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Fifty Shades of Grey – Gefährliche Liebe: Liebe als Rettung vor SM?

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Fifty Shades Darker

Kinostart: 9. Februar 2017

Von Matthias Holm

Erotikdrama // Abgestraft von den Kritikern, dennoch extrem erfolgreich – das schafft nicht nur DC mit seinen aktuellen Realverfilmungen, das war 2015 auch bei „Fifty Shades of Grey – Geheimes Verlangen“ zu bemerken. Dass die Kinoumsetzung des vermeintlichen Skandalromans den Trubel nicht wert ist, da er nicht nur ein fragwürdiges Bild der Sadomaso-Szene liefert, sondern auch filmisch einfach missraten ist, fällt dabei meist nicht ins Gewicht. Immerhin schafft es Neu-Regisseur James Foley, den Vorgänger mit dem zweiten Teil an manchen Stellen zu übertreffen – ein guter Film ist allerdings auch ihm nicht gelungen.

Dieses Mal ohne Spielzimmer!

Anastasia (Dakota Johnson) hat sich nach den Ereignissen des ersten Films gefangen und einen neuen Job gefunden. Auch wenn sie nur Assistentin des schmierigen Verlegers Jack Hyde (Eric Johnson) geworden ist, fühlt sie sich in ihrer Position doch recht wohl. Christian Grey (Jamie Dornan) hingegen hat seine ehemalige Gespielin nicht vergessen und lädt sie zu einem Essen ein. Natürlich funkt es wieder zwischen den beiden, doch dieses Mal möchte Anastasia anders an die Beziehung herangehen – ohne Verträge, ohne Spielzimmer. Doch kann Christian so eine Beziehung überhaupt führen?

Fifty Shades Darker

Christian und Ana finden wieder zusammen

„Fifty Shades of Grey – Gefährliche Liebe“ gelingt etwas, das man im Erstling schmerzlich vermisste: Man interessiert sich für die beiden Hauptfiguren. Anastasia ist inzwischen eine selbstbewusste junge Frau, die sich nicht so leicht die Butter vom Brot nehmen lässt. Das ist viel angenehmer anzuschauen als das naive Mauerblümchen zuvor. Christian seinerseits bekommt viel mehr Tiefe, erfährt der Zuschauer doch einiges mehr aus seiner Vergangenheit. Dabei machen beide Figuren während der Laufzeit eine schöne Wandlung durch. So gewöhnt sich Anastasia immer mehr an die etwas schmerzhaften Sexualpraktiken von Mr. Grey. Fand sie am Ende des ersten Teils die Klapse auf den Hintern noch furchtbar, ist dies nun ein Teil ihrer Beziehung, der ausgebaut und dabei deutlich gezeigt wird.

Die Vergangenheit von Mr. Grey

Interessanter hierbei ist jedoch eine Einsicht von Christian: Er sagt selbst von sich, dass er kein typischer dominanter Part einer SM-Beziehung ist, sondern durch den frühen Tod seiner Mutter und den Missbrauch, dem er als Jugendlicher ausgesetzt war, zum Sadisten geworden ist. Dadurch führt die Liebe zu Anastasia nicht hinaus aus der SM-Szene, sondern zu einer Epiphanie über sich selbst. So viel Reflexion ist löblich und rückt einige Aussagen aus „Geheimes Verlangen“ in einen anderen Kontext – doch auch „Gefährliche Liebe“ umschifft bestimmte Stigmatisierungen nicht ganz. Denn mit einer neuen Figur, der Stalkerin Leila (Bella Heathcote), wird eine Frau eingeführt, der das Spiel zwischen Dom und Sub psychisch nicht gutgetan hat.

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Leila stellt Anastasia hinterher

Und obwohl es nun leichter fällt, Anastasia und Christian zuzusehen – spannend ist das auch diesmal nicht. Sämtliche Probleme werden innerhalb einer Sequenz jeweils sogleich gelöst. Es gibt keinen Spannungsbogen, das Paar wird vor keine ernst zu nehmenden Gefahren gestellt. Die Szenen, in denen Eric Johnson als Jack Hyde auftritt, sind noch die spannendsten, aber sie lassen sich an einer Hand abzählen. Dass diese Figur zusammen mit der Friseurin Elena (Kim Basinger), die eine dunkle Verbindung zu Christians Vergangenheit hat, als Antagonisten für den letzten Teil in Stellung gebracht werden, wirkt durch ihre kurzen Auftritte eher lächerlich als bedrohlich.

