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Horror für (nach) Halloween (XXXV): Das garstige Gewinnspiel 2022

Verlosung

Die diesjährige „Horror für Halloween“-Rezensionsstrecke hat unseren Leserinnen und Lesern hoffentlich wieder einige Anregungen für Horrorfilmsichtungen beschert. Einmal mehr endet das Ganze mit einem Gewinnspiel, bei dem attraktive Preise abzugreifen sind.

Gewinnen, gewinnen, wir wollen gewinnen!

Beginnen wir mit einer Auflistung aller zur Verlosung kommenden Filme. Fassungen mit Zensurschnitten sind nicht zu befürchten. Alle Filme kommen mit deutscher Synchronisation und Originaltonspur daher, sie sind mehrheitlich neu und verschweißt. Ein paar gebrauchte Editionen befinden sich auch darunter, diese befinden sich durchweg in sehr gutem Zustand. Rot hinterlegte Titel verlinken zur Rezension bei „Die Nacht der lebenden Texte“. Dort müsst Ihr zur Suche nach Antworten auch hin, und zwar nur dort – Googlen oder sonstwo Nachschlagen ist nicht erforderlich.

Los geht’s mit einer Reihe von Filmen, die uns Plaion Pictures (vormals Koch Films) zur Verfügung gestellt hat – dafür herzlichen Dank:

01. Der Manitou (1978) – Mediabook (Covermotiv „Geburt des Dämon“) mit Blu-ray und DVD

02. Demonic (2021) – Mediabook mit Blu-ray und DVD

03. Zombie (1978) – Blu-ray im Vertikalschuber

04. Men – Was dich sucht, wird dich finden (2022) – Blu-ray

05. Dracula (1979) – Blu-ray

06. Hunter Hunter (2020) – Blu-ray

07. Das blutrote Kleid (2018) – Blu-ray

08. The Beach House – Am Strand hört dich niemand schreien (2019) – Blu-ray

09. Prison – Rückkehr aus der Hölle (1987) – Blu-ray

10. One Cut of the Dead (2017) – Blu-ray

Auch die Busch Media Group hat uns einige Filme zukommen lassen – besten Dank auch dafür:

11. Deathcember – 24 Doors to Hell (2020) – 2-Disc Special Edition Blu-ray im Schuber mit Bonus-Blu-ray

12. + 13. The Cat (2011) – 1 x auf Blu-ray, 1 x auf DVD

14. + 15. Nackt unter Zombies (2022) – 1 x auf Blu-ray, 1 x auf DVD

16. Carmilla – Führe uns nicht in Versuchung (2019) – DVD

Wie in den vergangenen Jahren hat „Die Nacht der lebenden Texte“-Autor Andreas Eckenfels auch diesmal einige Filme gestiftet, dafür ebenfalls herzlichen Dank:

17. Final Destination 1 bis 4 (2000–2009) – 2 Filme auf DVD, 1 Film auf Blu-ray, 1 Film auf Blu-ray 3D (inkl. 2D-Version) (ganz recht, die vier Filme gehen an eine/n Gewinner/in)

18. Chucky – Die Mörderpuppe (1988), Chucky 2 – Die Mörderpuppe ist wieder da (1990), Chucky 3 (1991) – drei DVDs, zwei davon als limitierte Steelbooks (auch diese drei Filme gehen an eine/n Gewinner/in)

19. Beyond Re-Animator (2003) + The Ring (2002) – 2 DVD Special Edition mit Booklet im Schuber bzw. DVD

20. Scream 2 (1997) + Ich weiß noch immer, was du letzten Sommer getan hast (1998) – DVDs

Last not least füge auch ich vier Filme aus meinem Bestand hinzu:

21. The Dead (2010) – Blu-ray

22. Devil’s Playground (2010) – Blu-ray

23. Extraterrestrial – Sie kommen nicht in Frieden (2014) – Blu-ray

24. The Lost Boys (1987) – Blu-ray

Lesen bildet

Weil vergleichsweise viel zu tun ist, verlängere ich gegenüber den üblichen Gewinnspielen die Laufzeit: Zwecks Teilnahme sind bis Dienstag, 13. Dezember 2022, 22 Uhr, mittels Kommentar hier unter dem Gewinnspiel einige Fragen zu beantworten. Schreibt euch dazu eines hinter die Ohren: Ausnahmslos alle Fragen lassen sich mittels Lektüre der in diesem Gewinnspiel verlinkten Rezensionen beantworten. Mit nur geringer Kombinationsgabe lässt sich der für die jeweilige Frage relevante Film leicht erschließen.

