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Die Schöne und das Biest – Emma Watson zaubert wieder

Beauty and the Beast

Kinostart: 16. März 2017

Von Iris Janke

Fantasy-Melodram // Belle (Emma Watson) ist eine Schönheit und verzaubert, ob im blauen Dirndl als Dorfschönheit oder im gelben Ballkleid im Schloss. Der Name Belle ist Programm – und Emma Watson („Harry Potter“) die perfekte Besetzung dafür. 26 Jahre nach Disneys Oscar-gekröntem Animationsklassiker kommt nun das Realfilm-Remake ins Kino – ebenfalls aus dem Hause Disney.

Auf den ersten Blick ziemlich gruselig: das Biest

Regisseur Bill Condon („Twilight“-Saga) hält sich dabei optisch und inhaltlich eng an das Zeichentrick-Original von 1991: Hier wie dort wird viel gesungen, sogar einige neue Songs wurden neben den bekannten Oscar-gekrönten Titeln von Alan Menken und Tim Rice beigesteuert. Hauptdarstellerin Emma Watson hat sich auf ihren Part monatelang mit Gesangsstunden vorbereitet. Auch Ko-Hauptdarsteller und Biest Dan Stevens und sein Gegenspieler, der Jäger Gaston (Luke Evans, „Dracula Untold“), überzeugen gesanglich.

Der Prinz und die Bettlerin

Zum Inhalt: Ein junger Prinz (Dan Stevens) lädt in seinem prunkvollen Schloss zum Debütantinnenball. Sein Charme und sein Äußeres bestechen die geladenen Damen, seine Diener lesen ihm jeden Wunsch von den Augen ab. Doch als eine arme Bettlerin im Schloss um Unterkunft bittet und im Gegenzug eine Rose anbietet, zeigt sich der Königssohn unbarmherzig und arrogant. Dass die alte Frau tatsächlich eine schöne Zauberin ist, ahnt der Prinz nicht.

Belle liebt ihren Vater Maurice abgöttisch

Die Strafe für die königliche Unmenschlichkeit folgt unverzüglich: Das ganze Schloss steht plötzlich unter einem Fluch, der schöne Prinz wird zu einem hässlichen Biest und die Schlossbewohner werden zu lebenden Haushaltsgegenständen. Dabei wird Lumière (Ewan McGregor, sang bereits in „Moulin Rouge“), der französische Diener des Prinzen, in einen singenden Kerzenständer verwandelt. Lumières gesangliches Highlight: das extravagante Musical-Stück „Sei hier Gast“. Der Diener liegt in ständigem Zwist mit der singenden Standuhr von Unruh – bemerkenswertes Gesangsdebüt für den 76-jährigen Ian McKellen (Magneto aus den „X-Men-Filmen“, Gandalf aus der „Herr der Ringe“-Trilogie).

Zwei, die sich perfekt ergänzen: Dorfschönling Gaston (l.) und sein ergebener Kumpel LeFou

Derweil lebt Belle mit ihrem Vater, dem etwas zerstreuten, aber liebenswerten Erfinder Maurice (Kevin Kline), in einem französischen Dorf in der Nähe des Schlosses. Belle wird von allen Dorfbewohnern wegen ihrer Anmut bewundert – allen voran der Jäger und Dorfschönling Gaston (Dan Stevens). Die Hübsche kann sich seiner Avancen kaum erwehren. Eines Tages bricht Vater Maurice mit Pferd und Kutsche auf, um eine neue Erfindung zu verkaufen. Er gerät Schließlich in das verwunschene Schloss und damit in die Fänge des Biests. Belle macht sich auf die Suche nach ihrem Vater, findet ihn – und bietet sich im Austausch für den Gefangenen an …

Auch als Realfilm zauberhaft

Für wen ist diese Realverfilmung von „Die Schöne und das Biest“ zu empfehlen? Ganz einfach: für alle, die sich noch einmal verzaubern lassen wollen, und das ganz im Disney-Stil – nicht einmal das gelbe Kleid aus dem Oscar-gekrönten Zeichentrickfilm fehlt. Besonders schön: die Kulisse von Schloss und Umgebung, die verwunschenen Bewohner und ihre perfekt animierte Verwandlung in lebendige Luxus-Gegenstände einer vergangenen märchenhaften Zeit.

