hat der Film mit den kurz zuvor entstandenen „Black Hawk Down“ (2001) und „Wir waren Helden“ (2002) gemeinsam. Haken wir die politische Aussage des Films also gleich ab und wenden wir uns dem Titel zu: „Tränen der Sonne“ – geht’s noch pathetischer? Immerhin sind diesmal keine deutschen Titel-Verhunzer verantwortlich, der Originaltitel „Tears of the Sun“ bedeutet dasselbe. Der getragene Score trägt das Seine zum Pathos bei. Kaum mal ein Moment ohne Hans Zimmers streicherdominierten Klänge. Bei all der Action spielt „Tränen der Sonne“ doch auch sehr auf der Gefühlsklaviatur. Und es sei eingestanden: Es funktioniert! In einigen emotionalen Szenen kommen wir den Figuren recht nah – lediglich Bruce Willis bleibt auf Distanz und gibt die coole Socke.

Waters (r.) führt eine heikle Mission an

Für HD-Fans unerfreulich: Der gut 21 Minuten längere Director’s Cut ist hierzulande nur auf DVD erschienen, auf Blu-ray gibt’s nur die Kinofassung. Die längere Version gibt „Tränen der Sonne“ durchaus mehr Tiefe und Differenzierung. Für einen genauen Vergleich der Unterschiede sei auf den Schnittbericht verwiesen.

Vom Regisseur von „The Equalizer“

Für den Musikvideo-Regisseur Antoine Fuqua war „Tränen der Sonne“ der dritte Spielfilm nach „Bait – Fette Beute“ (2000) und „Training Day“ (2001). Mit Regiearbeiten wie „Shooter“ (USA 2007), „The Equalizer“ (USA 2014) nebst Fortsetzung sowie dem Western-Remake „Die glorreichen Sieben“ (USA 2016) hat er sich fest im Actiongenre etabliert. „Tränen der Sonne“ reiht sich mit stylischer, auf visuell hohem Niveau inszenierter Action gut in Fuquas Filmografie ein. Die Gewalt ist dabei hart, wird aber nicht als Exploitation präsentiert. Als Kriegs-Action empfehlenswert, als Kriegsdrama mit Einschränkungen.

Sie Navy SEALs geraten in Bedrängnis

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von Antoine Fuqua sind in unserer Rubrik Regisseure aufgelistet, Filme mit Bruce Willis in der Rubrik Schauspieler.

Es wird brenzlig

Veröffentlichung: 14. November 2006 als Blu-ray (Kinofassung), 22. November 2007 als DVD im Steelbook (Director’s Cut), 6. September 2005 als DVD (Director’s Cut), 10. Februar 2004 als DVD (Kinofassung)

Länge: 121 Min. (Blu-ray, Kinofassung), 137 Min. (DVD, Director’s Cut), 116 Min. (DVD, Kinofassung)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch
Originaltitel: Tears of the Sun
USA 2003
Regie: Antoine Fuqua
Drehbuch: Alex Lasker, Patrick Cirillo
Besetzung: Bruce Willis, Cole Hauser, Monica Bellucci, Eamonn Walker, Tom Skerritt, Johnny Messner, Nick Chinlund, Charles Ingram, Paul Francis, Chad Smith, Malick Bowens, Akosua Busia, Kanayo Chiemelu, Howard Mungo, Peter Mensah
Zusatzmaterial: keine Angabe
Label/Vertrieb: Sony Pictures Home Entertainment

Copyright 2019 by Volker Schönenberger
Szenenfotos & Packshot: © Sony Pictures Home Entertainment

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Darfur – Der vergessene Krieg: Die Welt hat mal wieder nur zugeschaut

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Darfur

Von Volker Schönenberger

Der Darfur-Konflikt gilt als Völkermord und größte humanitäre Katastrophe des 21. Jahrhunderts. Mehr als 2,5 Millionen Zivilisten wurden vertrieben, und die Zahl der Toten beziffert sich auf über 400.000 Menschen. (Übersetzung einer Texttafel zu Beginn des Films)

Kriegsdrama // Irgendwann in der ersten Dekade unseres Jahrtausends: Um Menschenrechtsverletzungen im Darfur-Konflikt zu dokumentieren, hält sich eine Gruppe von internationalen Journalisten in der Region im Westsudan auf. Die Kriegsberichterstatter reisen ins Dorf Nabagaia, angeführt von Captain Jack Tobamke (Hakeem Kae-Kazim) von der Afrikanischen Union und ein paar Soldaten. Auf der Strecke bemerkt die Gruppe ein Massengrab. Im Dorf angekommen, befragen die Reporter die Bewohner. Nach einiger Zeit bricht man wieder auf. Kurz darauf nähert sich eine Staubwolke dem Dorf – berittene und motorisierte Dschandschawid, die ganz eindeutig keine friedlichen Absichten haben.

