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Horror für Halloween (XII): Monstrous – Das Wesen aus dem Wasser

Monstrous

Von Volker Schönenberger

Horrordrama // Eines Morgens schnappt sich Laura Butler (Christina Ricci) ihren siebenjährigen Sohn Cody (Santino Barnard), packt ihn in ihr mit ein paar Habseligkeiten beladenes Auto und lässt ihre Vergangenheit inklusive eines gewalttätigen Ehemanns hinter sich. In einem abgelegenen Haus in der kalifornischen Provinz der 1950er-Jahre will sie mit Cody einen Neuanfang wagen.

Laura will neu anfangen

Ganz in der Nähe befindet sich ein idyllischer See. Doch darin scheint eine Kreatur zu hausen, die es auf Cody abgesehen hat. Anfangs glaubt Laura ihrem verängstigten Sohn nicht. Bis sie das Wesen eines Nachts selbst wahrnimmt.

Twist mit Ansage

Schnell, etwas zu schnell ahnen wir, dass die Geschichte einen doppelten Boden hat, auf eine Wendung zusteuert. Dieses Erahnen nimmt Spannung aus dem Geschehen, gleichwohl bleibt es interessant genug, zu rätseln, worauf genau das Ganze denn nun hinausläuft, und darauf zu warten, ob sich der eigene Verdacht bestätigt. Um mich nicht zu vergaloppieren und am Ende einen Spoiler unterzubringen, unterlasse ich weitere Andeutungen in diesem Bereich.

Cody bekommt es im neuen Heim …

Der sanfte Grusel von „Monstrous“ entfaltet sich vor dem Hintergrund eines mit viel Gefühl für die 50er-Jahre erschaffenen Produktionsdesigns, fotografiert in farbenfrohen Hochglanzbildern. Hier hatte jemand ein großes Faible für jenes Jahrzehnt. Man achte insbesondere auf die Autos und Christina Riccis Kleidung. Ganz wunderbar! Mit der Wahl der Dekade hat es sogar eine besondere Bewandtnis, aber auch hier will ich nicht zu sehr ins Detail gehen.

Christina Ricci!

Das Kreaturendesign aus dem Computer kommt recht generisch daher, aber wichtiger als das Monster sind ohnehin Mutter und Sohn, und auf deren Besetzung kann sich Regisseur Chris Sivertson („All Cheerleaders Die“) verlassen. Christina Ricci ist ohnehin eine Bank, das wissen wir seit ihren frühen Rollen in „Meerjungfrauen küssen besser“ (1990) und natürlich „Die Addams Family“ (1991). Ihre einen Hauch verstört wirkende Präsenz passt gut zu ihrer Rolle als besorgte Mutter, die an der Last der familiären Vergangenheit zu tragen hat. An ihrer Seite überzeugt auch Santino Barnard, der trotz seiner jungen Jahre bereits einige Schauspielerfahrung gesammelt hat, etwa mit den Serien „The Kids Are Alright“ (2018–2019) und „Penny Dreadful – City of Angels“ (2020).

… mit der Angst zu tun

Die von Traurigkeit durchzogene Mutter-und-Sohn-Story entschädigt für fehlenden Thrill. „Monstrous“ ist im Horrorsinn weniger monströs, als es der Filmtitel suggeriert, im emotionalen Sinn dafür umso mehr. Der Filmtitel wird einige Horrorfans einen klassischen Monsterfilm erwarten lassen, was ihre etwaige Enttäuschung verständlich macht. Ein leises Werk, dem zu wünschen ist, dass sich viele Zuschauerinnen und Zuschauer darauf einlassen können. Diese kommen dann in den Genuss einer höchst gefühlvollen kleinen Perle.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Christina Ricci haben wir in unserer Rubrik Schauspielerinnen aufgelistet.

Die Kreatur aus dem See ist im Haus

Veröffentlichung: 2. September 2022 als Blu-ray und DVD, 25. August 2022 als Video on Demand

Länge: 88 Min. (Blu-ray), 85 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Monstrous
USA 2022
Regie: Chris Sivertson
Drehbuch: Carol Chrest
Besetzung: Christina Ricci, Santino Barnard, Don Durrell, Colleen Camp, Lew Temple, Carol Anne Watts, Jennifer Novak Chun, Peter Hodge, Nick Vallelonga, Lola Grace
Zusatzmaterial: Kinotrailer, Trailershow, Wendecover
Label: capelight pictures
Vertrieb: Al!ve AG

Copyright 2022 by Volker Schönenberger

Szenenfotos & gruppierter Packshot: © 2022 capelight pictures

 

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All Cheerleaders Die – Back to Life, bitch!

