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Alfred Hitchcock (XIII): Ich kämpfe um dich – Die Wiedervereinigung

Spellbound

Von Ansgar Skulme

Krimidrama // Dr. Constance Petersen (Ingrid Bergman) arbeitet in einer Psychiatrie, deren Chef Dr. Murchison (Leo G. Carroll) kurz vor der Ablösung steht. Ihr Kollege Fleurot (John Emery) beißt sich an der natürlichen Schönheit mit klugem Kopf, die in Liebesdingen aber noch reichlich unerfahren ist, eifrig die Zähne aus – und damit war und ist er nicht der einzige. Ihr neuer Vorgesetzter (Gregory Peck) macht jedoch Eindruck auf die sonst so eiserne Constance. Sie verliebt sich zum ersten Mal in ihrem Leben von ganzem Herzen. Doch mit dem Mann, der sich Anthony Edwardes nennt und die Einrichtung nun führen soll, scheint etwas nicht zu stimmen. Vielmehr leidet er womöglich selbst unter akuten psychischen Problemen. Constance versucht dem undurchsichtigen Fremden, der ihr so schnell ungewohnt nah geworden ist, zu helfen. Ihr Mentor Dr. Brulov (Michael Chekhov) wertet ihren Enthusiasmus als leichtsinnig, aber welche Gefahr droht wirklich – und wem?

Die Romanze und der Psychothriller scheinen auf den ersten Blick zwei äußerst gegensätzliche Genres zu sein. Alfred Hitchcocks „Ich kämpfe um dich“ ist der beste Beweis, dass beides aber auch zusammen geht. Es war erst der zweite Hitchcock-Film, den David O. Selznick produzierte, obwohl es Selznick gewesen war, der Hitchcock das Durchstarten in Hollywood ermöglicht und ihn als erster in den USA langfristig unter Vertrag genommen hatte. Nach dem sehr guten Beginn mit „Rebecca“ (1940) erstreckte sich die Zusammenarbeit jedoch zunächst darauf, dass Hitchcock an andere Studios und Produzenten verliehen wurde. „Ich kämpfe um dich“ schaffte es zwar nicht, die beträchtliche Zahl von elf Oscar-Nominierungen zu erreichen, die „Rebecca“ errungen hatte, brachte es aber immerhin auf sechs, darunter erneut für den besten Film, wenngleich diese Kategorie diesmal nicht gewonnen werden konnte. Auch George Barnes, der für seine Schwarz-Weiß-Kameraarbeit an „Rebecca“ seinen einzigen Oscar gewonnen hatte, wurde für „Ich kämpfe um dich“ erneut nominiert, konnte den Erfolg aber ebenfalls nicht wiederholen. Dafür gab es diesmal aber einen Oscar für die Musik, obwohl Miklós Rózsa, ähnlich wie Dimitri Tiomkin bei der Arbeit an „Duell in der Sonne“ (1946), große Schwierigkeiten mit den Eigenheiten Selznicks hatte. Der streitbare Produzent ging sogar so weit, Rózsas Musik teils durch ältere Aufnahmen von Franz Waxman, die für Hitchcocks „Verdacht“ (1941) gemacht worden waren, sowie Musik von Roy Webb zu ersetzen. Mochte Selznick dem heute legendären Komponisten aus Budapest auch ins Handwerk gepfuscht haben, soll Rózsas Score zu „Ich kämpfe um dich“ den später berühmt gewordenen Filmkomponisten Jerry Goldsmith maßgeblich dazu inspiriert haben, in derselben Branche einzusteigen.

Die den Unterschied machen

„Ich kämpfe um dich“ kann man im Großen und Ganzen der Schublade an Filmen zurechnen, die einen nicht unbeträchtlichen Teil ihres Spannungsgehalts einbüßen, wenn man die Auflösung einmal kennt. Dass der melodramatische Thriller auch bei wiederholtem Schauen trotzdem noch gut funktioniert, ist neben Rózsas großartiger, teils wirklich grusliger Musik vor allem der sensiblen, natürlichen Performance von Ingrid Bergman, der man die aufrichtige Liebe zum gescholtenen Protagonisten wirklich abkauft, guten Nebendarstellern, interessanten Spezialeffekten, diversen ansehnlichen Regieeinfällen Hitchcocks, die kameraästhetisch wunderbar von George Barnes umgesetzt wurden, und einer von Salvador Dalí ersonnenen Traumsequenz zu danken. Diese wurde für die finale Schnittfassung allerdings stark gekürzt und zudem, anders als man glauben mag, gar nicht von Hitchcock inszeniert, sondern ausgelagert beim kleinen Studio Monogram Pictures von William Cameron Menzies („Invasion vom Mars“) und Dalí. Hitchcocks Wunschbesetzung für diese Gastszene war Josef von Sternberg, der schließlich aber doch nicht im Regiestuhl Platz nahm. Menzies, Sternberg und David O. Selznick trafen sich allerdings bald darauf im Zuge der Produktion von „Duell in der Sonne“ wieder, als es erneut um das Beisteuern einzelner filmischer Bausteine ging.