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Massengrab, Zeugnis eines Völkermords

Wer „Darfur – Der vergessene Krieg“ noch nicht geschaut hat und das nachholen möchte, sollte die folgenden drei Absätze aufgrund massiver Spoiler überspringen oder erst nach Sichtung des Films weiterlesen.

Ab hier wird gespoilert

Puh, das ist harte Kost. Ein Dorf wird abgeschlachtet – Vorsicht, Uwe Bolls Drama ist nichts für zartbesaitete Gemüter. Der streitbare Filmemacher erspart uns zwar einen ausufernden Splatter-Exzess, zeigt das Gemetzel aber als die Grausamkeit, die es ist. Da werden Dorfbewohnerinnen vergewaltigt, Kleinkinder abgeschlachtet, Macheten und Kalaschnikows gegen Wehrlose eingesetzt. Das lässt den Atem stocken und bei manchen Zuschauern einen Kloß im Hals entstehen.

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Zur Untätigkeit verdammt: Reporter Bob Jones

Schonungslos demonstriert Boll die ausweglose Lage der Dörfler und die Hilflosigkeit der Journalisten. Der Dschandschawid-Anführer (Sammy Sheik), ein gutaussehender Beduine, lässt sich von Anfang an auf keine Diskussion mit Captain Tobamke ein, bedeutet ihm unmissverständlich, dass dessen Gruppe umgehend das Dorf zu verlassen habe, andernfalls werde man sie als Teil der Einwohner betrachten – eine unverhohlene Drohung und Ankündigung der finsteren Absichten. Als die Reporter seiner Aufforderung nicht schnell genug Folge leisten, schießt der Anführer eiskalt einem Dorfjungen in den Kopf. Später beschließen die Reporter Freddie (David O’Hara) und Theo (Noah Danby), zum Ort des Massakers zurückzukehren, um Überlebende zu retten und Vergeltung zu üben. Tobamke schließt sich ihnen an, was alle drei schlussendlich das Leben kostet. An Freddie wird gar ein Exempel statuiert: Ein Dschandschawid übergießt ihn mit Benzin, er verbrennt bei lebendigem Leibe.

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Eiskalt: der Kommandant der Dschandschawid

„Darfur – Der vergessene Krieg“ ist nicht nur ein Fanal um Aufmerksamkeit für einen Völkermord, der vor den Augen der Weltöffentlichkeit vollzogen wurde, sondern auch eine vorzügliche Darstellung des Dilemmas, in dem sich Kriegsberichterstatter oft befinden: An sich ist ihre Aufgabe die des Chronisten, eines unbeteiligten Dokumentierers. Sie sollen sich, so sprach einst der Tagesthemen-Moderator Hanns Joachim Friedrichs, nicht mit einer Sache gemein machen, auch nicht mit einer guten. Klar, niemand kann verlangen, dass sie zur Waffe greifen, wie es einige der Reporter in diesem Fall tun – sei das eine Botschaft Bolls gewesen oder in erster Linie ein Vorantreiben der Handlung; aber humanitäre Hilfe kann man an sich schon erwarten. Wann sollen Reporter den Notizblock und das Aufnahmegerät beiseite legen und tatkräftig eingreifen? Diese Frage ist erst recht dann kaum zu beantworten, wenn ein Eingreifen oder gar die pure Anwesenheit mit unmittelbarer Gefahr für Leib und Leben verbunden ist wie im Dorf Nabagaia. Dort will die kleine Gruppe die Einwohner retten, indem sie sich als lebendes Schutzschild vor sie stellt. Sie scheitert auf schlimmstmögliche Weise, die Dschandschawid erweisen sich als skrupellos und blutrünstig.

