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Horror für Halloween (XIII): Tesis – Faszination des Grauens: Auf den Spuren des Snuff-Filmers

Tesis

Von Simon Kyprianou

Horrorthriller // Die Filmstudentin Angela (Ana Torrent) will ihre Abschlussarbeit über das Thema Gewalt im Film schreiben. Dazu recherchiert sie im Fundus ihrer Hochschule. Bei ihrer Suche findet sie Videos realer Tötungen einiger ihrer Kommilitoninnen – sogenannte Snuff-Filme. Zunächst schockiert, beschließt sie dann aber doch, sich mit ihren Freunden (Fele Martínez, Eduardo Noriega) auf die Suche nach dem Filmemacher hinter den Mord-Videos zu machen.

Wird hier etwa ein echter Mord gezeigt?

Es gibt viele Filme, die über die verführerische Gefahr des Kinos erzählen, Horrorfilme vornehmlich, vom Hitchcock-Thriller „Das Fenster zum Hof“ zu „Peeping Tom – Augen der Angst“, von „Poltergeist“ bis zu „The Ring“, in der der Schrecken sogar direkt aus dem Medium auf den Zuschauer zukriecht. Alejandro Amenábars „Tesis – Faszination des Grauens“ erzählt von einem moralischen Dilemma: vom Unwohlsein dem Kino gegenüber, das ja immer fremde Leben abbildet und oft auch Gewalt, deren Faszination uns stets verunsichert, deren Moralität wir immer zu konstituieren versuchen, ohne dabei eine voyeuristische Schaulust, ein Gefallen an Akten der Zerstörung von Körpern – oder auch von Seelen – gänzlich verleugnen zu können. In diesem Gefühl des Unwohlseins, das in der Beschäftigung mit dem Medium zurückbleibt, findet Amenábars Horrorthriller statt, passenderweise an einer Filmakademie. „Tesis – Faszination des Grauens“ endet auch mit einem Gefühl der Verunsicherung, wie auch in der Beschäftigung mit dem Medium, lässt es sich nicht auflösen.

Zusammen mit ihren Freunden will Angela den Täter aufspüren

Amenábar ist hervorragend darin, Stimmungen zu erzeugen. In seinen beiden Folgefilmen „Virtual Nightmare – Open Your Eyes“ (1997) und „The Others“ (2001) mit Nicole Kidman lässt sich das sehr schön sehen, aber auch in „Tesis – Faszination des Grauens“ kann man bereits bestaunen, wie scheinbar mühelos der Filmemacher in seinem ersten Langfilm mit Stimmungen arbeitet und Spannung herstellt. „Tesis – Faszination des Grauens“ ist sehr effizient inszeniert, lässt aber manchmal in der Inszenierung die Distanz zu seinem Sujet vermissen – der Gewalt, dem Horrorkino – die inhaltlich ja gerade von zentraler Bedeutung ist, hier wäre mehr Kongruenz zwischen Form und Inhalt wünschenswert gewesen. Trotzdem ist Amenábars Horrorthriller uneingeschränkt empfehlenswert, in der üppigen neuen Blu-ray-Veröffentlichung vom Dezember 2017 lässt er sich wunderbar (wieder-)entdecken. Welche spanischen Horrorfilme könnt Ihr empfehlen?

Dabei gerät sie selbst in Gefahr

Veröffentlichung: 1. Dezember 2017 als 4-Disc Limited Deluxe Edition Mediabook (Blu-ray & 2 DVDs sowie Soundtrack-CD, 3 einzeln nummerierte Covermotive à 333, 666 und 444 Exemplare), 1. Dezember 2006 und 22. April 2003 als DVD

Länge: 124 Min. (Blu-ray), 120 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Spanisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Tesis
Alternativtitel: Tesis – Der Snuff Film
Internationaler Titel: Thesis
SP 1996
Regie: Alejandro Amenábar
Drehbuch: Alejandro Amenábar
Besetzung: Ana Torrent, Fele Martínez, Eduardo Noriega, Xabier Elorriaga, Miguel Picazo, Nieves Herranz, Rosa Campillo, Paco Hernández, Rosa Ávila
Zusatzmaterial: Audiokommentar mit Regisseur Alejandro Amenábar, Audiokommentar mit Prof. Dr. Marcus Stiglegger, Vorwort von Regisseur Alejandro Amenábar, „Touching Death“ (Interview mit Alejandro Amenábar) Kurzfilm „Himenóptero“, Making-of, geschnittene Szenen, deutscher Trailer, Original-Trailer, Teaser, Storyboards, Bildergalerien, Soundtrack-CD mit 19 Tracks, 24-seitiges Booklet mit einem Text von David Renske

