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Full Moon (IX): Hideous! Sammler auf Mutantenjagd

Hideous!

Von Andreas Eckenfels

Horrorkomödie // Was man im Abwasser nicht alles so findet: Drei Mitarbeiter einer Kläranlage fischen ein deformiertes Stück Fleisch aus einem der Bottiche. War es einmal ein Lebewesen? Martin (Andrew Johnston) erkennt sofort den Wert des Fundstücks und informiert Belinda Yost (Tracie May). Die Chefin der „Gesellschaft für anatomische Spezialexemplare“ ist gleich Feuer und Flamme und nimmt die Kreatur in Empfang, um sie für gutes Geld weiterzuverkaufen. Doch diesmal bietet sie das Exemplar nicht wie üblich zuerst dem Sammler Dr. Lorca (Michael Citriniti) an. Stattdessen handelt sie hinter seinem Rücken einen lukrativen Deal mit dessen Konkurrenten Napoleon Lazar (Mel Johnson Jr.) aus.

Als Dr. Lorca von Yosts Sekretärin Elvina (Rhonda Griffin) erfährt, dass er hintergangen wurde, bleibt er nicht untätig. Er jagt Napoleon Lazar das Objekt der Begierde mithilfe seiner Assistentin Sheila (Jacqueline Lovell) gewaltsam wieder ab. Dies wiederum lässt sich Lazar nicht gefallen. In Begleitung von Belinda Yost, Elvina und Privatdetektiv Leonard Kantor (Jerry O’Donnell) sucht er Dr. Lorca in seinem Schloss auf und stellt seinen Rivalen zur Rede. Während zwischen den beiden ein handfester Streit ausbricht, erwacht das Wesen mit seinen vier Augen, zwei Mündern und dem missgebildeten Torso zum Leben und reanimiert auch drei andere monströse Sammlerstücke …

Dreharbeiten in Rumänien

Nach einem Cop in Däumlingsgröße, mörderischen Puppen und fiesen Spielzeugfiguren lässt Charles Band hier als Regisseur vier deformierte Mini-Freaks von der Leine. Das „Full Moon“-Mastermind generiert damit mal wieder einen nur auf den ersten Blick unfairen Kampf zwischen Klein und Groß, bei dem die Sympathien der Zuschauer und Zuschauerinnen schnell klar verteilt sind. Denn: Die großen Menschen sind es in „Hideous!“, die ihre hässliche Fratze zeigen und nur ihren eigenen Vorteil im Auge haben – koste es, was es wolle.

Charles Band inszenierte die Horrorkomödie im rumänischen Studio „Castel Film Romania“, welches er 1992 gemeinsam mit dem einheimischen Produzenten Vlad Păunescu gegründet hatte. Zahlreiche Full-Moon-Werke wurden dort günstig gedreht, darunter „Bloodstone – Subspecies II“ (1993), „Trancers 4“ (1994) und „Lurking Fear“ (1994). Die Kulissen inklusive des Schlosses sorgen für eine ordentliche Atmosphäre und wirken nicht so billig wie bei anderen Produktionen des Hauses. Die Außenaufnahmen im rumänischen Wald erweisen sich ebenfalls als willkommene Abwechslung.

Eine denkwürdige Verkleidung

Auch am Dialogwitz wurde in „Hideous!“ mehr als bei Full Moon üblich gefeilt. Besonders Rhonda Griffin („The Creeps“) sorgt als naive Sekretärin für einige Lacher, etwa wenn sie sich besorgt zeigt, wegen des Verrats an ihrer Arbeitgeberin eventuell ins Gefängnis zu müssen: Well shoot, I don’t want to go to jail, there are lesbians there! Worauf die laszive Sheila („Head of the Family“) ihr kühl entgegnet: I always thought that was one of the advantages. Diese und andere Sprüche sind natürlich nicht mit der feinen Feder gestreichelt worden, aber bei einem solchen Low-Budget-Werk passt dieser Humor natürlich wie die Faust aufs Auge.