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Die Beduinen metzeln die Dörfler nieder

Mit improvisierten Dialogen und Handkamera-Bildern verleiht Uwe Boll seiner Regiearbeit eine zum Teil dokumentarische Anmutung. Gelegentlich, vor allem am Ende, verlässt er diese Richtung, indem er einen getragenen Score über seine Aufnahmen legt, der gar nicht nötig gewesen wäre. Dennoch ist festzuhalten, dass der vermeintlich talentlose Schrottfilmer Uwe Boll mit „Darfur – Der vergessene Krieg“ ein gelungenes und – jawohl – wichtiges Bürgerkriegsdrama inszeniert hat. Das Werk hätte mehr Aufmerksamkeit verdient, ist weit mehr als nur einer von wenigen Nach-oben-Ausreißern Bolls. Das hat seinerzeit immerhin der Rezensent von Amnesty International gewürdigt: Ein durch und durch ungewöhnlicher Menschenrechtsfilm … durchaus ernstzunehmender Film, der versucht, öffentliches Bewusstsein für die Tragödie im Sudan herzustellen. Zitiert nach Amnesty Journal 10/11 2010.

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Ein Bewohner wehrt sich

Uwe Boll ist es immer wieder gelungen, interessante Namen aus der zweiten Reihe zu verpflichten. Das gilt auch für das Reporterteam in „Darfur – Der vergessene Krieg“: Edward Furlong ist nach seinem Debüt in „Terminator 2 – Tag der Abrechnung“ (1991) hoch gehandelt worden und hat mit John Waters‘ Komödie „Der Pecker“ und dem Neonazidrama „American History X“ (beide 1998) weitere wertige Titel in seiner Filmografie, sich aber mit privaten Problemen selbst ins Abseits bugsiert. Der Sprung von TV- und Direct-to-Video-Produktionen auf die große Leinwand gelang Kristanna Loken 2003 für kurze Zeit mit ihrer Rolle als Terminatrix in „Terminator 3 – Rebellion der Maschinen“. Dort traf sie übrigens nicht auf Edward Furlong, der an sich erneut die Rolle des John Connor übernehmen sollte – seine erwähnten privaten Probleme verhinderten aber, dass er wieder besetzt wurde. Ebenfalls genannt sei Billy Zane als Teil des Journalistenteams. Er ist bekannt aus den ersten beiden „Zurück in die Zukunft“-Filmen (1985 und 1989) sowie aus „Titanic“ (1997). 1996 spielte er „Das Phantom“.

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Freddie greift ein

Kürzlich hat Boll das Ende seiner Regisseurs-Laufbahn verkündet und das mit dem Zusammenbruch des Markts für unabhängige Filmemacher begründet. Wiederholt hat er geäußert, dass er einigen seiner Produktionen nicht nur aus persönlicher Eitelkeit heraus mehr Erfolg gewünscht hätte, sondern weil ihm deren politische Botschaft ein Anliegen ist. Die mangelnde internationale Aufmerksamkeit für „Darfur – Der vergessene Krieg“ gehört womöglich zu Bolls größten Enttäuschungen. Wenn man sich etwa auch seinen intensiven, obgleich reißerischen Vietnamkriegs-Actioner „Tunnel Rats“ (2008) anschaut, der die damaligen Tunnelkämpfe im Dschungel abbildet, kann man es durchaus bedauern, dass Boll nicht mehr auf dem Regiestuhl Platz nimmt. Da muss man gar nicht als Gegenbeispiele seine zweifellos vorhandenen missratenen Streifen auflisten. „Darfur – Der vergessene Krieg“ ist jedenfalls dafür geeignet, Bolls Kritiker zum Verstummen zu bringen. Seine stets unterhaltsamen Interviews werden uns fehlen – der Mann hat nie ein Blatt vor den Mund genommen.