Unter den Nebendarstellern stechen vor allem Leo G. Carroll und Michael Chekhov hervor. Carroll brachte es im Laufe seiner Karriere auf insgesamt sechs Nebenrollen in Hitchcock-Filmen – er gilt daher heute als der am häufigsten unter Hitchcock eingesetzte männliche Schauspieler. Dies wäre wahrscheinlich Cary Grant geworden, hätte Hitchcock stets seine Besetzungswünsche umsetzen können, denn auch im Kontext von „Ich kämpfe um dich“ (1945) fällt Hitchcock damit auf, dass er Stars besetzen wollte, mit denen er bereits gearbeitet hatte. Grant sollte es am liebsten schon hier wieder in der Hauptrolle sein, wie in „Verdacht“ – und wenn nicht der, dann Joseph Cotten, wie in „Im Schatten des Zweifels“ (1943), wenn nicht sogar beide, Grant und Cotten gemeinsam, da Cotten neben dem später von Gregory Peck gespielten Hauptpart angeblich auch für die Rolle des Dr. Murchison im Gespräch war. Als Murchison und/oder Brulov wurde zudem auch Paul Lukas („20.000 Meilen unter dem Meer“, 1954) gehandelt. Ingrid Bergman erhielt eine Rolle, für die zunächst Dorothy McGuire („Die Wendeltreppe“) vorgesehen war und die auch zu Spekulationen um ein Comeback von Greta Garbo geführt hatte. Ferner lehnte Hitchcock Selznicks Flamme Jennifer Jones als weitere Option für die weibliche Hauptrolle ab, was das ohnehin angespannte Verhältnis zwischen Regisseur und Produzent nicht gerade heruntergefahren haben dürfte. Aber Selznick ließ nicht locker und brachte Jennifer Jones schließlich in „Duell in der Sonne“ unter, wo sie dann doch noch an der Seite von Gregory Peck landete. Romantik am Set von „Ich kämpfe um dich“ gab es trotzdem: Bergman und Peck kamen einander näher. Ob das für David O. Selznick ein Trost war?

Der schlaue Professor

Die Besetzung von Bergman und Peck im finalen Film ist insofern interessant, weil Michael Chekhov, der hier Dr. Brulov spielt, einer der Schauspiellehrer von Gregory Peck und Ingrid Bergman war. Die Gelegenheit, Lehrer und Schüler im selben Film und dann noch dazu in ausgiebigen Szenen auf so engem Raum und gewissermaßen unter sich zu sehen, bekommt man leider eher selten. Kurioserweise ergatterte Chekhov für den Film seine einzige Oscar-Nominierung, während seine Schülerin und sein Schüler, mit denen er den Großteil seiner Szenen in „Ich kämpfe um dich“ in kammerspielartigen Situationen zu zweit oder zu dritt bestreitet, nicht nominiert wurden. Gekrönt von dem Umstand, dass Chekhov 1946 mit dieser Rolle der einzige für den Oscar-nominierte männliche Nebendarsteller war, dessen Nominierung aus einem Film hervorging, der gleichzeitig auch als bester Film nominiert wurde, „Ich kämpfe um dich“ parallel jedoch der einzige Film bei dieser Preisverleihung war, der zwar als bester Film nominiert wurde, aber nicht einmal für wenigstens eine der beiden Hauptdarsteller-Kategorien. Wenn man so will, setzte der Lehrer seinen Nachwuchs hier also ziemlich schachmatt.

Darüber, dass sie von Lehrmeister Chekhov abgehängt wurden, mussten sich Bergman und Peck allerdings nicht ärgern, da beide für dieselbe Preisverleihung dennoch eine Nominierung erhielten: Peck als bester Hauptdarsteller in „Schlüssel zum Himmelreich“, Bergman als beste Hauptdarstellerin in „Die Glocken von St. Marien“. Chekhov, dessen Fluchtgeschichte schon in den 20er-Jahren begann, auch in Deutschland Station machte und schließlich in den USA endete, war neben gelegentlichen Filmauftritten und seiner Lehrtätigkeit vor allem selbst als Schauspieler am Theater beschäftigt, leitete eigene Ensembles und erarbeitete ein Buch über die Technik des Schauspielers, das kurz vor seinem Tod schließlich auch zur Veröffentlichung kam. Seine Darbietung in „Ich kämpfe um dich“ besticht insbesondere, da er die Rolle zwar als sympathischen, klassischen Kauz anlegte, sie aber mit Tiefgang, nachdenklichen Untertönen und frechen Spitzen spielte, weit über den bloßen etwas verrückten alten Professor, der vor allem zum Schmunzeln da ist, hinausgehend – eine schräge Figur, die ganz nach Hitchcocks Geschmack gewesen sein dürfte, ähnlich der von Ludwig Donath in „Der zerrissene Vorhang“ (1966). Obendrein mit sehr stilbildend frisiertem Antlitz: der ganz klassische Professor wie aus dem Bilderbuch, als sei er soeben zum tausendsten Male einem Hörsaal entsprungen.

