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Fear Comes Home – Wer bleibt am Leben? Die Letzten von uns

The Mansion

Von Lucas Gröning

SF-Horror // Im Jahr 2013 brachte Videospielentwickler Naughty Dog das bis heute gefeierte Action-Adventure und Survival-Horror-Spiel “The Last of Us” heraus. Nach Durchschnittswertungen diverser Magazine und Online-Angebote zu schließen, gilt das Spiel qualitativ mindestens als eines der besten des vergangenen Jahrzehnts. Es war auch in puncto Verkaufszahlen ein Hit. Thematisch befasst sich das Action-Adventure mit einer in nicht allzu fern liegenden Dystopie, in welcher ein Virus den Großteil der Menschheit infizierte und sie zu Zombie-ähnlichen Kreaturen – sogenannte Clicker – mutieren ließ. Im Zentrum der Handlung steht der vom Spieler gesteuerte Erwachsene Joel, der den Auftrag bekommt, die junge Ellie aus Boston (oder besser gesagt dem, was von Boston übrig geblieben ist) nach draußen in ein Camp der Fireflys zu bringen, einer Widerstandsgruppe gegen das sich inzwischen an der Macht befindende Militär. Warum Ellie so wichtig ist, erfährt Joel zunächst nicht. In der Folge ziehen die beiden durch ein postapokalyptisches und vor Gefahren strotzendes Amerika.

Doku über Obama-Wahlkampf in den Südstaaten

Ebenfalls 2013 erschien ein Film, der in einigen Punkten erstaunliche Paralellen zu „The Last of Us“ aufweist und welchen nun, wenige Monate vor dem Release der Fortsetzung zu Naughty Dogs Erfolgsspiel, Tiberius Film fürs Heimkino veröffentlicht. Die Rede ist von „Fear Comes Home – Wer bleibt am Leben?“, inszeniert von Andrew Robertson. Es handelt sich um seine zweite Regiearbeit, zuvor hatte er 2009 „The Battle for Georgia“ inszeniert – die Dokumentation zeigt die Anstrengungen einer Schar Wahlkampf-Freiwilliger für Barack Obama in den letzten Wochen der US-Präsidentschaftswahl 2008 in der Südstaaten-Provinz von Georgia. Als Regisseur arbeitete Robertson seit 2013 bislang nur ein weiteres Mal: für eine Episode der Fernsehdokumentation „The Food Flirts“ (2018).

Zufluchtsort und Gefängnis zugleich: Das Haus von Jacks Familie

Die Geschichte des Films ist schnell erzählt: Vor einigen Jahren hat ein Virus einen Großteil der Menschheit ausgerottet, die Überlebenden kämpfen seitdem um die knappen Ressourcen. Im Zentrum der Handlung steht eine Familie, bestehend aus Vater Jack (Carter Roy), Mutter Nell (Amy Rutberg) und Tochter Birdie (Eva Grace Kellner), die sich in einem von dichtem Gehölz und einem Metallzaun umringten Haus befinden und versuchen, das Beste aus der Situation zu machen. Außer den dreien befindet sich außerdem der ältere Kyle (Chris Kies) in der Behausung, welchen die Familie vor einiger Zeit aufgenommen hat. Derweil streift die Bande des brutalen Rez (Travis Grant) rücksichtslos durchs Land, plündert die Ressourcen anderer Menschen und tötet diese mit äußerster Brutalität. Einer Brutalität und Rücksichtslosigkeit, die zu viel für das Gemüt des Gangmitglieds Russell (Sebastian Beacon) ist, der flieht und fortan von seinen ehemaligen Kumpanen gejagt wird. Als Russell vor der Tür der eingangs erwähnten Familie auftaucht, scheint eine Konfrontation mit der Bande von Rez unausweichlich.