Wenig Abwechslung bei Ton und Bild

Untermalt wird das Ganze von einem austauschbaren Soundtrack. Lediglich ein Lied ragt aus dem Pop-Einheitsbrei heraus, der die Szenen eintönig hinterlegt. Und wenn Mr. Grey zu „So Lonely“ von The Police Turnübungen vollführt, ist das zwar nicht spektakulär, bleibt aber durch den Bruch zum Rest im Gedächtnis. Ähnliches gilt für die Bilder: Nur ganz, ganz selten weicht James Foley vom glattgebügelten Einheitslook ab. Das ist zwar alles schön anzusehen, auch in den vielen Sex-Szenen, aber nachhaltig in Erinnerung bleibt hier wenig.

Fifty Shades Darker

Passiert jetzt das Gleiche wie bei „Eyes Wide Shut“?

„Gefährliche Liebe“ ist im Großen und Ganzen besser als der erste Film, gerade die genauere Zeichnung der Figuren hilft ungemein. Warum man nun aber mit den beiden reichen, erfolgreichen und schönen Menschen mitfiebern soll, bleibt weiter im Unklaren. Vielleicht bildet ja der dritte Teil einen dramaturgischen Höhepunkt und wird so zu einem guten Film.

Fifty Shades Darker

Jack ist ein wenig aufdringlich

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Kim Basinger und/oder Marcia Gay Harden sind in unserer Rubrik Schauspielerinnen aufgelistet.

Länge: 118 Min.
Altersfreigabe: FSK 16
Originaltitel: Fifty Shades Darker
USA 2017
Regie: James Foley
Drehbuch: Niall Leonard, nach einem Roman von E. L. James
Besetzung: Dakota Johnson, Jamie Dornan, Eric Johnson, Eloise Mumford, Bella Heathcote, Rita Ora, Luke Grimes, Kim Basinger, Marcia Gay Harden
Verleih: Universal Pictures Germany GmbH

Copyright 2017 by Matthias Holm

Filmplakat, Fotos & Trailer: © 2017 Universal Pictures Germany GmbH

 

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Die Tribute von Panem – Catching Fire: Girl on Fire

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Kinostart: 21. November 2013

Von Matthias Holm

SF-Action // Sie brennt wieder. Nach ihrem Oscargewinn für „Silver Linings“ schlüpft Jennifer Lawrence zum zweiten Mal in die Rolle, die sie bei einem breiteren Publikum bekannt machte: Katniss Everdeen, das Mädchen, das in Flammen steht. Die Verfilmung des ersten Panem-Buches aus der Feder von Suzanne Collins wurde nicht nur von den Fans gefeiert, auch die Kritiker sahen, dass die Dystopie, in der Jugendliche sich bis zum Tod bekämpfen müssen, mehr als nur eine plumpe „Battle Royale“-Kopie war. Der zweite Film knüpft nun nahtlos an den starken Vorgänger an – offenbart aber bei der Inszenierung leider ein paar Schwächen.

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Katniss ist bereit für den Kampf

Katniss muss zurück in die Arena

Nachdem Katniss (Jennifer Lawrence) es mit einem Trick geschafft hat, dass sowohl sie als auch ihr Mitstreiter Peeta Mellark (Josh Hutcherson) die 74. Hungerspiele gewinnen, lebt sie zusammen mit ihrer Familie weiter in Distrikt 12 und wird von den Ereignissen in der Arena heimgesucht. Auf der „Tour der Sieger“, bei der die Gewinner Reden auf die gefallen Tribute der einzelnen Distrikte halten sollen, wird Katniss klar, dass sie etwas angestoßen hat: Die Menschen trauen sich, dem übermächtigen Kapitol Widerstand zu leisten. Das sieht allerdings auch der Herrscher von Panem, Präsident Snow (Donald Sutherland). Um zu demonstrieren, dass sich niemand ungestraft gegen das Kapitol stellt, schmiedet er mit dem neuen obersten Spielmacher Plutarch Heavensbee (Philip Seymour Hoffman) einen Plan. Bei der nächsten Ausgabe der Hungerspiele werden die Teilnehmer der Distrikte aus den bisherigen Siegern ausgelost – und so muss Katniss zurück in die Arena.

Kenner des Buches können beruhigt sein: Dem neuen Regisseur Francis Lawrence („I Am Legend“) gelingt es, die Welt von Panem ebenso hervorragend auf die Leinwand zu übertragen wie sein Vorgänger Gary Ross. Ob die dreckigen und heruntergekommen Distrikte, der prunkvolle Präsidentenpalast oder die tropische Arena – die Schauwerte sind einem Blockbuster dieser Größe angemessen.