Des einen Freud, des anderen Leid

Schon allein, weil „Ich kämpfe um dich“ zu den ältesten Hollywood-Filmen zählt, die sich mit Psychoanalyse beschäftigen, lohnt er die Sichtung. Der Drehbuchautor Ben Hecht war sehr bemüht darum, Experten dieser medizinisch-psychologischen Disziplin zu konsultieren, um eine schlüssige Geschichte mit angemessenen Dialogen abzuliefern. Auch David O. Selznick wollte Expertise beisteuern und Erfahrungen einfließen lassen, da er selbst in psychotherapeutischer Behandlung war. Er brachte seine eigene Psychotherapeutin als Beraterin mit ans Set, die sich dort allerdings gefallen lassen musste, von Hitchcock teils recht oberflächlich belehrt und übergangen zu werden. Hitchcock machte damals und auch später kein Geheimnis daraus, dass es für ihn nur eine weitere Thriller-Story war und die Psychoanalyse in dem Falle gewissermaßen nur Mittel zum Zweck; eine Art austauschbarer Baustein, um die Story spannend und am Laufen zu halten. Dieses Herangehen kennt man von ihm auch aus dem Kontext weiterer Filme, sein Fokus lag auf anderen Aspekten. Selznick hingegen sollte man sicherlich, inmitten aller kurioser Anekdoten, zugutehalten, dass es zwar für seine Mitarbeiter oft kein Vergnügen war, mit ihm arbeiten zu müssen, er aber zweifelsohne sehr ambitioniert und ein Mann mit Vorstellungen war, die er unbedingt umsetzen wollte. Notfalls sogar bereit, sich einer möglichen Bloßstellung auszusetzen, indem er seine Crew mit seiner eigenen Therapeutin zusammenbrachte – und all das nur, um seinem Film mehr Tiefe zu geben. Ein Vollblutfilmschaffender, Visionär und Positiv-Verrückter, wenn man so will, der einige wirklich große Filme hinterlassen hat.

„Ich kämpfe um dich“ wurde in Deutschland mehrfach von verschiedenen Labels digital veröffentlicht. Hinsichtlich der Bildqualität setzte schon die frühe Veröffentlichung von EuroVideo gute Maßstäbe, während es an Bonusmaterial leider grundsätzlich bis heute eher mager aussieht. Zusätzlich zu mehreren Einzelveröffentlichungen erschien der Film natürlich auch gebündelt in der einen oder anderen Box. Ein paar ausgewählte Veröffentlichungsdaten sind unten genannt. Die deutsche Synchronfassung aus den frühen 50er-Jahren ist hörenswert, wobei vor allem der geniale Hans Hinrich als Stimme von Leo G. Carroll hervorsticht, der seinerzeit nicht umsonst auserkoren worden war, Claude Rains als „Phantom der Oper“, im gleichnamigen herrlichen Technicolor-Film von 1943 aus dem Hause Universal, mit einer deutschen Stimme zu versehen. Hinrich war unter anderem fantastisch darin, emotionale Gleichgültigkeit und gebrochene Seelen zu spielen. Die Synchronfassung von „Ich kämpfe um dich“ entstand offenbar Rücken an Rücken mit der Synchronfassung zu „Der Fall Paradin“ (1947) – Hitchcocks letztem Film, den er innerhalb seines Vertrages mit David O. Selznick drehte. Während Gregory Peck in „Der Fall Paradin“ von Paul Klinger gesprochen wird, in „Ich kämpfe um dich“ allerdings von Wolfgang Lukschy, ist Hans Hinrich in beiden Filmen für Leo G. Carroll zu hören.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von Alfred Hitchcock haben wir in unserer Rubrik Regisseure aufgelistet, Filme mit Gregory Peck in der Rubrik Schauspieler.

Veröffentlichung: 26. September 2014 als Blu-ray, 27. Juli 2012 als DVD, 14. September 2009 als DVD, 2. Oktober 2002 als DVD

Länge: 118 Min. (Blu-ray), 113 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: keine
Originaltitel: Spellbound
USA 1945
Regie: Alfred Hitchcock
Drehbuch: Ben Hecht & Angus MacPhail, nach einem Roman von Hilary A. Saunders & John Palmer
Besetzung: Ingrid Bergman, Gregory Peck, Michael Chekhov, Leo G. Carroll, Rhonda Fleming, John Emery, Norman Lloyd, Bill Goodwin, Wallace Ford, Regis Toomey
Zusatzmaterial: Originaltrailer, Biografien, Filmografien (nicht alle Features auf jeder Veröffentlichung enthalten)
Vertrieb: Great Movies GmbH (Blu-ray 2014 & DVD 2012), Crest Movies (DVD 2009), EuroVideo Medien GmbH (DVD 2002)

Copyright 2019 by Ansgar Skulme
Packshot Blu-ray: © 2014 Great Movies GmbH, Packshot DVD: © 2002 EuroVideo Medien GmbH, Filmplakat: Fair Use

 