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Das führt zu seinem grausamen Tod

Für all jene, die sich für den Darfur-Konflikt interessieren: Die oben verlinkten Wikipedia-Artikel enthalten zum Teil aufschlussreiche weitere Verlinkungen, ihre englischen Pendants ebenfalls. Sehenswert sind auch die beiden Dokumentarfilme „Die Todesreiter von Darfur“ („The Devil Came on Horseback“, 2009) und der von George Clooney koproduzierte „Sand and Sorrow“ (2007). Dennoch ist es vermutlich so, dass Spielfilme oft in der Lage sind, eine breitere Öffentlichkeit zu erreichen und damit auf ein wichtiges Thema aufmerksam zu machen als das Dokus vermögen. Umso bedauerlicher, dass Uwe Boll nach seinen mäßigen bis unterirdischen Videospielverfilmungen einen dermaßen schlechten Ruf hat, dass ein ernsthafter und absolut sehenswerter Beitrag wie „Darfur – Der vergessene Krieg“ nicht so wahrgenommen wird, wie er es verdient hätte: als aufrüttelnder Kommentar zu einem bitteren Weltgeschehen, das die Staatengemeinschaft einmal mehr nicht verhindert hat. Der Völkermord in Ruanda lag erst wenige Jahre zurück, die Welt hätte es wissen können.

Dass wir den Völkermord nicht beendet haben, beweist, dass wir aus der Geschichte nichts gelernt haben. (Übersetzung einer Texttafel am Ende des Films)

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Die Dschandschawid brennen das Dorf nieder

Veröffentlichung: 29. Oktober 2010 als Blu-ray und DVD

Länge: 99 Min. (Blu-ray), 94 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 18
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Darfur
KAN/RSA/D 2009
Regie: Uwe Boll
Drehbuch: Uwe Boll, Chris Roland
Besetzung: Kristanna Loken, Billy Zane, Edward Furlong, David O’Hara, Noah Danby, Matt Frewer, Hakeem Kae-Kazim, Sammy Sheik
Zusatzmaterial: Deutscher und englischer Audiokommentar von Regisseur Uwe Boll, Trailershow
Label: splendid film
Vertrieb: WVG Medien GmbH

Copyright 2017 by Volker Schönenberger
Fotos & Packshot: © 2010 splendid film / WVG Medien GmbH

 
 

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Gottes General – Schlacht um die Freiheit: Epische Chronik eines Bürgerkriegs

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For Greater Glory – The True Story of Cristiada

Von Volker Schönenberger

Historien-Kriegsdrama // Sagt euch der Guerra Cristera etwas? Mir vor Sichtung von „Gottes General – Schlacht um die Freiheit“ auch nicht. In dem von 1926 bis 1929 dauernden Bürgerkrieg in Mexiko kämpften christliche Milizen, die sogenannten Cristeros, gegen die Regierung von Präsident Plutarco Elías Calles und dessen Maßnahmen gegen die katholische Kirche. Beide Seiten gingen mit brutalen Mitteln und ohne Gnade vor.

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Präsident Calles (3. v. r.) geht mit aller Härte vor

„Gottes General – Schlacht um die Freiheit“ beginnt mit einer Ankündigung von Präsident Calles (Rubén Blades), der die antiklerikalen Gesetze verschärft: Ausländische Geistliche müssen ausreisen, Priester, die die Regierung kritisieren, müssen mit fünfjähriger Haft rechnen; sie dürfen in der Öffentlichkeit keine religiöse Tracht tragen. In der Bevölkerung regen sich Proteste in Form von Demonstrationen und Boykotten. Calles ergreift härtere Maßnahmen, lässt das Militär Kirchen stürmen und Teilnehmer von Gottesdiensten massakrieren. Geistliche werden ohne Verfahren an die Wand gestellt oder gehenkt, darunter der greise Padre Christopher (Peter O’Toole). Dessen junger Schützling José Sánchez del Río (Mauricio Kuri) muss den Tod seines Mentors mit ansehen und schließt sich anschließend dem Widerstand an.

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Familie Gorostieta wird im Krieg getrennt

Die Cristeros formieren sich, darunter der heißspornige Victoriano „El Catorce“ Ramírez (Oscar Isaac) und der vom Priester zum General mutierte José Reyes Vega (Santiago Cabrera). Es gelingt der Nationalen Liga zur Verteidigung der Religionsfreiheit, den angesehenen General Enrique Gorostieta (Andy García) für ihre Sache zu gewinnen – er soll den Aufstand anführen. Der ist zwar nicht religiös, der Kirche jedoch um seiner Frau Tulita (Eva Longoria) willen wohlgesonnen. Er verlegt sich auf eine Guerilla-Taktik.

