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Der schweigsame Fremde – Randolph Scott redet nicht viel

The Stranger Wore a Gun

Von Volker Schönenberger

Western // Die zu Beginn von „Der schweigsame Fremde“ auftretenden „Quantrill’s Raiders“ und ihren Anführer William Clark Quantrill hat es tatsächlich gegeben. Sie zählten zu den sogenannten „Bushwhackers“, Guerilla-Truppen, die während des Amerikanischen Bürgerkriegs (1861–1865) für die Konföderierten kämpften und dabei oft grausam und skrupellos vorgingen.

In Nebenrollen: Ernest Borgnine und Lee Marvin

Einst war der Abenteurer Jeff Travis (Randolph Scott) als Spion für Quantrill tätig. Doch nach dem Massaker von Lawrence sagte er sich von ihnen los und schloss sich den Nordstaaten an. Sein Anteil an dem Blutbad in Kansas holt ihn aber immer wieder ein – auch auf dem Mississippi-Dampfer, den er mit der Glücksspielerin Josie Sullivan (Claire Trevor) betreibt. Im Örtchen Prescott in Arizona gerät er in die dunklen Geschäfte des ruchlosen Jules Mourret (George Macready), den die Gier nach Gold antreibt – er will ein von Jason Conroy (Pierre Watkin) und dessen Tochter Shelby (Joan Weldon) betriebenes Fuhr-Unternehmen um Goldlieferungen erleichtern. Travis legt sich sogleich mit Mourrets Handlangern Dan Kurth (Lee Marvin) und Bull Slager (Ernest Borgnine) an, lässt sich aber dennoch von Mourret anheuern, den er aus seiner Zeit bei Quantrill’s Raiders kennt. Mit dem Mexikaner Degas (Alfonso Bedoya) erscheint bald ein weiterer Schurke als Rivale Mourrets auf der Bildfläche.

Quantrill’s Raiders greifen an

Etwas hölzern wirkt es leider ab und zu, was Randolph Scott („Sacramento“) als schweigsamer Fremder da abliefert. Der die Last einer unrühmlichen Vergangenheit mit sich herumtragende Travis hätte eine etwas differenziertere Darstellung verdient gehabt. So wirkt es etwas fragwürdig, weshalb er sich weiterhin zum Komplizen krimineller Machenschaften macht, der aber natürlich am Ende geläutert wird. Das ist schade, zumal die Story um Gold und Gier in einer kleinen Stadt allemal einen guten Western hergibt. Die noch am Anfang ihrer Karriere stehenden späteren Oscar-Preisträger Lee Marvin („Cat Ballou – Hängen sollst du in Wyoming“) und Ernest Borgnine („Marty“) wenigstens agieren spielfreudig und herrlich unsympathisch. Auch Claire Trevor wertet die Besetzung auf – sie hatte bereits 1949 für John Hustons „Gangster in Key Largo“ einen Oscar als beste Nebendarstellerin gewonnen.

Vom Regisseur von „House of Wax“

Zu den bekanntesten Filmen von André De Toth zählt der 3D-Horrorfilm „Das Kabinett des Professor Bondi“ („House of Wax“, 1953). Der im selben Jahr nur etwas später in die US-Kinos gekommene „Der schweigsame Fremde“ ist einer von sechs Western, die Randolph Scott unter dem Regisseur drehte. „The Stranger Wore a Gun“, so der Originaltitel, kam seinerzeit als einer der ersten Western in 3D ins Kino. Die zwei Jahre auf die explosive-media-DVD folgende Blu-ray verzichtet auf die dritte Dimension. Ein paar Actionsequenzen sieht man an, dass sie mit Blick auf 3D inszeniert worden sind, das stört aber nicht weiter. Die Bildqualität des Technicolor-Films ist mit ein paar kurzen Ausnahmen in Ordnung, ohne zu Begeisterung Anlass zu geben. „Der schweigsame Fremde“ verströmt trotz der Stars B-Movie-Feeling und gehört sicher nicht zum Pflichtprogramm. Westernfans im Allgemeinen und Randolph-Scott-Fans im Besonderen können ein Auge riskieren, ohne sich zu ärgern.

