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Dragonheart – Drachen müssen fliegen

DragonHeart

Von Andreas Eckenfels

Fantasy-Abenteuer // In der HBO-Hitserie „Game of Thrones“ (2011–2019) flogen die Drachen dank der Arbeit der deutschen Effekteschmiede Pixomondo so realistisch wie nie zuvor über die Bildschirme. Ähnlich tricktechnisch beeindruckend in jüngster Vergangenheit war der Drache Smaug in Peter Jacksons „Der Hobbit – Smaugs Einöde“ (2013), hergestellt von Weta Workshop in Neuseeland.

Doch bis diese mystischen Fantasy-Wesen filmisch derart detailgetreu ihre Flügel spannen und abheben konnten, war es ein langer Weg. Das 20 Meter lange Modell von Fafnir, dem Lindwurm aus „Die Nibelungen – Siegfried“ (1924) von Fritz Lang, wurde von 17 Männern im Inneren bewegt. Auch die Stop-Motion-Technik war für Drachen beliebt, besonders natürlich von Ray Harryhausen (1920–2013) perfektioniert, etwa in „Sindbads siebente Reise“ (1958), in dem der Held gegen den echsenartigen Taro antritt. Zeichentrick-Drachen gab es viele, besonders die „Drachenzähmen leicht gemacht“-Trilogie (2010–2019) hatte zahlreiche verschiedene Exemplare zu bieten, und es gab natürlich auch Disneys „Elliott, das Schmunzelmonster“ (1977), dessen Animationen in einen Realfilm einkopiert wurden. Einer der bekanntesten Animatronic-Drachen, auf dem viele Kinder in den Bavaria Filmstudios schon ritten, ist der Glücksdrache Fuchur aus „Die unendliche Geschichte“ (1986).

Ritter Bowen hat schon viele Schlachten geschlagen

Anfang der 1980er-Jahre wurde das altbekannte Stop-Motion-Verfahren durch Go-Motion zunehmend abgelöst. Die Technik kam zum Beispiel bei den Fabelwesen in „Der Drachentöter“ (1981) und „Willow“ (1988) zum Einsatz. An beiden Werken war Phil Tippett von Industrial Light & Magic maßgeblich beteiligt, der 1993 mit einigen Kollegen die filmische Tricktechnik schließlich revolutionierten sollte: Die atemberaubend echt wirkenden Dinos aus „Jurassic Park“ waren fast komplett am Computer entstanden. Der Oscar für die besten visuellen Effekte war der Lohn – und für ihn und seine Firma ein weiterer Auftrag bereits im Anflug: In „Dragonheart“ (1996) sollte dem Drachen Draco noch aufwendiger als bei Steven Spielbergs Urzeitviechern per CGI-Technik digitales Leben eingehaucht werden.

Ritter und Drache schmieden eine Allianz gegen den König

984 nach Christus: Ritter Bowen (Dennis Quaid) hat schon viele Schlachten geschlagen. Er lebt nach dem alten Kodex und will auch seinen jungen Schüler, Prinz Einon (Lee Oakes), auf den ehrenhaften Pfad der Tugend führen. Besonders deshalb, weil dessen Vater ein echter Tyrann ist. Als jedoch König Freyne (Peter Hric) von aufständischen Bauern getötet und Prinz Einon von dem Bauernmädchen Kara (Sandra Kovacicova) schwer verletzt wird, weiß nur Königin Aislinn (Julie Christie), wer ihrem Sohn das Leben retten kann: ein Drache, der dem Prinzen schließlich sein halbes Herz zum Überleben schenkt.

Erst Feind, dann Freund: Bowen und Draco

Zwölf Jahre später hat sich König Einon (David Thewlis) im Vergleich zu seinem Vater zu einem noch schlimmeren Herrscher entwickelt. Ritter Bowen ist darüber so verbittert, dass er nun als Drachentöter durch die Lande zieht. Er ist überzeugt davon, dass das halbe Drachenherz Einon in einen schlechten Menschen verwandelt hat. Auf seinem Weg begleitet ihn der Mönch Gilbert (Pete Postlethwaite), der vom Heldenmut des Ritters schwer beeindruckt ist. Eines Tages trifft Bowen auf einen Drachen namens Draco, der ihm ordentlich Paroli bietet. Der Kampf endet in einem Patt – und da Draco erzählt, er sei der letzte seiner Art, schließen der Ritter und der Drache einen Pakt: Nachdem Draco zum Schein ein Dorf angegriffen hat, lässt sich Bowen für ein kleines Salär von den Einwohnern anwerben und bringt den Drachen nach einer kurzen Jagd mutmaßlich zur Strecke.