Was bei Full Moon natürlich auch nicht fehlen darf, ist ein wenig nackte Haut, für die diesmal Jacqueline Lovell zuständig ist – und das durchaus selbstbewusst: Ihre Sheila läuft meist mit einer halboffenen Lederjacke herum, die ihre Brüste gerade so bedeckt, was Napoleon Lazar offenkundig missfällt: And what are you doing walking around like that, with no top on?, fragt er sie. Worauf Sheila antwortet: I’m free, I’m proud, I’m woman! Höhepunkt von „Hideous!“ ist eindeutig Sheilas denkwürdige Verkleidung, als sie Lazar mit vorgehaltener Waffe die Beute abjagt: Ihr Oberkörper ist nackt, dafür trägt sie eine Gorilla-Maske über dem Kopf!

Mit Brüsten kennt sich Lazar-Darsteller Mel Johnson Jr. übrigens bestens aus: Seine wohl bekannteste Rolle ist die des Mutanten Benny im Schwarzenegger-Verhoeven-Kracher „Total Recall – Die totale Erinnerung“ (1990). Darin trifft er bekanntermaßen auf eine Prostituierte, die wegen ihrer drei Brüste bei Freiern für große Augen sorgt. Gemeinsam mit Michael Citriniti liefert Mel Johnson Jr. auch einen launigen Audiokommentar ab, der auf der Blu-ray-Veröffentlichung von Wicked Vision zu finden ist. Citriniti verkörperte Dr. Lorca erneut in „Demonic Toys – Personal Demons“ (2009) und der Serie „Ravenwolf Towers“ (2016).

Mitleiderregende Mutanten

Leider verliert der hübsch absurde „Hideous!“ in der zweiten Hälfte deutlich an Fahrt. Sobald die vier Freaks endlich aus ihren Einmachgläsern ausgebrochen sind, nimmt die Horrorkomödie einen etwas anderen Verlauf als gedacht: Der erhoffte Rachefeldzug der Kreaturen bleibt so gut wie aus. Statt ihre Peiniger nach und nach abzumurksen, schreiben die glibberigen Wesen lieber einen herzigen Brief, dass sie endlich in Freiheit leben wollen. Dr. Lorca und Napoleon Lazar schert das erwartungsgemäß wenig. Die Rivalen fechten schließlich mit Schwertern aus, wer von ihnen die Wesen behalten darf. Opfer gibt es unter den Protagonisten natürlich dennoch zu beklagen, doch die Tode geschehen eher aus Zufall. Eine der mitleiderregenden Kreaturen weint sogar bittere Tränen über ein menschliches Opfer. Im Making-of erzählt Charles Band, dass ein Großteil des Puppen-Budgets für die Technik dieser Szene draufging. Ein anderer Mutant saugt genüsslich an Elivinas Brüsten, als sie schläft. Die Puppen hätten mit ihrem Aussehen auch gut in Frank Henenlotters „Basket Case“-Trilogie (1982–1991) gepasst. Wirklich originell oder kreativ sind sie diesmal aber nicht geraten. Um im Gedächtnis zu bleiben, fehlt es ihnen an Persönlichkeit. Da hat uns Full Moon schon weitaus kultigere kleine Helden präsentiert.

Die Filme der „Full Moon Classic Selection“ und der „Full Moon Collection“ der Wicked Vision Distribution GmbH haben wir in unserer Rubrik Filmreihen aufgelistet.