Hier die Fragen:

01. 1987 trieben Blutsauger auf einer Strandpromenade ihr Unwesen. Für welche Filme gewann eine Nebendarstellerin im selben Jahr sowie acht Jahre später den Oscar?

02. In welcher Gegend/Region wurde der doppelte Jäger gedreht?

03. Maunz! Was sehen die Augen laut deutscher Übersetzung des Originaltitels?

04. Welchem Horrorklassiker mit Vincent Price erweist der Rezensent bei der Bildunterschrift einer Strandansicht seine Reverenz?

05. Zombies in Afrika! Aber wo spielt die Fortsetzung?

06. Worin gipfeln jenseits des Wiederbelebers grauenvolle Ereignisse im Knast?

07. Mit einem auffällig gefärbten Textil lernen wir ein Kaufhaus kennen, das einen hypnotisierenden Fernseh-Werbespot produzieren ließ. Der erinnerte mich ein wenig an einen anderen Spot. Aus welchem Film?

08. Von einem Textil zu Textillosigkeit aus dem Untergrund. In welcher deutschen Region entstand das Werk?

09. Männer! Man kann nicht mit ihnen, aber auch nicht mit ihnen. Was thematisiere ich nicht weiter, weil ich unsicher war, wie viel ich damit verraten würde?

10. Nicht derjenige, der mit dem Wolf tanzt, sondern derjenige, der meist fälschlicherweise für den Gott der Ureinwohner gehalten wird. Welchem Stamm gehört Johann, der singende Fels an? Hugh, Karl May hat nicht gesprochen.

11. Als was war auf dem Spielplatz des Leibhaftigen der ehemalige Söldner für den Pharmakonzern tätig?

12. Nicht nur Christopher Lee verkörperte diese düstere Figur gekonnt. Welche Schauspielgröße trat unter der Regie von John Badham als ihr Jäger in Erscheinung?

13. Wer meist eine Analsonde mitbringt, ist leidlich bekannt. Aber was schlägt April aus, bevor die garstigen Gesellen auftauchen?

14. Welche drei Filme bilden eure Top 3 der in diesem Jahr bei „Horror für Halloween“ rezensierten Werke? Ihr findet sie im Archiv für Oktober und September. Etwas einfacher als am mobilen Endgerät funktioniert das Durchklicken am Desktop: Über einer Rezension könnt Ihr zum vorherigen Text zurück- oder zum folgenden vorklicken. Ihr beginnt also am besten mit dem Auftakt „Creepshow 2 – Kleine Horrorgeschichten“ (1987) und arbeitet euch vor oder Ihr startet mit dem Abschlussfilm „Shining“ (1980) und tastet euch zurück. Zwischendurch findet sich auch die eine oder andere Rezension ohne „Horror für Halloween“ in der Überschrift, die sind hier außer Acht zu lassen.

Wichtig: Bis zum Ende der Abgabefrist darf korrigiert werden. Während der Laufzeit des Gewinnspiels werde ich hier unten nach und nach die Namen aller bislang eingegangenen Kommentatorinnen und Kommentatoren auflisten, und ich weise euch dabei auch auf Fehler hin. Zwei Fehlschüsse für die Fragen 1 bis 13 gebe ich euch – jeder hat ja mal einen Blackout, daran soll die Teilnahme nicht scheitern, also landet Ihr mit elf korrekten Antworten im Lostopf (bei Frage 14 gibt es ja kein richtig oder falsch). Fragen auszulassen, dulde ich allerdings nicht. Minimal fehlerhafte Schreibweisen und Tippfehler toleriere ich, wenn klar ist, wer oder was gemeint ist. Damit keiner abschreibt, werde ich alle Antworten erst nach Ende der Abgabefrist veröffentlichen. Bitte unterlasst es, die Antworten bei Facebook oder sonstwo zu veröffentlichen, das nimmt allen den Spaß, die daran Spaß haben wollen.