Ausgerechnet im Dorf von Kara (Dina Meyer) geht das kleine Schauspiel schief. Von Kara erfährt Bowen auch, wie sehr die Bevölkerung unter dem unbarmherzigen Einon zu leiden hat. Zunächst sträubt sich der Ritter, gegen seinen früheren Schüler zu Felde zu ziehen. Doch als Draco ihm verrät, dass er es war, der dem Prinzen damals das Leben gerettet hatte, und er mit diesem Akt auch eigentlich den Bund zwischen Menschen und Drachen wieder erneuern wollte – was gründlich schief ging –, fühlt sich auch Bowen an seinen alten Kodex erinnert: Er will die Schwachen beschützen und nimmt mit Draco und einigen Bauern den Kampf gegen König Einon auf.

Vergnügliches Fantasy-Abenteuer wird zum Flop

Der Erfolg von „Jurassic Park“ hatte den Weg geebnet. Als „Dragonheart“ 1996 in die weltweiten Kinos kam, waren die Erwartungen bei den Produzenten von Universal groß: Während Steven Spielberg 57 digitale Sauriereffekte einsetzte, benötigte Draco stolze 182 CGI-Effekte. Und diese verschlangen ebenfalls stolze 22 Millionen Dollar der Gesamtproduktionskosten von 57 Millionen Dollar. Warum das Fantasy-Abenteuer von Regisseur Rob Cohen damals aber kein Kassenschlager wurde, kann man heute nur mutmaßen. In den USA spielte der Film gerade mal 51 Millionen Dollar ein und landete im Jahresranking sogar noch hinter „Beavis und Butt-Head machen’s in Amerika“ – was nicht heißen soll, dass das Trickabenteuer der beiden MTV-Metalheads schlecht ist. Auch in Deutschland strömten lediglich knapp über 1,5 Millionen Zuschauer in die Kinos. Das weltweite Gesamteinspielergebnis pendelte sich am Ende bei 115 Millionen Dollar ein, immerhin ein Plus, für die Erwartungen des Studios enttäuschend. Die Kinohits des Jahres 1996 waren „Independence Day“, „Twister“ und „Mission: Impossible“ – alles realistisch angehauchte und sehr technische Filme, wenn man die Aliens mal außen vor lässt. Aber vielleicht gibt es die ja auch. War die Mittelalter-Thematik vielleicht zu uninteressant für das Publikum?

Feuer frei!

An dem Film selbst kann es eigentlich nicht liegen: „Dragonheart“ ist noch immer ein im besten Sinne altmodisches Fantasy-Abenteuer, das das Herz am rechten Fleck trägt. Die Geschichte verknüpft dabei geschickt die märchenhafte Gut-gegen-Böse-Grundkonstellation mit den Zutaten eines klassischen Buddy-Movies inklusive witziger Wortgefechte und einem Schuss Selbstironie. Ritter Bowen und Draco sind sich eigentlich spinnefeind und raufen sich am Ende für das gemeinsame Ziel zusammen. Durchaus erwähnenswert: Die sonst obligatorische Liebesgeschichte fehlt hier komplett. Dina Meyer – die sich ein Jahr später in „Starship Troopers“ (1997) mit riesenhaften CGI-Käfern rumplagen durfte, – muss als widerspenstige Bauerntochter Kara niemanden anschmachten, sondern darf selbst Rachepläne gegen den bösen König Einon schmieden und mit Bowen und Draco in den Kampf ziehen. Dennis Quaid überzeugt als alternder Recke, der seine alten Werte wiederentdecken muss, ebenso wie David Thewlis als verachtenswerter Fiesling. Dazu ist auch die Filmmusik von Randy Edelman wunderbar eingängig, aber auch verspielt und pompös, wie es sich für einen Fantasyfilm gehört. Die herrlich-atmosphärischen Kulissen, darunter die Zipser Burg, wurden in der Slowakei entdeckt – der malerische Wasserfall wurde allerdings extra für den Film gebaut.

Meisterliche Stimmen für den CGI-Drachen

Der wahre Star in „Dragonheart“ ist natürlich der Drache. Heute sind CGI-Charaktere gang und gäbe, damals steckte die Technik in den Kinderschuhen und war noch etwas Besonderes. Dennoch fügt sich Draco auch nach heutigen Sehgewohnheiten fast nahtlos und glaubhaft ins Geschehen und ebenso bei den Interaktionen mit den Mitspielern ein. Fotorealismus darf man hier natürlich nicht erwarten, aber bei einer Fantasyfigur ist dies auch nicht vonnöten. So stört es dann auch nicht, dass die Macher sich überraschenderweise dafür entschieden haben, dass Draco sein Feuer nicht aus dem Maul, sondern aus seinen Nasenlöchern speit.

