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Roads – Freundschaft kennt keine Grenzen

Roads

Kinostart: 30. Mai 2019

Von Philipp Ludwig

Drama // Ein nachdrücklich vorgetragenes, langgezogenes „Fuck“ entflieht in den nordafrikanischen Nachthimmel – direkt zu Beginn von „Roads“ macht uns dessen Protagonist, der junge Engländer Gyllen (Fionn Whitehead), lautstark auf seine missliche Lage aufmerksam. Ist er doch mit einem Wohnmobil mitten in der marokkanischen Küsteneinöde gestrandet. Da er keinerlei Ahnung hat, warum das alte Ding nicht mehr anspringt, versucht er, per Telefon Hilfe zu holen – vergeblich. Whitehead, der seit „Dunkirk“ (2017) und Netflix’ interaktivem Filmexperiment „Black Mirror – Bandersnatch“ (2018) als einer der größten Shootingstars der britischen Schauspielszene gilt, wird dabei in der Darstellung der frustrierten Verzweiflung seiner Figur nicht nur von uns Voyeuren im Kinosessel beobachtet: Aus dem Gebüsch am Straßenrand betrachtet der junge Schwarzafrikaner William (Stéphane Bak, „Elle“) ebenfalls gespannt die Szenerie.

Es fährt kein Bus nach Nirgendwo: Gyllen (r.) ist in Marokko gestrandet und trifft auf William

Nach einigem Zögern erbarmt sich William und gesellt sich zu Gyllen, der mittlerweile verzweifelt aufgegeben hat und sich der einzig sinnvollen Lösung in einer ausweglosen Situation hingibt: mit einem Bier auf dem Dach des Wohnmobils zu verweilen. Schließlich ist heute ja auch noch dessen 18. Geburtstag, das muss gefeiert werden. Der etwa gleichaltrige William erweist sich als außerordentlich geschickter Motorenkenner und bringt die alte Schrottlaube tatsächlich wieder zum Laufen. Ohne zu zögern bietet Gyllen seinem Helfer anschließend bedeutungsschwanger an, ihn mit seinem nun wieder funktionstüchtigen Gefährt „irgendwohin mitnehmen zu können“. In heutiger Zeit ist wohl allen Beteiligten sofort klar, was in Bezug auf einen jungen Schwarzafrikaner, der sich zuvor in einem Gebüsch in Nordafrika versteckt hat, damit gemeint sein könnte.

Roadtrip nach Europa

Wie sich herausstellt, ist der junge Londoner Gyllen zusammen mit seiner Mutter und deren neuem Ehemann auf Familienurlaub in Marokko. Seit dem einige Jahre zurückliegenden Tod seines kleinen Bruders ist die Beziehung zur Mutter außerordentlich angespannt, ganz zu schweigen vom Verhältnis zu seinem neuen Stiefvater, nachdem auch noch die Ehe seiner Eltern nach dem Todesfall in die Brüche ging. Da Gyllen es in der Gegenwart seiner „neuen“ Familie nicht mehr länger aushielt, hat er kurzerhand das Wohnmobil seines Stiefvaters geklaut und die Flucht aus dem Feriendomizil ergriffen. Ohne Führerschein und nennenswerte Fahrfertigkeiten lautet sein Ziel: Nordfrankreich, wo sein leiblicher Vater mittlerweile lebt. William ist glücklicherweise deutlich besser im Fahren geübt und hat zudem die gleiche Richtung als Ziel. Er will in Calais nach seinem großen Bruder Baptiste suchen, der aus dem heimatlichen Kongo Richtung Großbritannien in ein vermeintlich besseres Leben aufgebrochen war und von dem seit Monaten jedes Lebenszeichen fehlt. Für die beiden verlorenen jugendlichen Seelen beginnt ein aufregender Roadtrip über Landes- und Kontinentalgrenzen hinweg, bei der sich aus der anfänglichen Zweckgemeinschaft schnell eine innige Freundschaft zwischen den ähnlich gestrickten Jungen entwickelt. Auf ihrem Weg werden sie vor eine ganze Reihe an Herausforderungen gestellt werden und müssen einige Abenteuer bewältigen – und genretypisch natürlich unterwegs auch eine Vielzahl an skurrilen Bekanntschaften machen, unter anderem mit Moritz Bleibtreu als undurchschaubarer Arschlochausgabe eines Rastafari-Hippie-Aussteigers namens Luttger.