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Zum 100. Geburtstag von Jennifer Jones: Duell in der Sonne – Lektionen in Lust und Leidenschaft

Duel in the Sun

Von Ansgar Skulme

Western // Pearl Chavez (Jennifer Jones) wird nach dem Verlust ihrer Eltern auf der riesigen Ranch von Senator Jackson McCanles (Lionel Barrymore) aufgenommen. McCanles’ Ehefrau Laura Belle (Lillian Gish) war früher einmal eng mit Pearls Vater (Herbert Marshall) befreundet. Die Söhne der McCanles-Familie, Jesse (Joseph Cotten) und Lewt (Gregory Peck), werfen beide sofort ein Auge auf Pearl. Doch während der bodenständige Jesse die ruhigere Gangart wählt, zeigt sich der nur den Willen seines Vaters als Gesetz akzeptierende Unruhestifter Lewt schnell als notorischer Aufreißer, der Frauen genauso zu zähmen versucht wie frisch eingefangene Wildpferde.

Nach dem Welterfolg von „Vom Winde verweht“ (1939) hegte der Produzent David O. Selznick den verständlichen Wunsch, ein Projekt zu realisieren, das diese gigantischen Fußstapfen zu füllen vermochte. Ein paar Jahre zogen freilich ins Land, denn ein geplanter großer Wurf dieser Art wollte gut vorbereitet sein. Die Dreharbeiten forderten 1945 viele Monate, seine Premiere feierte der Western schließlich kurz vor Ende des Folgejahres. Davor befand sich „Duell in der Sonne“ geraume Zeit im Schnitt. Eine ursprüngliche Version des geordneten Rohmaterials, wenn nicht sogar eine frühe Schnittfassung, soll eine Länge von etwa 26 Stunden gehabt haben. Diese galt es zuschauerfreundlich zu straffen. Von Sittenwächtern als zu freizügig empfundene Szenen landeten im Zuge des Kürzungsprozesses nicht in der finalen Schnittfassung. Der Film ist in der bekannten Form schon äußerst offensiv für damalige Hollywood-Verhältnisse, wäre ansonsten aber noch viel deftiger geraten. „Duell in der Sonne“ machte bereits während der Produktionsphase als provokantes Werk mit Mut zur Sünde von sich reden. Die Zuschauer konnten und sollten lange vor der Veröffentlichung erahnen, was da auf sie zukam. Unterfüttert von der Affäre zwischen Produzent Selznick und Hauptdarstellerin Jennifer Jones, die zum Scheitern ihrer damaligen Ehen führte, ehe sie schließlich selbst ein Ehepaar wurden. So vermischten sich Elemente des wahren Lebens mit der Handlung des Films, was den wilden Charakter dieser Produktion für damalige Verhältnisse umso frecher machte. In manchen Regionen der USA wurde „Duell in der Sonne“ auch in seiner finalen Schnittfassung lange nicht aufgeführt, weil diese dem einen oder anderen immer noch zu sexy und moralisch verdorben erschien. Selznick investierte für die damalige Zeit beispiellose Summen in das Marketing. Die Werbung für den Film zeigte sich letztlich als so teuer, dass er unter dem Strich zwar kein Verlustgeschäft war, aber trotz immensen Publikumserfolges aufgrund der unglaublich hohen Ausgaben keine großen Gewinne generierte. Bei der zeitgenössischen Kritik scheiterte „Duell in der Sonne“, doch offenkundig wollten die zahlenden Zuschauer genau ein solches wildes, leidenschaftliches Kino sehen. Mag der Film vielen älteren Betrachtern auch aufgestoßen sein, dürfte er jüngeren Zuschauern, die gerade alt genug waren, um ein Ticket ergattern zu können, häufig gut gefallen haben.

Viele Köche veredeln den Brei

Zu den Superlativen dieses Films zählt auch ein hoher Verschleiß an Regisseuren. Darunter Produzent Selznick und einige große Namen wie William Dieterle („Der Wendepunkt“), William Cameron Menzies („Invasion vom Mars“) und Josef von Sternberg („Der blaue Engel“). Sternberg soll, dem Vernehmen nach, nur als Experte für die Beleuchtung, zur bestmöglichen Inszenierung von Jennifer Jones engagiert worden sein, Menzies wohl sogar nur Teil der „Second Unit“-Regisseure gewesen sein. Vermutlich hatte Dieterle neben King Vidor den Hauptanteil an den in der finalen Schnittfassung sichtbaren Szenen. Wenn man so will ist der Film also – ähnlich wie „Der Dieb von Bagdad“ (1940) – ein Puzzle aus von unterschiedlichen Regisseuren, die einander ablösten, realisierten Sequenzen, die nebeneinanderstehen und eine Einheit bilden sollen, wobei King Vidor, dem der Film auch in den Credits zugeschrieben wird, doch den mit Abstand deutlichsten Anteil am finalen Produkt haben dürfte.

