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Crisis – Von legalen und illegalen Drogen

Crisis

Von Volker Schönenberger

Thriller // Der DEA-Drogenfahnder Jake Kelly (Armie Hammer) bereitet als verdeckter Ermittler einen großen Fentanyl-Deal vor. Seine Chefin Garrett (Michelle Rodriguez) macht ihm Druck, in kurzer Zeit Verhaftungen zu liefern. Kelly will daraufhin seine kriminellen Handelspartner überzeugen, ganze Lkw-Ladungen des Rauschgifts über die Grenze von Kanada in die USA zu bringen. Zuvor war ein einzelner Kurier mit einer Tasche voller Fentanyl beim Versuch des Grenzübertritts geschnappt worden, was die Drogenbosse misstrauisch werden lässt und Kelly in Gefahr bringt. Zu allem Überfluss kämpft Jakes Schwester Emmie (Lily-Rose Depp) mit ihrer Drogensucht.

Ein Drogenkurier wird an der Grenze gestellt

Die alleinerziehende Detroiterin Claire Reimann (Evangeline Lilly) ist gerade von ihrer Oxycodon-Sucht runtergekommen, als die Nachricht vom Tod ihres Sohns sie aus der Bahn wirft. Er soll an einer Überdosis Rauschgift gestorben sein, doch etwas macht sie stutzig und sie versucht, auf eigene Faust herauszufinden, was geschehen ist.

Das große Geld in der Pharmabranche

Der von der knallharten Meg Holmes (Veronica Ferres) geleitete Pharmakonzern Northlight steht kurz davor, ein revolutionäres, nicht süchtig machendes Schmerzmittel auf den Markt zu bringen. Es winken gigantische Erlöse, weshalb eine vom Universitätsprofessor Dr. Tyrone Brower (Gary Oldman) vorgenommene Versuchsreihe an Mäusen mit fatalen Resultaten nicht ins Wunschbild passt. Browers Northlight-Verbindungsmann Dr. Bill Simons (Luke Evans) macht dem Akademiker deshalb ebenso Druck wie dessen Vorgesetzter Geoff Talbot (Greg Kinnear), der um die lukrativen Verbindungen der Bildungseinrichtung zu dem milliardenschweren Unternehmen fürchtet.

Drogenfahnder Jake Kelly fädelt undercover einen großen Deal ein

Mann, ist das spannend! Und clever konstruiert! Zwei der Handlungsstränge werden sich beizeiten miteinander verweben, nämlich die Ermittlungen der trauernden Mutter Claire mit den Ereignissen um den Drogenfahnder Jake. Die Geschichte um das anscheinend gefährliche Schmerzmittel und den bald von Skrupeln geplagten Universitätsprofessor weist dagegen keine direkten Verbindungen zu den erstgenannten Storylines auf. Brower entschließt sich, zum Whistleblower zu werden – er kontaktiert die zuständige Arzneimittelbehörde FDA, womit er seinen Job und seine Reputation gefährdet. Die drei Handlungsfäden entwickelten geradezu einen Sog, der mich tief in die Story hineinzog (nur widerwillig stoppte ich zwischendurch den Player, um die Wäsche aus der Maschine zu holen).

Claire Reimann will wissen, warum ihr Sohn sterben musste

Ein Blick auf die Filmografie des Regisseurs Nicholas Jarecki offenbart nur wenige Arbeiten, schon gar nicht einen solchen Knaller: Der Doku „The Outsider“ (2005) über die Dreharbeiten zu James Tobacks Thriller „When Will I Be Loved“ (2004) folgte erst 2012 mit dem Thriller „Arbitrage – Macht ist das beste Alibi“ mit Richard Gere und Susan Sarandon der erste lange Spielfilm. Zwischendurch hatte Jarecki gemeinsam mit Bret Easton Ellis („American Psycho“) dessen Kurzgeschichtensammlung „Die Informanten“ zum Drehbuch umgeschrieben – „Informers“ startete 2009 in den US-Kinos. Die neun Jahre Wartezeit vom Spielfilmdebüt bis zum Nachfolger „Crisis“ haben sich gelohnt.

Unsere Vroni!