Wem können die jungen Reisegefährten trauen – etwa dem deutschen Hippie-Aussteiger Luttger?

Der gebürtige Hannoveraner Sebastian Schipper (* 1968) machte zunächst als Schauspieler in meist kleineren Rollen der deutschen Film- und Fernsehlandschaft wohl nur geringfügig auf sich aufmerksam. Anderes gilt jedoch für seine Aktivitäten hinter der Kamera. Mit dem Hamburg-Mythos „Absolute Giganten“ (1999) schuf er mit seinem Regiedebüt direkt einen absoluten Kultfilm, in späteren Werken wie „Ein Freund von mir“ (2006) dirigierte er bereits namhafte Darsteller wie Daniel Brühl und Jürgen Vogel. Den größten öffentlichen Rummel dürfte jedoch seine letzte Regiearbeit verursacht haben: „Victoria“ (2015). Das 140-minütige One-Cut-Experiment zeigte auf beeindruckend innovative filmische Weise einen verhängnisvollen Abend der jungen Spanierin Victoria, die in einer Berliner Partynacht eine Bande lokaler Draufgänger kennenlernt. Kann Schipper – dem die Produktion seines bislang wohl größten Triumphes so einige schlaflose Nächte bereitete – mit „Roads“ nun an seine Achtungserfolge anknüpfen?

Bunter Genremix

Die Antwort darauf lautet ganz eindeutig: Ja! Und noch weit mehr als das: Mit „Roads“ bietet uns Schipper ein wunderbares filmisches Gesamtkunstwerk, das gleich die Merkmale einer ganzen Reihe an Genres in sich vereint, egal ob Drama, Komödie oder dokumentarisch angehauchter sozialer Realismus. Und als sei dies noch nicht abwechslungsreich genug, sorgt die der Wahl zum Roadmovie meist innewohnende Kurzweiligkeit erst recht für großes Unterhaltungs- und Spannungspotenzial. Unterstützung erhielt Schipper beim Drehbuchschreiben mit Oliver Ziegenbalg durch einen wahren Kenner dieses populären Genres, wie dieser zuletzt mit „25 km/h“ erst eindrucksvoll bewiesen hat. Zentrales Thema des neuesten Werks von Schipper neben Flüchtlingsproblematik und Rassismus: das Coming of Age seiner beiden Protagonisten. Womit durchaus mittlerweile eine Art Leitmotiv in den Filmen des Regisseurs erkennbar ist, handeln doch bereits „Absolute Giganten“ wie auch „Victoria“ von den Problemen des Heranwachsens und deren nicht immer unproblematischen Auswirkungen für die betroffenen jungen Menschen. Ohne mich zu weit aus dem Fenster lehnen zu wollen: „Roads“ dürfte in dieser Reihe den Platz als Schippers bisher komplettester und wohl auch bester Film einnehmen.

Auf einem Roadtrip darf natürlich auch der Spaß nicht zu kurz kommen

Spannend wird die Coming-of-Age-Thematik von „Roads“ vor allem durch das Zusammenführen zweier junger Heranwachsender, die zwar unter vollkommen unterschiedlichen Vorzeichen aufgewachsen sind, im Prozess des Heranwachsens aber vor ähnliche Probleme gestellt werden. Während William im ärmlichen Kongo aufwuchs, stammt Gyllen aus behüteten Verhältnissen in London. Doch entgegen klischeehafter Mutmaßungen über den „armen Flüchtling“ erweist sich William als außerordentlich kultiviert und gebildet, da er zum Beispiel eine christliche Schule besucht hat und darüber hinaus bekennender Filmfreak ist – dank letztgenannter Charakteristik hat der Junge definitiv meine Sympathien. Er betont zudem stets, kein Flüchtling zu sein, da er ausschließlich nach Frankreich will, um nach dem Wohl seines Bruders zu schauen. Sein langfristiger Plan ist vielmehr, in seiner Heimat zu leben und diese zu einem besseren Ort für die Menschen dort zu machen. Gyllen hingegen ist vor allem damit beschäftigt, weiterhin mit den Folgen des Verlustes seines kleinen Bruders fertig zu werden und überhaupt zu ermitteln, welche Richtung sein Leben einmal einschlagen soll und was denn seine Bestimmung sein könnte. Doch wenn es dann beispielsweise um Dinge wie Fußball, Liebe, Freude am Leben oder auch einfach nur ungehemmten Haschisch-Konsum (die Altersfreigabe von sechs Jahren halte ich auch und gerade deswegen übrigens für grundfalsch) geht, spielen unterschiedliche Herkunft und soziale Vorzeichen überhaupt keine Rolle mehr und wir haben es hier einfach nur mit zwei äußerst sympathischen jungen Männern zu tun.