Allerdings fungiert die grandiose Technicolor-Fotografie als Bindeglied, das den Einfluss der einzelnen Regisseure mit wunderbaren visuellen Ideen und Farbkompositionen gewissermaßen übertrumpft und rahmt. An dieser Stelle muss einmal mehr der Name des bedeutenden Kameramannes Ray Rennahan erwähnt werden, der zu den größten Technicolor-Virtuosen dieser Epoche gehörte und für seine Arbeit an Selznicks „Vom Winde verweht“ seinen ersten Oscar gewonnen hatte. An „Duell in der Sonne“ arbeitete er gemeinsam mit seinen ebenfalls preisgekrönten Kollegen Hal Rosson und Lee Garmes. Der Film ist schon allein aufgrund der Bilder jede Sichtung wert; eine der größten Errungenschaften, die Technicolor im klassischen Hollywood hervorgebracht hat und nicht umsonst 2015 in der Technicolor-Retrospektive der Berlinale vertreten gewesen. Es fällt schwer, hier einzelne Szenen hervorzuheben und dafür andere zu vernachlässigen. Dass die Farbe Rot als Farbe des Blutes und der roten Lippen hier eine ganz besondere Rolle spielt – kein Wunder. Ein Gesamtkunstwerk mit kameraästhetisch nur wenigen Mängeln. Zu epischer Größe gelangt „Duell in der Sonne“ ferner durch die Musik von Dimitri Tiomkin, für den die Zusammenarbeit mit Selznick zwar anstrengend war – da ihre Vorstellungen oft auseinandergingen –, der hier aber, einschließlich Ouvertüre und Schlussmusik in der sogenannten „Roadshow-Fassung“, eine seiner mitreißendsten Arbeiten hinterließ. Selznick war bekannt dafür, häufig künstlerische Differenzen mit seinen Crews zu haben, weil er gewissermaßen von anderen verlangte, seine eigenen Ideen perfektionistisch zu bebildern beziehungsweise zu vertonen, was sich bei der Produktion dieses Films am Regisseur-Verschleiß wie auch am Zwist mit Tiomkin zeigte. Aus heutiger Sicht wird sein launisches Verhalten aber auch auf Selznicks damalige Abhängigkeit von Amphetaminen zurückgeführt.

Wenn man sich Bizet im Western vorstellt

Jennifer Jones, die am heutigen 2. März 2019 einhundert Jahre alt geworden wäre, erinnert in „Duell in der Sonne“ vom ersten Augenblick an recht deutlich an Georges Bizets „Carmen“, und auch im weiteren Handlungsverlauf finden sich gewisse Parallelen zur berühmten Oper. Nur ist Pearl noch lange nicht die gewiefte Verführerin im Stil von Carmen, sondern macht sich diese Facette erst mit der Zeit immer mehr zu eigen. Sie macht ihre ersten forschen Versuche, den Männern auffordernde Blicke zuzuwerfen, ihnen ihr Interesse mit den Augen und ihrer Körperhaltung offensiv zu signalisieren, und bringt schon damit manch einen schnell um den Verstand. Dem Film gelingt es zudem gut, das von Pearl Chavez ständig durchlebte emotionale Hin und Her melodramatisch zu verpacken – bis zu einem Punkt, als sie sich einem ihrer Verehrer im wahrsten Sinne des Wortes ans Bein schmeißt. Wenn man so will, treibt „Duell in der Sonne“ das Bild von einer Frau, die sich einfach nicht entscheiden kann, die nicht weiß, was sie will und in ihrer Jugend vor allem Orientierung, Halt und Liebe sucht, gnadenlos auf die Spitze – sie verrennt sich, sie liebt, sie leidet, sie lockt, sie durchlebt Versuchung und Lust. Und die Männer, die sie kennenlernt, bilden ein breites Spektrum an unterschiedlichen Eigenschaften ab, mit denen sie sich auseinandersetzen muss. Insofern ist dieser Western ein äußerst konsequentes Melodram, manchmal opernartig extrovertiert, aber sehr klug darin, komplizierte Gefühlswelten zum vollen Ausbruch kommen zu lassen. Jennifer Jones erhielt zu Recht eine Oscar-Nominierung für diese Performance mit voller Hingabe, gespickt mit denkwürdigen, attraktiven Nah- und Großaufnahmen und einem wilden Wechselspiel aus Unsicherheit und erotischer Provokation. Ihren einzigen Oscar hatte sie 1944 für ihre Haupt- und Titelrolle in Henry Kings „Das Lied von Bernadette“ erhalten, ebenso den Golden Globe. „Duell in der Sonne“ lädt die Dynamiken zwischen Mann und Frau, über die Pearl im Verlauf der Handlung immer mehr lernt, mit sehr viel Energie auf und bebildert dies eindrücklich. Interessant ist dabei nicht nur die Unterschiedlichkeit der Herangehensweisen ihrer Verehrer, sondern auch wie sich die Problematik von verkannter Liebe und gespielter Ignoranz parallel in der Beziehung von Senator McCanles und seiner Frau spiegelt – in einer deutlich älteren Generation und mit anderen Typen Mensch. Auch die Reife des Alters schützt vor gewissen Torheiten nicht.