Eine Referenz jagt die nächste

Die Paralellen zu „The Last of Us“ sind schon auf der Handlungsebene zu erkennen: ein alles zerstörender Virus, ein Vater und eine Tochter sowie böse Gangs, die durch die postapokalyptische Welt ziehen. Das allein reicht für einen Vergleich natürlich nicht aus, ähnliche Endzeit-Plots gibt es ja zuhauf. Die Paralellen gehen jedoch noch weiter. So ähnelt beispielsweise Jack frappierend dem „The Last of Us“-Protagonisten Joel. Das gilt nicht nur für Frisur und Bart, sondern auch für die Kleidung der beiden. Hinzu kommt, dass im Film zum Beispiel auch gezeigt wird, wie Jack eine Gasmaske aufsetzt, um sich in unbekanntem Gebiet nicht mit dem Virus zu infizieren, und Schränke und Schubfächer in leeren Häusern nach Ressourcen oder Medikamenten durchsucht – ein essenzieller Bestandteil des Spielprinzips von „The Last of Us“. Da beide Produkte im Jahr 2013 erschienen sind, ist es natürlich schwer nachweisbar, dass sich eines der Werke beim jeweils anderen bedient hat. Die Tatsache, dass Naughty Dog 2013 allerdings bereits ein etabliertes Entwicklerstudio war – man denke an die Reihen „Crash Bandicoot“ (seit 1996) und „Uncharted“ (2007–2017) – sowie der Punkt, dass es bereits im Vorfeld Spielszenen aus „The Last of Us“ gab, legen einen Vergleich jedoch nahe.

Russell (l.) spielt mit dem Gedanken, die Bande von Rez (r.) zu verlassen

Auch bei anderen Werken bediente sich „Fear Comes Home – Wer bleibt am Leben?“ fleißig. Die Musik erinnert sehr stark an jene aus John Carpenters „Das Ding aus einer anderen Welt“ (1982) und das vom Metallzaun eingeschlossene Fort verweist teilweise auf die Festung in der dritten Staffel der Fernsehserie „The Walking Dead“ (2013), genauso wie einige Establishing Shots, die direkt aus dem Intro der AMC-Serie stammen könnten. Der Film referenziert also jede Menge anderer Werke und zieht sich dabei durchaus interessante Aspekte heraus. Erreichen tut er dabei keines der angesprochenen Vorbilder, was jedoch nicht heißen soll, dass es sich bei „Fear Comes Home – Wer bleibt am Leben?“ um einen katastrophalen Film handelt.

Licht und Schatten

Gerade die erste Hälfte des Films ist durchaus sehenswert. Hier wird uns eine sehr enge, verlassene Welt präsentiert, in der sich die Figuren der Familie nur äußerst selten aus der Sicherheit der Hütte und des Zaunes trauen. Zu groß ist die Angst vor dem, was sich hinter den dichten Bäumen verbergen könnte. Im Gegensatz zu beispielsweise „The Last of Us“ und „The Walking Dead“ ist es also nicht das Sichtbare, in Form von Zombies oder Clickern, welches das Unheil in der Welt repräsentiert. Vielmehr sind es das Unbekannte und die Ungewissheit über jene Schrecken, die sich außerhalb der Komfortzone befinden. Und obwohl uns bereits der überaus enge Raum gezeigt wird, in dem sich die Famiie bewegt, erscheint der Wald aufgrund der omnipräsenten Angst vor einer Gefahr noch wesentlich enger, was auch durch die Kamera unterstützt wird, die sich meist sehr nah an den Figuren befindet. Hier zeigt sich den Zuschauenden ein klarer Kontrast zur von Nostalgie und familiärem Zusammensein geprägten Idylle, die uns in den vier Wänden des Hauses gezeigt wird, denn obwohl es von dort kein Entkommen zu geben scheint, präsentiert uns der Film damit auch eine romantische Vorstellung, die mit dem Zusammenbrechen von etwas Etablierten und dem Beginn von etwas Neuem einhergehen kann.

Die zweite Hälfte flacht ab

Die zweite Hälfte der Erzählung schafft es leider nicht, an die atmosphärisch ansprechende erste anzuknüpfen. Dass die Protagonisten das Hauses verlassen müssen, zwingt den Regisseur Robertson dazu, uns auch über die bekannten Bilder hinaus eine stimmige Welt zu präsentieren, woran er scheitert. Es zeigen sich uns sehr generisch anmutende Wälder, Straßen, Fabrikgebäude und andere Orte, die lieblos gestaltet und aufgenommen wurden. Als größten Kritikpunkt möchte ich hier die Ereignislosigkeit nennen. War diese in den ersten knapp 45 Minuten noch ein Prinzip des Films, sodass man sich voll und ganz auf die Gestaltung der kleinen, aber durchaus charmanten Welt konzentrieren konnte, wird sie in der zweiten Hälfte zum Problem. Wir sehen die Personen lediglich durch das Land streifen, einige wenige Konflikte lösen sich ohne weitere Probleme schnell auf. Die gefährliche Bedrohung, die man zu Beginn hinter den Bäumen nur erahnen konnte, erfüllt so leider nicht die aufgebauten Erwartungen, sodass hier viel Potenzial verschwendet wurde. Auch die sich in der ersten Hälfte andeutenden Spannungen zwischen den Menschen verlaufen leider im Sand. Es wirkt ein wenig, als habe man nur für den ersten Teil des Films ein Drehbuch geschrieben und musste sich dann irgendwie überlegen, wie man die Geschichte einigermaßen schnell und sinnig zu Ende bringt. Ein spannend erzählter und intelligenter Film kommt daher leider nicht heraus. Somit bleibt ein durchaus unterhaltsames, ansprechend gestaltetes B-Movie, das mit Verlauf der Handlung jedoch deutlich abbaut.

