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Das Filmjahr 2015 – Top Ten Simon Kyprianou (II)

Von Simon Kyprianou

5. Alles steht Kopf

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Alles steht Kopf (© Disney/Pixar. All Rights Reserved)

Der Film versucht gar nicht erst, komplexe Dinge zu vereinfachen, und das ist seine große Qualität. Unglaublich emphatisch und lebensklug lädt „Alles steht Kopf“ dazu ein, sich in seiner fantastisch arrangierten Welt zu verlieren.

4. Bridge of Spies – Der Unterhändler

Ungewöhnlich kühle Bilder für Steven Spielberg, inhaltlich aber voll von wunderbarem Pathos, glücklicherweise niemals bieder patriotisch – ganz im Gegenteil. Außerdem unheimlich elegant inszeniert und fantastisch fotografiert von Janusz Kaminski. Nach dem etwas trockenen „Lincoln“ wieder ein fantastischer Spielberg.

3. Carol

Maybe the only way to be transgressive these days is to be shockingly tasteful. So John Waters über Todd Haynes’ Patricia-Highsmith-Verfilmung mit Cate Blanchett. Der schönste Film des Jahres.

2. Polizeiruf 110 – Kreise

Der Münchner „Polizeiruf“ ist anscheinend ein Tummelplatz für großartige Regisseure: 2014 sahen wir Dominik Grafs „Smoke on the Water“ (vorher schon seinen unglaublichen „Cassandras Warnung“), 2015 dann „Kreise“ von Christian Petzold. Ein fantastischer Genrefilm in dem der Regisseur viele seiner Motive aufregend variiert, voller Verlangen und Erotik. Am Ende steht die schönste Liebeserklärung ans Kino seit langer Zeit.

1. Mad Max – Fury Road

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Mad Max – Fury Road (© Warner Bros. Ent.)

Inmitten eines millionenschweren Blockbusters setzt ein Auteur seine ganz eigenen Vorstellungen von radikalem (Action-)Kino durch, wild und ungestüm, zärtlich und poetisch. Mit durchaus radikalen feministischen Tendenzen, Beraterin war keine Geringere als Eve Ensler, Autorin von „Die Vagina Monologe“. Ein fantastisches kleines Wunder, eine derart eigensinnige Stimme mitten im Blockbuster-Einerlei. Hoffentlich kann sich Miller bei der Fortsetzung ebenso durchsetzen gegen kommerzielle und künstlerische Einschränkungen.

Zu meinen Rängen 10 bis 6 geht’s hier.

Copyright 2016 by Simon Kyprianou

 
Ein Kommentar

Verfasst von - 2016/01/02 in Film

 

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Mad Max – Fury Road: Irrsinns-Spektakel auf der Straße des Zorns

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Mad Max – Fury Road

Kinostart: 14. Mai 2015

Von Volker Schönenberger

SF-Endzeit-Action // Ein Vierteljahrhundert haben die Fans auf den vierten Auftritt von Max Rockatansky gewartet. Hat es sich gelohnt? Aber sicher!

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Max gibt eine gute Kühlerfigur ab

Erinnert sich noch jemand an den jungen Mel Gibson? Jenen Mel Gibson, der 1979 in seinem ersten Auftritt als „Mad Max“ wie eine Urgewalt über das Kinopublikum kam und im folgenden Jahrzehnt dank dieser Rolle und seinen Auftritten als etwas durchgeknallter Cop in der „Lethal Weapon“-Reihe zu einem der größten Actionstars aufstieg? Das waren noch Zeiten für Typen wie mich, die mit dem Actionkino der 80er-Jahre aufgewachsen sind. Behalten wir Gibson einfach so in Erinnerung, er war zwar für den vierten „Mad Max“-Film vorgesehen, aber es sollte nicht sein.

Tom Hardy beerbt Mel Gibson

Wenden wir uns Tom Hardy zu – der coolen Sau. Schon seit der Jahrtausendwende aktiv, hatte er 2001 eine nicht allzu große Rolle in Ridley Scotts „Black Hawk Down“. Von da an ging es stetig bergauf, „Inception“ (2010) und „Warrior“ (2011) markieren weitere wichtige Stationen, bevor Hardy 2012 als Batmans Gegenspieler Bane in „The Dark Knight Rises“ endgültig in die Riege der Großen vorstieß. Dass er einen Film auch allein tragen kann, bewies er 2008 mit der Titelrolle in Nicolas Winding Refns Knastdrama „Bronson“ und zuletzt mit „No Turning Back“. Aber Mel Gibsons Erbe als Mad Max ist doch eine ganz eigene Hausnummer. Schauen wir es uns an:

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Gejagte: Furiosa

In einer postapokalyptischen Wüstenwelt Mitte des 21. Jahrhunderts geht Hardys Max Rockatansky gleich in die Vollen. Kaum dass er eine zweiköpfige Eidechse verspeisen konnte, wird er auch schon von den wahnwitzigen Horden des Despoten Immortan Joe (Hugh Keays-Byrne) gejagt und gefangen. Fortan soll er einem der anämischen Krieger als lebender Dauer-Blutspender dienen. Doch ehe er es sich versieht, hat man ihn als lebende Gallionsfigur vorn an einem Wagen befestigt, der als Teil einer motorisierten Streitmacht die abtrünnige Imperator Furiosa (Charlize Theron) jagt.

Street-Action ohne Innehalten

Ein Action-Roadmovie ist „Mad Max – Fury Road“ geworden – und was für eins. Zeit zum Durchatmen? Fehlanzeige. Der Film beginnt furios und legt dann permanent eine Schippe drauf. Und wenn man glaubt, dass nichts mehr geht, kommt noch eine Schippe. Auf der Fury Road entbrennt von Anfang bis Ende eine irrwitzige Verfolgungsjagd mit Wagen, die ganz sicher nicht in den Designstudios der Autohersteller entworfen worden sind. Wer seinerzeit die Fahrzeuge in „Mad Max 2 – Der Vollstrecker“ mochte, müsste angesichts dieser Vehikel in Entzücken verfallen. Ihre morbide Detailverliebtheit harmoniert dabei ganz vorzüglich mit den Schergen des Immortan Joe und anderer finsterer Gesellen.

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Das Jagdgeschwader

Das Ganze wird vorangetrieben von einem mächtigen Soundtrack. Der folgt zwar dem an sich nervigen Trend zur Dauerbeschallung, in diesem Fall passt das aber. Gedreht wurde übrigens hauptsächlich in Namibia, weil der zwischenzeitlich vorgesehene Wüsten-Drehort in Australien nach einer plötzlichen Regenphase in voller Blüte stand, was logischerweise nicht zum Endzeit-Szenario gepasst hätte.

Mehr herumfliegende Körperteile bitte!

Etwas blutiger hätte all das sein können. Obwohl es gnadenlos zugeht und Menschenleben nichts zählen, galt der Blick der Produzenten doch einer Altersfreigabe, die das Kino auch jugendlichen Zuschauern öffnet. Bei der Vielzahl an Zusammenstößen, Überschlägen und Explosionen wären ein paar derbere Sequenzen angemessen gewesen, in denen Körper zerfetzt und Gliedmaßen abgetrennt werden.

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Immortan Joe will zurück, was seins ist

Fein, dass die Kontinuität auf dem Regiestuhl gewahrt bleibt. Drehbuchautor und Regisseur George Miller weiß eben, was einen „Mad Max“-Film ausmacht, auch wenn er sich zwischenzeitlich mit „Schweinchen Babe“ und Pinguin Mumble aus den „Happy Feet“-Filmen ganz anderen Figuren zugewandt hatte.

Charlize Theron als Einarmige

Das Panoptikum der Figuren ist eine Augenweide. Charlize Theron steht als coole Kämpferin mit künstlichem Arm Tom Hardy adäquat zur Seite. Dann haben wir Nicholas Hoult („X-Men – Zukunft ist Vergangenheit“) als Nux, einer der „War Boys“ von Immortan Joe. Zu Beginn schien mir die Figur eher Staffage zu sein – ein Durchgeknallter, der bald draufgeht. Doch im Verlauf erweist sich Nux als zäher und wandlungsfähiger Bursche.

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Blutarm und durchgeknallt: Nux hofft auf Valhalla

Immortan Joe hat mit dem von Nathan Jones verkörperten Rictus Erectus einen grobschlächtigen, aber unbesiegbar scheinenden Bodyguard an der Seite. Apropos Immortan Joe: Seinen Darsteller Hugh Keays-Byrne kennen wir als Oberschurke Toecutter aus – genau: „Mad Max“.

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Deutsche Wertarbeit im Schlachtengetümmel

Wo genau „Mad Max – Fury Road“ zeitlich im Kosmos des Herrn Rockatansky angesiedelt ist, bleibt offen. Vielleicht nach Teil 2? Oder anschließend an „Mad Max – Jenseits der Donnerkuppel“ mit Tina Turner? Egal – der Film dient ohnehin als Vehikel weiterer Fortsetzungen, da ist es ohne Belang, ob man ihn als Sequel oder als Reboot sieht. Warner Bros. hat zwar noch nicht bestätigt, dass es einen fünften und sechsten Teil geben wird, Tom Hardy hingegen schon. Freuen wir uns darauf? Aber sicher!

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Inferno im Wüstensand

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Charlize Theron sind in unserer Rubrik Schauspielerinnen aufgeführt, Filme mit Tom Hardy und Nicholas Hoult unter Schauspieler.

Länge: 120 Min.
Altersfreigabe: FSK 16
Originaltitel: Mad Max – Fury Road
AUS/USA 2015
Regie: George Miller
Drehbuch: George Miller, Brendan McCarthy, Nick Lathouris
Besetzung: Tom Hardy, Charlize Theron, Nicholas Hoult, Hugh Keays-Byrne, Zoë Kravitz, Rosie Huntington-Whiteley, Megan Gale, Riley Keough, Nathan Jones
Verleih: Warner Bros. Pictures Germany

Copyright 2015 by Volker Schönenberger

Filmplakat, Fotos & Trailer: © 2015 Warner Bros. Ent.

 
2 Kommentare

Verfasst von - 2015/05/14 in Film, Kino, Rezensionen

 

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