Für die Mimik des Drachen orientierten sich die Macher an dem Schauspieler, der die Sprechrolle übernahm. Und das war kein Geringerer als Sean Connery (1930–2020). Der ehemalige 007-Star verleiht Draco mit seinem Timbre zugleich einen gewissen Stolz als auch eine wohlige Warmherzigkeit. Mit Mario Adorf konnte für die deutsche Synchronfassung eine ebenso hervorragende Stimme verpflichtet werden. Durch ihre Leistung vergisst man, dass Draco eine Kunstfigur ist. Er wird zu einem eigenständigen Charakter – so entsteht mit der Verbindung der Oscar-nominierten visuellen Effekte einzigartige Filmmagie.

DAS ist ein Mediabook!

Während Regisseur Rob Cohen mit der Postproduktion von „Dragonheart“ beschäftigt war, hatte er parallel schon mit den Dreharbeiten zu seinem nächsten Projekt begonnen: „Daylight“ mit Sylvester Stallone. Zum Jubiläum der Kinopremiere 25 Jahre zuvor hat das Label Turbine Medien beide Filme in schicken Mediabook-Editionen veröffentlicht. Und bei knapp 60 Seiten ist der Begriff „Buch“ wirklich mal gerechtfertigt. Nach einer sehr persönlichen Einleitung von Rob Cohen hat Autor Tobias Hohmann so ziemlich alles zusammengetragen, was es über „Dragonheart“ zu erzählen gibt. Dabei geht er nicht nur ausführlich auf die problematische Produktionsgeschichte und die digitale Pionierarbeit ein, sondern auch kurz auf die bislang vier weiteren Teile des Drachen-Franchises, die zwischen 2000 und 2020 entstanden sind.

Bowen lehrt Kara und den anderen Bauern das Kämpfen

Auch die die deutsche Synchronisation erhält ein eigenes Kapitel. Hierzu wurde extra ein Interview mit Tobias Meister geführt, der bei dem Fantasy-Abenteuer als Synchron-Regisseur und -Autor fungierte. Dazu gibt es einige stimmungsvolle Szenen- und Behind-the-Scenes-Bilder als auch Konzeptzeichnungen. Großartig! Dieser top-recherchierte Schmöker macht große Lust auf den Film! Was will man mehr? Genau: zwei Covervarianten, bei denen man überlegen muss, ob man sich Motiv A – das klassische Plakat (siehe oben) – oder Motiv B – mit allen Charakteren in Pose (siehe unten, rechts) – ins Regal stellt. Letztgenanntes ist allerdings nur exklusiv bei der Drogeriekette Müller erhältlich.

Der Ton macht die Musik

Wie auch bei „Daylight“ hat Turbine Medien für „Dragonheart“ nicht nur das Bild erneut überarbeitet, sondern auch alles bisher erhältliche Bonusmaterial zusammengetragen – bei den Blu-ray-Erstveröffentlichungen des Lizenzgebers Universal herrschte bei den Extras noch komplette Leere. Ebenso hat auch „Dragonheart“ zwei Blu-rays spendiert bekommen – aus Platzgründen ist eine davon mit Dolby-Atmos-Tonspuren in der deutschen und der englischen Fassung und die andere Scheibe jeweils mit Auro 3D ausgestattet. Mangels technischer Ausstattung und dünner Wände konnte ich hier nicht ausgiebig testen, aber Tonfreaks sollten auf jeden Fall voll auf ihre Kosten kommen. Zur Not die Nachbarn mit auf die Couch einladen und Draco einfach durch alle Boxen fliegen lassen. Dann gibt’s keinen Ärger.

Erst Schüler, dann Feind: König Einon (l.) gegen Ritter Bowen

Damit nicht genug: Turbine Medien hat eine weitere Fleißarbeit geleistet und auch die deutsche Originaltonspur in DTS 5.1 und DTS 2.0 rekonstruiert. Diese war zuletzt im Kino, auf VHS und Laserdisc zu hören. Das leichte Lispeln, welches Mario Adorfs Stimme in der DVD- und Blu-ray-Fassung hat, ist hier weg – materialbedingt allerdings in den Atmos- und Auro-Tonspuren noch zu hören. Eine kurze Erläuterung hierzu hat Turbine Medien im movieside-Forum gegeben. Zudem ist auch ein kleiner Fluch nur in der Originalsynchro vorhanden, welchen Draco fast genau nach 30 Minuten Spielzeit von sich gibt, nachdem er hart auf der Lichtung aufgeschlagen ist. Ein kleiner Tipp: Er beginnt mit einem S und endet mit cheiße.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von Rob Cohen haben wir in unserer Rubrik Regisseure aufgelistet, Filme mit Sean Connery und Dennis Quaid unter Schauspieler.

Veröffentlichung: 30. April 2021 als 2-Disc Limited Edition Mediabook in zwei Cover-Varianten (jeweils 2 Blu-rays), 12. November 2020 als Teil der „Dragonheart 5 Movie Collection“, jeweils Blu-rays und DVDs, 12. April 2012 als Blu-ray, 14. August 2003 als DVD

Länge: 103 Min. (Blu-ray), 99 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 12
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte
Originaltitel: DragonHeart
USA 1996
Regie: Rob Cohen
Drehbuch: Charles Edward Pogue
Besetzung: Dennis Quaid, Sean Connery (nur Stimme Originalfassung), Mario Adorf (nur Stimme deutsche Synchro), David Thewlis, Pete Postlethwaite, Dina Meyer, Jason Isaacs, Brian Thompson, Lee Oakes, Wolf Christian, Terry O’Neill, Peter Hric, Eva Vejmelková, Julie Christie, John Gielgud (nur Stimme Originalfassung)
Zusatzmaterial Mediabook: Audiokommentar von Regisseur Rob Cohen, Making-of: Dokumentation mit den Stars und Machern (45 Min.), 2 entfernte Szenen, US-Teaser, -Trailer und -TV-Spots, deutscher Kinotrailer, Das Dragonheart-Archiv: umfangreiche Fotogalerien, 60-seitiges Booklet mit einem Vorwort von Rob Cohen und Texten von Tobias Hohmann
Zusatzmaterial Blu-ray & DVD: keins
Label/Vertrieb Mediabook: Turbine Medien
Label/Vertrieb Blu-ray & DVD: Universal Pictures Germany GmbH

Copyright 2021 by Andreas Eckenfels

Szenenfotos & unterer Mediabook-Packshot: © 2021 Turbine Medien,
Blu-ray-Packshot: © 2011 Universal Pictures Germany GmbH

 

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The Wild Boys – Fünf Freunde auf dem Schlaraffeneiland der Lust

Les garçons sauvages

Von Andreas Eckenfels

Fantasy-Abenteuer // Anfang des 20. Jahrhunderts auf der französischen Insel La Réunion: Fünf maskierte Jungen aus gutem Hause begehen ein sexuell-okkultes Ritual. Sie binden ihre Lehrerin halbnackt auf ein Pferd und beginnen lüstern zu masturbieren. Doch das Pferd geht durch, kurz darauf ist die Lehrerin tot. Vor Gericht schieben die Bengel alles dem Opfer in die Schuhe. Mit Rum hätte die Frau sie gefügig gemacht, sie seien nicht mehr Herr ihrer Sinne gewesen. Dank ihrer Lügen und der privilegierten Stellung ihrer Eltern werden die Jungs des Mordes freigesprochen. Dennoch kommen Romuald (Pauline Lorillard), Hubert (Diane Rouxel), Tanguy (Anaël Snoek), Jean-Louis (Vimala Pons) und Sloane (Mathilde Warnier) in die Obhut eines knorrigen Kapitäns (Sam Louwyck), der ihnen auf seinem Schiff mit harter Hand Zucht und Ordnung beibringen soll und täglich haarige Früchte als Speise serviert. Ihre Reise endet auf einer mysteriösen Insel …

William S. Burroughs trifft auf Jules Verne

Aufgrund seiner körnigen Schwarz-Weiß-Bilder, die nur von wenigen farbigen Szenen unterbrochen werden, könnte man das Langfilmdebüt des französischen Regisseurs und Drehbuchautors Bertrand Mandico für einen avantgardistischen Experimental- oder Undergroundfilm aus den 1960er- oder 1970er-Jahren halten. Auch David Lynchs „Eraserhead“ (1978) nutzt einen ähnlichen Stil. Doch tatsächlich stammt „The Wild Boys“ von 2017 und feierte im gleichen Jahr bei den Filmfestspielen in Venedig seine Weltpremiere.

Fünf wilde Jungs verbergen ihre Identität

Bei dem Filmtitel müssen Kinder der 1980er-Jahre sicher gleich an den gleichnamigen Hit von Duran Duran denken. Ganz falsch liegen sie damit nicht: Sowohl die britische Band als auch der französische Filmemacher ließen sich von der gleichen Vorlage inspirieren: Dem Roman „The Wild Boys: A Book of the Dead“, in der deutschen Übersetzung „Die wilden Boys“, von William S. Burroughs (1914–1997). Bereits 1972 wollte der „Naked Lunch“-Autor seine Geschichte über eine Gruppe Homosexueller verfilmen, die in einer apokalyptischen Welt die westliche Zivilisation zu Fall bringen will. Burroughs’ Plan scheiterte ebenso wie knapp zehn Jahre später der Versuch von „Highlander“-Regisseur Russell Mulcahey, der für den Soundtrack – genau – Duran Duran verpflichten wollte.

Der Kapitän nimmt sich der Delinquenten an

In dem aufschlussreichen Interview, welches im Booklet der Veröffentlichung des Labels Bildstörung abgedruckt ist, betont Bertrand Mandico, dass sein Film zwar von Burroughs’ Werk beeinflusst ist, es aber nur wenige inhaltliche Parallelen gibt: Dieser Titel verfolgt mich. (…) Einige Teile des Romans waren direkte Inspirationen, zum Beispiel für die Szenen, in denen die Jungen mit einer hypersexuellen Pflanzenmasse Sex haben. Aber es handelt sich in keinster [sic!] Weise um eine Adaption, sondern vielmehr eine Träumerei über diesen Titel. Der Regisseur wollte einen unmöglichen Steckling kreieren, so als hätte Burroughs eine Robinsonade à la Jules Verne kontaminiert.

Sex mit Pflanzen

Wenn eine Gruppe Heranwachsender auf einer Insel strandet, muss man wohl unweigerlich an William Goldings Romanklassiker „Herr der Fliegen“ (1954) denken. Dem Vergleich hält „The Wild Boys“ aber nur vordergründig stand. Die fünf Delinquenten wollen keine neue soziale Ordnung untereinander aufbauen, gehorsam waren sie sicher nie, ihre kindliche Unschuld hatten sie spätestens bei dem Ritual mit der Lehrerin verloren, bei der die Ejakulate in Zeitlupe in die Luft spritzten. Auch den Hund des Kapitäns haben sie auf dem Gewissen. Hier geht es mehr um das sexuelle Erwachen der wilden Jungs oder was sie dafür halten: Der Kapitän und die als wohl einziger Mensch dort lebende Wissenschaftlerin Séverine (Elina Löwensohn) ermuntern sie sogar dazu, sich auf der Insel ordentlich auszutoben. Denn die ebenso wild wachsende Flora hat überraschende Freuden zu bieten. Pflanzen stoßen aus phallusartigen Blüten eine milchige Masse aus, an dem sich die Fünf köstlich laben. Und wenn einer von ihnen einen Ständer hat, kann er es in, oder besser: mit den Büschen treiben. Die Freunde sind auf einem Schlaraffeneiland der Lust gelandet, auf dem es nach Austern riecht. Sie genießen dieses Paradies in vollen Zügen und können berauscht ihr Glück kaum fassen: So geil können Rehabilitationsmaßnahmen sein!

Auf der Insel gibt es viele Freuden …

Doch wie es nun mal so ist: Für die Sünder gibt es kein Erbarmen – und ein böses Erwachen. Die Jungs machen bald eine Metamorphose durch, auf die ich aus Spoiler-Gründen nicht näher eingehen will. Alles Teil des Plans der Wissenschaftlerin und ihres Handlangers, dem Kapitän, die sich dadurch eine friedlichere Welt versprechen. Aber so leicht geben sich die „Wild Boys“ nicht geschlagen.

… und lauern viele Gefahren

Die Verwandlung der Figuren war für mich ziemlich verblüffend. Obwohl diese im Nachhinein offensichtlich war, hatte ich das nicht kommen sehen. Zu überzeugend waren das Spiel des jungen Ensembles und das Make-up. Eine Zweitsichtung erweitert hier die Perspektive.

Ein wilder Trip

Das surreale Fantasy-Abenteuer ist im französischen Originalton mit deutschen Untertiteln als Nummer 35 innerhalb der hervorragenden „Drop Out“-Reihe von Bildstörung erschienen – und passt dort bestens rein. „The Wild Boys“ ist ein unkonventionelles, immer wieder überraschendes Regiedebüt mit atmosphärischen Bildern. Ebenso wie der Film ist auch der Soundtrack kaum klar einzuordnen, fast schon postmodern geraten. Die Musik reicht von der „Barcarole“ aus Jaques Offenbachs Oper „Hoffmanns Erzählungen“ bis hin zu „Naturträne“ von Nina Hagen. Nur die wenigen Farbsequenzen haben mich gestört, weil dadurch eine Studiooptik zu erkennen war, die mich mitunter aus der filmischen Illusion gerissen hat.

Welchen Plan verfolgt die geheimnisvolle Séverine?

Erotik und Gewalt regieren zwar in der Geschichte, aber alles wird mit ironischer Distanz gebrochen, wie Bertrand Mandico bestätigt: Ich versuche nicht, explizit zu sein, ich versuche, durch visuelle Metaphern oder organische Kollagen einen Umweg zu gehen. Den Penis des Kapitäns habe ich zum Beispiel durch eine Rinderzunge ersetzt – das ist nicht sehr erotisch auf dem Papier, erzeugt jedoch eine tief verstörende Wirkung. William S. Burroughs hätte dieser wilde Trip sicherlich gefallen. Wer sich vor dem Erwerb der Bildstörung-Edition von den Qualitäten von „The Wild Boys“ überzeugen will, kann dies noch bis zum 13. Juli 2021 in der Arte-Mediathek erledigen. Aber Vorsicht: Der Text unter dem Stream geht inhaltlich etwas weiter als meine Rezension.

Die Filme der „Drop Out“-Reihe von Bildstörung haben wir in unserer Rubrik Filmreihen aufgeführt.

Veröffentlichung: 25. Oktober 2019 als 2-Disc Special Edition Blu-ray (inkl. Bonus-DVD) und 2-Disc Special Edition DVD (inkl. Bonus-DVD)

Länge: 110 Min. (Blu-ray), 105 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Französisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Les garçons sauvages
F 2017
Regie: Bertrand Mandico
Drehbuch: Bertrand Mandico
Besetzung: Pauline Lorillard, Vimala Pons, Diane Rouxel, Anaël Snoek, Sam Louwyck, Mathilde Warnier, Elina Löwensohn
Zusatzmaterial: Vier Kurzfilme von Bertrand Mandico: „Depressive Cops“ (2016, 12 min.), „Any Virgin Left Alive?“ (2015, 9 min.), „Our Lady of Hormones“ (2014, 31 min.), „Prehistoric Cabaret“ (2013, 10 min.), Trailer, Behind the Scenes, Deleted Scenes, 16-seitiges Booklet mit einem Text von Olaf Möller und einem Interview mit Bertrand Mandico, Schuber
Label: Bildstörung
Vertrieb: AlIve AG

Copyright 2021 by Andreas Eckenfels

Szenenfotos: © 2019 Ecce Films, unterer Packshot & Trailer: © 2019 Bildstörung

 

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Pinocchio (2019) – Bilder aus der Kindheit

Pinocchio

Von Andreas Eckenfels

Fantasy-Abenteuer // Ohne Zweifel gehört das Kinderbuch „Die Abenteuer des Pinocchio“ (1883) des italienischen Autors Carlo Collodi (1826–1890) zu den bekanntesten Büchern der Weltliteratur. In 240 Sprachen übersetzt, beflügelt die Geschichte um den bettelarmen Tischler Geppetto und den Holzjungen Pinocchio seit mehr als 135 Jahren die Fantasie großer und kleiner Leser und zahlreicher Künstler. Die wachsende, lange Nase wurde durch „Pinocchio“ zum Synonym für das Lügen. Die wohl bekannteste Verfilmung des Stoffes ist der Disney-Zeichentrickfilm von 1940, der zwei Oscars gewann. Viele weitere Adaptionen folgten, darunter auch moderne Annährungen wie Steven Spielbergs „A.I. – Künstliche Intelligenz“ (2001). Aktuell arbeitet Guillermo Del Toro an einem „Pinocchio“-Stop-Motion-Animationsmusical, welches 2021 bei Netflix abrufbar sein soll. Zuvor versuchte sich mit Matteo Garrone einer der derzeit interessantesten zeitgenössischen Regisseure Italiens an einer Neuinterpretation des Stoffes. Sie wurde auf der Berlinale 2020 außer Konkurrenz in der Sektion „Berlinale Special Gala“ präsentiert.

Geppetto hat einen Holzjungen geschnitzt, der lebendig wird

Für Garrone, der für „Gomorrha – Reise in das Reich der Camorra“ (2008) und „Dogman“ (2018) je eine Nominierung für den BAFTA Award erhielt, ist „Pinocchio“ ein Herzensprojekt: Pinocchio ist ein Traum, der in der Zeit zurückgeht, zurück in meine Kindheit. Auf meinem Schreibtisch habe ich immer noch mein eigenes „Pinocchio-Storyboard“, das ich als Kind zeichnete und ausmalte. Eine meiner wichtigsten und meistgeliebten Erinnerungen.

Ein echter Junge werden!

Große Änderungen hat Garrone an der klassischen Geschichte nicht vorgenommen. Zu sehr haben sich ihm wohl die eigenen Bilder aus der Kindheit ins Gedächtnis gebrannt, die er nun prächtig auf der Leinwand zum Leben erweckt. Bereits in „Das Märchen der Märchen“ (2015) schwelgte der Italiener in visueller Opulenz, das Produktionsdesign und die Kostüme von „Pinocchio“ stehen dem in nichts nach. Zudem wurde in Apulien und der Toskana in wunderschönen, rural geprägten italienischen Landschaften gedreht.