Veröffentlichung: 13. März 2020 als Blu-ray, 25. Mai 2012 als DVD

Länge: 83 Min. (Blu-ray), 80 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch
Originaltitel: Hideous!
Alternativtitel: In Vitro – Angriff der Mutanten
USA/RUM 1997
Regie: Charles Band
Drehbuch: Neal Marshall Stevens
Besetzung: Michael Citriniti, Rhonda Griffin, Mel Johnson Jr., Jacqueline Lovell, Tracie May, Jerry O’Donnell, Andrew Johnston, Mircea Constantinescu, Alexandru Agarici
Zusatzmaterial: Vorwort von Charles Band, Audiokommentar mit den Darstellern Mel Johnson Jr. und Michael Citriniti, Videozone, Originaltrailer, deutscher Trailer, Wendecover mit Original-Artwork
Label/Vertrieb Blu-ray: Wicked-Vision Media (heute: Wicked Vision Distribution GmbH) / Full Moon Germany
Label/Vertrieb DVD: cmv-Laservision / Al!ve AG

Copyright 2022 by Andreas Eckenfels

Doppel-Packshot: © 2020 Wicked-Vision Media (heute: Wicked Vision Distribution GmbH)

 

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Horror für Halloween (XXIX) – Das dritte Gewinnspiel: 1 x Terrorvision als Mediabook

Verlosung

Die Wicked Vision Distribution GmbH hat Ted Nicolaous schrille SF-Horrorkomödie „TerrorVision“ (1986) jeweils mit Blu-ray und DVD 2019 als Mediabook und 2021 in Scanavo-Box veröffentlicht. Vom längst vergriffenen Mediabook hat uns das Label seinerzeit ein Exemplar mit Covermotiv C zum Verlosen zur Verfügung gestellt, dass wir nun unter die Leute bringen. Dafür herzlichen Dank, auch im Namen der kommenden Gewinnerin oder des kommenden Gewinners.

Fragen über Fragen

Diesmal habt Ihr etwas mehr Zeit: Zwecks Teilnahme sind bis Sonntag, 7. November 2021, 22 Uhr, mittels Kommentar unter dem Gewinnspiel folgende Fragen zu beantworten, was euch nach Lektüre von meiner Rezension des Films keine Probleme bereiten sollte:

1. Welchen Namen trägt das Alien?

2. In welchem Stil ist der Jacuzzi-Raum der Puttermans eingerichtet?

3. Weshalb wurde in Rom gedreht?

4. Für die Make-up- und Splatter-Effekte welches im Text genannten Films ist John Carl Buechler berühmt?

5. Was für eine Premiere stellen die Mediabooks von Wicked Vision dar?

Einen Fehlschuss gebe ich euch – jeder hat ja mal einen Blackout, daran soll die Teilnahme nicht scheitern, also landet Ihr mit vier korrekten Antworten im Lostopf. Minimal fehlerhafte Schreibweisen und Tippfehler toleriere ich, wenn klar ist, wer oder was gemeint ist. Alle Kommentare werden erst nach Ende der Abgabefrist veröffentlicht. Während der Laufzeit des Gewinnspiels werde ich nach und nach die Namen aller bislang eingegangenen Kommentatorinnen und Kommentatoren hier unten auflisten.

Folgt „Die Nacht der lebenden Texte“!

Wollt Ihr kein Gewinnspiel und keine Rezension verpassen? Folgt „Die Nacht der lebenden Texte“! Entweder dem Blog direkt (in der rechten Menüleiste E-Mail-Adresse eintragen und „Folgen“ anklicken) oder unserer Facebook-Seite.

Teilnahmebedingungen

Achtung! Aufgrund gesteigerten Portoaufkommens während „Horror für Halloween“ und „Horror nach Halloween“ gilt für alle diesbezüglichen Gewinnspiele im Gewinnfalle die Übernahme des Portos als Teilnahmevoraussetzung. In diesem Fall werden 2,70 Euro fällig. Ich versichere euch, dass „Die Nacht der lebenden Texte“ nach wie vor völlig unkommerziell ist und ich mit dem Blog keinerlei Einnahmen generiere.

