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The Rezort – Willkommen auf Dead Island: Zombies als Touristenziel(-scheibe)

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The Rezort

Von Volker Schönenberger

Horror-Action // Zwei Milliarden Tote hat die Zombie-Apokalypse gefordert, die zehn Jahre zuvor die Erde heimgesucht hat. Nun hat sich die Menschheit aufgerappelt und mit vereinten Kräften den Wiederaufbau hingekriegt. Mit dem „Brimstone-Protokoll“ hat man die Heerscharen an Untoten bezwungen – Massenbombardements, denen zwangsläufig auch Nicht-Infizierte zum Opfer gefallen sind. Verbleibende Zombies hat ein Konzern auf einer paradiesischen Insel zusammengepfercht; aus ihnen hat er Attraktionen für schießwütige Touristen gemacht, die dort für viel Geld einen Aufenthalt buchen, um auf die Jagd zu gehen. Denn, wie Managerin Valerie Wilton (Claire Goose) beim Auftaktabend der aktuellen Ankömmlinge verkündet: Die Untoten hatten ihren Spaß, jetzt sind wir dran. Wir hier im Rezort glauben nämlich daran, dass jede Apokalypse eine Aftershow-Party verdient.

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Lewis und Melanie starten mit Trockenübungen am Schießstand

Regisseur Steve Barker hat zuvor immerhin die Nazi-Zombiefilme „Outpost“ (2008) und „Outpost – Black Sun“ (2012) inszeniert, die bei Genrefans recht beliebt sind. Mit „The Rezort – Willkommen auf Dead Island“ hat er ein Untoten-Abenteuer gedreht, das einmal mehr zeigt, wie schnell Menschen im Angesicht verwesender Zeitgenossen verrohen. Manche der Touristen wollen Vergeltung, letztlich geht es ihnen allen aber doch nur darum, Bleigeschosse in wehrlose Körper zu pumpen – natürlich ohne Risiko, ist ja klar. Im Häuserkampf sind die Zombies angekettet, in freier Wildbahn weit entfernte Ziele, die man unbesorgt aufs Korn nehmen kann.

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Dann heißt es Aufbruch ins Vergnügen

Für die Touristen, darunter der zurückhaltende Einzelgänger Archer (Dougray Scott), das Pärchen Melanie und Lewis (Jessica De Gouw, Martin McCann) und ein paar aufgeregte Jungspunde, beginnt ein anfangs harmloses Vergnügen, das schnell zum Kampf ums nackte Überleben wird: Ein Computervirus legt das ausgeklügelte Sicherheitssystem der Insel lahm, die Zombies werden freigesetzt und finden schnell leichte Beute. Und die Zeit läuft den verbliebenen Flüchtlingen davon, denn der Insel droht das Brimstone-Protokoll.

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Wie unfair: Zombies aus der Ferne abknallen

Keine schlechte Idee, die „Jurassic Park“-Prämisse mit Zombies umzusetzen. Das ist natürlich auch der einzig wirklich originelle Aspekt von „The Rezort – Willkommen auf Dead Island“. Ansonsten folgt der Film den bekannten Pfaden des Untotengenres, das aber immerhin versiert. Die blutrünstigen Kreaturen sind hübsch anzuschauen und sterben in der Regel durch gezielte Kopfschüsse, die meist am Computer visualisiert worden sind. Aber es kommen auch handgemachte Make-up-Effekte zum Einsatz. Da beides ansprechend umgesetzt worden ist, wird dem geneigten Fan somit einiges geboten.

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Doch dann wird der Spieß umgedreht

Die Protagonisten sind einigermaßen holzschnittartig gezeichnet – hier ein Feigling, da ein aufopferungsvoller Kerl, dort tumbe Gestalten, die in erster Linie als Opfer taugen. Solche etwas leichtfertig ins Drehbuch geschriebenen Gruppenkonstellationen kennt man zur Genüge. Das sehen wir bei Horror-Action selten durchdachter, es stört nicht weiter. Das anständige Produktionsdesign und das originelle Setting heben den launigen Film aber doch zumindest ein wenig über das Gros der Billigproduktionen, die uns nach wie vor mit Zombies überschwemmen.

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Flucht erscheint als sinnvolle Alternative

Die Außenaufnahmen entstanden auf Mallorca. So lässt sich „The Rezort – Willkommen auf Dead Island“ etwas augenzwinkernd auch als bissiger Kommentar auf die Touristenströme der Baleareninsel interpretieren. Man kann sich am Ballermann ja durchaus wie unter Zombies vorkommen.