Ziemlich beste Freunde: Gyllen und William

Schipper kann sich hierbei voll und ganz auf ein hervorragendes Darstellerduo verlassen. Gibt Whitehead den gleichzeitig sensiblen wie auch stets kämpferisch-bemühten, loyalen Gyllen sowohl mit einer beeindruckenden schauspielerischen Intensität als auch emotionalen Bandbreite zum Besten, so ist insbesondere der hierzulande bislang weit weniger bekannte Stéphane Bak hervorzuheben. Der 22-Jährige, der in Frankreich bereits seit dem 14. Lebensjahr öffentlich als Stand-up-Comedian auftritt und als „Frankreichs jüngster Comedian“ sowie zunehmend auch als Schauspieler dort mittlerweile äußerst populär geworden ist, kann als nachdenklicher, gewissenhafter aber auch immer wieder äußerst humorvoller William vollauf begeistern. Da auch die Chemie zwischen den beiden Schauspielern zu stimmen scheint, bringen sie uns die stetig enger werdende Beziehung ihrer Figuren glaubhaft und sehr sympathisch rüber. Und wer weiß, ob da in „Roads“ nicht auch noch mehr als freundschaftliche Gefühle bei dem Leinwand-Duo im Spiel sind?

Kein „White Savior“

Als Roadmovie, das sich auch mit kritischen Themen wie Rassismus anhand der gemeinsamen Reise eines vermeintlich ungleichen Duos beschäftigt, bewegt sich „Roads“ zumindest in Teilen in ähnlichen filmischen Gefilden wie der in diesem Jahr Oscar-prämierte „Green Book“. Gerade diese Tragikomödie gilt allgemein als ausgesprochen gut gemachter Film, hat jedoch insbesondere in der amerikanischen „Black Community“ für einigen öffentlichen Aufruhr gesorgt, wie ich im Nachzuge meiner Rezension feststellen musste. Wurde darin vor allem eine mitunter vermeintlich zu harmlose Darstellung des historischen Rassismus in den USA bemängelt, so sorgte vor allem die Debatte rund um den „White Savior“-Diskurs wiederholt zu Kritik an Peter Farellys Film. Obwohl „Roads“ und „Green Book“ etwa gleichzeitig produziert wurden und es demnach für Schipper als Intention natürlich unmöglich ist, so wirkt sein neuestes Werk doch ein Stück weit wie eine passende Reaktion auf die Debatte rund um den US-Erfolg mit Viggo Mortensen und Mahershala Ali. Lässt uns unsere mediensozialisierte Prägung am Beginn von „Roads“ doch vermutlich folgenden Plot erwarten: William als der arme schwarze Flüchtling aus Afrika, der von dem wohlwollenden, gutherzigen und mit den nötigen Ressourcen und Wissen ausgestatteten Europäer Gyllen die dringend benötigte Hilfe auf seinem Fluchtweg nach Europa bekommt, den er allein kaum bewältigen könnte. Seinen ganz persönlichen „weißen Retter“ also.

Gyllens Blick zurück: Die persönliche Vergangenheit lastet schwer auf dem jungen Londoner