Fast zu schön, um wahr zu sein: der Tanz des Biests mit Belle

Auf ihre Kosten kommen sowohl diejenigen, die das Original bereits kennen – sie können sich von Neuerungen faszinieren lassen; und wer keinerlei Vorkenntnisse besitzt, kann den Film einfach genießen. Und – Vorteil für ganz junge Zuschauer: Im Gegensatz zur ebenfalls ab sechs Jahren freigegebenen französischen Verfilmung von Christophe Gans (2014) mit Léa Seydoux als Belle und Vincent Cassel als Biest fällt diese Version keinesfalls düster und gruselig aus – Disney-like eben – und das Lächeln von Emma Watson zaubert sowieso jeden Anflug von Furcht einfach weg.

Wunderschön im gelben Ballkleid: Belle

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Luke Evans und/oder Ewan McGregor sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Länge: 129 Min.
Altersfreigabe: FSK 6
Originaltitel: Beauty and the Beast
USA 2017
Regie: Bill Condon
Drehbuch: Stephen Chbosky, Evan Spiliotopoulos
Besetzung: Dan Stevens, Emma Watson, Luke Evans, Ewan McGregor, Josh Gad, Gugu Mbatha-Raw, Ian McKellen, Emma Thompson, Stanley Tucci, Kevin Kline, Henry Garrett, Hattie Morahan, Sonoya Mizuno, Adrian Schiller
Verleih: Walt Disney Studios Motion Picture Germany

Copyright 2017 by Iris Janke

Filmplakate, Fotos & Trailer: © 2016 Disney Enterprises Inc. All Rights Reserved.

 
2 Kommentare

Verfasst von - 2017/03/14 in Film, Kino, Rezensionen

 

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La Bête – Die Bestie: Damals ein Skandalfilm

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Erotikdrama / Horrordrama // Schon der Anfang des Films verstört: zwei Pferde im Hof, bereit zur Paarung, der Hengst mit erigiertem Penis, die Stute mit pulsierender, empfangsbereiter Vagina – die Kamera hält in Großaufnahme drauf. Auch das Eindringen bekommen die Zuschauer aus nächster Nähe zu sehen.

Nachdem er 1974 schon mit „Unmoralische Geschichten“ ins Gerede gekommen war, wurde der nach Frankreich übergesiedelte polnische Filmemacher Walerian Borowczyk (1923–2006) ein Jahr später endgültig zum Skandalregisseur. Geschlechtsteile von Pferden in voller Pracht, masturbierende Frauen, Sex zwischen einem schwarzen und einer weißen Bediensteten, Ejakulat – das Gezeigte war für ein Kinopublikum der 70er-Jahre doch heftig. Und erst die Klimax …

Der Fluch des Hauses de l’Esperance

Die Geschichte handelt von einer arrangierten Ehe: Die amerikanische Millionenerbin Lucy Broadhurst (Lisbeth Hummel) soll den französischen Adelssprössling Mathurin de l’Esperance (Pierre Benedetti) heiraten, um den Ruin der de l’Esperances zu verhindern. Doch ein Fluch besagt, dass Mathurin nach der Eheschließung sterben muss. Lucy ist schnell vom Reiz des Schlosses gefangen. Das Gemälde einer Urahnin der Familie und die Zeichnung einer Bestie wecken ihre erotische Fantasie – oder ist es gar keine Fantasie? Wunderliche Albträume suchen sie heim.

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Wer möchte da nicht Rose sein?

Worum geht’s? Fragen wir Freud – ach nein, der ist tot. Die Schöne und das Biest, das war schon 1933 bei „King Kong“ ein gern genommenes Bild, später auch bei Disney und anderswo. Geht es um unterdrückte animalische Triebe, die sich Bahn brechen? Mag sein, dazu fehlt mir der psychologische Unterbau. Interessant ist das Motiv der Vergewaltigung, die in einvernehmlichen Sex mündet. Zu Recht umstritten, weil verharmlosend, doch immer wieder anzutreffen. In diesem Fall erschwert es die Entschlüsselung, dass der Vergewaltiger ein Biest ist und der sexuelle Akt fatal endet – für das Biest. Obendrein ist es doch ohnehin nur ein Albtraum der Protagonistin. Oder ein Wunschtraum? Oder ein Fiebertraum? Oder kein Traum? Ich geb’s auf, dafür reicht meine Küchenpsychologie nun wirklich nicht.