Beim Glücksspiel: Travis und seine Partnerin Josie Sullivan

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Ernest Borgnine und Lee Marvin sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Travis (r.) lässt sich von Mourret anheuern

Veröffentlichung: 7. Dezember 2017 als Blu-ray, 2. Oktober 2015 als DVD

Länge: 82 Min.
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch
Originaltitel: The Stranger Wore a Gun
USA 1953
Regie: André De Toth
Drehbuch: Kenneth Gamet, nach der Kurzgeschichte „Yankee Gold“ von John W. Cunningham
Besetzung: Randolph Scott, Claire Trevor, Joan Weldon, George Macready, Alfonso Bedoya, Lee Marvin, Ernest Borgnine, Pierre Watkin, Joseph Vitale, Clem Bevans
Zusatzmaterial: Bildergalerie, restaurierter US-Kinotrailer, Wendecover
Label: explosive media
Vertrieb: Koch Films (Blu-ray), Al!ve AG (DVD)

Copyright 2018 by Volker Schönenberger
Fotos & Packshot: © 2017 explosive media / Koch Films

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Ernest Borgnine (IV): Geheimcode Wildgänse – Im Dschungel geht’s mal wieder hoch her

Geheimcode Wildgänse

Von Volker Schönenberger

Kriegs-Action // Ernest Borgnine, Lee van Cleef, Klaus Kinski, Lewis Collins – der Schweizer Produzent Erwin C. Dietrich ließ 1984 seine Kontakte spielen, um dem italienischen Regisseur Antonio Margheriti eine gute Besetzung zu bescheren. Bemerkenswert, dass das für einen Film wie „Geheimcode Wildgänse“ möglich war – aber in den 80ern waren sich manche Stars selbst für politisch unkorrekte Söldner-Exploitation nicht zu schade.

Söldner-Einsatz im Goldenen Dreieck

Lewis Collins spielt Captain Robin Wesley, der eine Schar Söldner anführt, darunter Klein (Manfred Lehmann) sowie Arbib (Thomas Danneberg), der nach einer missglückten Übung mit der Folge eines Schwerverletzten nicht gut auf seinen Boss zu sprechen ist. Wesleys Hongkong-Kontaktmänner Walter Brenner (Hartmut Neugebauer) und Charlton (Klaus Kinski) vermitteln den Söldnern einen Auftrag der US-Drogenbehörde DEA, vertreten durch Frank Fletcher (Ernest Borgnine). Es gilt, im Goldenen Dreieck von Indochina den großen Drogenstützpunkt von General Lao Khan (Protacio Dee) zu zerstören. Anfangs läuft alles nach Plan.

Von 1985 bis 2013 befand sich „Geheimcode Wildgänse“ auf dem Index. Nach der Listenstreichung erhielt der Söldner-Actioner in ungeschnittener Form sogar eine Altersfreigabe ab 16 Jahren. Nach heutigen Maßstäben ist das völlig gerechtfertigt. Zwar haben wir es mit selbstzweckhafter Gewalt zu tun, dennoch wirkt alles harmlos genug und nicht angetan, 16-Jährige nachhaltig zu verstören. Die Story dient trotz einiger Wendungen lediglich als Aufhänger, den Zuschauern reichlich Schusswechsel, Explosionen und sonstiges Gemetzel zu präsentieren.

Synchronsprecher als Schauspieler

Eine namhafte Riege deutscher Synchronsprecher tummelt sich in „Geheimcode Wildgänse“ unter den Darstellern: Manfred Lehmann (Stimme u. a. von Bruce Willis, Gérard Depardieu, Dolph Lundgren, Kurt Russell, James Woods), Thomas Danneberg (Arnold Schwarzenegger, Sylvester Stallone, John Travolta), Frank Glaubrecht (Pierce Brosnan, Kevin Costner, Al Pacino), Hartmut Neugebauer (Gene Hackman, John Goodman, Robbie Coltrane) und Wolfgang Pampel (Harrison Ford, Larry Hagman) kennen wir als Stimmen großer Stars. Das Engagement in anspruchsloser Action wie dieser sei ihnen gegönnt. Ob die Gage höher lag als für ihre Sprecher-Jobs? „Geheimcode Wildgänse“ hatte seinen bundesdeutschen Kinostart am 5. Oktober 1984, wenige Wochen später habe ich ihn als Teenager geschaut und war ganz angetan. Bei der erneuten Sichtung habe ich mich ebenfalls gut unterhalten gefühlt, aber richtig toll ist das natürlich nicht. Das Lexikon des internationalen Films findet „Geheimcode Wildgänse“ unerträglich in seinem pausenlosen Gemetzel. Das kann man so sehen, manche Actionfans wird eine solche Verdammung eher anlocken.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von Antonio Margheriti sind in unserer Rubrik Regisseure aufgelistet, Filme mit Ernest Borgnine und Klaus Kinski in der Rubrik Schauspieler.

