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Schlagwort-Archive: Dolph Lundgren

The Last Warrior – Endzeitstimmung auf der Insel Kalifornien

The Last Patrol

Von Volker Schönenberger

SF-Action // In einer von kriegerischen Auseinandersetzungen gepeinigten Welt hat es Kalifornien besonders übel getroffen: Ein verheerendes Erdbeben hat den US-Westküstenstaat vom Rest des Landes abgetrennt. Die Verbindung der neuen Insel „Mohave Island“ zu Arizona ist gekappt, weil über der „New Eastern Sea“ ein toxischer Nebel aus Gasen und Trümmerstaub wabert.

Im Erdbeben-Inferno

In diesem endzeitlichen „Desert Wasteland“ versucht sich eine Gruppe Überlebender durchzuschlagen, angeführt vom Army Captain Nick Preston (Dolph Lundgren), Air Force Captain Sarah McBride (Sherri Alexander) und Marine Gunnery Sergeant Lucky Simcoe (Joe Michael Burke). Die ungleiche Schar richtet sich mehr schlecht als recht ein, sucht nach Wasser, Lebensmitteln, Treibstoff, weiteren Überlebenden – und einem Weg, mit dem Festland Kontakt aufzunehmen.

Vom Regisseur von „Leon“

Gedreht wurde in Israel. Die Ausgangslage erfahren wir zu Beginn, wenn Dolph Lundgrens Figur als Stimme aus dem Off mit stoischer Tonalität die Situation erklärt. Regisseur Sheldon Lettich („Geballte Ladung“, „Leon“) macht aus dem Plot einen staubigen Endzeit-Actioner, der etwas mehr Action gut vertragen hätte. Die Handlung läuft auf eine finale Konfrontation mit den Insassen eines privaten Hochsicherheitsgefängnisses unter ihrem bösartigen Anführer Jesus Carrera (Juliano Mer-Khamis) hinaus, doch bis diese überhaupt eingeführt werden, zieht es sich. In der Zwischenzeit ereignen sich kleinere Zwischenfälle, die nicht immer die Handlung vorantreiben. Nach einer knappen Stunde geht es dann aber endlich los.

Mit Knackis geht Nick Preston (l.) nicht zimperlich um

Ausstattung und Setdesign genügen den endzeitlichen Ansprüchen des Actiongenres um die Jahrtausendwende, als halbgare Computereffekte noch rar gesät waren. In heutigen Produktionen hat Dolph Lundgren ja nicht immer bedeutsame Rollen mit viel Leinwand- beziehungsweise Bildschirmzeit, da macht es Spaß, in seiner Filmografie in eine Zeit zurückzugehen, als er Filme im B-Actionsegment noch getragen hat wie in diesem Fall. Der Showdown enthält dann die Ballereien und Explosionen, die wir uns von diesen Streifen erwarten, auch wenn wir nicht allzu viel erwarten. Yeah!

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Dolph Lundgren sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Bumm!

Veröffentlichung: 27. Januar 2012 als Blu-ray und DVD, 28. Oktober 2002 als DVD

Länge: 94 Min. (Blu-ray), 91 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: keine
Originaltitel: The Last Patrol
ISR/USA 2000
Regie: Sheldon Lettich
Drehbuch: Stephen Brackley, Pamela K. Long
Besetzung: Dolph Lundgren, Sherri Alexander, Joe Michael Burke, Rebecca Cross, Brook Susan Parker, Juliano Mer-Khamis, Chanan Elias, Ze’ev Revach, Angelique Lettich, Terry Big Charles, Howard Rypp, Gilya Stern, Ishai Golan
Zusatzmaterial: Trailer
Label: splendid film
Vertrieb: WVG Medien GmbH

Copyright 2018 by Volker Schönenberger

Szenenfotos & Blu-ray-Packshot: © splendid film / WVG Medien GmbH

 

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The Sweeper – Landmine gegen Lundgren

Sweepers

Von Volker Schönenberger

Actionthriller // 1998 – Weltweit beschäftigen sich Menschenrechtsorganisationen immer stärker mit dem Problem der Landminen. Mit der Unterstützung berühmter internationaler Persönlichkeiten wie Lady Diana kommen Elite-Minenentschärfer wie die MAG (Kambodscha), MGM (Deutschland) und der Halo Trust (England) den minenverseuchten Ländern zu Hilfe. Doch das war nicht immer der Fall. 1993 war Angola eines dieser Länder, in denen Frieden ein Fremdwort war. Während eines fast 20-jährigen Bürgerkrieges fiel Angolas Reichtum an Diamantenminen in die Hände der UNITA-Rebellen. Eine Armee, gestärkt durch ausländische Söldner, deren präferierte Waffe die Landmine war. Der rücksichtslose Gebrauch dieser Waffen verletzte oder tötete 200 Angolaner pro Woche. Damals zögerte die internationale Gemeinschaft noch, Hilfe anzubieten. Bis auf eine kleine Elitetruppe, das erste Team Minenentschärfer: der humanitäre Ritterorden …

