RSS

Schlagwort-Archive: Der Spion der mich liebte

James Bond 007 – Simon über seine Favoriten (I)

James_Bond-Goldfinger-Cover James_Bond-Der_Spion_der_mich_liebte-Cover

Der Agent mit der Lizenz zum Töten

Gastbeitrag von Simon Kyprianou

Agenten-Abenteuer // Das James-Bond-Franchise ist wohl eines der langlebigsten überhaupt. Jeder neue Bond-Film wird lange ersehnt, medial groß angekündigt, von der Wahl eines neuen Darstellers ganz zu schweigen, kurzum: Ein neuer Bond-Film ist ein Ereignis. Damit ist die Reihe auch zu einem Stück Zeitgeschichte geworden, zu einem gesellschaftlichen, politischen, technischen, modischen, ideologischen und kulturellen Spiegel der jeweiligen Zeit.

Immer wieder kommentieren, reflektieren oder kritisieren die Bond-Filme unbewusst, hier und da aber auch mal ganz bewusst das Zeitgeschehen. Mittlerweile umfasst die Reihe 23 offizielle Filme, „Spectre“, hat als Nr. 24 in Deutschland am 5. November Premiere in den Kinos. Das nehme ich mir zum Anlass, in zwei Teilen über meine Favoriten der Reihe zu berichten. Teilweise trifft es die auch von der breiten Masse als Klassiker der Reihe bewerteten Beiträge, ein paar vergessene oder unterschätzte Filme sind aber auch dabei. Jeder Bond-Darsteller ist mit mindestens einem Film vertreten – mit einer Ausnahme: Pierce Brosnan, der wohl uninteressanteste Bond-Schauspieler, der mit der Rolle am wenigsten anzufangen wusste.

Der Kalte Krieg – perfekter Tummelplatz für James Bond

Nach dem Ende des Kalten Krieges, der immer Nährboden für die Reihe geliefert hat, geriet das Franchise in der Brosnan-Ära ins Straucheln – zumindest rein qualitativ betrachtet; Erfolg beim Publikum war ja mehr oder weniger jedem Film beschieden. Mit Daniel Craig und einem veränderten Ansatz zur Figur fing sich Bond dann wieder. Zwar sind auch ein paar der Brosnan-Beiträge durchaus sehr sehenswert – „Der Morgen stirbt nie“ und „Die Welt ist nicht genug“ beispielsweise sind sicher gutes Actionkino –, aber auch sie fallen mit Blick auf das komplette Franchise doch eher hinter viele andere zurück.

James_Bond-Goldfinger-1

Goldfinger: Sean Connery – für viele der einzig wahre Bond

„Goldfinger“ (1964) mit Sean Connery ist nach den beiden Auftaktfilmen der erste „gefühlsechte“ James-Bond-Film. Am ersten Beitrag „James Bond 007 jagt Dr. No“ („Dr. No“, 1962) klebt trotz seiner unbestreitbaren Qualitäten spürbar der leicht unangenehme Charakter eines Pilotfilms. „Liebesgrüße aus Moskau“ („From Russia with Love“, 1963) war bereits um einiges besser, aber erst „Goldfinger“ hat alle ikonischen Inhaltsstoffe der Reihe in sich vereint und dient für den weiteren Verlauf der Reihe bis heute als eine Art Blaupause. Die Schurken – in den zwei Vorgängern waren sie noch ansatzweise geerdet – dürfen sich hier schamlos und exzessiv dem Irrsinn hingeben: der schwülstig fette Goldfinger (Gert Fröbe), der Fort Knox – ein Traum von Setdesign – erst in Nazi-Manier vergasen und dann auch noch mit einer „Atom-Maschine“ atomisieren will.

Welch Name für ein Bond-Girl: Pussy Galore

Jede Szene bleibt in Erinnerung, jede Szene versucht mit jeder Faser Happening und Attraktion zu sein. „Goldfinger“ ist bis zum Bersten aufgeladen mit Action, Erotik und vor allem schillerndem Wahnsinn. Honor Blackman als Bond-Girl mit dem unglaublichen Namen Pussy Galore (Bonds Reaktion: „I must be dreaming“) taucht erst im letzten Drittel auf, um den Film auf den letzten Metern mit ihrem Esprit zu veredeln. „Goldfinger“ ist schwülstiger Traum voller filmischem Protz und Prunk, voller zelebriertem Irrsinn und berauschendem Gigantismus. Vor allem die malerische Verfolgungsjagd auf den Schweizer Bergstraßen – paradoxerweise, aber mit durchaus betörender Wirkung, entschleunigt und malerisch – bleibt lange in Erinnerung.

James_Bond-Der_Spion_der_mich_liebte-1

Der Spion, der mich liebte: Roger Moore hat’s auch drauf

„Der Spion, der mich liebte“ („The Spy Who Loved Me“, 1977) hat die vielleicht aufregendste Action-Eröffnung aller Bond-Filme, die mit einem wirklich atemberaubenden Ski-Stunt endet, einem Sprung in die Tiefe, einen Stunt den man so beeindruckend und schwindelerregend nie wieder gesehen hat. Der Rest des Films ist ein aufregender, entspannungspolitischer Flirt vor der Kulisse des Kalten Kriegs. „Der Spion der mich liebte“ ist ein sich langsam treibender Film, der seinen Protagonisten – James Bond (Roger Moore) und die russische Agentin (Barbara Bach), die ihn aus Rache töten will – durch gewohnt malerische Orte folgt und dabei zusieht, wie sie sich in ihrem gefährlichen Flirt genüsslich aneinander reiben. Das Finale in der riesigen, eindrucksvoll gestalteten U-Boot-Basis ist ganz fantastisch.

Zu meinen übrigen Bond-Favoriten in Teil 2 dieses Textes gelangt Ihr hier.

Vertrieb: Twentieth Century Fox Home Entertainment

Copyright 2015 by Simon Kyprianou
Fotos & Packshots: © 2015 The James Bond Blu-ray Collection © 2015 Danjaq, LLC and Metro-Goldwyn-Mayer Studios Inc. TM Danjaq, LLC. All Rights Reserved.

 
 

Schlagwörter: , , , , , , , , ,

 
%d Bloggern gefällt das: