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The Timber – Vorbild Sergio Corbucci

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The Timber

Gastrezension von Simon Kyprianou

Western // Jebediah Seagrave ist der Chef einer Goldsucher-Verbrecherbande, die in den Bergen ihr Unwesen treibt. Auf seine Fersen setzen sich zwei ungewöhnliche Kopfgeldjäger: seine beiden Söhne Samuel (Josh Peck) und Wyatt (James Ransone), die Jebediah verlassen hatte, als sie noch Kinder waren. Die beiden verschuldeten Brüder wollen mit dem Kopfgeld ihr Haus vor der Bank retten. Samuel ist zudem gerade erst Vater geworden und muss seine Frau Lisa (Elisa Lasowski) und sein Kind versorgen. So machen sich Samuel und Wyatt auf die gefährliche Reise in die Berge.

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Wyatt ahnt, dass es keine leichte Mission wird

Mit „The Timber“ knüpft Regisseur Anthony O’Brian inhaltlich an ein großes Vorbild an: an Sergio Corbuccis hintersinnige Kapitalismus-Kritik „Leichen pflastern seinen Weg“ von 1968. Wie Corbucci nutzt O’Brian das Motiv des Schnees, das die Landschaft in einen apokalyptischen, menschenfeindlichen Elendsort verwandelt. Dieser Ort steht sinnbildlich für das Verbrechen, die Gier und den Hass, der die Welt umhüllt. Wie bei Corbucci gibt es ein Terror-System, das sich im ungestraften Rausch der Gewalt befindet und dabei die kleinen Leute reihenweise leiden lässt.

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Prompt wird’s auch schon gefährlich

Von bestechender Schönheit sind die großartigen Bilder, die die verschneite Welt zu einer hypnotischen Eishölle werden lassen. Was den während eines harten Winters in Rumänien entstandenen Film aber trotz seiner ohnehin knappen 85 Minuten ausbremst, ist seine holprige Dramaturgie, die Gedanken, Beziehungen und Motive oft unwirsch abbricht und nicht zu Ende führt. Es ist die Narration, an der „Timber“ immer wieder zerbricht.

Sehr gut gelingt es O’Brian aber, die kalte Welt der Goldgräberei und das karge Überleben im ewigen Winter zu zeigen. Die Figuren bleiben geheimnisvoll, unnahbar, sie und überhaupt der Film wirken unwirsch, kalt und hart. Die Schauspieler unterstützen das, spielen rau und aggressiv.

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Die eiskalte Landschaft macht es den Menschen schwer

Anzusiedeln ist der teilweise durchwachsene aber jedenfalls interessante „The Timber“ irgendwo zwischen den Naturhöllen von Werner Herzog und den Ideologiefilmen von Sergio Corbucci. O’Brian hat mit „Timber“ erst sein zweites Werk vorgelegt. Von ihm dürfen wir noch einiges erwarten.

Veröffentlichung: 27. Februar 2015 als Blu-ray und DVD

Länge: 87 Min. (Blu-ray), 82 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: keine
Originaltitel: The Timber
USA 2015
Regie: Anthony O’Brien
Drehbuch: Steve Allrich, Anthony O’Brien, Colin Ossiander
Besetzung: James Ransone, Elisa Lasowski, Mark Caven, David Bailie, Attila Árpa, Shaun O’Hagan, Josh Peck, Elisa Lasowski, William Gaunt
Zusatzmaterial: Making-of, Trailer
Vertrieb: WVG Medien GmbH

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Mit Jebediah ist nicht gut Kirschen essen

Copyright 2015 by Simon Kyprianou
Fotos & Packshot: © 2015 WVG Medien GmbH

 

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