Lillian Gish, früher ein großer Stummfilmstar, erhielt für ihre Rolle der Laura Belle McCanles in „Duell in der Sonne“ – eine starke, weise Frau, die bereits viel Zurückweisung und gespielten Hass erdulden musste und versucht, die Familie zusammenzuhalten – ebenfalls eine Oscar-Nominierung, erstaunlicherweise ihre erste und einzige. Und ihr Film-Ehemann Lionel Barrymore, der nicht nur als Senator McCanles, sondern damals bereits seit mehreren Jahren wirklich im Rollstuhl saß, sich hier aber sogar einmal im Sattel eines Pferdes zeigt und obendrein einen wahrlich bemerkenswerten Stunt mitmachte, hätte eine Nominierung genauso verdient gehabt. Barrymore verstand sich bestens darauf, den verbohrten Kauz mit rassistischem Unterton zu geben, entlockt seiner Figur gegen Ende aber auch eine unerwartete emotionale Tiefe, die wirklich berührt. Seine finale Szene, an der Seite von Harry Carey, vor glühend rotem Himmel, ist nicht nur eine der visuell genialsten des Films, sondern im Grunde auch inhaltlich viel stärker und ergreifender als das folgende Finale von Pearl Chavez, das es mit der Melodramatik grenzwertig auf die Spitze treibt und aus heutiger Sicht leider etwas angestaubt wirkt.

Starke Präsenzen

Man könnte hier ohnehin über etliche Darstellerleistungen ganze Seiten schreiben. Wundervoll beispielsweise auch Walter Hustons bitterböse, sarkastisch-lustige Darbietung als geistlicher Sündenaustreiber, der sich immer wieder im Ton vergreift, dadurch selbst ad absurdum führt und in seinen Predigten so ausschweifend gestikuliert und betont, dass man kein Wort davon ernst nehmen mag. Der Vater der späteren Regielegende John Huston gewann bald darauf, unter der Regie seines Sohnes, seinen einzigen Oscar für „Der Schatz der Sierra Madre“ (1948), ehe er leider schon 1950 starb. Überraschend und tragisch, da er in diesen berühmten späten Rollen wahrlich vor Lebensfreude und Energie sprudelt.

Dann ist da Herbert Marshall, ein verdienstvoller Schauspieler und früher Tonfilmstar mit interessanter Stimme, der hier für eine Art Cameo, für die ersten zehn Minuten des Films gewonnen werden konnte. Marshall verstand sich gut darauf, theaterhafte Melodramatik mimisch und sprachlich auf die Erfordernisse eines Spielfilms herunterzubrechen, was gerade in dieser Rolle sehr wichtig ist und bestens gelingt. Sein Scott Chavez ist ein moralischer Hardliner, der zum Glück nie erfahren wird, was später im Verlauf des Films aus seiner Tochter wird, obwohl er sich im Angesicht des Todes das komplette Gegenteil erhofft. Der Film provoziert also nicht nur mit Versuchung, sondern schon zu Anfang auch mit dem Gegenteil – der radikalen Abkehr von Versuchung: Scott Chavez, der für sich selbst den Tod fordert und es als Verbrechen bezeichnet, den Namen seiner Familie mit einer Frau wie der Mutter seines Kindes entehrt zu haben, weil diese untreu ist und es sogar in der Öffentlichkeit bunt treibt. Selbst eine solch kurze Rolle mit einem Schauspieler des Renommees von Herbert Marshall zu besetzen oder einen Stummfilmstar wie Lillian Gish für eine große Rolle zu reaktivieren, sind Aspekte, die in etwa eine Vorstellung von der Größe des Projekts geben. Selznick wollte die ganz pompöse Bühne. Auch in weiteren relativ kleinen Rollen finden sich Schauspieler, die dem Publikum bereits durch Filmhauptrollen bekannt sein konnten. Wobei manche dieser Auftritte – wenn nicht sogar der von Herbert Marshall – eventuell erst in der finalen Schnittfassung so kurz geraten sind.

Nicht zuletzt sollte Gregory Peck hervorgehoben werden, der seine Darbietung in dem Film zwar offenbar rückblickend als keine besondere Herausforderung empfand – jedoch fällt sie aus heutiger Sicht ziemlich aus dem Rahmen vieler anderer seiner berühmtesten Rollen. Peck spielte häufig recht verschlossene, zugeknöpfte Charaktere und bekam ab den 50ern wenig Gelegenheit gegen den Strich zu agieren. In „Duell in der Sonne“ stellt er jedoch das krasse Gegenteil dar: einen Aufreißer, dessen Blick schon in seiner ersten Szene von Pearl Chavez’ Rücken abwärts wandert. Und er macht sich verdammt gut auf diesem ungewöhnlichen Terrain. Wäre der Film zehn Jahre später entstanden, hätte er vermutlich die Rolle von Joseph Cotten gespielt, aber hier ist er das schwarze Schaf unter den beiden Brüdern und es macht Spaß, ihn einmal so zu sehen.