Pinocchio mag nicht brav die Schulbank drücken und büxt aus

Mit Oscar-Preisträger Roberto Benigni („Das Leben ist schön“, 1997) fand Garrone die optimale Besetzung für Geppetto. Wie er als hungriger Tischler den Gastwirt liebevoll nervt, bis er eine kleine Mahlzeit aufs Haus erhält – so tragikomisch bekommt das nur Benigni hin. Im bewährtem Stakkato-Ton redete er sich auch auf der Berlinale-Pressekonferenz in Rage und äußerte ebenso seine Liebe für den Klassiker: Er selbst hatte 2002 den Stoff in „Pinocchio“ inszeniert; außer Regie und Drehbuch auch die Titelrolle übernommen.

Er trifft auf die Marionetten des Puppenspielers Feuerfresser (h.)

Nach seinem Auftritt als verständnisvoller Vater überlässt Benigini dann dem 2010 geborenen „Pinocchio“-Darsteller Federico Ielapi die Bühne, der auf seiner abenteuerlichen Reise der Rolle und seinem Kostüm geschuldet nicht so viel Bewegungsfreiheit besitzt, hier mit seinen großen Augen, herzzerreißend, flehender Stimme und vielen Fragen die Welt erkundet und dabei auf allerlei Halunken trifft. Da ist zunächst der Feuerfresser genannte Puppenspieler (Gigi Proietti), später gesellen sich der Kater (Rocco Papaleo) und der Fuchs (Massimo Ceccherini) hinzu, zuletzt etwa der Kutscher (Nino Scardina), der die Kinder in Esel verwandelt und verkauft. Dagegen stehen aber auch die Wesen, die dem armen Holzjungen wohlgesonnen sind, darunter die Grille (Davide Marotta) und vor allem die zunächst junge (Alida Baldari Calabria), dann erwachsene Fee (Marine Vacth), die dem Holzknaben zur Mutterfigur wird.

Sie alle begleiten Pinocchio auf seinem Weg und tragen dazu bei, dass sein größter Wunsch in Erfüllung gehen wird: ein echter Junge zu werden!

Allgemeingültige Werte

„Pinocchio“ hat über die Jahrzehnte verschiedene Lesarten erfahren, aber die naheliegendste bleibt, dass sich um einen Entwicklungsroman handelt: Der zunächst naive und recht freche Holzjunge, der weder auf seinen Vater noch auf andere Beraterfiguren hört und so einige schlechte Erfahrungen sammelt, reift zunehmend heran und besinnt sich auf die wichtigen Dinge des Lebens: nicht lügen, faul oder egoistisch zu sein sowie Vater und Mutter zu ehren. Die allgemeingültigen Werte, die das Buch auf herzlich-märchenhafte Art vermittelt, machen Carlo Collodis Werk so zeitlos. Wenn man dagegen die Kurzgeschichten aus dem „Struwwelpeter“ (1844) von Heinrich Hoffmann (1809–1894) zum Vergleich heranzieht, vermittelt das Erziehungsbuch des deutschen Arztes und Psychologen die Lehren auf eine deutlich drastischere Weise. Das verstört die Kinder stärker und flößt ihnen mehr Angst ein, als wenn sie mit Pinocchio mitleiden, wenn der Junge sogar fast stirbt oder in einen Esel verwandelt wird.

Die Halunken Kater (r.) und Fuchs (l.) wollen Pinocchio übers Ohr hauen

Auch Regisseur Matteo Garrone verfolgt den didaktischen Ansatz von Collodi, wenn etwa die Grille dem Helden immer wieder ins Gewissen redet. Allerdings erhebt er auch nicht zu stark den erhobenen Zeigefinger, sondern konzentriert sich ganz auf die erzählerische und visuelle Kraft der einzelnen Episoden.

Phantastische Tierwesen

Die Bilder aus seiner Kindheit hat Garrone grandios auf die Leinwand projiziert, doch brauchte es dafür einen neuen Film? Nicht unbedingt, denn neue Sichtweisen hat seine Adaption kaum zu bieten. Was aber beeindruckt, ist die Handwerkskunst seines „Pinocchio“ – auch, wenn diese in den ersten Minuten etwas gewöhnungsbedürftig ist: Ähnlich kunstvoll wie Geppetto mit ruhiger Hand einen Holzblock meißelt, gingen die Masken- und Kostümbildner zu Werke. Nicht nur Holzjunge Pinocchio erhält mit Pinselstrichen eine perfekte Maserung – auch andere Figuren wie die Grille, die Schnecke, die als Haushaltshilfe in der Villa der Fee lebt, oder der Thunfisch im Inneren des Riesenhais entstanden auf diese Art. Dabei bleibt der Darsteller hinter der Maske aber immer noch gut zu erkennen. Im Kontrast dazu lässt Garrone Kater und Fuchs hingegen menschlich, sie erhalten nur einige, ihren tierischen Rollen entsprechenden charakteristische Schönheitskorrekturen. CGI kam nur gezielt zum Einsatz, besonders wenn Pinocchios Nase wächst. Dass solche Verbindungen von Tier und Mensch bei falscher Herangehensweise auch ziemlich in die Hose gehen können, zeigte zuletzt eindrucksvoll das Hollywood-Musical „Cats“ (2019). Bei „Pinocchio“ hingegen wurde bis ins letzte Detail alles richtig gemacht, um beeindruckende, phantastische Tierwesen zu zeigen.

