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Der Geschmack von Leben – Die Vloggerin und der Sex

Der Geschmack von Leben

Von Volker Schönenberger

Erotikkomödie // „Freunde der geschmackvollen Unterhaltung! Es ist ein Genuss, Sperma zu schmecken, besonders direkt von den Schwänzen.“ So freimütig bekennt die Videobloggerin Nikki (Antje Nikola Mönning) vor der eigenen Kamera ihre Vorlieben. Kurz zuvor hatten wir im Prolog von „Der Geschmack von Leben“ einen Mann beobachtet, der in bedächtigen Worten seine Geschichte erzählte und sich dabei filmen ließ, wie ihm Nikki einen Blowjob verabreichte, während er berichtete, wie er drei Jahre zuvor bei einem sterbenden Unfallopfer ausharrte.

Im Land Rover durch die Provinz

„Und der Geschmack von Sperma ist der Geschmack von Leben.“ Darin sieht Nikki „die wahre Freiheit des Menschen: zu entscheiden, was man schluckt.“ Nun gut, das kann man so sehen, ob wörtlich oder metaphorisch. Jedenfalls fährt Nikki mit ihrem Auto übers Land und gabelt Menschen auf, die ihr ihre Geschichte erzählen, denn: „Jeder Mensch hat ja ’ne Geschichte.“ Welche Sehnsüchte stecken dahinter? Vor allem anscheinend die von Nikki, denn die Vloggerin ist einer schnellen Nummer und einem gepflegten Blowjob nie abgeneigt, steht dafür auch schon mitten im Interview einfach mal auf.

Wird der Pimmelfürst Fi(c)ktion des Monats?

Damit dürfte das Interesse der Voyeure geweckt sein, da brauche ich eigentlich nicht mehr weiterzuschreiben, nicht wahr? Okay, etwas mehr noch. Erwähnte Geschichten setzen sich wie an einer Perlenschnur zu „Der Geschmack von Leben“ zusammen, wobei Nikki den roten Faden bildet. Das kann man Collage nennen, wie die Produzenten es selbst tun, auch Episodenfilm trifft es einigermaßen – oder Nummernrevue, will man etwas despektierlicher sein. So würzt Nikki ihren Video-Blog mit der Rubrik „Fi(c)ktion des Monats“, in der sie besondere Geschichten präsentiert und sonderbare Gestalten wie den „Pimmelfürst“ zeigt.

Ich ringe schon wieder mit mir, wie ich es auch bei „Illusion“ (2013) getan habe, dem ersten von mir rezensierten Film von Roland Reber und der Produktionsfirma wtp international GmbH. Damals habe ich mir damit beholfen, andere Rezensenten zu zitieren, aber so einfach will ich mich diesmal nicht aus der Affäre ziehen. Ich muss mich also herantasten.

Für eine schnelle Nummer immer zu haben

„Roland Rebers Filmkommune“ findet sich im Begleitblättchen der Blu-ray, auch von „seinem kleinen verschworenem Team“ ist die Rede. Das strahlte „Illusion“ aus, das strahlt auch „Der Geschmack von Leben“ aus. Hier folgen ein Filmemacher und seine Gemeinschaft einer Vision, ohne sich um die eingefahrenen Gleise des deutschen (Komödien-)Kinos zu scheren – und das im Wissen, eine Nische zu besetzen, mithin nur ein begrenztes Publikum erreichen zu können. Das verlangt Respekt ab. Letztlich bringt nur der Mut zur Verwirklichung echter eigener Ideen das Kino voran, und davon hat die wtp-Familie offenbar eine ganze Menge. Der Independent-Film mag keine Fördermittel beanspruchen, aber das gleicht er mit Leidenschaft aus.

Nikki filmt Ejakulationen

Sex gehört zum Leben und ist elementarer Bestandteil vieler Reber-Regiearbeiten und wtp-Produktionen. Das kann man berechnend finden, denn „Sex sells“ gilt ja nach wie vor, tatsächlich aber wirkt es, als hätten Reber und die Seinen damit eben nun mal ihr Thema gefunden, insofern hat das für mich nichts Anrüchiges. Es geht offenherzig zu, speziell bei ein paar Blowjobs inklusive Ejakulationen hält die Kamera voll drauf – die FSK-18-Freigabe ist völlig berechtigt. Das bedingt Offenherzigkeit bis hin zur Hemmungslosigkeit bei der Hauptdarstellerin. Mit Antje Nikola Mönning („Um Himmels Willen“) hat sich da genau die richtige Schauspielerin aus der wtp-Gemeinschaft gefunden, da sie ihren Hang zum Exhibitionismus freimütig bekennt. Jüngst zog sie gar vor Polizisten blank, aber das nur am Rande. Mönning schrieb auch am Drehbuch mit, textete etwa die Dialoge ihrer Figur, komponierte die verspielte Musik und produzierte mit. Apropos Musik: Sogar gesungen wird. Ein Musical ist’s glücklicherweise nicht geworden. Am Ende sitzt im Abspann die gesamte Filmcrew im Kinosaal und singt, während mit Pfeilen die Beteiligten und ihre Funktionen markiert werden – einer von diversen charmanten Einfällen.

Ein Engel auf Erden?

Bisweilen scheint sich Nikki doch nicht so recht für ihre Interviewpartnerinnen oder -partner zu interessieren, und das meine ich gar nicht nur auf die Szene bezogen, in der sie aufsteht, um Sex zu haben. Ist das Gezeigte feministisch? Demonstriert Nikki ihre Selbstbestimmung? Mönning bejaht das im Brustton der Überzeugung. Demgegenüber stehen einige Szenen, die dann doch eher wie Männerfantasien wirken. In Zeiten der #metoo-Debatte ist „Der Geschmack von Leben“ nicht eindeutig zu verorten. Letztlich muss bei diesen Fragen jede Zuschauerin und jeder Zuschauer die Bilder selbst auf sich wirken lassen und zu einer Meinung kommen, für mich ist das so oder so nicht eindeutig genug. Bisweilen ist „Der Geschmack von Leben“ aber auch einfach verspielt, versprüht der Film eine Leichtigkeit, die ihn ohnehin jenseits dieser schweren Debatte platziert.

Ein Engel und ein Jesus

Wer Wert auf stringente Narration legt, wird hier womöglich enttäuscht werden, die einzelnen Sequenzen fügen sich nicht zu einer herkömmlichen Erzählung zusammen. Wie bei Roland Reber üblich, sind auch diesmal theaterhafte Szenen zu bemerken, skurrile Momente sowieso, etwa die Frau mit den Engelsflügeln und der Jesus, der vom Kreuz steigt. Wem all das in seiner Gesamtheit gefällt oder missfällt, vermag ich nicht zu sagen. Ich hoffe, dass ich meinen Leserinnen und Lesern ein Gefühl davon vermitteln konnte, was sie erwartet.

Das nächste Interview steht an

„Der Geschmack von Leben“ feierte im Oktober 2017 seine Premiere auf den Hofer Filmtagen, ab Februar 2018 folgte eine Kinotour durch 23 Städte, nun ist die Erotikkomödie auf Blu-ray und DVD erschienen. „Erotikkomödie“ habe ich mangels einer passenderen Alternative gewählt. Das mag es treffen, aber letztlich entzieht sich der Film solchen Schubladen. Mit „Der Geschmack von Leben“ erwartet euch ein außergewöhnliches Filmerlebnis, so frivol wie sinnlich.

Die Herren der Schöpfung

Veröffentlichung: 26. Oktober 2018 als Blu-ray und DVD

Länge: 88 Min. (Blu-ray), 85 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 18
Sprachfassungen: Deutsch
Untertitel: Deutsch, Englisch
Originaltitel: Der Geschmack von Leben
D 2017
Regie: Roland Reber
Drehbuch: Mira Gittner, Antje Nikola Mönning, Roland Reber
Besetzung: Antje Nikola Mönning, Andreas Pegler, Wolfgang Seidenberg, Iris Boss, Agnes Mai, Norman Grue, Marina Anna Eich, Mira Gittner, Antonio Exacoustos, Ursula Berlinghof, Klaus Rohrmoser, Ute Meisenheimer, Steffen Neder, Birgit Reutter, Thomas Kollhoff, Claire Plaut, Marcus B. Holzhauer, Elisa Oberzig, Roland Reber
Zusatzmaterial: Making-of (20 Min.), deleted scenes (4 Min.), Outtakes (6 Min.), Interviews (23 Min.), Publikumsgespräche/Kinotour (18 Min.), Trailershow (15 Min.), Wendecover
Label: wtp international GmbH
Vertrieb: WVG Medien GmbH

Copyright 2018 by Volker Schönenberger

Filmplakat & Szenenfotos: © 2018 wtp international GmbH

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Showgirls – Schundfilm oder verkannte Großtat?