Frisches Blut aus den Staaten

„Duell in der Sonne“ wurde in den USA offenbar bereits 1999 erstmalig auf DVD veröffentlicht. 1999, das Jahr in dem auch in Deutschland der DVD-Boom ganz langsam ins Rollen kam. Man kann also behaupten, dass es sich wohl um einen der ersten Filmklassiker handelt, die man in den Staaten unbedingt auf DVD herausbringen wollte. Erstaunlicherweise hat eine US-Blu-ray allerdings wesentlich länger auf sich warten lassen. Dieser Umstand macht jedoch auch Hoffnung dahingehend, dass der Sprung nach Deutschland noch gelingt, denn es ist zwar nicht immer so, dass dafür erst einmal die Blu-ray in den USA erscheinen muss, aber der Regelfall. Spätestens jetzt sollte also der Weg für eine solche offizielle Veröffentlichung hierzulande geebnet sein. Dann aber bitte auch mit integrierter Ouvertüre und Schlussmusik, so wie der Film auch im Kino als „Roadshow-Fassung“ und 2015 auf der Berlinale lief. Diese Bestandteile des Films werden gern einmal vergessen oder in den „Extras“ versteckt, obwohl es im klassischen Hollywood in einigen ganz großen Projekten Ouvertüren, Intermezzo-Musik im Mittelteil und Schlussmusiken nach dem Abspann zu hören gab. Bezüglich der klassischen deutschen Synchronfassung besteht auch jeder Grund zur Freude. Mit Peck und Cotten treten zwei Schauspieler auf, die des Öfteren von Wolfgang Lukschy synchronisiert wurden. Hier spricht er Peck, aber Heinz Engelmann macht sich für Joseph Cotten sogar noch besser als Lukschy – irgendwie lebendiger und tiefgründiger.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Joseph Cotten und Gregory Peck sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Veröffentlichung (USA): 15. August 2017 als Blu-ray und DVD, 25. Mai 2004 als DVD, 19. Januar 1999 als DVD

Länge: 138 Min.
Altersfreigabe: FSK 12
Originaltitel: Duel in the Sun
USA 1946
Regie: King Vidor u. v. m.
Drehbuch: David O. Selznick, Oliver H. P. Garrett & Ben Hecht, nach einem Roman von Niven Busch
Besetzung: Jennifer Jones, Joseph Cotten, Gregory Peck, Lionel Barrymore, Lillian Gish, Herbert Marshall, Walter Huston, Charles Bickford, Joan Tetzel, Harry Carey
Verleih: The Selznick Studio

Copyright 2019 by Ansgar Skulme
Filmplakat: Fair Use

 

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The Boys from Brazil – Träumen Nazis von Hitler-Klonen?

The Boys from Brazil

Von Leonhard Elias Lemke

Thriller // „The Boys from Brazil“ ist eine fulminante Doku über die Kicker vom Zuckerhut: Pelé, Ronaldo, Ronaldinho, Kakà und Co. Natürlich nicht! „The Boys from Brazil“ ist ein dreifach Oscar-nominierter, zu keinem Zeitpunkt zimperlicher Thriller mit Horror- und Science-Fiction-Anleihen aus dem Jahr 1978 von Franklin J. Schaffner („Papillon“, „Planet der Affen“), mit einer bizarren Nazi-Thematik und Starbesetzung – basierend auf dem Bestseller von Ira Levin, von dem auch die Vorlage zu Roman Polanskis „Rosemaries Baby“ stammt.

Wiederholt sich die Geschichte?

Anfang der 70er-Jahre treffen sich einige im Exil lebende ehemalige SS-Offiziere unter der Führung von Dr. Josef Mengele (Gregory Peck) in Paraguay, um ein geheimes Projekt in Gang zu bringen. Der junge Nazi-Forscher Barry Kohler (Steve Guttenberg) macht den in Wien ansässigen Nazi-Jäger Ezra Lieberman (Laurence Olivier) auf diese Zusammenkunft aufmerksam. Nach einigem Zögern stellt Lieberman eigene Nachforschungen an. Er begreift den diabolischen Plan der Alt-Nazis: Mit Hilfe moderner Gentechnik ist es ihnen gelungen, aus biologischen Überresten Adolf Hitlers 94 Jungen zu klonen und diese in Adoptivfamilien unterzubringen, um so ein „Viertes Reich“ zu erschaffen.

Der Nazi-Arzt Josef Mengele plant Ungeheuerliches

Damit aus den Hitler-Klonen auch möglichst genaue Ebenbilder des Schreckensherrschers werden, sollen die Kinder genauso sozialisiert werden, wie einst Hitler. Beruf, Alter, Lebensumstände etc. der Adoptivfamilien müssen genau denen aus Hitlers Kindheit entsprechen. Nächste Schwierigkeit für die SS-Schergen ist nun, dass Hitlers Vater mit 65 Jahren starb. Folglich müssen in allen 94 Adoptivfamilien die Väter pünktlich getötet werden, was sich zu einem schwierigen Unterfangen entwickelt – zumal Lieberman und Justiz immer näher rücken.