Die Auslosung der Gewinnerinnen und Gewinner erfolgt voraussichtlich noch vor Weihnachten. Ich werde das wie im vergangenen Jahr in Etappen erledigen, sodass sich der Versand der Preise durchaus bis ins neue Jahr ziehen kann. Wer als erste/r Gewinner/in gezogen wird, hat die freie Auswahl, darf sich also von den 24 oben aufgeführten Preisen einen aussuchen. Gewinner/in Nr. zwei sucht sich unter den verbleibenden 23 Preisen einen aus usw.

Folgt „Die Nacht der lebenden Texte“!

Wollt Ihr kein Gewinnspiel und keine Rezension verpassen? Folgt „Die Nacht der lebenden Texte“! Entweder dem Blog direkt (in der rechten Menüleiste E-Mail-Adresse eintragen und „Folgen“ anklicken) oder unserer Facebook-Seite.

Teilnahmebedingungen

Achtung! Auch für dieses Gewinnspiel gilt im Gewinnfalle die Übernahme des Portos als Voraussetzung zum Erhalt des Preises. In diesem Fall werden für die Preise Nr. 1, 2, 17 und 18 2,75 Euro fällig, für die anderen Preise 1,60 Euro. Ich versichere euch, dass „Die Nacht der lebenden Texte“ nach wie vor völlig unkommerziell ist und ich mit dem Blog keinerlei Einnahmen generiere.

Teilnahmeberechtigt sind alle, die eine Versandanschrift innerhalb Deutschlands haben oder bereit sind, auch das Auslandsporto zu tragen. Ich benötige obendrein die Zusage, dass die Sendung im Falle des Gewinns eines FSK-18-Titels nur von Erwachsenen entgegengenommen werden kann. Für Transportverlust übernehme ich keine Haftung (verschicke aber sicher verpackt und korrekt frankiert). Gewinnerinnen oder Gewinner, die sich zwei Tage nach meiner zweiten Benachrichtigung nicht gemeldet haben, verlieren den Anspruch auf ihren Preis. In dem Fall lose ich unter den leer ausgegangenen Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen neuen Namen aus (bereits ausgeloste rücken einen Gewinnrang höher).

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen

Nur eine Teilnahme pro Haushalt und Paar. Ich behalte mir vor, Teilnehmerinnen und Teilnehmer nicht für den Lostopf zuzulassen oder ihnen im Gewinnfall nachträglich den Preis abzuerkennen, sofern mir Mehrfachteilnahmen unter Alias-Namen unterkommen. Autorinnen und Autoren von „Die Nacht der lebenden Texte“ sowie deren und meine Familienmitglieder dürfen leider nicht mitmachen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinnerinnen und Gewinner werde ich peu à peu nach Ende der Frist auslosen, am Ende dieses Textes bekanntgeben und sie auch per E-Mail benachrichtigen (oder über Facebook, sofern sie mir dort über den Weg laufen).

Allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern viel Glück!

Teilgenommen haben (mit korrekten Antworten, sofern nicht anders vermerkt):