Teilnahmeberechtigt sind alle, die eine Versandanschrift innerhalb Deutschlands haben oder bereit sind, die Differenz zum Inlandsporto zu übernehmen. Für Transportverlust übernehme ich keine Haftung (verschicke aber sicher verpackt und korrekt frankiert). Hat sich die Gewinnerin oder der Gewinner drei Tage nach meiner zweiten Benachrichtigung nicht gemeldet, verliert sie oder er den Anspruch auf das Mediabook. In dem Fall lose ich unter den leer ausgegangenen Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen neuen Namen aus.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen

Nur eine Teilnahme pro Haushalt. Ich behalte mir vor, Teilnehmerinnen und Teilnehmer nicht für den Lostopf zuzulassen oder ihnen im Gewinnfall nachträglich den Preis abzuerkennen, sofern mir Mehrfachteilnahmen unter Alias-Namen unterkommen. Autorinnen und Autoren von „Die Nacht der lebenden Texte“ sowie deren und meine Familienmitglieder dürfen leider nicht mitmachen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner/innen werde ich im Lauf von drei Wochen nach Ende der Frist bekanntgeben, indem ich diesen Text um einen Absatz ergänze, und sie auch per E-Mail benachrichtigen.

Bislang teilgenommen haben (mit fünf korrekten Antworten, sofern nicht anders vermerkt):

01. Björn Kramer
02. rammalicious
03. Jörg Ruland
04. Christoph Wolf
05. Bernd Rohe hat die fünfte Frage etwas ungenau beantwortet, landet aber dennoch im Lostopf.
06. kai
07. Mike Hennig
08. Michael
09. Otto
10. Ralf Erbskorn
11. Eva
12. Jörn Busch hat die fünfte Frage etwas ungenau beantwortet, landet aber dennoch im Lostopf.
13. Rüdiger Kwade hat sich leider bei der Platzierung seiner an sich korrekten Antworten vertan und befindet sich deshalb noch nicht im Lostopf.
14. Michael Rost hat sich leider bei der Platzierung seiner an sich mit Ausnahme von Frage 5 korrekten Antworten vertan und befindet sich deshalb noch nicht im Lostopf.
15. Mathias Wagner
16. Marga hat die fünfte Frage etwas ungenau beantwortet, landet aber dennoch im Lostopf.
17. Dirk Busch
18. Rainer Pampuch
19. Wilfried hat die fünfte Frage etwas ungenau beantwortet, landet aber dennoch im Lostopf.
20. Christoph Marek
21. Jens
22. Matthias Esefeld
23. Markus P.
24. Steffen F.
25. Klaus
26. Julian Conrad
27. Alexandra
28. Lexi hat die fünfte Frage etwas ungenau beantwortet, landet aber dennoch im Lostopf.
29. Samara
30. Birgit
31. Frank Id
32. Thomas Oeller
33. Michael
34. Matthias Klug sollte sich das Regelwerk bezüglich der Platzierung der Antworten noch einmal durchlesen.
35. Dirk B.
36. Fabi
37. Sascha Klein war leider zu spät dran.

Trommelwirbel! Das Mediabook geht an Mathias Wagner. Herzlichen Glückwunsch! Du wirst benachrichtigt.

Die Rezension von „TerrorVision“ findet Ihr auch hier.

Copyright 2021 by Volker Schönenberger

 

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Destroyers – Wissenschaftler will Weltherrschaft

Eliminators

Von Volker Schönenberger

SF-Abenteuer // „Mad Scientists“ sind nicht totzukriegen und speziell im Segment niedrig budgetierter Science-Fiction-Streifen ein Quell immerwährender Freude. So auch in dem vom umtriebigen Charles Band („TerrorVision“, „Robot Wars“) 1986 für seine Empire Pictures produzierten „Destroyers“, im Original „Eliminators“ betitelt. Der verrückte Wissenschaftler ist hier Abbott Reeves (Roy Dotrice), der mit Unterstützung seines Assistenten Takada (Tad Horino) aus dem mit seinem Kleinflugzeug über der Wildnis Mexikos abgestürzten John (Patrick Reynolds) kurzerhand einen „Mandroid“ zusammengebastelt hat – einen Cyborg, halb Mensch, halb Maschine, zum Kämpfen gebaut. Ein Schelm, wer „RoboCop“ (1987) dabei denkt, aber Paul Verhoevens dystopischer Actionklassiker kam erst anderthalb Jahre nach „Destroyers“ in die Kinos.