Der Ensemblefilm mit namhafter Besetzung hätte trotz seiner ohnehin üppigen Laufzeit von knapp zwei Stunden sogar noch länger sein können, da aufgrund der vielschichtigen Story nicht jeder Star ausreichend Raum zum Atmen bekommt. Die Rollen der nicht nur aus der „Fast & Furious“-Reihe bekannten Michelle Rodriguez und Luke Evans beispielsweise fallen eher unbedeutend aus, was ich bedaure, da ich beide schätze. Aber es ist ohnehin kein Film der vielschichtigen Charaktere. Oldman liefert gewohnt souverän ab, seine Figur ist trotz einiger bald aufkommender Anschuldigungen aber gänzlich integer. Oldman hat eine feine Szene mit unserer Vroni – und auch Veronica Ferres gibt da eine gute Figur ab. Sie spielt ja immer wieder in internationalen Produktionen an der Seite großer Hollywoodstars, etwa Casey Affleck („Every Breath You Take“, 2021), Michael Caine („Best Sellers“, 2021) und Keanu Reeves („Siberia – Tödliche Nähe“, 2018).

Dr. Tyrone Brower muss sich seiner Verantwortung …

„Crisis“ thematisiert die Opioidkrise in den USA, was der Film am Ende auch mit einer Texteinblendung aufgreift. Am Rande kommt auch #metoo zum Tragen, aber nur nebenbei und nicht die Story überfrachtend. Die Gegenüberstellung der Storys um legale und illegale Rauschmittel übt einen unwiderstehlichen Reiz aus, wobei man aus einem anderen Blickwinkel gerade daran auch Kritik üben kann: Beide Storys hätten auch zwei Filme hergegeben, wobei die Northlight-Affäre dafür noch etwas aufgepeppt hätte werden müssen. Und wer ihre mangelnde Verbindung mit dem Fentanyl-Deal des Undercover-Agenten kritisiert, tut das mit einiger Berechtigung. Da mir beide Stränge unabhängig voneinander gefallen habe, wertet das den Film für mich nicht ab, aber das mögen andere anders sehen. Für mich gilt: Das Interessante ist gerade die Gegenüberstellung. Eine narrative Verzahnung kann da kontraproduktiv sein.

Karriereende für Armie Hammer?

Für Armie Hammer („Hotel Mumbai“, „Lone Ranger“) markiert „Crisis“ womöglich seine letzte große Rolle. Nach verschiedenen massiven Vorwürfen liegt seine Karriere auf Eis. Der Kinostart der längst fertigen Agatha-Christie-Verfilmung „Tod auf dem Nil“ von Kenneth Branagh wurde auf 2022 verschoben. Kevin Spacey wurde seinerzeit aus „Alles Geld der Welt“ (2017) komplett herausgeschnitten. Ob das Armie Hammer mit „Tod auf dem Nil“ auch blüht?

… und seinem Boss Geoff Talbot (l.) stellen

An Steven Soderberghs famosen „Traffic – Die Macht des Kartells“ (2000) kommt „Crisis“ nicht heran (Mensch, liegt auch schon zwei Jahrzehnte zurück), das muss aber auch nicht sein, da unter dieser Messlatte reichlich Raum für hervorragende Drogenthriller bleibt. Den nutzt „Crisis“ weidlich aus.

Bill Simons erledigt die Schmutzarbeit für …

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Evangeline Lilly und Michelle Rodriguez haben wir in unserer Rubrik Schauspielerinnen aufgelistet, Filme mit Luke Evans, Armie Hammer, Greg Kinnear und Gary Oldman unter Schauspieler.

… die Konzernchefin Meg Holmes

Veröffentlichung: 21. Mai 2021 als Blu-ray und DVD

Länge: 118 Min. (Blu-ray), 113 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Crisis
KAN/BEL 2021
Regie: Nicholas Jarecki
Drehbuch: Nicholas Jarecki
Besetzung: Gary Oldman, Armie Hammer, Evangeline Lilly, Greg Kinnear, Michelle Rodriguez, Luke Evans, Lily-Rose Depp, Guy Nadon, Veronica Ferres, Kid Cudi, Indira Varma, Nicholas Jarecki
Zusatzmaterial: Making-of, Trailer, Wendecover
Label: capelight pictures
Vertrieb: Al!ve AG

Copyright 2021 by Volker Schönenberger

Szenenfotos & unterer Packshot: © 2021 capelight pictures, Fotos: Philippe Bosse

 

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Wir waren Helden – Soldaten waren sie!

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We Were Soldiers

Von Volker Schönenberger

Kriegs-Action // Ein Trupp französischer Soldaten bewegt sich im Juni 1954 durchs zentrale Hochland von Vietnam. Es sind die letzten Tage des Französischen Indochinakriegs. Die Einheit gerät in einen Hinterhalt der Việt Minh und wird in einem der Gefechte der Schlacht am Mang-Yang-Pass vollständig massakriert. Việt-Minh-Anführer Nguyễn Hữu An (Duong Don) macht keine Gefangenen, weil er annimmt: Kill all they send, and they will stop coming. Töte man alle, die auftauchen, werde der Feind irgendwann aufhören, weitere Soldaten zu schicken.