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All Cheerleaders Die

Gastrezension von Matthias Holm

Horror // Cheerleader haben im Film oft den Status der Zicken inne, vor allem im Genre der Teenie-Komödie. Wenn wir dann ins Horror-Genre gucken, sind sie es meist, die als erstes vom Killer/Monster/Alien getötet werden. „All Cheerleaders Die“ nimmt sich nun dieser Gruppe an und macht aus den Gejagten untote Jäger.

Bewerbung als Cheerleaderin

Bei dem Versuch von Maddy (Caitlin Stasey), ein Video über ihren Schuljahrgang zu drehen, stirbt auf tragische Weise die Anführerin der Cheerleader, die sich selbst „Bitches“ nennen. Kurz vor Ende der Sommerferien bewirbt sich Maddy bei den nun von Tracy (Brooke Butler) angeführten Cheerleadern. Bald darauf eskaliert eine Feier der Mädchen mit den Footballspielern. Deren Anführer Terry (Tom Williamson) rastet aus und drängt Tracys Auto von von der Straße ab – es landet im Fluss. Maddy, Tracy und die Schwestern Martha und Hanna kommen ums Leben.

Wie in jedem Teenie-Horrorfilm, der etwas auf sich hält, gibt es einen Gothic-Teenager. Hier ist es Leena (Sianoa Smit-McPhee), die mit ihren magischen Steinen die vier Mädchen wieder zum Leben erweckt. Doch die Nebenwirkungen sind für keinen vorauszusehen …

Zurück von den Toten

Sobald die Mädchen wieder unter den Lebenden weilen, nimmt der Film Fahrt auf und wandelt geschickt zwischen absurden und brutalen Situationen hin und her. Bis dahin braucht er gut die Hälfte seiner Laufzeit. Dass es dabei nicht zu langweilig wird, ist dem Drehbuch zu verdanken. Was wie ein normaler Teenie-Streifen beginnt, entwickelt sich nach und nach zu einem kleinen Drama. Die zentrale Frage hierbei ist, warum Maddy plötzlich bei den Cheerleadern mitmachen will – und dafür sogar ihrer Freundin Leena aus dem Weg geht. Diese Frage wird erst am Ende des Films beantwortet, als sich das Übernatürliche schon gegen die Mädchen wendet.

Hier zeigt sich der größte Minuspunkt des Films: Zwar sind die Mädchen übermenschlich stark, nachdem sie aus ihrem nassen Grab entstiegen sind, aber zu richtigen Jägerinnen werden sie nicht. Lieber lassen die Regisseure Lucky McKee und Chris Sivertson die starken Teenagerinnen schnell wieder in die Genre-typische Opferrolle fallen. Das ist schade, wäre doch mit mordenden Cheerleaderinnen als starken Mädchen-Figuren so viel mehr drin gewesen.

Jung und sexy

Aber sei es drum. Auch wenn dieser Kniff mir persönlich nicht so gut gefällt, weiß „All Cheerleaders Die“ über seine komplette Laufzeit zu unterhalten. Allerdings musste ich nach der Sichtung erst einmal das Alter der Schauspielerinnen googeln – sie werden in einigen Szenen doch äußerst lasziv in Szene gesetzt. Wer also auf halb bekleidete Teenies steht und einen interessanten, weil anderen Horror-Film sucht, sollte „All Cheerleaders Die“ eine Chance geben.

Veröffentlichung: 4. Dezember 2014 als Blu-ray und DVD

Länge: 89 Min. (Blu-ray), 86 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: All Cheerleaders Die
USA 2013
Regie: Lucky McKee, Chris Sivertson
Drehbuch: Lucky McKee, Chris Sivertson
Besetzung: Caitlin Stasey, Sianoa Smit-McPhee, Brooke Butler, Tom Williamson, Amanda Grace Cooper, Reanin Johannink, Chris Petrovski, Leigh Parker
Zusatzmaterial:
Vertrieb: Koch Media

Copyright 2014 by Matthias Holm
Packshots: © 2014 Koch Media

 

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