24 Jahre lang auf dem Index

Selbst die geschnittene Fassung des Films landete 1984 auf dem Index. 2008 gelang dem Label Bildstörung die Listenstreichung, sodass es den Film 2009 erstmals auf DVD veröffentlichen konnte. Sechs Jahre später ist er nun auf Blu-ray erschienen. Das klare und konturierte Bild überzeugt, dennoch sieht man dem Film das Alter von 40 Jahren an, aber das ist gut so. Ob die Blu-ray noch einmal einen lohnenden Qualitätssprung gegenüber der DVD darstellt, kann ich nicht sagen – meine Sichtung der DVD liegt zu lange zurück.

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Die Schöne und das Biest

Wer braucht den Film überhaupt? Man weiß es nicht. Freunde französischen Arthaus-Kinos werden ob einiger expliziter Szenen die Nase rümpfen. Fans gepflegter Erotik mögen einige Sequenzen eher widerwärtig finden (aber wer weiß das schon?), Horrorgucker schließlich werden schmunzeln – die titelgebende Bestie sieht eher albern aus. Aufgeschlossene Cineasten sollten ihr filmhistorisches Interesse aber auf jeden Fall befriedigen. „La Bête – Die Bestie“ ist ohne Zweifel einzigartig.

Unterhaltsam konsumierbar ist anders, der Zahn der Zeit hat doch am Film genagt. Aufgrund zu langer Dialogszenen zieht sich das Ganze, nach heutigen Maßstäben passiert nicht viel. Was passiert, ist heute sicher kein Skandal mehr. Belassen wir es dabei, dass „La Bête – Die Bestie“ ein kontroverses Stück erotischer Kinogeschichte ist, das Psychologen ausreichend Futter zur Entschlüsselung bietet.

Die Filme der „Drop Out“-Reihe von Bildstörung haben wir in unserer Rubrik Filmreihen aufgeführt.

Veröffentlichung: 22. Mai 2015 als Special Edition Blu-ray (inkl. Bonus-DVD) und Blu-ray, 2. Dezember 2011 als DVD (Neuauflage), 4. September 2009 als limitierte Special Edition DVD (inkl. Bonus-DVD, vergriffen)

Länge: 98 Min. + 5 Min. Vorfilm (Blu-ray), 94 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 18
Sprachfassungen: Deutsch, Französisch
Untertitel: Deutsch
Alter deutscher Verleihtitel: Das Biest
Originaltitel: La bête
F 1975
Regie: Walerian Borowczyk
Drehbuch: Walerian Borowczyk
Besetzung: Sirpa Lane, Lisbeth Hummel, Elisabeth Kaza, Pierre Benedetti, Guy Tréjan, Roland Armontel, Marcel Dalio, Robert Capia, Pascale Rivault, Hassane Fall, Anna Baldaccini, Thierry Bourdon, Marie Testanière
Zusatzmaterial: Kurzfilm „L’escargot de Vénus“, Kurzdoku „Borowczyks Wahn“ von Daniel Bird, Interview mit Walerian Borowczyk, Interview mit Kameramann Noël Véry, Deleted Scenes, Behind the Scenes (3 ausgewählte Szenen), Bildergalerie, 52-seitiges Booklet
Label: Bildstörung
Vertrieb: Al!ve AG

Copyright 2015 by Volker Schönenberger
Szenenfotos: © 1975 Argos Films / Packshots: © 2015 Bildstörung

 

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Die Schöne und das Biest – Diamond Edition: Wahre Liebe oder Stockholm-Syndrom?