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Glücklich verheiratet: Hal und Julie

Die Franzosen haben das offenbar tatsächlich irgendwann eingesehen, aber dann kommen die Amerikaner: Elf Jahre später erhält Lieutenant Colonel Hal Moore (Mel Gibson) den Auftrag, das 7. Kavallerieregiment der 1. US-Kavalleriedivision in Vietnam in den Kampf zu führen. Die Truppen sollen nach einer neuartigen Methode vorgehen: Tollkühne Helikopterpiloten wie Major Bruce „Snake“ Crandall (Greg Kinnear) fliegen die Männer zum Ort des Geschehens, setzen sie dort ab und holen sie nach Ende des Kampfes wieder ab. So die Idealvorstellung, die in den USA wieder und wieder geübt wird, bevor es nach Südostasien geht.

Die Schlacht im Ia-Drang-Tal

Am 14. November 1965 kommt es zur ersten großen Auseinandersetzung des Vietnamkriegs: der Schlacht im Ia-Drang-Tal. Trotz permanenter Luftunterstützung können Moore und seine Männer es nicht verhindern, eingekesselt zu werden. Die nordvietnamesischen Truppen rücken ihnen so eng auf die Pelle, dass die US-Flugzeuge den Feind mit ihren Bomben und Raketen nicht dezimieren können.

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Seine Ehefrau verbirgt die Angst um ihren Mann

Neben den üblichen unerfahrenen Soldaten wie dem jungen 2nd Lieutenant Jack Geoghegan (Chris Klein) finden wir weitere Stereotypen des Kriegsfilms, darunter den erfahrenen Sergeant Major Basil Plumley (Sam Elliott), ein Kerl wie eine Eiche, den nichts aus der Ruhe bringen kann. Auch ein Kriegsfotograf greift ins Geschehen ein: Joe Galloway (Barry Pepper), der dann auch zur Waffe greift und Seite an Seite mit den anderen Soldaten ums Überleben kämpft. Das wird arg plakativ, wenn ihn nach Ende der Schlacht eingeflogene Reporterkollegen befragen wollen – hier Galloway, in Uniform, dreckig bis zur Schwärze, dort die übrigen Journalisten, in Zivil, sauber gekleidet, ahnungslos. Endgültig zu viel wird es, wenn Hal Moore kurz darauf mit Tränen in den Augen zu Reporter Galloway sagt, er könne es sich nie verzeihen, dass seine Männer gestorben sind und er selbst nicht. Hohler kann soldatisches Pathos nicht sein, Hauptsache mit getragenen Streicherklängen unterlegt.

Waren das Helden?

Während der langen, ja ausufernden Kampfszenen mit ihrem enorm hohen Body Count auf beiden Seiten und der drastischen Darstellung des Sterbens war ich kurz versucht, „Wir waren Helden“ eine Antikriegs-Botschaft zuzugestehen. Zu sinnlos erscheint es, dass Soldaten 14.000 Kilometer weit transportiert werden, um dort aus antikommunistischen Motiven gegen ein kleines Land zu kämpfen. Sie sind aber dann doch alle zu heldenhaft, die Männer um Hal Moore – jederzeit bereit, für die Kameraden alles zu tun. Sie waren eben Soldaten, wie der Originaltitel des Films ausdrückt: „We Were Soldiers“. Das impliziert: Sie taten das, was zu tun war, weil es ihnen befohlen worden ist. Der deutsche Verleih hielt es offenbar für nötig, das Heldentum stärker zu betonen – „Wir waren Helden“ eben.

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Es geht los

In einzelnen, kurzen Momenten versucht der Film, eine Haltung zu entwickeln, einen Hauch von Kritik einzubringen – woran auch immer: Der Erzähler aus dem Off spricht zu Beginn von einem Krieg, den sein Land nicht verstehe. Wen er allerdings mit seinem Land meint, bleibt offen. Es mag die Friedensbewegung sein, die damals in den USA gegen den Vietnamkrieg auf die Straße ging, was bei manchen Apologeten des Krieges eine Dolchstoßlegende entstehen ließ. Wenn nach dem Massaker an den französischen Soldaten zehn Jahre übersprungen werden, sehen wir 1964 in Fort Benning (Georgia) zwei Offiziere, die den kommenden Gegner nicht recht ernst nehmen: Der eine spricht von Höhlenmenschen in Pyjamas. Als sein Nebenmann erwidert, diese hätten bereits die französische Armee geschlagen, äußert er nur geringschätzig: The French Army? What’s that? Da hat man wohl den Gegner sträflich unterschätzt, soll das heißen, das Thema bleibt aber Momentaufnahme, später geht es ausschließlich ums Soldatentum.