01. matzematiker
02. Kevin Richter hat Frage 8 immerhin korrigiert, auch wenn er den Unterschied zwischen Stadt und Region kennen sollte. Im Lostopf ist er natürlich.
03. Otto
04. Andreas H.
05. Marco
06. Jens Albers
07. JensA (nicht derselbe wie Jens Albers)
08. Marco Winnig irrt bei Frage 9 und wandert deshalb mit einer falschen Antwort in den Lostopf.
09. rammalicious ahnte, dass er bei Frage 6 falsch liegt. Macht aber nichts, im Lostopf bist du trotzdem.
10. Adrian Lübke
11. Melanie Wehrmann liegt bei Frage 1 falsch, landet aber dennoch im Lostopf.
12. Marion Bußler
13. Klaus hat die Fragen 6 und 7 falsch beantwortet, das reicht aber dennoch für den Lostopf.
14. Björn Kramer
15. Dirk Busch liegt bei Frage 7 falsch und ist bei Frage 8 etwas ungenau (sprich: zu genau). Den Lostopf hat er gleichwohl erreicht.
16. Dennis Kelter hat Frage 4 korrigiert und ist nunmehr im Lostop. Frage 6 und 9 sind weiterhin falsch, das macht aber nichts.
17. Stefan Tieste ist im Lostopf gelandet, auch wenn er die Fragen 6 und 9 falsch beantwortet hat.
18. Michael
19. Daniel hat die Fragen 1 und 12 zu oberflächlich gelesen. Bei den Fragen 4 und 6 liegt er völlig falsch, bei Frage 8 sollte er über den Begriff Region nachdenken. BEi drei dieser fünf Fragen muss er also nachbessern, so es denn mit dem Lostopf klappen soll.
20. Samara hat Frage 1 zu oberflächlich gelesen und Frage 10 zu ungenau beantwortet, für die Teilnahme an der Verlosung der Preise reichen ihre übrigen Antworten aber.

Copyright 2022 by Volker Schönenberger

 

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Let It Snow – Tod im Kaukasus

Let It Snow

Von Volker Schönenberger

Horrorthriller // Snowboarden in einem georgischen Skigebiet – das ist für Mia (Ivanna Sakhno) und Max (Alex Hafner) ein Traumurlaub. Das amerikanische Paar ist extra angereist, um den berüchtigten „schwarzen Grat“ in der Gegend zu bezwingen. Die Rezeptionistin (Tinatin Dalakishvili) äußert allerdings, das Gebiet sei gesperrt, und warnt sie ausdrücklich davor. Selbst als unmittelbar vor ihrem Aufbruch ein Toter vom schwarzen Grat heruntergebracht wird, lässt sich speziell Max nicht von dem Vorhaben abbringen. Ein bisschen Schmiergeld für den Helikopterpiloten, der die beiden Free Rider zu ihrem Zielort fliegen soll – schon befördert er sie dorthin.

Sehr verliebt: Mia und Max

Während des Fluges sichtet Mia auf einem Berggrat ein Kreuz. Der Pilot berichtet, es sei von den Eltern eines Mädchens errichtet worden, das dort vor einiger Zeit von zwei Free Ridern umgefahren und zum Sterben zurückgelassen wurde (eine Szene, die wir im Prolog des Films zu sehen bekamen). Der Legende nach gehe der Geist der Toten in der Gegend um und töte Wintersportler. Er glaube zwar nicht an Geister, aber tatsächlich würden dort Menschen verschwinden.

Mia erreicht den schwarzen Grat

Max und Mia lassen sich nicht beirren, sondern am Ziel absetzen. Ein Fehler, denn kurz nach Beginn ihrer Abfahrt verliert Mia den Kontakt zu ihrem Liebsten und wird von einem Schneemobil angefahren. Ein bitterer Kampf ums Überleben beginnt.

Doch dann kommt der schwarze Mann

Der Drehort im georgischen Kaukasus-Hochgebirge hat überwältigende Landschaftspanoramen zu bieten, die „Let It Snow“ zu einem visuell betörenden Filmerlebnis machen. Die ukrainisch-georgische Produktion wartet zudem mit der ukranischen Schauspielerin Ivanna Sakhno auf, die den Film gut tragen kann. Ihr gegenüber fällt ihr Partner Alex Hafner etwas ab, aber er hat auch weniger Leinwand- respektive Bildschirmzeit vorzuweisen und seine Figur ist als sorgloser Sonnyboy recht klischeehaft gezeichnet.