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Beauty and the Beast

Gastrezension von Matthias Holm

Zeichentrick-Märchen // Disney geht in die Offensive. Nach den durchaus guten Einspielergebnissen von „Maleficent“ und „Cinderella“ kommen bald fünf neue Realverfilmungen von Zeichentrick-Klassikern aus dem Mäusestudio. Eine davon ist „Die Schöne und das Biest“ mit Emma Watson als titelgebende Schönheit. Nun kommt vorher also die Zeichentrick-Version von 1991 erneut in der Diamond Edition auf DVD und Blu-ray – Disney veröffentlicht seine Klassiker ja im wechselnden Turnus, nach Abverkauf einer Auflage ist der jeweilige Film für eine Weile vom Markt.

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Belle liebt Bücher …

Die junge Belle ist bildschön und äußerst klug. Das Dorfleben langweilt sie, obendrein stellt ihr der tumbe Jäger Gaston nach. Als Belles Vater Maurice während einer Reise verschwindet, findet sie ihn als Gefangenen in einem gruseligen alten Schloss wieder. Der Herr des Gemäuers ist ein grausiges Biest, das Maurice als Eindringling sah. Um ihren Vater zu retten, bietet Belle dem Biest einen Tausch an: Es soll ihren Vater freilassen – dafür bleibt sie bis an ihr Lebensende im Schloss.

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… und liest auch gern vor

Die Frage aus der Überschrift sollte schon am Anfang geklärt werden. Das ist nämlich einer der Vorwürfe, die dem Film gern gemacht werden: Belle verliebe sich nur in das Biest, da es sie gefangen hält – Stockholm-Syndrom eben. Doch das Biest lässt Belle schnell freie Hand im Schloss und lässt sie sogar an einer Stelle in der Geschichte frei. Hier entwickelt sich also eine aufrichtige Liebe.

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Das verfluchte Biest

Im Gegensatz zu dem französischen Volksmärchen, an dem sich Christophe Gans’ 2014er-Version eher orientiert, gießt Disney auf die an sich schon sehr romantische Geschichte noch tonnenweise Zuckerguß. Das kann man verteufeln – oder lieben. Bei mir ist es eher Letzteres der Fall: All der Kitsch, der aus jeder Pore des Films trieft – das ist einfach schön. Und im Gegensatz zu mach anderen Disney-Filmen wie „König der Löwen“ oder jüngst „Baymax – Riesiges Robowabohu“ gibt es hier keine bösen Überraschungen für die Hauptfiguren.

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Die verzauberten Schlossbewohner helfen Belle

Es sollte hier auch noch erwähnt sein: „Die Schöne und das Biest“ ist vielleicht der Film mit dem besten Soundtrack von Disney. Die anderen Filme haben alle ihre Hits, hier allerdings sind alle Songs auf konstant hohem Niveau. Vom Eröffnungslied „Belles Stadt“ über das schmissige „Sei hier Gast“ bis zum kitschig-romantischen „Die Schöne und das Biest“ machen alle Lieder viel Freude. Und obwohl das Biest, wenn es laut brüllt, ein wenig merkwürdig abgemischt ist, passen Ton und Bild zu jeder Zeit.

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Sei hier Gast!

„Die Schöne und das Biest“ bietet eine ideale Vorlage für eine Realverfilmung. Schließlich ist es der Film, der den typischen Disney-Kitsch nicht zu verstecken versucht, sondern damit hofieren geht. Mit Sicherheit ist das Geschmackssache – allerdings auch bezaubernd.

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Niemand ist so männlich wie Gaston

Veröffentlichung: 16. April 2015 als Blu-ray und DVD

Länge: 92 Min. (Blu-ray), 88 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK ohne Altersbeschränkung
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch, Türkisch
Untertitel: Deutsch, Englisch, Italienisch, Türkisch, Englisch für Hörgeschädigte
Originaltitel: Beauty and the Beast
USA 1991
Regie: Gary Trousdale, Kirk Wise
Drehbuch: Linda Woolverton
Zusatzmaterial: drei Versionen des Films, das Broadway-Musical, zusätzliche Szenen, Musikvideos
Vertrieb: Walt Disney Studios Home Entertainment

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Wo hat das Biest tanzen gelernt?

Copyright 2015 by Matthias Holm
Szenenbilder & Packshots: © 2015 Walt Disney Studios Home Entertainment

 

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