Bald kommt es zu Konfrontationen

Veröffentlichung: 7. Mai 2020 als Blu-ray und DVD

Länge: 80 Min. (Blu-ray), 77 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: The Mansion
Alternativtitel: Refuge
USA 2013
Regie: Andrew Robertson
Drehbuch: Lilly Kanso, Andrew Robertson
Besetzung: Carter Roy, Amy Rutberg, Eva Grace Kellner, Chris Kies, Sebastian Beacon, Travis Grant, Reed Pendergrass, Sam Smith, Vincent Gandolfi
Zusatzmaterial: Trailer, Trailershow
Label: Tiberius Film
Vertrieb: Sony Pictures Entertainment

Copyright 2020 by Lucas Gröning
Szenenfotos & Packshot: © 2020 Tiberius Film

 

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Gewinnspiel: 1 x Brain Slasher auf Blu-ray

Verlosung

In einer Welt nach einem Atomkrieg wird eine junge Frau aus der falschen Bequemlichkeit einer virtuellen Realität ins gefahrvolle Leben im Ödland katapultiert, wo sie alsbald auf kannibalistische Mutanten trifft. „Brain Slasher“ („Mindwarp“, 1991) mit Bruce Campbell und Angus Scrimm ist 2018 vom Index geflogen und kürzlich von Sony Pictures Entertainment auf Blu-ray und DVD veröffentlicht worden. Das Label hat uns eine Blu-ray zum Verlosen zur Verfügung gestellt. Dafür herzlichen Dank im Namen der kommenden Gewinnerin oder des kommenden Gewinners.

Teilnahmebedingungen

Zwar bringt es mir Spaß, Filme unter die Leute zu bringen, weil sich die überwältigende Mehrzahl der Gewinnerinnen und Gewinner aufrichtig freut und höflich bedankt. Dennoch geht der Versand etwas ins Geld, zumal „Die Nacht der lebenden Texte“ nach wie vor keinen Cent Ertrag abwirft (die unten ab und zu eingeblendete Werbung schaltet WordPress). Daher: Auf völlig freiwilliger Basis darf mir jede/r Gewinner/in gern anbieten, das Porto in Höhe von 1,55 Euro zu übernehmen – oder höher beim Wunsch nach versichertem Versand. Gebt mir das aber bitte nicht schon im Kommentar mit eurer Antwort bekannt, sondern erst im Gewinnfalle. Ich will nicht in Verdacht geraten, die Sieger danach zuzuteilen.

Zwecks Teilnahme am Gewinnspiel begebt Ihr euch zu meiner Rezension des Films und beantwortet dort (also nicht hier unter dem Gewinnspiel) bis Sonntag, 17. Mai 2020, 22 Uhr, im Kommentarfeld die Frage im letzten Absatz des Textes.

Seid Ihr dazu nicht in der Lage, so schreibt das einfach hin. Alle veröffentlichten Antworten landen im Lostopf. Nicht verzweifeln, wenn Ihr euren Kommentar nicht sogleich erblickt – aus Sicherheitsgründen schalten wir ihn erst frei. Das ist aber Formsache.

Folgt „Die Nacht der lebenden Texte“!

Wollt Ihr kein Gewinnspiel und keine Rezension verpassen? Folgt „Die Nacht der lebenden Texte“! Entweder dem Blog direkt (in der rechten Menüleiste E-Mail-Adresse eintragen und „Folgen“ anklicken) oder unserer Facebook-Seite.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen

Teilnahmeberechtigt sind alle, die eine Versandanschrift innerhalb Deutschlands haben oder bereit sind, die Differenz zum Inlandsporto zu übernehmen. Ich benötige obendrein die Zusage, dass die Sendung nicht von Minderjährigen entgegengenommen werden kann. Für Transportverlust übernehme ich keine Haftung (verschicke aber sicher verpackt und korrekt frankiert). Gewinnerinnen oder Gewinner, die sich drei Tage nach meiner zweiten Benachrichtigung nicht gemeldet haben, verlieren den Anspruch auf die Blu-ray. In dem Fall lose ich unter den leer ausgegangenen Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen neuen Namen aus.