Doch Schipper tut uns diesen Gefallen nicht und sprengt in seinem Film vermutlich bewusst derartige Erwartungen. Meist ist es William, der das Heft in die Hand nimmt. Er weiß genau, was er will. Obendrein will er ja überhaupt nicht nach Europa fliehen, sondern dort nur nach dem Wohl seines großen Bruders schauen und dann wieder in die Heimat zurückkehren. Gyllen dagegen ist derjenige, der wiederholt Hilfe benötigt. Er kann das defekte Wohnmobil nicht reparieren geschweige denn überhaupt anständig fahren. Zudem leidet er unter der Trauer um seinen kleinen Bruder und seinen veränderten familiären Verhältnissen, sodass er in diesem Film eigentlich der „wahre“ Flüchtling ist – ein Flüchtling vor der eigenen Vergangenheit, Gegenwart sowie der Angst vor der ungewissen Zukunft als heranwachsender Mann. Doch wäre auch diese Gleichung wiederum zu einfach, denn Schipper zeigt uns in „Roads“, dass es vollkommen gleichgültig ist, wo wir herkommen und welche Probleme wir haben. Nur gemeinsam können wir es schaffen, in dem wir uns gegenseitig zur Seite stehen und uns unter die Arme greifen. Insbesondere, wenn wir gerade erst dabei sind, erwachsen zu werden. Auch wenn bestimmte Aspekte des „weißen Retters“ immer mal wieder – bewusst oder unbewusst – aufgegriffen werden, wie beispielsweise dem materiellen Nutzen von Gyllens europäischem Pass, des Wohnmobils seines Stiefvaters oder dessen väterlicher Kreditkarte für die gemeinsame Reise – Gyllen handelt in erster Linie immer aufgrund einer Mischung aus sozialer Ader und jugendlicher Naivität sowie später zunehmend aus Zuneigung zu seinem Freund William. Und nicht aus Eigennutz, wie es wohl der zu Recht viel gescholtene Held im „White Savior“-Film tun würde. Freundschaft und Menschlichkeit scheren sich halt nicht um so etwas Belangloses und Willkürliches wie nationale oder kulturelle Grenzen.

Refugees still welcome

Mit der Darstellung der Situation in Calais gewinnt „Roads“ noch einmal an zusätzlicher, gesellschaftspolitischer Tiefe. Regisseur Schipper entschied sich bewusst dazu, dort an den original betroffenen Schauplätzen zu drehen, wodurch seine filmische Darstellung der weiterhin existierenden Flüchtlingsproblematik beinahe schon dokumentarische Züge annimmt. Es gelingt ihm hier zudem gekonnt, den Wechsel im Ton des Coming-of-Age-Roadmovies hin zu einem sozialrealistischen Drama zu vollziehen und uns somit ein wichtiges Thema unserer Zeit schonungslos vor Augen zu führen: Die großen, öffentlich massiv wahrgenommenen Flüchtlingsbewegungen der vergangenen Jahre dürften zwar vorerst vorbei sein und auch die mediale Berichterstattung hat sich rapide verringert – die Menschen kommen aber weiterhin nach Europa, in der vagen Hoffnung auf ein eventuell ein klein wenig besseres Leben. Nur, um dann etwa in Orten wie Calais grüppchenweise in Notunterkünften oder Zeltlagern im Wald vor sich hin zu vegetieren, mit der steten Angst vor der wenig zimperlichen Staatsgewalt im Nacken. Ebenso die unermüdlichen Hilfsorganisationen, die trotz Ressourcenmangel und einer repressiven Politik ihr Bestmögliches versuchen, den Menschen vor Ort zumindest etwas zu helfen. Ob es uns gefällt oder nicht: Menschen in Not werden verständlicherweise auch weiterhin ihr Glück in unserer vermeintlich besseren Welt suchen. Und Menschen verdienen Hilfe, jederzeit. Während hingegen diejenigen, deren politische Karrieren nahezu einzig und allein auf Basis hasserfüllter Abgrenzung und Hetze gegenüber diesen Hilfsbedürftigen basieren, beispielsweise auf Ferieninseln im Mittelmeer residieren, um dort bei Koks und Wodka Red Bull nach den Millionen russischer Oligarchinnen zu gieren. Die Welt ist schon ein verrückter, oft leider sehr trauriger Ort.

William ist von den Zuständen in Calais geschockt

In meiner nun ziemlich genau einjährigen Tätigkeit als Schreiber auf diesem wunderbaren Blog habe ich bereits eine stattliche Zahl an Pressevorführungen besuchen und meinen Senf zu allerlei Filmen abgeben dürfen. „Roads“ dürfte in dieser Reihe mit mitunter wirklich tollen Filmen für mich persönlich den bis dato besten Film darstellen. Zumindest hat mich kaum eines dieser Werke so nachhaltig berührt und beeindruckt und ich merke bereits beim Schreiben dieser Zeilen, dass es in meiner Cineasten-Seele schon wieder kribbelt und sie sich wünscht, nach dem Kinostart am 30. Mai den Film gleich noch einmal im Kino anzuschauen.