Garrones „Pinocchio“-Vision ist auch nicht kunterbunt, es herrscht eine erdige Farbpalette vor. Zudem schimmert besonders im Geppettos Dorf ein sozialer Realismus vor, der das Märchenhafte der Geschichte mitunter recht stark zur Seite wischt. Die düstere Stimmung versucht der Regisseur allerdings immer wieder zu brechen, indem er auch die satirischen Qualitäten der Vorlage aufgreift. Als Beispiel seien die Ärzte genannt, die über Pinocchios Gesundheitszustand streiten: „Er wird leben!“ – „Er wird sterben!“

Prächtiges Bilderbuch

Es lohnt sich also, die Abenteuer des Pinocchio mit der prächtigen Neufassung von Matteo Garrone neu oder wieder zu entdecken. Auch die italienische Filmindustrie zeigte sich von dem Werk äußerst angetan: „Pinocchio“ wurde in 15 Kategorien für den wichtigsten italienischen Filmpreis, den David di Donatello, nominiert und gewann fünf Trophäen. Noch erfolgreicher lief es bei der Verleihung des Nastro d’Argento, der von den Filmjournalisten Italiens vergeben wird: Hier konnte „Pinocchio“ sieben Preise gewinnen.

Die Fee hilft Pinocchio aus brenzligen Situationen

Dem Werk mehr als angemessen, erweist sich das Mediabook von capelight pictures als echtes Prachtexemplar, welches in zwei Versionen erscheint: Entweder mit 4K UHD und Blu-ray oder mit Blu-ray und DVD. Wer bereits einen UHD-Player sein Eigen nennt, sollte nicht zögern und sich das UHD-Mediabook gönnen. Gerade in den sehr dunklen Sequenzen, nehmen wir etwa das Innere des Riesenhais, kitzelt die höhere Auflösung noch mehr Kontraste heraus. Die Panoramaaufnahmen der Landschaften kommen ebenfalls viel besser zur Geltung.

Der Inhalt des Mediabooks ist mit 60 Seiten richtig dick geworden. Allerdings: Es gibt diesmal bis auf einige Produktionsnotizen nicht viel Lesestoff. Das stört allerdings überhaupt nicht: Stattdessen gibt es wunderschöne Illustrationen von Enrico Mazzanti (1850–1910) zu bestaunen, der mit den Zeichnungen der „Pinocchio“-Erstausgabe betraut wurde. Im Anschluss gibt es weitere Seiten mit Konzeptideen und Designs zu den verschiedenen Figuren sowie Szenografien, die alle noch einmal zeigen, wie viel Liebe Matteo Garrone und seine großen und kleinen helfenden Hände in dieses Projekt gesteckt haben. Passend zum Film ist dieses Mediabook also diesmal mehr ein Bilder- als ein Lesebuch, welches in keiner gut sortierten Sammlung fehlen sollte.

Alle in „Limited Collector’s Edition“ von capelight pictures veröffentlichten Filme haben wir in unserer Rubrik Filmreihen aufgelistet.

Veröffentlichung: 13. November als 4K UHD, 16. Oktober 2020 als 2-Disc Limited Collector’s Edition Mediabook (4K UHD und Blu-ray), 2-Disc Limited Collector’s Edition Mediabook (Blu-ray und DVD), Blu-ray und DVD

Länge: 126 Min. (4K UHD, Blu-ray), 120 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 6
Sprachfassungen: Deutsch, Italienisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Pinocchio
IT/F/GB 2019
Regie: Matteo Garrone
Drehbuch: Matteo Garrone, Massimo Ceccherini, nach dem Kinderbuch von Carlo Collodi
Besetzung: Federico Ielapi, Roberto Benigni, Rocco Papaleo, Massimo Ceccherini, Marine Vacth, Gigi Proietti, Davide Marotta, Alida Baldari Calabria
Zusatzmaterial: Making-of (5 min.), Trailer, Filmtipps; nur Mediabook: 60-seitiges Booklet mit Illustrationen, Produktionsnotizen und Designkonzepten
Label: capelight pictures
Vetrieb: Al!ve AG

Copyright 2020 by Andreas Eckenfels

Szenenfotos, Packshot & Trailer: © 2020 capelight pictures

 

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