Die „Love Interests“ bleiben blass

Auch die schauspielerischen Leistungen stimmen. Jennifer Lawrence zeigt wieder mal, dass sie eine der talentiertesten Schauspielerin der Traumfabrik ist, Woody Harrelson sorgt als versoffener Mentor Haymitch erneut für trockene One-Liner und Donald Sutherland gibt Präsident Snow genau die Portion Arroganz, die die Rolle benötigt. Auch die Neuzugänge spielen überzeugend, allen voran Philip Seymour Hoffman als undurchschaubares Superhirn hinter der neuen, noch tödlicheren Arena sowie Sam Claflin als charismatischer Tribut aus Distrikt 4, Finnick Odair (auch wenn seine Synchronstimme nicht so richtig zu ihm passen will). Die einzigen Darsteller, die da ein wenig abfallen, sind ausgerechnet die beiden „Love Interests“ von Katniss: Liam Hemsworth hat wie schon im ersten Film einfach zu wenig Leinwandzeit, um seiner Figur Profil zu verleihen, Josh Hutcherson bleibt als Peeta weiterhin der verliebte Milchbubi, der super malen kann.

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Präsident Snow, der Mann für die großen Gesten

Da die Tribute wissen, dass sie vom Kapitol betrogen wurden, halten sie sich nicht lange mit der im ersten Film noch recht elementaren Suche nach Sponsoren auf, die ihnen während der Spiele helfen können. Stattdessen suchen sie Verbündete und versuchen, die Spiele zu sabotieren. In der berühmten Talkshow mit Caesar Flickerman (Stanley Tucci) vor den Spielen halten alle Teilnehmer mehr oder weniger offensichtliche Hasstiraden gegen das Kapitol und die Ungerechtigkeit, wieder in die Arena zu müssen. Regisseur Lawrence nimmt sich genügend Zeit, um die neuen Kandidaten des Todesspiels vorzustellen und zu charakterisieren. Das ist auch bitter nötig, denn sobald die Arena betreten wird, soll das Gemetzel losgehen.

Bedrohliche Paviane

So zumindest war es beim ersten Film. Auch wenn die Wackelkamera teilweise genervt hat, war man auf diese Weise doch ein wenig näher am Geschehen, konnte die Panik der Teilnehmer beinahe spüren. Auch in den Sterbeszenen gab es da kein Pardon: Wenn jemand von einem Speer oder Pfeil durchbohrt wurde, hat man das recht deutlich gesehen. Lawrence scheint vor dieser Art der Gewaltdarstellung Angst zu haben. Da geht schnell eine Tür zu, wenn ein alter Mann exekutiert wird, oder es wird fix zu einem anderen Zweikampf geschnitten, bevor man als Zuschauer überhaupt die Chance hat, sich zu vergewissern, ob der gerade beschossene Tribut nun tot ist oder nicht. Damit nimmt Lawrence seinem Film einiges an Wirkung. Denn gerade die Todesszenen haben einen schwer schlucken lassen und zum Nachdenken über die Sinnlosigkeit der Hungerspiele angeregt. Was ihm allerdings hervorragend gelingt sind die Fallen der Arena. Noch nie waren Paviane so bedrohlich, giftige Nebelschwaden so unheimlich.

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Gale wird von Friedenswächtern verhaftet

Am Ende fühlt sich der Film trotz seiner fast zweieinhalbstündigen Laufzeit fast ein wenig gehetzt an. Er ist im Grunde genommen viel zu schnell vorbei und am Ende werden wichtige Storyelemente fast beiläufig erklärt. Trotzdem ist „Catching Fire“ ein sehr guter Blockbuster mit tollen Schauspielern. Wer den ersten Film noch nicht gesehen hat: Am besten nachholen und ab ins Kino!

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Jennifer Lawrence sind in unserer Rubrik Schauspielerinnen aufgelistet, Filme mit Woody Harrelson und Donald Sutherland unter Schauspieler.

Länge: 146 Min.
Altersfreigabe: FSK 12
Originaltitel: The Hunger Games – Catching Fire
USA 2013
Regie: Francis Lawrence
Drehbuch: Simon Beaufoy, Michael Arndt, nach dem Roman von Suzanne Collins
Besetzung: Jennifer Lawrence, Josh Hutcherson, Liam Hemsworth, Woody Harrelson, Elizabeth Banks, Lenny Kravitz, Philip Seymour Hoffman, Stanley Tucci, Donald Sutherland, Jeffrey Wright, Amanda Plummer, Sam Claflin
Verleih: Studiocanal

Copyright 2013 by Matthias Holm

Filmplakat, Fotos & Trailer: © 2013 Studiocanal

 
2 Kommentare

Verfasst von - 2013/11/28 in Film, Kino, Rezensionen

 

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