Aus John wurde der Mandroid

Reeves schickt seinen Mandroid auch gern per Zeitmaschine in die Vergangenheit, damit er beispielsweise den Schild eines römischen Legionärs als Souvenir mitbringt. Doch es gelingt dem Wissenschaftler nicht, die menschliche Seele seines Geschöpfs auszumerzen. John alias Mandroid begehrt auf und flieht. Bald findet er sich in Gesellschaft der Robotikexpertin Nora Hunter (Denise Crosby) und des schlagkräftigen Bootsverleihers Harry Fontana (Andrew Prine) wieder. Das Trio macht sich auf, Reeves das Handwerk zu legen, denn dieser strebt nichts Geringeres als die Weltherrschaft an. Bald gesellt sich der Ninja Kuji (Conan Lee) zu ihnen, der ebenfalls ein Hühnchen mit dem Wissenschaftler zu rupfen hat. Unterstützung erhält das Quartett vom schwebenden Miniroboter „Spot“, den Nora konstruiert hat.

Nora Hunter weiß, wo der Hammer hängt

Ihr merkt schon: Es wimmelt von skurrilen bis hanebüchenen Ideen. Wenn irgendwann Affenmenschen den Weg unserer Heldin und Helden kreuzen, war allerdings schon vorher klar, dass wir es mit einem durchgeknallten Werk zu tun haben. Ein typischer Charles Band eben. Das kann man mit einigem Recht für trashig halten, aber da es sich um eine Produktion der 1980er-Jahre handelt, sind die visuellen Effekte und Tricks immerhin handgemacht, was auch im Billigsegment meist viel mehr Charme hat als CGI. Und Charme gibt es hier zuhauf, allein schon bei diversen völlig sinnlosen Explosionen.

Wo kommt der denn her?

Ein zusammengewürfelter Trupp ungleicher Gestalten kämpft sich durch die Wildnis, um einem Schurken Einhalt zu gebieten. Nach einer Weile fällt gar nicht mehr auf, dass einer von ihnen ein Cyborg ist. Seine Fähigkeiten kommen ebenso gelegen wie die der anderen. In Spanien gedreht, erweist sich „Destroyers“ als Mischung aus actionlastiger Science-Fiction und Dschungel-Abenteuer. Die comichafte Überzeichnung der Story wie auch der Figuren macht viel Freude, sodass ich bei der einen oder anderen Unzulänglichkeit in puncto Storytelling gern ein Auge zudrücke.

Auch Harry Fontana ist nicht auf den Kopf gefallen

Kurzer Blick auf die Filmografien der Darsteller, begonnen mit der Darstellerin: Denise Crosby hat in „Friedhof der Kuscheltiere“ (1989) die Ehefrau Rachel Creed gespielt (wusste ich’s doch, dass ich sie von irgendwoher kenne) und auch in Walter Hills „Nur 48 Stunden“ (1982) mitgewirkt. Sie ist auch heute noch aktiv, etwa mit Auftritten in der letzten Staffel der Serie „Suits“ (2011–2019). Andrew Prine hatte eine Rolle als Brigadegeneral der Konföderierten im Bürgerkriegsdrama „Gettysburg“ (1993). Denselben Offizier spielte er 2003 auch in „Gods and Generals“. Prine wurde zudem von Rob Zombie in dessen okkultem Schocker „The Lords of Salem“ (2012) als Reverend besetzt. Für Mandroid-Darsteller Patrick Reynolds stehen immerhin Auftritte als Tänzer in den Film-Musicals „Hair“ (1979) und „Xanadu“ (1980) zu Buche, für die er leider nicht mal Credits einheimste. Der Part als Cyborg in „Destroyers“ wurde seine größte Rolle. Besser als nichts.