Die Ehefrauen bangen daheim um ihre Männer – und bleiben pflichtbewusst

Den ohnehin nicht wirklich eingeschlagenen Pfad der Kritik am Wesen des Krieges verlässt „Wir waren Helden“ vollends mit der Darstellung der bangenden Familien daheim: Offiziersgattin Julie Moore (Madeleine Stowe) organisiert den Zusammenhalt der Ehefrauen am Stützpunkt. Sie lässt auch die Telegramme mit den Nachrichten an die Ehefrauen Gefallener zu sich bringen, um die bittere Botschaft persönlich zu überbringen. Das bringt großen Schmerz für die Witwen mit sich, aber je ein Wort der Kritik? Ein Aufschrei einer der Witwen über die Sinnlosigkeit des Todes ihres Liebsten? Fehlanzeige. Ist’s Zufall, dass in diesen Szenen stets das Sternenbanner zu sehen ist? Trotz all ihrer Angst halten die Ehefrauen den Männern an der Front und damit der US-Army als Ganzes brav den Rücken frei – über den Tod des Ehemanns hinaus. So wünscht sich eine Krieg führende Nation die Ehefrauen ihrer Soldaten.

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Lieutenant Colonel Hal Moore führt seine Soldaten in den Kampf …

Soldaten und ihre Angehörigen haben pflichtbewusst zu sein – sie sind eben Soldaten. Dieser kritiklose Militarismus wertet „Wir waren Helden“ leider stark ab. „Leider“ deshalb, weil er als Kriegs-Actionfilm enorm unterhaltsam und spannend geraten ist und zu keinem Zeitpunkt Langeweile aufkommt – und das, obwohl es über weite Strecken ununterbrochen und ohne Abwechslung mit Kampfszenen zur Sache geht. Das könnte irgendwann langweilen, tut es aber nicht. Regisseur Randall Wallace hat für seine zweite Regiearbeit nach „Der Mann in der eisernen Maske“ (1998) mit Leonardo DiCaprio gut aufgepasst, was Schlachtenszenen angeht: Für Mel Gibsons „Braveheart“ (1995) und Michael Bays „Pearl Harbor“ (2001) hatte er die Drehbücher geschrieben, also immerhin schon als Autor Erfahrung mit kriegerischen Auseinandersetzungen gesammelt.

Kriegs-Action ohne kritische Töne

Korrekte Namen, korrekte Schauplätze – „We Were Soldiers“ suggeriert Authentizität. Abgesehen von einigen aus Gründen der Dramaturgie veränderten Geschehnissen könne es so gewesen sein. Auch der echte Hal Moore gab dem Film dem Vernehmen nach seinen Segen. Aber vielleicht glaubt er auch heute noch, in einem gerechten Krieg gekämpft zu haben. Mit ganz viel Augenzudrücken lässt sich „Wir waren Helden“ als reine Kriegs-Action sehr gut schauen, erst recht, wenn man Heldenkino mag. Für Hollywoods A-Liga ist das viel zu wenig. Als Beitrag zu einer kritischen Auseinandersetzung mit der US-Intervention in Vietnam ist der Film denkbar ungeeignet. Aber da befindet er sich mit Filmen wie „Rambo II – Der Auftrag“, „Missing in Action“ und „Im Wendekreis des Söldners“ in guter Gesellschaft.

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… und fordert Luftunterstützung an

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Mel Gibson, Greg Kinnear und Barry Pepper haben wir in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

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Moore ist den Männern jederzeit ein Vorbild

Veröffentlichung: 6. September 2007 als Blu-ray, 5. November 2003 als DVD (FSK 16), 19. März 2003 als DVD

Länge: 138 Min. (Blu-ray), 133 Min. (DVD), 121 Min. (DVD FSK 16)
Altersfreigabe: FSK 18
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: We Were Soldiers
USA/D 2002
Regie: Randall Wallace
Drehbuch: Randall Wallace, nach einer Vorlage von Harold G. Moore und Joseph L. Galloway
Besetzung: Mel Gibson, Madeleine Stowe, Greg Kinnear, Sam Elliott, Chris Klein, Keri Russell, Barry Pepper, Duong Don, Ryan Hurst, Robert Bagnell, Marc Blucas, Josh Daugherty, Jsu Garcia, Jon Hamm, Clark Gregg, Desmond Harrington, Dylan Walsh
Zusatzmaterial: keine Angabe
Vertrieb: Concorde Home Entertainment

Copyright 2017 by Volker Schönenberger
Fotos & Packshot: © Concorde Home Entertainment

 

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Love Stories – Erste Lieben, zweite Chancen: Muss das mit der Liebe immer so schwierig sein?