Big Budget Exploitation mit drei Oscar-Preisträgern

„The Boys from Brazil“, hierzulande seinerzeit mit dem deutschen Titelzusatz „Geheimakte Viertes Reich“ in den Kinos gelaufen, besticht vor allem durch seine bizarre, durchkonstruierte Geschichte, die aber funktioniert. Man nimmt sich einer hoch exploitativen Storyline ernsthaft an, hat keine Angst, Weltstars ins Genrebecken zu werfen. Freilich wirkt schon der Begriff „Nazi-Klon“ nicht sonderlich glaubwürdig, und man denkt unweigerlich an Filme wie „Zombies – Die aus der Tiefe kamen“ (1977) mit immerhin Peter Cushing, doch versteht es Regisseur Franklin J. Schaffner (Oscar 1971 für „Patton – Rebell in Uniform“), die Story glaubwürdig voranzubringen.

Journalist Barry Kohler erfährt davon und kontaktiert …

Das ist auch ein Verdienst der starken Schauspieler, welche die plakativen Figuren nicht der Lächerlichkeit preisgeben, sondern gar bierernst nehmen, wobei vor allem Peck zum Overacting neigt – der Zuschauer kann sich hier gewiss nicht immer ein Lächeln verkneifen. Auch die jungen Hitler-Klone mit ihrem auffallenden Seitenscheitel und herrischem Wesen sind herrlich augenzwinkernd in Szene gesetzt. Diese komödiantische Note des Films scheint allerdings der deutschen Zensurbehörde damals entgangen zu sein, denn sie kürzte ihn um 25 Minuten und beraubte ihn so seiner besten Szenen.

… den Nazi-Jäger Ezra Lieberman

Die Oscar-Preisträger Peck (1963 für seine Hauptrolle in „Wer die Nachtigall stört“) und Olivier (1949 für die Titelrolle in „Hamlet“) liefern sich ein spannendes Gefecht auf Distanz – Olivier erhielt dafür eine weitere Oscar-Nominierung. Schließlich kommt es zum finalen Showdown mit Herzschlagfinale. Bis in die Nebenrollen besitzt der Film geballte Starpower: Bruno Ganz, James Mason, Lilli Palmer, Uta Hagen, Steve „Police Academy“ Guttenberg und Sky du Mont sind unter anderen zu sehen. Die Musik von Jerry Goldsmith unterstreicht hervorragend die einzelnen Passagen des Films und passt sehr gut zu den Originalschauplätzen, an denen gedreht wurde. Auch der Komponist reiht sich in die Riege der an dieser Produktion beteiligten Oscar-Preisträger ein: Er wurde 1977 für seinen Score des Horrorfilms „Das Omen“ prämiert – sein einziger Academy Award bei satten 18 Nominierungen, eine davon für „The Boys from Brazil“. Zu guter Letzt wurde 1979 nach Olivier und Goldsmith auch Robert Swink für einen Oscar nominiert – für seinen Schnitt.

Esther Lieberman hat Angst um ihren Mann

„The Boys from Bazil“ sollte nicht als tiefgründige Geschichtslehrstunde verstanden werden, sondern als eine (hoffentlich für immer) rein fiktive Geschichte, die unterhält, überzeugt und einen auch ab und an zum Lächeln bringt. Übrigens lebte der echte Josef Mengele zum Zeitpunkt des Erscheinens des Films unbehelligt in Südamerika und könnte ihn im Kino gesehen haben …

The Boys are finally back – in HD!

Koch Films hat den Thriller erstmals auf Blu-ray in Deutschland veröffentlicht – eine verdiente Ehre – und lässt seine Figuren, tollen Schauplätze und Sets so in schärfstem Schwarz-Weiß-Rot erstrahlen. Neben der (zu ignorierenden) deutschen Kurzfassung gibt es die Super-8-Fassung, beide deutsche Synchronfassungen, den tollen Soundtrack Goldsmiths, obligatorische Trailer und Bildergalerie sowie ein Promo-Featurette.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit James Mason, Laurence Olivier und Gregory Peck sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Eduard Seibert (r.) ist Mengeles Mann im Hintergrund

Veröffentlichung: 8. November 2018 als Blu-ray und DVD

Länge: 125 Min. (Blu-ray), 120 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: The Boys from Brazil
Alter deutscher Titelzusatz: Geheimakte Viertes Reich
GB/USA 1978
Regie: Franklin J. Schaffner
Drehbuch: Heywood Gould, nach einem Roman von Ira Levin
Besetzung: Gregory Peck, Laurence Olivier, James Mason, Lilli Palmer, Uta Hagen, Steve Guttenberg, Denholm Elliott, Rosemary Harris, John Dehner, John Rubinstein, Bruno Ganz, Michael Gough, Sky du Mont, Carl Duering, Linda Hayden
Zusatzmaterial: 2 Synchronfassungen, Trailer, Featurette, Bildergalerie
Label/Vertrieb: Koch Films

Copyright 2019 by Leonhard Elias Lemke
Senenfotos & Packshot: © 2018 Koch Films

 

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