Veröffentlichung: 2. Dezember 2014 als Teil der „The Ultimate Mercenary Collection“ (6 Blu-rays bzw. DVDs), 13. Mai 2014 als Blu-ray und DVD, 24. Mai 2013 als 2-Disc Mediabook (Blu-ray & DVD, auf 1.000 Exemplare limitiert) in zwei Covervarianten, 1. September 2003 & 6. November 2001 als DVD

Länge: 101 Min. (Blu-ray), 97 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch, Italienisch, Spanisch, Französisch
Untertitel: keine
Originaltitel: Geheimcode Wildgänse
IT/BRD 1984
Regie: Antonio Margheriti (als Anthony M. Dawson)
Drehbuch: Michael Lester
Besetzung: Lewis Collins, Lee van Cleef, Ernest Borgnine, Klaus Kinski, Manfred Lehmann, Mimsy Farmer, Thomas Danneberg, Frank Glaubrecht, Wolfgang Pampel, Hartmut Neugebauer, Protacio Dee
Zusatzmaterial: Original-Kinotrailer, Promoversion „Geheimcode Wildgänse“ (24:34), Featurette „Söldner Stories“ (27:54), „Manfred Lehmann: Stirb langsam auf den Philippinen“ (Interview von 2001, 14:24), „Thomas Danneberg: Södlner und Synchronstar“ (17:08), Interview mit Hartmut Neugebauer (3:49), Interview mit Klaus Kinski (13:01), Original Film Soundtrack, Fotogalerie, „Mädchen, Machos und Moneten“ (ROM-Teil), Trailershow, Wendecover mit alternativem Motiv
Vertrieb: Universum Film

Copyright 2017 by Volker Schönenberger

Packshot Blu-ray: © 2014 Ascot Elite Home Entertainment, Packshots Mediabook: © 2013 NSM Records

 

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Gewinnspiel: 2 x Tödlicher Segen auf DVD

Verlosung

Im 1981 entstandenen „Tödlicher Segen“ versetzt Horror-Regisseur Wes Craven („Nightmare – Mörderische Träume“) eine junge Sharon Stone am Beginn ihrer Karriere in eine von einer asketischen Sekte dominierte ländliche Gemeinde. Wir können zwei DVDs des Schockers mit Ernest Borgnine unters Volk bringen, was wir auch gern tun. Im Namen der beiden kommenden Gewinnerinnen oder Gewinner herzlichen Dank an den Publisher Koch Films für die Verlosungsexemplare.

Schon wieder eine Frage!

Zwecks Teilnahme am Gewinnspiel begebt Ihr euch zu meiner Rezension des Films und beantwortet dort bis Sonntag, 9. Juli 2017, 22 Uhr, im Kommentarfeld die Frage im vorletzten Absatz. Sie befindet sich diesmal nicht ganz am Ende des Textes, weil ich im letzten Absatz einen Spoiler bringe, den ich Gewinnspiel-Teilnehmern, die „Tödlicher Segen“ noch nicht kennen, ersparen will.

Könnt Ihr sie mangels ausreichender Sichtung solcher Filme nicht beantworten, so schreibt einfach das. Alle veröffentlichten Antworten landen im Lostopf. Nicht verzweifeln, wenn Ihr euren Kommentar nicht sogleich erblickt – aus Sicherheitsgründen schalten wir ihn erst frei. Das ist aber Formsache.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen

Teilnahmeberechtigt sind alle, die eine Versandanschrift innerhalb Deutschlands haben oder bereit sind, die Differenz zum Inlandsporto zu übernehmen. Für Transportverlust übernehme ich keine Haftung (verschicke aber sicher verpackt und korrekt frankiert, bislang sind noch alle Sendungen bei den Empfängern eingetroffen). Gewinnerinnen oder Gewinner, die sich fünf Tage nach meiner zweiten Benachrichtigung nicht gemeldet haben, verlieren den Anspruch auf die Blu-ray. In dem Fall lose ich unter den leer ausgegangenen Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen neuen Namen aus.

Autoren von „Die Nacht der lebenden Texte“ sowie deren und meine Familienmitglieder dürfen leider nicht mitmachen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner werde ich im Lauf der Woche nach Ende der Frist bekanntgeben, indem ich diesen Text um einen Absatz ergänze, und sie auch per E-Mail benachrichtigen.

Gewonnen haben

– Ingo Maaßen,
– Schachtschabel.

Herzlichen Glückwunsch! Ihr werdet benachrichtigt.

Meine Rezension von „The Tödlicher Segen“ findet Ihr auch hier.

Copyright 2017 by Volker Schönenberger

 

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