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Von Volker Schönenberger

Liebeskomödie // Bei all dem Horror, der Gewalt und der Exploitation, die auf „Die Nacht der lebenden Texte“ zur Genüge zu finden sind, tut hin und wieder etwas Warmherziges als Ausgleich gut. Der 1979 geborene Josh Boone verfilmte mit „Stuck in Love“, so der Originaltitel, sein eigenes Drehbuch. Greg Kinnear spielt den erfolgreichen Schriftsteller William Borgens, den vor drei Jahren seine Frau Erica (Jennifer Connelly) verlassen hat. Nun lebt sie mit einem knackigen jungen Kerl zusammen. Während sich Sohn Rusty (Nat Wolff) mit der Situation einigermaßen arrangiert hat und im Zweifel auch zwei Thanksgiving-Festessen über sich ergehen lässt, zeigt sich Tochter Samantha (Lily Collins) ihrer Mutter gegenüber unversöhnlich.

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Von Erica kann sich William nicht lösen

Auch William hat die Scheidung nicht überwunden: Er schleicht ums Haus seiner Ex-Frau herum und hofft, durchs Fenster Anzeichen einer Beziehungskrise zu erhaschen. Ab und zu tauscht er mit seiner Nachbarin Tricia (Kristen Bell) zwar Körperflüssigkeiten aus, doch insgeheim hofft er inständig, Erica möge zu ihm zurückkehren. Während William zudem an Schreibblockade leidet, treten immerhin seine Kinder in seine schriftstellerischen Fußstapfen. Derweil erleben die beiden allerdings ebenfalls, wie die Hormone in Wallung kommen: Samantha tobt beziehungsunfähig durch die Betten und lernt eines Tages den ruhigen Louis (Logan Lerman) kennen, den sie anfangs für einen Langweiler hält. Ihr Bruder Rusty verliebt sich bis über beide Ohren in seine Mitschülerin Kate (Liana Liberato). Sowohl Louis als auch Kate bringen jedoch auch ihre persönlichen Traumen mit ins Leben der Borgens-Kinder.

Auf die Familie kommt es an

Es geht drunter und drüber in der Borgens-Familie. Glücklicherweise erspart uns Regisseur Josh Boone komplizierte Dreiecksdramen und faden Verwechslungsklamauk. Das Liebesleben des Nachwuchses entfaltet sich eher parallel zur Lebenskrise des Vaters. Das ist frei von Zynismus und bei allen – auch tragischen – Begleitumständen doch stets hoffnungsvoll. Es sind die Dramen von Samanthas Verehrer Louis und Rustys Freundin Kate, die den Borgens vor Augen führen, worauf es ankommt: auf die Familienwerte. „Love Stories – Erste Lieben, zweite Chancen“ überzeugt nicht zuletzt dank der hervorragenden Besetzung als gelungene Mischung aus Drama und Komödie. An sich frei von Rührseligkeit, ist im Einzelfall das Bereitlegen eines Taschentuchs unter Umständen keine schlechte Entscheidung.

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Tochter Samantha macht dem Autor Sorgen

Die gelegentliche Erwähnung von Stephen King als Lieblingsautor von Sohn Rusty kommt nicht von ungefähr: Fans des Horror-Großmeisters sollten auf die Original-Sprachfassung des Films zurückgreifen …

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Jennifer Connelly haben wir in unserer Rubrik Schauspielerinnen aufgelistet, Filme mit Greg Kinnear unter Schauspieler.

Veröffentlichung:
22. November 2013 als Blu-ray und DVD

Länge: 97 Min. (Blu-ray), 93 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 12
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Stuck in Love
USA 2012
Regie: Josh Boone
Drehbuch: Josh Boone
Besetzung: Greg Kinnear, Jennifer Connelly, Lily Collins, Kristen Bell, Logan Lerman
Zusatzmaterial: BD-Live-Funktionen, Trailer, Trailershow
Vertrieb: Universum Film

Copyright 2013 by Volker Schönenberger
Fotos & Packshot: © 2013 Senator Home Entertainment

 

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