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Die Cristeros formieren sich

Knapp zweieinhalb Stunden – „Gottes General – Schlacht um die Freiheit“ verrät allein schon durch die Länge den epischen Anspruch. Etwas kürzer hätte es auch getan, aber die ambitionierte Produktion ist üppig ausgestattet und beim großen Ganzen um Genauigkeit bemüht – soweit ich das mit nur grober Kenntnis der historischen Ereignisse beurteilen kann. Es wird heldenhaft gekämpft und gestorben. Dass „Gottes General“ Enrique Gorostieta Kirche und Religion kritisch gegenübersteht, wird kurz thematisiert und löst sich am Ende etwas pathetisch auf. Aber in Unkenntnis der Haltung der historischen Gestalt Gorostieta zur Religion sei das hingenommen.

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Ungestüm: Victoriano Ramírez

Der echte José Sánchez del Río wird in Mexiko als Märtyrer verehrt und wurde 2005 von Papst Benedikt mit zwölf weiteren Märtyrern seliggesprochen. Entsprechend bewegend und pathetisch ist sein Tod im Film inszeniert worden – inklusive des Kreuzes, das er sterbend mit dem Finger in den Boden gemalt haben soll. Als sei das nicht genug, fand man nun sogar ein Wunder, das man José zuschreiben kann, sodass seiner für den Oktober 2016 angesetzten Heiligsprechung durch Papst Franziskus nichts mehr entgegensteht.

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Gottes General: Gorostieta zettelt einen Guerillakrieg an

Etwas verwundert nimmt man zur Kenntnis, dass in einer mexikanischen Produktion über bedeutsame mexikanische Ereignisse keine Mexikaner in Hauptrollen zu sehen sind, aber die erlesene internationale Besetzung ist über Zweifel erhaben. Immerhin haben Andy García („Die Unbestechlichen“), Oscar Isaac („Star Wars: Episode VII – Das Erwachen der Macht“) und Rubén Blades („The Counselor“) lateinamerikanische Wurzeln, „Desperate Housewives“-Star Eva Longoria ist sogar mexikanischer Abstammung.

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Die Soldaten der Regierung …

Für Peter „Lawrence von Arabien“ O’Toole (1932–2013) war es eine seiner letzten Rollen. Als Regisseur verpflichteten die Produzenten den Debütanten Dean Wright, der ansonsten visuelle Effekte verantwortet, darunter für „Titanic“, zwei „Der Herr der Ringe“-Teile und zwei „Die Chroniken von Narnia“-Teile. Den Soundtrack lieferte James Horner (1953–2015), zweifacher Oscar-Preisträger für die Filmmusik und den Song „My Heart Will Go on“ aus „Titanic“. Da hat man sich also nicht lumpen lassen und vom nördlichen Nachbarn Kalifornien große Namen für Mexiko verpflichtet. „Gottes General – Schlacht um die Freiheit“ sollte Hollywood-Format erhalten, das ist zweifelsohne gelungen. Etwas glattes, gleichwohl beeindruckendes episches Breitwand-Kino.

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… kennen keine Gnade

Oscar Isaac bei „Die Nacht der lebenden Texte“:

Gottes General – Schlacht um die Freiheit (2012)
Revenge for Jolly! (2012)
Inside Llewyn Davis (2013)
A Most Violent Year (2014)
Ex Machina (2015)
Star Wars: Episode VII – Das Erwachen der Macht (2015)
X-Men – Apocalypse (2016)

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Vom Priester zum General: José Vega

Veröffentlichung: 12. Februar 2016 als Blu-ray und DVD

Länge: 139 Min. (Blu-ray), 135 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Spanisch/Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch
Originaltitel: For Greater Glory – The True Story of Cristiada
MEX 2012
Regie: Dean Wright
Drehbuch: Michael Love
Besetzung: Andy García, Oscar Isaac, Catalina Sandino Moreno, Rubén Blades, Peter O’Toole, Eva Longoria, Mauricio Kuri, Adrian Alonso, Eduardo Verástegui, Nestor Carbonell, Santiago Cabrera, Jorge Luis Moreno, Bruce Greenwood, Bruce McGill, Joaquín Garrido, Alma Martinez, Horacio Garcia Rojas, Raúl Méndez
Zusatzmaterial: Die wahre Geschichte der Cristeros (27. Min.), Wendecover
Vertrieb: Pandastorm Pictures

Copyright 2016 by Volker Schönenberger
Fotos & Packshot: © 2016 Pandastorm Pictures

 

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