Showgirls

Von Volker Schönenberger

Drama // Nomi (Elizabeth Berkley) trampt nach Las Vegas, um dort als Tänzerin Karriere zu machen. Kaum angekommen, wird ihr Hab und Gut geklaut. Glück im Unglück: Die Näherin und Kostümdesignerin Molly (Gina Ravera) nimmt sie bei sich auf. Die große Laufbahn im Showbusiness beginnt in einem billigen Stripclub. Das Blatt wendet sich, als der größte Star am Stripperinnen-Himmel auf Nomi aufmerksam wird: Cristal Connors (Gina Gershon) ist die Attraktion der angesagtesten Show von Vegas und verschafft Nomi ein Vortanzen. Bald gehört die junge Frau zum Ensemble, aber das reicht der ehrgeizigen Nachwuchs-Tänzerin nicht. Sie will die Nummer eins werden.

In einem billigen Stripschuppen beginnt Nomis Laufbahn

Hm – so recht erschließt sich mir der Bohei nicht, der seinerzeit um Paul Verhoevens Stripperinnen-Drama gemacht wurde. Waren Nacktszenen im Kino Mitte der 90er-Jahre noch so tabuisiert, dass „Showgirls“ solch ein Aufsehen erregen musste? Der niederländische Regisseur zeigt ausgiebig nackte Haut und blanke Brüste, was man für erotisch halten mag. Die Tanzszenen reißen allerdings nicht vom Hocker, da schauen wir uns doch lieber Filme wie Alan Parkers „Fame – Der Weg zum Ruhm“ (1980) und Richard Attenboroughs „A Chorus Line“ (1985) an, die zugegeben etwas anders gelagert sind. Die Eifersüchteleien und Beziehungen innerhalb der Tanz-Szenerie der Story wirken trivial und banal, die schauspielerischen Leistungen lösen bisweilen Stirnrunzeln aus. In Nebenrollen sind Kyle MacLachlan („Twin Peaks“) und Robert Davi („James Bond 007 – Lizenz zum Töten“) zu sehen.

Es hagelt Goldene Himbeeren

Sieben Goldene Himbeeren standen seinerzeit zu Buche. Zwei davon erhielt Hauptdarstellerin Elizabeth Berkley – als schlechteste Schauspielerin und als schlechtester neuer Star. Joe Eszterhas’ Drehbuch wurde ebenso mit dieser zweifelhaften Trophäe prämiert wie Verhoevens Regie, auch als schlechtester Film des Jahres erhielt „Showgirls“ 1996 eine Goldene Himbeere, im Jahr 2000 dann sogar als schlechtester Film des Jahrzehnts. Verhoeven hatte 1996 sogar den Schneid, bei der Verleihung zu erscheinen und seine Regisseurs-Himbeere persönlich abzuholen, das tun die wenigsten Hollywood-Größen. Allerdings ist diese Preisverleihung insgesamt doch eher als Hollywood-Kuriosum zu sehen und weniger als ernsthafte Filmkritik. Das dem Werk oft zugeschriebene Attribut „schlechtester Film aller Zeiten“ erscheint unverdient – da gibt es zahllose weit miesere Machwerke. Obwohl: „Showgirls“ verliert gerade in der zweiten Hälfte mit jeder Szene immer mehr, bis jedes Klischee abgearbeitet ist. In einigen Momenten ist die Frage erlaubt – und nicht wirklich zu beantworten –, was sich Drehbuchautor Eszterhas und Regisseur Verhoeven dabei wohl gedacht haben mögen. Eszterhas hatte zuvor auch das Skript zu Verhoevens „Basic Instinct“ (1992) geschrieben.

