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Stalled – Zombies belagern Damentoilette

Stalled-Cover

Stalled

Von Volker Schönenberger

Zombie-Horrorkomödie // Ein Film, der in einer Telefonzelle spielt – diese reduzierte Idee eines Extrem-Kammerspiels hatte einst Alfred Hitchcock. Er verfolgte sie aber nicht weiter, erst 2002 verwirklichte sie Regisseur Joel Schumacher mit „Nicht auflegen!“. Wir wissen nicht, ob der Telefonzellenplot Drehbuchautor Dan Palmer zur Idee inspirierte, ein Skript über eine Zombie-Invasion in einer Damentoilette zu schreiben. Im Interview mit dem Deadline-Magazin sprach er von einer zufälligen Überlegung.

Nach „Freak Out“ (2004) ist „Stalled“ die zweite Langfilm-Zusammenarbeit von Drehbuchautor Palmer mit Regisseur Christian James – dazwischen gab’s noch eine Kooperation für einen Kurzfilm. Palmer selbst spielt die Hauptrolle: den Hausmeister W. C. (Hört, hört!), der während der Firmen-Weihnachtsfeier den Lautsprecher der Damentoilette reparieren will. Als eine leicht bekleidete Angestellte hereinkommt, schließt er sich vorsorglich in einer Kabine ein. Ein wenig Voyeurismus in Ehren kann schließlich keiner verwehren. Das Glück scheint ihm hold zu sein, als eine zweite – noch leichter bekleidete – Dame erscheint und mit der ersten alsbald eine heiße lesbische Nummer startet. Doch dann beißt die eine die andere. Ehe W. C. sich’s versieht, tobt vor seiner Kabine eine blutige Zombie-Apokalypse.

Der Plot ist so absurd, dass der Film entweder genial oder bescheuert sein kann. Auf dem Cover wird eine Rezensentin zitiert: Ein würdiger Anwärter auf den Thron von „Shaun of the Dead“. Eine selbstbewusste Ansage, die „Stalled“ erwartungsgemäß nicht einhalten kann. Für den Rezensionskollegen vom Deadline-Magazin ist der Film ein echtes Fest für Fans von Zombie-Fun. Das kann man so stehen lassen, einigen Längen zum Trotz macht der Film in der Tat Spaß. Alberne Ideen kann man ja einfach auch mal genießen! Ohne den Low-Budget-Sektor hätte es das Zombiegenre ohnehin nicht gegeben. Nachdem der eingesperrte Hausmeister bemerkt, dass sich in einer der Nebenkabinen eine Leidensgenossin (Antonia Bernath) befindet, kommt es zwischendurch zu einigen Dialogpassagen, die sogar ernsthafte und durchdachte Zwischentöne enthalten. Dennoch ist „Stalled“ in erster Linie Komödie, und zwar eine, der man den Enthusiasmus der Filmemacher jederzeit ansieht. Auch die handgemachten und ungeschnittenen Splatter- und Make-up-Effekte sind mit Liebe zum Detail gefertigt. Das Finale mit der Untermalung durch den Weihnachts-Schmachtfetzen „The Little Drummer Boy“ ist dann sogar überaus gelungen. Ich sage nur: Mumienkostüm! Ob die Idee zur Handlung wirklich nur ein Zufallsprodukt war? Immerhin endet „Stalled“ in einer – Trommelwirbel – Telefonzelle!

Veröffentlichung: 7. Februar 2014 als Blu-ray und DVD

Länge: 85 Min. (Blu-ray), 81 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 18
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: keine
Originaltitel: Stalled
GB 2013
Regie: Christian James
Drehbuch: Dan Palmer
Besetzung: Dan Palmer, Antonia Bernath, Tamaryn Payne, Mark Holden, Giles Anderson, Victoria Broom
Zusatzmaterial: Kinotrailer, Trailershow, Wendecover
Vertrieb: Al!ve AG

Copyright 2014 by Volker Schönenberger
Packshot: © 2014 Mad Dimension

 

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