Er führt nichts Gutes im Schilde

Der ukrainische Filmemacher Stanislav Kapralov schrieb auch am Drehbuch seines Langfilm-Regiedebüts mit. Die Story entwickelt sich so, wie sich derlei Survival-Horrorfilme (oder –Abenteuer) eben entwickeln. Eine mehr oder minder glaubwürdige Hintergrundgeschichte um eine trauernde Familie zeichnet sich von Anfang an ab und bekommt im Mittelteil etwas Futter. Eine Szene in einem Tunnel lässt nach etwa einer Stunde sogar Backwoods-Horror-Atmosphäre aufkommen. Action gibt es nur punktuell, weitgehend verfolgen wir Mias Fluchtbemühungen im verschneiten Kaukasus, dessen Kälte sie zu spüren bekommt. Ein paar Rückblenden lassen sie uns gut kennenlernen, sodass wir mit ihr ums Überleben bangen. Ihr Jäger ist weit weniger interessant gezeichnet, was verhindert, dass „Let It Snow“ über den Durchschnitt vergleichbarer Survival-Thriller herausragt, auch wenn eine böse Pointe kurz vor dem Finale zu gefallen weiß (Stichwort Schneemann). Der Überlebenskampf der Protagonistin immerhin hat mich bis zum Ende gut bei der Stange gehalten. Tipp: Der Abspann wartet mit zwei Midcredits-Szenen auf, also nicht gleich abschalten.

Hat Mia noch eine Chance?

Veröffentlichung: 24. November 2022 als Blu-ray, DVD und Video on Demand

Länge: 86 Min. (Blu-ray), 83 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Let It Snow
UKR/GEORG/SP/USA 2020
Regie: Stanislav Kapralov
Drehbuch: Stanislav Kapralov, Omri Rose
Besetzung: Ivanna Sakhno, Alex Hafner, Tinatin Dalakishvili, Mariam Sulakadze, Olga Sulzhenko, Ihar Kankov, Tamri Bziava, Gia Japharidze, Avtandil Chakhunashvili, Soslan Oniashvili
Zusatzmaterial: deutscher und englischer Trailer, Trailershow
Label/Vertrieb: Plaion Pictures

Copyright 2022 by Volker Schönenberger

Szenenfotos & Packshots: © 2022 Plaion Pictures

 

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Terrifier 2 – Killerclown Art meldet sich mit Schmackes zurück

Terrifier 2

Kinostart: 8. Dezember 2022

Von Volker Schönenberger

Horror // An Clown Art (David Howard Thornton) scheiden sich die Geister. Seit er 2016 in „Terrifier“ erstmals nachhaltig auf sich aufmerksam machte, halten ihn die einen für den nächsten ikonischen Killer im Slashergenre, während andere dem Guten respektive Bösen überhaupt nichts abgewinnen können. Story und Verlauf der Handlung folgten üblichen Pfaden des Slasherfilms, allerdings hoben seine große Brutalität und die fein gestaltete Clownsmaskerade Art doch über zahlreiche andere blutrünstige Gestalten hinaus. Ob er dereinst einen solch geradezu mystischen Status wie beispielsweise Freddy Krueger, Michael Myers und Jason Voorhees erlangen wird, bleibt abzuwarten. Ich halte das für unwahrscheinlich, aber von den diversen Clowns des Horrorgenres gefällt er mir tatsächlich am besten, weshalb ich der ab 8. Dezember sogar in ausgewählten deutschen Kinos ungeschnitten zu bestaunenden Fortsetzung „Terrifier 2“ mit Vorfreude entgegensah. Seine Deutschlandpremiere hatte sie am 5. November bei der Horrorfilmnacht „Splatterday Night Fever“ in Saarbrücken gefeiert.