Großes Kino

Sebastian Schipper bietet uns ein abwechslungsreiches, ausgesprochen unterhaltsames wie emotionales Roadmovie über das Coming of Age zweier herzenssympathischer Jungen, mit denen zusammen wir sehr oft lachen, aber auch weinen und bangen sowie an an deren wachsender Freundschaft wir uns erfreuen. Durch seine schonungslose Darstellung aktueller gesellschaftspolitischer Themen gelingt ihm zudem der anspruchsvolle Spagat zwischen Spaß und Ernst, ohne jemals allzu sehr der Gefahr zu erliegen, zu kitschig, rührselig oder gar oberlehrerhaft zu geraten. Etwas Kitsch und Rührseligkeit sind natürlich immer erlaubt. Für die emotionale Abrundung sorgt der stets stimmige und abwechslungsreiche Soundtrack, der von keinen Geringeren als den deutschen Indierock-Veteranen „The Notwist“ beigesteuert wurde, das soll hier am Ende keinesfalls unter den Tisch fallen. Von ganzem Herzen kann ich daher nur raten: Geht ins Kino und schaut euch „Roads“ an – ihr werdet es nicht bereuen.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von Sebastian Schipper sind in unserer Rubrik Regisseure aufgeführt.

Wohin wird ihr Weg Gyllen und William am Ende führen?

Länge: 99 Min.
Altersfreigabe: FSK 6
Originaltitel: Roads
D/F/GB 2019
Regie: Sebastian Schipper
Drehbuch: Sebastian Schipper, Oliver Ziegenbalg
Darsteller: Fionn Whitehead, Stéphane Bak, Ben Chaplin, Marie Burchard, Moritz Bleibtreu, Paul Brannigan, Gabriella de Souza, Josué Ndofusu
Verleih: Studiocanal Filmverleih

Copyright 2019 by Philipp Ludwig

Filmplakat, Szenenfotos & Trailer: © 2019 Studiocanal Filmverleih

 
Ein Kommentar

Verfasst von - 2019/05/27 in Film, Kino, Rezensionen

 

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Love, Simon – Wie kompliziert die Liebe sein kann

Love, Simon

Kinostart: 28. Juni 2018

Von Iris Janke

Tragikomödie // Niemand hat gesagt, dass es einfach ist, die große Liebe zu finden. Das muss auch der 17-jährige Simon Spier (Nick Robinson, „Du neben mir“) feststellen, als er erwachsen wird. Nur, dass es bei ihm noch ein wenig komplizierter ist. Denn Simon ist homosexuell – und keiner soll es wissen. Weil sich Simon wie all seine heterosexuellen Freunde trotzdem verlieben will, versucht er in einem anonymen Schul-Chat auf gleichgesinnte Mitschüler zu treffen.

Schwarm vieler Mädchen: Simon

Damit, sich tatsächlich ein halbes Jahr vor dem Highschool-Abschluss zu verlieben und sein eigentlich längst fälliges Coming-out zu wagen, rechnet Simon allerdings nicht wirklich. Schließlich führt er ein amerikanisches Bilderbuch-Familienleben mit glücklichen, halbwegs lockeren Eltern (Jennifer Garner, Josh Duhamel), seiner kleinen Schwester Nora (Talitha Eliana Bateman) und seinen besten Freunden Leah (Katherine Langford), Abby (Alexandra Shipp) und Nick (Jorge Lendeborg Jr.).

Schwarm vieler Jungen: Leah (r.)

Als sich einer seiner Mitschüler anonym als schwul outet, ist Simons Interesse geweckt. Simon und der Junge, der sich Blue nennt, tauschen ihre intimsten Gedanken aus. Wer ist Blue? Kompliziert wird es allerdings, als Simons Mitschüler Martin zufällig einen Chat-Verlauf zwischen Simon und Blue entdeckt und abfotografiert. Martin droht Simon mit dem Zwangs-Outing, es sein denn, Simon organisiert ein Date mit seiner besten Freundin.

Nach dem Debütroman von Becky Albertalli

Die Jugendbuchverfilmung „Love, Simon“ von Greg Berlanti („So spielt das Leben“) nach Becky Albertallis Debütroman „Nur drei Worte“ ist eigentlich eine ganz normale Coming-of-Age-Geschichte über eine Teenager-Liebe. Einziger Unterschied: Die Hauptfigur Simon liebt Männer. Die Verfilmung dieses Themas ist ebenso neu, wie traurig – im Jahr 2018 (!) sollte eine gleichgeschlechtliche Liebe unter Jugendlichen in dieser Zeit auf jeden Fall Filmthema sein können, verwunderlich ist nur, dass sie es erst jetzt das erste Mal ist. Umso wichtiger, dass sich ein großes US-Studio wie Twentieth Century Fox des Themas annimmt.