Am Ziel der Träume

Oder haben wir es gar mit einem missverstandenen Film zu tun? Es wäre nicht die einzige verkannte Regiearbeit Verhoevens. Das war ihm bereits 1987 mit „RoboCop“ passiert, das geschah ihm auch 1997 mit „Starship Troopers“. Beide Werke wurden als gewaltverherrlichend gebrandmarkt, dabei bieten sie hochintelligente Science-Fiction-Action mit einer gehörigen Portion Satire – und sind glücklicherweise längst rehabilitiert. Ist etwa auch „Showgirls“ als Satire zu verstehen, die das Showgeschäft der USA bloßstellt? Ich gestehe: Mir erschließt sich das nicht. Aber immerhin gelten Quentin Tarantino und Jacques Rivette als Fans des Films, das zählt schon etwas, auch wenn gerade Tarantino natürlich ein bekennender Freund von Schundfilmen ist.

Dank Kultstatus Erfolg auf dem Heimkino-Markt

Was „Showgirls“ seinerzeit an den Kinokassen verlor, holte er später in der Heimkino-Auswertung locker wieder rein – dem Kultstatus sei Dank, den er über die Jahre erlangte. Ich habe ihn nun zweimal geschaut, das ist an sich mindestens einmal zu viel, weil der Film insgesamt doch eher langweilt. Zum Zweck dieses Textes ging das aber in Ordnung und nicht als verlorene Lebenszeit durch. Und trotz „Showgirls“ gehört Paul Verhoeven für mich zu den interessantesten Filmemachern überhaupt. All seine bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Regiearbeiten sind in unserer Rubrik Regisseure aufgelistet.

Und Action!

Veröffentlichung: 28. Oktober 2011 als Blu-ray, 31. August 2009 und 23. Januar 2006 als DVD

Länge: 131 Min. (Blu-ray), 126 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Englisch
Originaltitel: Showgirls
F/USA 1995
Regie: Paul Verhoeven
Drehbuch: Joe Eszterhas
Besetzung: Elizabeth Berkley, Kyle MacLachlan, Gina Gershon, Glenn Plummer, Robert Davi, Alan Rachins, Gina Ravera, Lin Tucci, Greg Travis, Al Ruscio
Zusatzmaterial: keine Angabe
Label/Vertrieb: Universum Film

Copyright 2017 by Volker Schönenberger
Szenenfotos: © Universum Film

 

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Horror für Halloween (XII): Vampyros Lesbos – Die Erbin des Dracula: Nackige Blutsaugerin im Sonnenlicht

Vampyros Lesbos

Von Volker Schönenberger

Erotik-Horror // Vampire scheuen das Tageslicht?! Sonnenstrahlen lassen sie zu Staub zerfallen?! Von wegen – nicht bei Jess Franco, denn so konnte der Spanier bei „Vampyros Lesbos – Die Erbin des Dracula“ aufs Ausgiebigste seiner Leidenschaft frönen, viel nackte Haut wohlgeformter Frauenkörper in hellem Tageslicht zu zeigen.

Die Story – wenn man es denn so nennen will – folgt dem Weg der Rechtsanwältin Linda Westinghouse (Ewa Strömberg), die von einer mysteriösen Frau träumt und diese eines Abends in einem Nachtclub lasziv mit einer anderen auf der Bühne tanzen sieht. Kurz darauf erhält sie den Auftrag, zu einer Adligen zu reisen, die vorsorglich ihren Nachlass zu ordnen gedenkt. Die auf einer Insel vor der türkischen Küste residierende Gräfin Nadine Carody (Soledad Miranda) entpuppt sich als ehemalige Geliebte des Grafen Dracula und die Frau aus Lindas Träumen.

Bram Stoker frei interpretiert

Jess Franco entnahm Bram Stokers klassischer Romanvorlage lediglich ein paar Versatzstücke, die er zu einem fiebrig-surrealen erotischen Gruseltraum zusammenfügte. Der Seventies-Soundtrack aus mal sphärischen, mal jazzig-improvisierten, mal lässig swingenden Klängen unterstreicht den fragmentarisch zurechtgeschnittenen Verlauf der Handlung famos. Und der Titel „Vampyros Lesbos“ gibt es bereits vor: Hier wird vor der Kamera hemmungslos die gleichgeschlechtliche vampirische Lust zelebriert. Das ist natürlich für Männer gedreht worden, nicht etwa für lesbische Frauen, so viel ist klar.