Nur eine Teilnahme pro Haushalt. Ich behalte mir vor, Teilnehmerinnen und Teilnehmer nicht für den Lostopf zuzulassen oder ihnen im Gewinnfall nachträglich den Preis abzuerkennen, sofern mir Mehrfachteilnahmen unter Alias-Namen unterkommen. Autorinnen und Autoren von „Die Nacht der lebenden Texte“ sowie deren und meine Familienmitglieder dürfen leider nicht mitmachen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner/innen werde ich im Lauf der Woche nach Ende der Frist bekanntgeben, indem ich diesen Text um einen Absatz ergänze, und sie auch per E-Mail benachrichtigen.

Die Blu-ray geht an Kevin Portz. Herzlichen Glückwunsch! Du wirst benachrichtigt.

Die Rezension von „Brain Slasher“ findet Ihr auch hier.

Copyright 2020 by Volker Schönenberger

 

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Brain Slasher – Ab zu den Endzeit-Kannibalen!

Mindwarp

Von Volker Schönenberger

SF-Horror-Action // Zu den wohl unbeliebtesten Institutionen unter deutschen Horrorfans zählen zweifelsohne die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft und die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (vormals … jugendgefährdende Schriften), zeichnen beide doch dafür verantwortlich, dass etliche gewalthaltige Filme hierzulande nur gekürzt auf den Markt gekommen sind. Eine Zensur, die zum einen laut Grundgesetz doch gar nicht stattfindet und zum anderen unter dem Deckmantel des Jugendschutzes Erwachsene bevormundet. Immerhin ändern sich auch die Sehgewohnheiten der dort tätigen Prüferinnen und Prüfer, was darin Ausdruck findet, dass mittlerweile eine Vielzahl einstmals berüchtigter Horrorfilme vom Index verschwunden sind und eine FSK-Freigabe erhalten haben. Sogar viele auf staatsanwaltlichen Antrag gerichtlich beschlagnahmte Streifen – die Steigerung der Indizierung – konnten in den vergangenen Jahren die Ketten der Zensur abstreifen.

Nach 25 Jahren vom Index herunter

Die Uncut-Fassung von „Brain Slasher“ (1991), Originaltitel „Mindwarp“, hatte 1993 in der Bundesrepublik „nur“ das Schicksal der Indizierung ereilt. Sofern 25 Jahre später keine Folgeindizierung beschlossen wird, fliegt ein Film turnusmäßig nach dem Vierteljahrhundert vom Index, und siehe da: Sie blieb in diesem Fall 2018 aus. Die Neuprüfung durch die FSK ergab eine Freigabe ab 18 Jahren, und so veröffentlichte Namelesse Media die Unrated-Fassung im November 2019 im Mediabook mit Blu-ray und DVD. Für Interessierte, die den vergleichsweise hohen Preis für Mediabooks scheuen, hat Sony wenige Monate später Blu-ray und DVD im herkömmlichen Softcase nachgelegt.

Der System-Operator verfrachtet …

Die Handlung setzt im Jahr 2037 ein. Nach einem globalen Atomkrieg ist die Erde verwüstet. In Biosphären-Reservaten lebende Menschen stehen unter der Kontrolle des Computers „Infinisynth“ und halten sich meist in einer virtuellen Realität auf, die ihnen der Rechner über einen Anschluss in ihrem Nacken vorgaukelt und ihnen ihre Fantasien visualisiert. Die junge Judy (Marta Martin) will sich mit diesem falschen Dasein nicht abfinden. Als es ihr gelingt, in eine Fantasie ihrer Mutter (Mary Becker) einzudringen, um diese dazu zu bringen, ernsthaft mit ihr zu reden, wird der System-Operator (Angus Scrimm) auf sie aufmerksam. Folge: Judy fliegt aus der Biosphäre und landet in einer der Todeszonen der Erde. Dort treiben sich die Crawler herum, degenerierte Mutanten mit kannibalistischen Neigungen. Zum Glück für die junge Frau gibt es auch Stover (Bruce Campbell).