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Archer wehrt sich

Veröffentlichung: 16. September 2016 als Blu-ray und DVD

Länge: 91 Min. (Blu-ray), 87 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: The Rezort
GB/SP/BEL 2015
Regie: Steve Barker
Drehbuch: Paul Gerstenberger
Besetzung: Dougray Scott, Jessica De Gouw, Martin McCann, Richard Laing, Jassa Ahluwalia, Claire Goose, Robert Firth, Jamie Ward
Zusatzmaterial: Behind the Scenes, Die visuellen Effekte, deutscher Trailer, Originaltrailer, Trailershow, Wendecover, Vertikalschuber
Vertrieb: Ascot Elite Home Entertainment

Copyright 2016 by Volker Schönenberger
Fotos, Packshot & Trailer: © 2016 Ascot Elite Home Entertainment

 
 

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The Vatican Tapes – Lächerlicher Exorzismus

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The Vatican Tapes

Kinostart: 30. Juli 2015

Gastrezension von Simon Kyprianou

Horror // Angela Holmes (Olivia Taylor Dudley) ist von einem Dämon besessen. Zuerst landet sie in der Nevenheilanstalt, die sie bald auf den Kopf stellt. Dann versuchen ihr Vater Roger (Dougray Scott) und der Priester Lozano (Michael Peña) einen Exorzismus.

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Ist Angela besessen?

„The Vatican Tapes“ funktioniert als herausragendes Beispiel für die Krise, in der das Horrorkino zurzeit steckt: schnell und billig in der Produktion und dadurch mühelos imstande, Gewinn abzuwerfen. Der Found-Footage-Stil ist nur formale Spielerei, wird inhaltlich nicht begründet. Ein Bewusstsein für die Figuren sucht man vergebens. Auch Angst und Schrecken löst der Film nicht aus. „Vatican Tapes“ ist nur interessiert am schnellen Erschrecken. Hier ein Jump Scare, dort ein lautes Dröhnen, mehr ist nicht zu finden. Um den Schlaf bringen wird das keinen Zuschauer.

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Ihr Vater Roger ist besorgt

Regisseur Mark Neveldine ist ja grundsätzlich ein durchaus interessanter Filmemacher, hat zusammen mit Brian Taylor aus den beiden „Crank“-Filmen mit Jason Statham und „Gamer“ mit Gerard Butler hochkinetisches Bewegungskino gemacht, das durchaus seinen Reiz hat. Vielleicht sollte man ihm raten: Schuster, bleib bei deinen Action-Leisten! „The Vatican Tapes“ ist hässliches, schlechtes und einfach grundfalsches Kino. Unbeholfen und ohne jede sinnliche Qualität inszeniert, dafür mit einem erzkonservativ katholischen Gestus versehen, gleitet Neveldine der Exorzismus ab in die Lächerlichkeit.

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Vater Lozano will der jungen Frau helfen

Michael Paré bei „Die Nacht der lebenden Texte“:

Das Philadelphia Experiment (1984)
Straßen in Flammen (1984)
Moon 44 (1990)
Bone Tomahawk (2015)
The Good, the Bad and the Dead (2015)
The Vatican Tapes (2015)
Abattoir – Er erwartet dich! (2016)

Länge: 91 Min.
Altersfreigabe: FSK 16
Originaltitel: The Vatican Tapes
USA 2015
Regie: Mark Neveldine
Drehbuch: Christopher Borrelli, Michael C. Martin
Besetzung: Olivia Taylor Dudley, Michael Peña, Dougray Scott, Kathleen Robertson, Djimon Hounsou, Michael Paré, Noemi Gonzalez
Verleih: Universum Film / 24 Bilder

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Angela küsst das Kreuz – ein gutes Zeichen?

Copyright 2015 by Simon Kyprianou
Filmplakat & Fotos: © 2015 Universum Film / 24 Bilder

 

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96 Hours – Taken 3: Liam Neeson auf der Flucht

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Taken 3

Von Andreas Eckenfels

Actionthriller // Darüber, dass Liam Neeson noch im hohen Alter zum Actionstar mutiert ist, wurde schon genügend geschrieben. Übersehen wird allerdings dabei häufig, dass Neeson eigentlich schon seit 1999 regelmäßig mit Laserschwertern („Star Wars: Episode 1 – Die dunkle Bedrohung“), Schwertern („Königreich der Himmel“) oder Pistolen („Das A-Team“) hantiert. Dabei hat er durchaus große Vorbilder: Auch andere Charakterdarsteller wie Clint Eastwood („Rookie – Der Anfänger“ mit 60 Jahren) oder Charles Bronson („Death Wish V“ mit 74 Jahren) haben actionmäßig auch noch spät auf die Pauke gehauen.

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Mills ist auf der Flucht und muss seine Unschuld beweisen

Mehr Gage, mehr „Taken“!