Welch lustiger Clown

Arts Schöpfer Damien Leone hatte den Clown erstmals 2008 in seinem Kurzfilm „The 9th Circle“ auftreten lassen, danach im Kurzfilm „Terrifier“ (2011), schließlich für etwa 20 Minuten in seinem 2013er-Anthologiefilm „All Hallows’ Eve – Komm raus und spiel!“, der unter anderem aus Material der beiden Kurzfilme bestand. Nach dem Erfolg des Langfilms „Terrifier“ war schnell klar, dass es eine Fortsetzung geben wird. Dafür zeichnet erneut Leone für Drehbuch und Regie verantwortlich und er hat zur Crowdfundingkampagne des Sequels verlauten lassen, den Vorgänger in puncto Gewalt und Zügellosigkeit toppen zu wollen. Das ist ihm gelungen. Die FSK zeigte sich für die Kinoauswertung immerhin gnädig und vergab eine Freigabe ab 18 Jahren für die ungeschnittene Fassung. Für die Veröffentlichung auf Blu-ray und DVD werden strengere Maßstäbe angelegt, weshalb es wie bei „Terrifier“ gut möglich, wenn nicht gar wahrscheinlich erscheint, dass es eine um allzu heftige Brutalitäten bereinigte FSK-Fassung sowie eine ungeprüfte Uncut-Version geben wird.

Von der Gerichtsmedizin in den Waschsalon

138 Minuten! Beeindruckende Länge – Slasherfilme zeichnen sich ja gemeinhin nicht durch komplexe Storys aus, sie lassen sich in der Regel in schlanken anderthalb Stunden gut zu Ende erzählen. Aber schaun mer mal! „Terrifier 2“ setzt unmittelbar im Anschluss an den Vorgänger ein und geht gleich zu Beginn in die Vollen: Art malträtiert den Leichenbeschauer (Cory DuVal) aus der Gerichtsmedizin, der ihn untersuchen sollte. Dem unglückseligen Opfer gelingt es noch, mit 911 den Notruf zu verständigen, aber um sich zu Wort zu melden, dazu fehlen ihm schon die Möglichkeiten. Mit einem medizinischen Hammer erledigt Art den Rest (auf eine Weise, die für eine FSK-18-Freigabe fürs Heimkino bereits eine gewisse Hürde darstellt). Anschließend gilt es für den Clown, die blutigen Klamotten zu reinigen. In einem Waschsalon mit Selbstbedienung begegnet er einem mysteriösen Mädchen (Amelie McLain), das ähnlich kostümiert ist wie er. Einem anderen Kunden (Thomas Smith) bekommt die Begegnung gar nicht gut, und Art zieht von dannen.

Kuckuck!

Ein Jahr später bereiten sich die Geschwister Sienna und Jonathan Shaw (Lauren LaVera, Elliott Fullam) in Miles County auf Halloween vor. Die beiden haben kürzlich ihren Vater verloren, der einem Hirnturmor erlag. Während Sienna gern ein Kostüm tragen möchte, das ihr Vater ihr entworfen hatte, hat der jüngere Jonathan eine gewisse Fixierung auf den Clown Art entwickelt, von dessen Missetaten er im Internet gelesen hatte. Er will „Trick or Treat“ im Clownskostüm erledigen. Doch Art ist bereits wieder in der Gegend …

Beim Einkaufen im Horrorfachgeschäft …

„Terrifier 2“ entwickelt von Anfang an eine brutal-surreale Kraft, der man sich schwerlich entziehen kann. Als Horror-Aficionado, versteht sich. Wer mit deftiger Gewalt nicht umgehen kann, wird wohl alsbald aufstehen und verstört den Kinosaal verlassen – womöglich unmittelbar nach dem Niedermetzeln des Leichenbeschauers.