Sogar ein Ninja mischt munter mit

Die Wicked Vision Entertainment GmbH hat „Destroyers“ als 36. Teil ihrer „Collector’s Series“ im Mediabook mit Blu-ray und DVD veröffentlicht. Die drei Covervarianten des Wicked-Mediabooks können im Online-Shop des Labels direkt geordert werden, wobei sie aktuell nicht immer alle dort gelistet sind. Labelboss Daniel Perée teilte mir aber mit, dass alle drei Motive noch lieferbar sind, im Zweifel also nachfragen! Im Booklet lässt sich der erfahrene Texter Christoph N. Kellerbach kenntnisreich über die Entstehung des Films und „die Glorie von Peter Manoogian“ aus. Wobei „Glorie“ natürlich relativ und ironisch zu sehen ist, wenn man sich die überschaubare Filmografie des Amerikaners anschaut, der so bedeutsame Werke der Filmgeschichte wie „Terror Night – Hochhaus in Angst“ (1987) und „Demonic Toys“ (1992) inszeniert hat. Zwischen 1984 und 2018 stehen lediglich elf Regiearbeiten zu Buch, 13 Mal war er immerhin als Produzent aktiv, kann auch einige Credits als Regieassistent, Second Unit Director und Produktionsmanager vorweisen.

Mad Scientist aus dem Lehrbuch: Abbott Reeves

Aus dem Zusatzmaterial auf den Discs stechen das Video-Vorwort von Produzent Charles Band und die deutsche Diskussionsrunde „Empire of the Full Moon“ mit Dr. Rolf Giesen, Dr. Gerd Naumann und Matthias Künnecke heraus. Wir wollen ja etwas erzählen über die Herstellung von billigen Filmen, die erfolgreich sind. So Giesen. Schön, wenn es solche wertigen Boni in eine Veröffentlichung schaffen, zumal diese beiden exklusiv für die Wicked-Veröffentlichung produziert worden sind. Für Freunde des rührigen Produzenten und gelegentlich auch Regisseurs Charles Band stellt „Destroyers“ ein Pflichtprogramm dar. Alle anderen dürfen ein Auge riskieren, wenn sie mit derlei billiger, aber liebevoll inszenierter Genreware inklusive leichter Trash-Schlagseite umgehen können.

Die Filme der „Collector’s Series“ der Wicked Vision Distribution GmbH haben wir in unserer Rubrik Filmreihen aufgelistet.

Es geht rund

Veröffentlichung: 31. Juli 2020 als 2-Disc Limited Collector’s Edition Mediabook (Blu-ray & DVD, drei Covermotive, eins à 444 und zweimal 222 Exemplare)

Länge: 96 Min. (Blu-ray), 92 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Eliminators
USA/SP 1986
Regie: Peter Manoogian
Drehbuch: Paul De Meo, Danny Bilson
Besetzung: Andrew Prine, Denise Crosby, Patrick Reynolds, Conan Lee, Roy Dotrice, Peter Schrum, Peggy Mannix, Fausto Bara, Luis Lorenzo, José Moreno
Zusatzmaterial: Vorwort von Charles Band, „Empire of the Full Moon“ – Diskussionsrunde mit Dr. Rolf Giesen, Dr. Gerd Naumann und Matthias Künnecke (52 Min.), deutscher VHS-Vorspann, Originaltrailer, Bildergalerie, 24-seitiges Booklet mit einem Text von Christoph N. Kellerbach
Label/Vertrieb: Wicked Vision Distribution GmbH

Copyright 2021 by Volker Schönenberger

Szenenfotos & 3er-Packshot: © 2020 Wicked Vision Distribution GmbH

 

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