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Caprona – Das vergessene Land: Per U-Boot auf die Insel der Saurier

The Land that Time Forgot

Von Volker Schönenberger

Fantasy-Abenteuer // Vergesst den „Jurassic Park“, auf nach „Caprona – Das vergessene Land“! Okay, wir können auch noch weiter zurückgehen: Bereits 1925 tauchten in Harry O. Hoyts „Die verlorene Welt“ („The Lost World“) nach einem Roman von Sherlock-Holmes-Erschaffer Arthur Conan Doyle Dinosaurier auf. 1933 ließen die RKO-Studios mit „King Kong und die weiße Frau“ („King Kong“) die Urzeitreptilien über die Leinwand stapfen. „Versunkene Welt“ mit Claude Rains markierte 1960 eine weitere Umsetzung der Doyle-Vorlage. Nur einige Beispiele von Sauriern im Kino. 1974 und 1977 schließlich folgten die beiden „Caprona“-Abenteuer der britischen Produktionsfirma Amicus Productions („Die Todeskarten des Dr. Schreck“, 1965). Steven Spielberg dürfte die Verfilmungen von zwei Romanen des „Tarzan“-Schöpfers Edgar Rice Burroughs gesehen haben. Das Drehbuch schrieb der Science-Fiction- und Fantasy-Autor Michael Moorcock, der sich dem Vernehmen nach eng an der Vorlage orientierte. Sein Skript erfuhr allerdings nachträglich einige Änderungen, sodass sich speziell das Finale des Films einige Freiheiten gegenüber dem Roman herausnimmt.

Bowen Tyler bringt das U-Boot in seine Gewalt

Zu Beginn sehen wir, wie auf einer Insel eine Flaschenpost ins Meer fällt. Sie wird an der schottischen Küste angespült und enthält das Logbuch von Bowen Tyler (Doug McClure), der von seinen Erlebnissen berichtet, die am 3. Juni 1916 ihren Anfang nahmen: An jenem Nachmittag torpediert ein deutsches U-Boot das US-Frachtschiff „SS Montrose“. Tyler, die Biologin Lisa Clayton (Susan Penhaligon) und einige Besatzungsmitglieder retten sich in die Boote. Es gelingt ihnen, das U-Boot zu entern, das ihr Schiff versenkt hat. Freund und Feind verschlägt es in abgelegene Gewässer, und nach einiger Zeit erreicht der unfreiwillig zusammengewürfelte Haufen eine unbekannte Insel. Sie entpuppt sich als prähistorische Welt, in welcher urzeitliche Lebewesen überdauert haben – eine Welt voller Gefahren für die modernen Menschen.

Landung auf Caprona

Klar, tricktechnisch kann „Caprona – Das vergessene Land“ dem „Jurassic Park“-Franchise nicht das Wasser reichen. Wer nur mit modernen Effekten aus dem Computer etwas anfangen kann, wird angesichts der Saurier-Animatronics womöglich müde lächeln. Aber ihre Schöpfer haben zweifellos ähnlich viel Mühe und Leidenschaft investiert wie es heutzutage die Programmierer am Computer tun – wenn nicht mehr. Das macht das Fantasy-Abenteuer zu einem charmanten und jederzeit spannenden Vergnügen, das neben Ray Harryhausen und den japanischen „Godzilla“-Abenteuern bestehen kann. Die anfängliche Auseinandersetzung zwischen Amerikanern und Deutschen nimmt dabei recht breiten Raum ein, bevor sich die Feinde zusammenraufen müssen.

Dort werden die Menschen sogleich …

Die Schauspieler und ihre Leistungen geraten da etwas zur Nebensache. Allerdings kommt es wohl nicht von ungefähr, dass Hauptdarsteller Doug McClure („Die Leute von der Shiloh Ranch“) es nie in die A-Liga geschafft hat. Er übernahm die Rolle des Bowen Tyler auch in der ebenfalls von Kevin Connor („Fackeln im Sturm II“) inszenierten Fortsetzung „Caprona 2 – Menschen, die die Zeit vergaß“. McClure spielte ab den 70er-Jahren in einigen Fantasy-Abenteuern, darunter auch dem herrlich sleazy produzierten SF-Horrorfilm „Das Grauen aus der Tiefe“ („Humanoids from the Deep“, 1980). Und er diente immerhin zum Teil als Vorlage für Troy McClure bei „Die Simpsons“, was ihn auf skurrile Weise dann irgendwie doch in die A-Liga befördert. Wer kann schon von sich behaupten, Vorbild für die Figur einer Zeichentrickserie gewesen zu sein?

2009 entstand mit „The Land that Time Forgot“ eine Neuverfilmung von und mit C. Thomas Howell („Die Horror Farm von Hoboken Hollow“). Die Direct-to-Video-Produktion der berüchtigten Trash-Schmiede „The Asylum“ ist aber nicht weiter der Rede wert. Der fantasievolle „Caprona – Das vergessene Land“ hingegen sei Monsterfilm-Nostalgikern ans Herz gelegt. Die in deutschen TV-Ausstrahlungen fehlenden Szenen sind in der neuen Veröffentlichung enthalten, die Koch Films in anständiger Qualität als fünften Teil der „Creature Feature“-Reihe herausbringt. So loben wir uns das.

… von hungrigen Dinos angegriffen

Die Filme der Reihe „Creature Feature”:

01. Mörderspinnen (Kingdom of the Spiders, USA 1977)
02. Piranhas (Piranha, USA 1978)
03. In der Gewalt der Riesenameisen (Empire of the Ants, USA 1977)
04. Der Polyp – Die Bestie mit den Todesarmen (Tentacoli, IT/USA 1977)
05. Caprona – Das vergessene Land (The Land that Time Forgot, GB/USA 1974)
06. Caprona 2 – Menschen, die die Zeit vergaß (The People that Time Forgot, GB/USA 1977, Rezension folgt in Kürze)

Das geht nicht ohne Opfer ab

Veröffentlichung: 12. April 2018 als Blu-ray und DVD

Länge: 95 Min. (Blu-ray), 91 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 12
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Englisch
Originaltitel: The Land that Time Forgot
GB/USA 1974
Regie: Kevin Connor
Drehbuch: James Cawthorn, Michael Moorcock, nach einem Roman von Edgar Rice Burroughs
Besetzung: Doug McClure, John McEnery, Susan Penhaligon, Keith Barron, Anthony Ainley, Godfrey James, Bobby Parr, Roy Holder, Andrew McCulloch, Declan Mulholland
Zusatzmaterial: Audiokommentar, Making-of, Super-8-Version, Bildergalerie
Label/Vertrieb: Koch Films

Copyright 2018 by Volker Schönenberger
Fotos & Packshot: © 2018 Koch Films

 

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