Christian und Michelle geraten …

Nach dieser Einblendung zu Beginn lernen wir Christian Erickson (Dolph Lundgren) kennen, der zu den Minenentschärfern gehört, die Angola von den Landminen der UNITA befreien wollen. Er verabschiedet sich von seinem Sohn Johnny (Rowan Southern), den er schlafend wähnt, der jedoch flugs aufsteht und sich in Papas Wagen versteckt. Am Einsatzort eingetroffen, startet Erickson sogleich das Tagwerk, ein Minenfeld zu säubern. Plötzlich wird die von UN-Blauhelmen beschützte Einheit von UNITA-Milizen angegriffen. Ericksons Sohn gerät ins Kreuzfeuer und in Panik …

Die Spur führt nach Angola

Fünf Jahre später trifft die Sprengstoff-Spezialistin Michelle Flynn (Claire Stansfield) in Angola mit einigen Kollegen in Angola ein. In New York war bei einem terroristischen Anschlag auf einen US-Senator eine neuartige Landmine eingesetzt worden, deren Spur in das afrikanische Land führt. Sie trifft auf Erickson, der dort mehr schlecht als recht sein Dasein fristet. Bald sind die beiden mitten in einem Komplott auf sich allein gestellt.

… unter Beschuss

Zugegeben: Die größte Lücke ist es nicht, die EuroVideo mit der HD-Premiere und der DVD-Neuauflage von „The Sweeper“ schließt. Das zeigt sich schon daran, dass die beiden DVDs von 2002 und 2004 auf dem Gebrauchtmarkt recht günstig zu finden sind, obwohl im Handel vergriffen. Allerdings waren sie gekürzt, insofern stellen die aktuellen Veröffentlichungen doch eine erhebliche Verbesserung dar, zumal Bild- und Tonqualität anständig ausfallen. Zur Vorbereitung legte EuroVideo die Uncut-Fassung der FSK vor und erreichte sogar eine Freigabe ab 16 Jahren.

Action aus den 90ern

Dolph Lundgren erledigt einmal mehr das, was er kann, und was seine schauspielerischen Fähigkeiten nicht hergeben, übernimmt die Regie mehr oder minder subtil: Klar, dass der gebrochene Mann gern zum Alkohol greift. Derlei Stereotype durchziehen „The Sweeper“ wie so viele Actionstreifen der 80er und 90er, so etwa der alte Freund, der sich als Schurke entpuppt, aber ich mag diese klassischen, handgemachten Haudrauf-Sachen mit vielen Schießereien, Explosionen und durch die Gegend fliegenden Menschen nun mal. Und Dolph Lundgren geht bei allen Limitierungen doch immer, nicht wahr? Alter Schwede! Seine Fans werden sich die Blu-ray freudig ins Regal stellen. Für mehr als die einmalige Sichtung reicht es bei mir aber nicht aus, der simple und vorhersehbare Plot gibt nicht viel her, und die Action ist zu wenig mitreißend inszeniert.

Der Minenentschärfer weiß sich zu wehren

Zu einer kritischen Auseinandersetzung mit dem Thema Landminen eignet sich „The Sweeper“ sicher nicht, dafür sei euch eher der dänische Beitrag „Unter dem Sand – Das Versprechen der Freiheit“ von 2015 ans Herz gelegt. Aber diese Intention wäre für einen routiniert abgedrehten Actionfilm auch zu viel verlangt. Mangels Höhepunkten, Originalität und Story eignet sich „The Sweeper“ letztlich in erster Linie für Lundgren-Komplettisten. Aber sind wir das nicht alle?

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Dolph Lundgren sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Doch die Schurken geben nicht klein bei

Veröffentlichung: 23. August 2018 als Blu-ray und DVD

Länge: 97 Min. (Blu-ray), 93 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: keine
Originaltitel: Sweepers
Alter deutscher Titel: The Sweeper – Land Mines
USA 1998
Regie: Keoni Waxman (als Darby Black)
Drehbuch: Kevin Bernhardt
Besetzung: Dolph Lundgren, Bruce Payne, Claire Stansfield, Ian Roberts, Fats Bookholane, Sifiso Maphanga, Ross Preller, Nick Boraine, Cecil Carter, David Dukas, Rowan Southern
Zusatzmaterial: Originaltrailer
Label/Vertrieb: EuroVideo Medien GmbH

Copyright 2018 by Volker Schönenberger
Fotos & Packshot: © 2018 EuroVideo Medien GmbH