Label/Vertrieb 2017: Wicked-Vision Media
Label/Vertrieb 2006: VPS/Sunrise
Label/Vertrieb 2003: Laser Paradise

Copyright 2018 by Simon Kyprianou

Fotos & Packshots: © 2017 Wicked-Vision Media

 

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Verlieb dich nicht in mich – Wenn das so einfach wäre …

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Nuestros amantes

Von Volker Schönenberger

Liebeskomödie // Du gefällst mir. Bei welchem Kerl ginge das nicht runter wie Öl, würde er es von einer schönen Unbekannten zu hören bekommen, die sich gerade im Bistro an seinen Tisch gesetzt hat? Genau das passiert dem Drehbuchautor Carlos (Eduardo Noriega) mit Irene (Michelle Jenner), die ein freches Spiel mit ihm spielen will: Beide sollen darauf verzichten, etwas über einander herauszufinden. Kontaktaufnahme im Internet und per Telefon ist verboten. Nicht einmal ihre Namen tauschen die beiden aus. Aber die Idee ist schon, dass wir uns nochmal treffen? So fragt Carlos etwas ungläubig. Das bejaht Irene, gibt ihm aber auch die wichtigste Regel mit auf den Weg: Egal was passiert: Verliebe dich nicht in mich! Hemmungsloses Lügen hingegen ist erlaubt, und so lassen die beiden bei weiteren Treffen die Fantasie spielen – bis ihnen die Wahrheit und die Liebe in die Quere kommen.

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Für Irene und …

Gar nicht so einfach, die richtige Schublade für „Verlieb dich nicht in mich“ zu öffnen. Das Cover lässt vermuten, dass es sich um eine Liebeskomödie, wahlweise Romantikkomödie handelt, und das ist es an sich auch. Die dafür nötige Leichtfüßigkeit wird aber im Verlauf der Geschichte durch eine gewisse Schwere ersetzt: Carlos und Irene haben beide ihre gerade zerbrochenen vorherigen Beziehungen überhaupt noch nicht überwunden. Dazu passt natürlich die Spielregel, dass Verlieben verboten ist, aber beide hadern mit dem Schmerz des Verlustes, während sie sich zu dem neuen Menschen in ihrem Leben hingezogen fühlen. Für ein Drama ist der Film dann aber doch zu heiter. Melodram passt auch nicht so recht, also belassen wir es bei Liebeskomödie.

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… Carlos gilt:

Mit Eduardo Noriega („Die Schöne und das Biest“) und Michelle Jenner („Julieta“) hat Regisseur Miguel Ángel Lamata sympathische Hauptdarsteller aufgeboten, die „Verlieb dich nicht in mich“ zwangsläufig zu zweit tragen müssen. Das gelingt ihnen mühelos. Dass die beiden Hauptfiguren den vorherigen Partnern nachtrauern, nimmt phasenweise etwas überhand, einige unvorhergesehene Wendungen federn das glücklicherweise ab. Glaubwürdigkeit ist da nicht unbedingt Trumpf, aber die spanische Produktion löst das eleganter als manche Hollywood-Schmonzette.

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„Verlieb dich nicht in mich!“

Als skurriler Sidekick fungiert Carlos‘ Kumpel Cristobal (Fele Martínez), der mit dem Gewehr angeln geht, einige Weisheiten zum Besten gibt und gegen Ende auch noch eine Überraschung für Carlos aus dem Hut zaubert. Zwischendurch tauchen auch die Verflossenen von Irene und Carlos auf und bringen die Gefühlswelt der beiden gehörig durcheinander. „Verlieb dich nicht in mich“ ist ein sonnig-romantisches Liebesflirren, das nicht unbedingt ewig im Gedächtnis bleiben wird, aber Freude macht.

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Guter Kumpel: Cristobal (l.) hat Carlos bei sich aufgenommen

Veröffentlichung: 30. September 2016 als Blu-ray und DVD

Länge: 92 Min.
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Spanisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Nuestros amantes
SP 2016
Regie: Miguel Ángel Lamata
Drehbuch: Miguel Ángel Lamata
Besetzung: Eduardo Noriega, Michelle Jenner, Fele Martínez, Amaia Salamanca, Gabino Diego
Zusatzmaterial: Originaltrailer, Trailershow, Wendecover
Vertrieb: Pandastorm Pictures

Copyright 2016 by Volker Schönenberger
Fotos & Packshot: © 2016 Pandastorm Pictures

 

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