Schon nach „96 Hours: Taken 2“ konnte sich Liam Neeson eigentlich keine Fortsetzung mehr vorstellen. Zudem hatte er mit „Non-Stop“ einen weiteren Action-Reißer gedreht, der ebenfalls unter dem „Taken“-Siegel hätte laufen können. Doch eine Gage von 20 Millionen US-Dollar – fünf Millionen mehr als für Teil 2 und 15 Millionen mehr als für den brillanten Erstling – überzeugte ihn, noch einmal den Ex-Top-Agenten Bryan Mills zu verkörpern. Produzent Luc Besson überredete auch Famke Janssen und Maggie Grace, erneut als Mills Ex-Frau Lenore bzw. als Tochter Kim dabei zu sein. Auf dem Registuhl nahm Olivier Megaton Platz, der auch schon den mäßigen zweiten Teil inszeniert hatte.

Mills macht’s wie Dr. Kimble

Die grelle Hochglanz-Optik hat sich im französischen Actionkino spätestens seit der ebenfalls von Luc Besson produzierten „Transporter“-Reihe etabliert. Auch hier inszenierte Megaton den dritten Teil mit Jason Statham am Steuer. So weiß man auch, was einen in „Taken 3“ erwartet: Explosionen, Schlägereien, Schießereien, Verfolgungsjagden, schicke Autos und eine schnell heruntergeschriebene Story: Mills wird fälschlichweise des Mordes an Lenore beschuldigt. Auf der Flucht vor dem hartnäckigen Polizeiinspektor Dotzler (Forest Whitaker) sucht er nach den Tätern, die, wie er bald herausfindet, der russischen Mafia angehören. Doch wer hat ihn eigentlich in diese Bredouille gebracht?

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Cop Dotzler ist ihm dicht auf den Fersen

Das hier veranstaltete Schnittmassaker hilft Neeson gewaltig, seine schwindende Agilität zu vertuschen. In den Nahkämpfen wirken seine gezielten Schläge so leicht und locker, dass er jeden noch so jugendhaften Widersacher in seine Schranken verweisen kann. Für den schnellen Action-Genuss zwischendurch ist das in Ordnung, aber man sollte nicht viel mehr als formelhafte Figuren und ein paar nette Stunts erwarten, etwa, wenn ein Polizeiauto in vollem Tempo einen Fahrstuhlschacht herunterkracht.

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Mills weiht Tochter Kim in seinen Plan ein

Dem gemeinsamen Charisma von Liam Neeson und Forest Whitaker ist es geschuldet, dass man wenigstens ein wenig mehr mitfiebert als in Teil 2, auch wenn die Story teils wieder merkwürdige Haken schlägt. Dafür kennt man nach drei Filmen die Eigenarten der einzelnen Familienmitglieder bestens. Wenn Mills seiner Tochter einen übergroßen Plüschhasen zum Geburtstag schenkt, ist dies natürlich absolut kitschig, geht aber irgendwie doch ans Herz des Actionfans. Und auch seine alten Kameraden dürfen nicht fehlen und unterstützen ihren Freund wieder in schweren Zeiten.

Mehr Mills? Nein, danke!

Einen vierten „Taken“-Teil wird es hoffentlich nicht mehr geben. Das fällt allerdings etwas schwer zu glauben, wenn man betrachtet, dass die lukrative Trilogie weltweit inzwischen 928 Millionen US-Dollar eingespielt hat. Versteht mich nicht falsch: Neeson darf gern weiter Actionheld sein. Zuletzt war er klasse in „Run All Night“, aber das Konzept von „96 Hours – Taken“ und die Geschichte von Mills waren eigentlich schon nach dem ersten Teil auserzählt.

Sechs Minuten mehr? Ist ok!

Universum Film spendiert uns freudigerweise den etwa sechs Minuten längeren Extended Cut. Im Gegensatz zur Kinofassung gibt es ein bisschen mehr CGI-Blut zu sehen und es darf auch etwas mehr geflucht werden. Obwohl die Laufzeit für einen Actionfilm ohne große Story schon in der Kinofassung üppig ist, wirken sich die Erweiterungen nicht negativ auf die Gesamthandlung aus.

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Warum haben es die Russen auf Mills abgesehen?

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Liam Neeson und/oder Forest Whitaker sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Veröffentlichung: 29. Mai 2015 als Blu-ray und DVD (auch als „Taken“-Trilogie mit den beiden Vorgängern)

Länge: 115 Min. (Blu-ray), 110 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte
Originaltitel: Taken 3
F 2014
Regie: Olivier Megaton
Drehbuch: Luc Besson, Robert Mark Kamen
Besetzung: Liam Neeson, Maggie Grace, Famke Janssen, Dougray Scott, Forest Whitaker, Sam Spruell, Don Harvey
Zusatzmaterial: Featurettes, Fun Clips, Interviews, Sams Geheimversteck, Entfallene Szenen
Vertrieb: Universum Film

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Copyright 2015 by Andreas Eckenfels
Fotos & Packshots: © 2015 Universum Film

 

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