„Vampyros Lesbos – Die Erbin des Dracula“ ist immer dann am schwächsten, wenn die Figuren den Zuschauern mittels Dialogen und Taten die Geschichte zu vermitteln versuchen, und immer dann am stärksten, wenn Jess Franco die Handlung völlig außen vor und stattdessen Farben spielen lässt. Der Trashfilmer setzt eine außergewöhnliche Bildsprache ein, die näher am Arthauskino ist als am Trash vieler anderer seiner Machwerke – so muss man etliche Regiearbeiten Francos wohl nennen. „Vampyros Lesbos“ ist seinen übrigen mir bekannten Filmen weit überlegen und geht als sinnlicher Bilderrausch ins Ziel, der bei Einnahme einiger bewusstseinserweiternder Substanzen womöglich noch gewinnt. Exploitation für Männer bleibt das natürlich trotzdem.

Horrotica mit mehr Erotik als Horror

„Horrotica“ lautet die Schublade für diese Art Genre, wobei bei „Vampyros Lesbos“ der erotische Anteil den Gruselgehalt weit übersteigt. Etwas Blut gibt es ab und an zu sehen, für Horror-Geübte kaum mehr als in homöopathischen Dosen verabreicht wahrzunehmen. Eine Mordszene im letzten Drittel ist dann von Franco gewohnt dilettantisch inszeniert, eine weitere Tötung kurz darauf kaum besser.

Regisseur Franco persönlich tritt sogar selbst in Erscheinung: als Memmet, der Linda eingangs noch vor Unheil warnt, um später selbst unheilvoll zu agieren. Dennis Price spielt den Psychiater Dr. Seward, der eine geschlossene Einrichtung leitet. Price ist in einigen Jess-Franco-Filmen zu sehen, darunter in „Die Nacht der offenen Särge“ (1972). Auch Ewa Strömberg spielte einige Male unter Franco, am bekanntesten dürfte jedoch Soledad Miranda sein, ebenfalls eine geübte Franco-Darstellerin, außer in „Die Nacht der offenen Särge“ auch in „Nachts, wenn Dracula erwacht“ (1970) und seiner Marquis-de-Sade-Adaption „Eugénie“ (1973) zu sehen. Anfang der 70er bereits ein Star des Exploitation-Kinos, wäre sie womöglich noch bekannter geworden, doch am 18. August 1970 starb die damals 27-jährige Spanierin bei einem Autounfall in Lissabon. Ihre letzten Filme waren „Sie tötete in Ekstase“ sowie „Der Teufel kam aus Akasava“ nach Motiven von Edgar Wallace, beide unter der Regie Jess Francos und beide mit Ewa Strömberg, ihrem Ko-Star aus „Vampyros Lesbos“. „Eugénie“ war bereits zuvor abgedreht worden, kam aber erst 1973 in die Kinos.

Runter vom Index und uncut immerhin schon bei Arte

Obwohl „Vampyros Lesbos – Die Erbin des Dracula“ 2011 vom Index der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien gestrichen wurde, ist der Film bislang bei uns nicht auf Blu-ray oder DVD erschienen. Illusions Unlimited hat ihn ungeprüft als Mediabook sowie in Hartbox in Österreich veröffentlicht. Auch in den USA und im Vereinigten Königreich gibt es ungekürzte Fassungen mit der deutschen Originaltonspur. Arte hat ihn 2016 sogar einmal ungekürzt ausgestrahlt.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von Jess Franco sind in unserer Rubrik Regisseure aufgelistet.

Länge: 89 Min. (Blu-ray), 85 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK ungeprüft
Sprachfassungen: Deutsch
Untertitel: keine Angabe
Originaltitel: Vampyros Lesbos
BRD/SP 1971
Regie: Jesús Franco (als Franco Manera)
Drehbuch: Jaime Chávarri, Jesús Franco (als Franco Manera), Anne Settimó
Besetzung: Soledad Miranda, Dennis Price, Paul Muller, Ewa Strömberg, Heidrun Kussin, José Martínez Blanco, Andrea Montchal (als Viktor Feldmann), Jesús Franco
Zusatzmaterial: keine Angabe
Vertrieb: keine Angabe

Copyright 2017 by Volker Schönenberger
Filmplakat: Fair Use

 

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