Ganz normaler Schulalltag für Simon (2. v. l.)

Grund für die besonders feinfühlige Herangehensweise von Regisseur Greg Berlanti mag sein, dass er selbst schwul ist. So nahm er sich bereits im Jahr 2000 mit der Tragikomödie „Der Club der gebrochenen Herzen“ dieses Themas an. Demzufolge gerät die Verfilmung von „Love, Simon“ einfühlsam und leicht, agiert niemals mit erhobenem Zeigefinger, ist dabei immer unterhaltsam, mit witzigen Elementen und unverbrauchten, Darstellern gespickt – so wie jede Verfilmung einer ersten Teenager-Love-Story sein sollte.

Ganz normale Eltern: Emily und Jack

Länge: 110 Min.
Altersfreigabe: FSK freigegeben ohne Altersbeschränkung
Originaltitel: Love, Simon
USA 2018
Regie: Greg Berlanti
Drehbuch: Elizabeth Berger, Isaac Aptaker, nach Becky Albertallis Roman „Simon vs. The Homo Sapiens Agenda“
Besetzung: Nick Robinson, Jennifer Garner, Josh Duhamel, Katherine Langford, Alexandra Shipp, Logan Miller, Keiynan Lonsdale, Jorge Lendeborg Jr., Talitha Eliana Bateman, Tony Hale, Natasha Rothwell
Verleih: Twentieth Century Fox of Germany GmbH

Copyright 2018 by Iris Janke

Filmplakat, Fotos & Trailer: © 2018 Twentieth Century Fox

 

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Gewinnspiel: Moonlight – 1 x Blu-ray, 1 x DVD

Verlosung

Nach turbulenter Schlussphase bei der diesjährigen Verleihung der Academy Awards haben die Produzenten von „Moonlight“ tatsächlich doch noch den Oscar für den besten Film nach Hause tragen dürfen – als erster Film mit einem rein schwarzen Darsteller-Ensemble und erster Film mit queerer Thematik. Wir haben von dem in drei Akte aufgeteilten Drama eine Blu-ray und eine DVD zum Verlosen erhalten. Dafür herzlichen Dank an den Publisher DCM und die zuständige Agentur im Namen der kommenden Gewinnerinnen und Gewinner.

Teilnahme – nichts leichter als das

Zwecks Teilnahme am Gewinnspiel begebt Ihr euch zu Andreas’ Rezension des Films und beantwortet dort bis Sonntag, 8. Oktober 2017, 22 Uhr, im Kommentarfeld die Frage am Ende des Textes.

Habt Ihr keine Idee für eine Antwort, so schreibt das einfach hin. Erwähnt bitte auch, wenn Ihr keinen Blu-ray-Player habt, dann kommt Ihr nur für die DVD in Frage. Alle veröffentlichten Antworten landen im Lostopf. Nicht verzweifeln, wenn Ihr euren Kommentar nicht sogleich erblickt – aus Sicherheitsgründen schalten wir ihn erst frei. Das ist aber Formsache.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen

Teilnahmeberechtigt sind alle, die eine Versandanschrift innerhalb Deutschlands haben oder bereit sind, die Differenz zum Inlandsporto zu übernehmen. Für Transportverlust übernehme ich keine Haftung (verschicke aber sicher verpackt und korrekt frankiert, bislang sind noch alle Sendungen bei den Empfängern eingetroffen). Gewinnerinnen oder Gewinner, die sich fünf Tage nach meiner zweiten Benachrichtigung nicht gemeldet haben, verlieren den Anspruch auf die Blu-ray bzw. DVD. In dem Fall lose ich unter den leer ausgegangenen Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen neuen Namen aus.

Autorinnen und Autoren von „Die Nacht der lebenden Texte“ sowie deren und meine Familienmitglieder dürfen leider nicht mitmachen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner werde ich im Lauf der Woche nach Ende der Frist bekanntgeben, indem ich diesen Text um einen Absatz ergänze, und sie auch per E-Mail benachrichtigen.

Die DVD geht an ingavk, die Blu-ray geht an Wulf Brandt. Herzlichen Glückwunsch, Ihr werdet benachrichtigt.

Die Rezension von „Moonlight“ findet Ihr auch hier.

Copyright 2017 by Volker Schönenberger

 

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