Zwei Horror-Ikonen geben sich die Ehre

Bruce Campbell! Angus Scrimm! Diese beiden Namen reichen vielen Horrorfans schon, um „Brain Slasher“ erfreut der Sammlung einzuverleiben, hat sich Campbell doch im Universum von „Tanz der Teufel“ („Evil Dead“) unsterblich gemacht, während sich Scrimm seinen Status als Tall Man in der Reihe „Das Böse“ („Phantasm“) redlich erarbeitet hat. Sie beide in einem Film zu sehen, wird viele Fans begeistern.

… Judy ins Ödland

Wer bei der Erwähnung kannibalistischer Mutanten eine gehörige Portion Trash vermutet, liegt natürlich richtig. Seine noch sehr von den 80er-Jahren geprägte Entstehung in den frühen 90ern und das schmale Budget kann und will „Brain Slasher“ nicht leugnen, was sich im positiven Sinne bei den praktischen Effekten bemerkbar macht. Das Blut spritzt nach Herzenslust, mit menschlichen Körpern wird inklusive zünftigen Schredderns einiges angestellt. Das macht Freude. Früher war eben nicht alles schlecht!

Mit Überraschungen darf gerechnet werden

Die interessante endzeitliche Science-Fiction-Prämisse wird erwartungsgemäß überhaupt nicht ausgereizt. Über weite Strecken müssen sich Judy und Stover vornehmlich diverser Widersacher erwehren und einem gewissen Obermufti die Stirn bieten, über den ich nicht mehr verraten will, weil der Film in Bezug auf ihn dann doch die eine oder andere Überraschung parat hat. All das geschieht in begrenzten Sets, meist drinnen und insofern ohne optische Kulissen-Schauwerte. Aber dem geneigten Splatter-Freund sind diese ohnehin nicht allzu wichtig.

Dort lauert der Tod an jeder Ecke

Produziert wurde „Brain Slasher“ übrigens von Fangoria, der damals nur kurzlebigen Produktionsfirma der berühmten Horrorfilm-Zeitschrift, die aber seit 2018 wieder Fahrt aufgenommen hat, unter anderem mit „Puppet Master – Das tödlichste Reich“ (2018). Auf dem Regiestuhl von „Brain Slasher“ saß Steve Barnett, dem in dieser Position ebenfalls keine große Karriere beschieden war. Er hat sich immerhin als Production Manager in der Nachproduktion einen Namen gemacht und ist als solcher bis heute für manch große Hollywood-Produktion aktiv, darunter „Alita – Battle Angel“ (2019), „Victor Frankenstein – Genie und Wahnsinn“ (2015) und einige Teile der „Ice Age“-Reihe.

Klassiker? Na ja …

„Brain Slasher“ reißt keine Bäume aus und hat auch nie Klassikerstatus erlangt, höchstens vielleicht bei jenen Horrorfans, die nahezu jeden Film aus der Zeit für einen Klassiker halten; aber der Streifen ist unterhaltsam genug für gut anderthalb launige Stunden mit Chips und Bier, und das endlich frei von Zensurauflagen in sehr guter Bild- und Tonqualität. Welche Endzeit-Spektakel aus dem B- und C-Sektor der 80er- und 90er-Jahre könnt Ihr empfehlen?

Zum Glück gibt es Stover

Veröffentlichung: 12. März 2020 als Blu-ray und DVD, 15. November 2019 als Limited 2-Disc Edition Mediabook (Blu-ray & DVD, 3 Covermotive à 333 Exemplare, eines à 555 Exemplare)

Länge: 96 Min. (Blu-ray), 92 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 18
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Mindwarp
USA 1991
Regie: Steve Barnett
Drehbuch: John Brancato, Michael Ferris (unter dem gemeinsamen Pseudonym Henry Dominick)
Besetzung: Bruce Campbell, Angus Scrimm, Marta Martin (als Marta Alicia), Elizabeth Kent, Mary Becker, Wendy Sandow, Brian Brill, Bekki Vallin, Matt Hensley, Keith Rodenberger
Zusatzmaterial: isolierter Soundtrack, englischer Trailer
Label/Vertrieb 2020: Sony Pictures Entertainment
Label/Vertrieb Mediabooks: Nameless Media

Copyright 2020 by Volker Schönenberger
Szenenfotos & Packshot: © 2020 Sony Pictures Entertainment

 
 

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