 

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Alien Hunter – Auf die Spitze getriebener Etikettenschwindel

Welcome to Willits

Von Simon Kyprianou

Horror // Im englischsprachigen Original heißt der Film „Welcome to Willits“, und dort spielt der Alien-Invasions-Film auch, in diesem beschaulichen Örtchen im Cannabis-geschwängerten Emerald-Dreieck, einer schön bewaldeten Gegend im Norden Kaliforniens. Eine ganze Reihe von Teenagern will dort die Ferien verbringen, zum einen Courtney (Anastasia Baranova), eine Studentin, die aus dem Ort stammt und die Ferien bei ihrem Onkel Brock (Bill Sage) und ihrer Tante Peggy (Sabina Gadecki) verbringt; zum anderen eine Gruppe von Studenten (u. a. Rory Culkin, Garrett Clayton, Chris Zylka), die bei den heißen Quellen in der Nähe kampieren will.

Brock sieht überall Anzeichen einer Alien-Invasion …

Onkel Brock und Tante Peggy haben die Angewohnheit, ab und zu mal Meth zu rauchen. Jahre zuvor hat Brock im Drogenrausch imaginiert, von Außerirdischen entführt zu werden. Seither quälen ihn Träume, in welchen er in der Alien-Welt festsitzt. Er und Peggy verstehen sich als letzte menschliche Bastion im Kampf gegen die feindlichen Invasoren. Und gegen diese Invasoren setzt er sich nur zu gern feindlich zur Wehr. Dumm nur, dass er, wenn er nachts high ist, quasi jeden fremden Menschen als Alien wahrnimmt und ihm die Rübe wegpustet. Das wird im Laufe einer schicksalshaften Nacht, in der die Reisegruppe versehentlich in der Nähe seiner Farm ihre Zelte aufschlägt statt an den heißen Quellen, ungemütlich für die Teenies – und auch für Courtney, die irgendwann begreift, dass ihre Familie durchgedreht ist, und etwas dagegen unternehmen will.

Kein Interesse für die Paranoia des Junkies

„Alien Hunter“ erzählt holprig und von der Anzahl seiner Figuren merklich überfordert den Plot in grauenvoll ungelenken Dialogen. Der Film interessiert sich nicht wirklich für Brock, der in seiner Paranoia und der Isolation, in die er sich hineinmanövriert, eine potenziell interessante Figur wäre, wie beispielsweise die ähnlich angelegten Figuren in William Friedkins „Bug“. Regisseur Trevor Ryan, der hier seinen ersten Langfilm inszeniert, geht lieber dem schlecht erzählten Plot nach und dezimiert nach und nach die Jugendlichen.

… gegen die er sich mit Gewalt verteidigt

Es ist ein freudlos schlechter Film, der sich nichts und niemandem hingeben will, nicht der potenziell schön cheesigen Lovestory, die er inszeniert, nicht der Figur des paranoiden Drogis, nicht Splatter-Effekten die er unelegant andeutet, nur um sie dann doch zu umgehen, alles Sachen die den Film vielleicht nicht gut, aber wenigstens freudvoll machen würden.

Dolph Lundgren läuft kurz durchs Bild

Ach ja, Dolph Lundgren ist für zwei Minuten zu sehen, als TV-Cop Derek in einer Serie die Brock im Fernsehen schaut, in unzusammenhängenden Szenen, in denen er Verdächtige verprügelt. Die deutsche Titelschöpfung „Alien Hunter“ setzt den Film in die Nähe zu Lundgrens „The Demon Hunter“, was aber ebenso in die Irre führt wie die an die deutsche Blu-ray von „Arrival“ erinnernde Gestaltung des Covers. Die Alienfratze im Hintergrund vervollständigt diesen Etikettenschwindel. Insgesamt ist „Alien Hunter“ leider eine zähe, freudlose Angelegenheit.

Darunter leidet auch Courtney …

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Dolph Lundgren sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

… vor allem aber all jene, die seiner Hütte zu nahe kommen

Veröffentlichung: 7. Juni 2018 als Blu-ray und DVD

Länge: 84 Min. (Blu-ray), 81 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Welcome to Willits
USA 2016
Regie: Trevor Ryan
Drehbuch: Tim Ryan
Besetzung: Bill Sage, Chris Zylka, Anastasia Baranova, Sabina Gadecki, Garrett Clayton, Thomas Dekker, Karrueche Tran, Keelin Woodell, Rory Culkin, Dolph Lundgren
Zusatzmaterial: Trailer, Trailershow, Wendecover
Vertrieb: Tiberius Film

Copyright 2018 by Simon Kyprianou
Fotos & Packshot: © 2018 Tiberius Film

 
 

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