„They’re coming to get you, Barbra!“

Schön, wenn Siennas und Jonathans Mutter Barbara (Sarah Voigt) im Fernsehen einen schwarz-weißen Horrorklassiker von 1968 schaut und dort die Dialogzeile They’re coming to get you, Barbra ertönt. Ohnehin wartet „Terrifier 2“ mit ein paar feinen Ideen auf. Wer hätte gedacht, in was für Gefäßen man den lieben Kleinen Halloween an der Haustür Süßigkeiten kredenzen kann? Das nenne ich Liebe zum Detail! Sie offenbart sich auch in einigen wunderbaren Szenenbildern, sei es ein Geschäft für Halloweenbedarf, sei es das alte Gruselkabinett, in welchem sich der Showdown abspielt. Herrlich! Weniger spektakulär ausgestattet ist ein gewisses Schlafzimmer, in welchem sich ein Geschehen abspielt, das aufgrund des Gewaltgrads bereits in den Medien Aufsehen erregt hat (und den Angehörigen des zuständigen FSK-Gremiums Schweißperlen auf die Stirn getrieben haben dürfte). Hier hat sich der auch für die visuellen Spezialeffekte zuständige Damien Leone so richtig ausgetobt. Das Gros der blutigen Tricks ist übrigens handgemacht, auch Animatronik kam zum Einsatz, CGI in erster Linie unterstützend. Gut so!

…trifft Art auf Sienna

Die Story hinkt da erwartungsgemäß hinterher, erfüllt aber ihren Zweck und schlägt einen Bogen zum Vorgänger. Positiv anzumerken ist, dass es mit Sienna Shaw eine Protagonistin gibt, die vergleichsweise sorgfältig charakterisiert wird und ein tolles „Final Girl“ abgibt. Auch ihr Bruder Jonathan ist mehr als eine Schießbudenfigur.

Ganz wehrlos ist Sienna nicht

„Terrifier 2“ sprüht vor Einfallsreichtum und Blut, dass es eine wahre Freude ist. Ich bin versucht, noch viel mehr zum Geschehen zu schreiben, unterlasse das aber. Auch wenn es abgedroschen klingt: Macht euch selbst ein Bild! Wer exzessiven Horrormetzeleien und einem Over-the-Top-Slasherfilm etwas abgewinnen kann, müsste an diesem Sequel großen Gefallen finden. Dass die 138 Minuten das blutige Treiben etwas ausreizen und es womöglich auch zehn bis 15 Minuten weniger getan hätten – geschenkt. Langeweile kommt jedenfalls nicht auf.

Corona legt die Produktion auf Eis

An sich waren die Dreharbeiten etwa Ende 2019 zu weiten Teilen beendet und „Terrifier 2“ sollte im Lauf des Jahres 2020 weltweit in die Kinos oder Heimkinos kommen. Eine gewisse Pandemie machte dem einen Strich durch die Rechnung, die letzte Klappe fiel erst im Juli 2022. Seine Weltpremiere feierte das Werk am 22. August 2022 beim Fantastic Fest im texanischen Austin, exakt eine Woche später wurde es auch auf dem Fright Fest in London gezeigt. Ab 6. Oktober sollte der Film für eine Woche in den US-Kinos laufen, aufgrund der großen Nachfrage wurde das aber zweimal um je eine Woche verlängert. Seine Produktionskosten in Höhe von 250.000 Dollar hatte „Terrifier 2“ bereits am Starttag mehr als eingespielt, nach etwas mehr als einem Monat belaufen sich die weltweiten Einnahmen laut Angaben von Box Office Mojo mit 10 Millionen Dollar auf mehr als das Vierzigfache seines Budgets (Stand Mitte November 2022).

Art hat ganz offensichtlich …

Über Herkunft und Motive des Killerclowns Art erfahren wir auch in diesem Film nichts. Jedenfalls bereitet es ihm eine diebische Freude, Menschen auf ausgesprochen grausame und einfallsreiche Weise abzumurksen, das ist für manche ja Motiv genug. Seine Maske erinnert ein wenig an die des berühmten französischen Pantomimen Marcel Marceau, was sicher kein Zufall ist, da auch Art völlig wortlos daherkommt. Der Killerclown hat das Zeug zu einer mythischen Horrorfigur, zumal auch einige übernatürliche Elemente zu bemerken sind. Es kann als sicher gelten, dass wir ihn in nicht allzu ferner Zukunft wiedersehen werden (sofern die nächste Fortsetzung nicht in der Entwicklungshölle ins Straucheln gerät, was immer passieren kann). Dafür sprechen auch das Ende der Handlung von „Terrifier 2“ und eine kurz nach Einsetzen des Abspanns gezeigte Szene. Ich sehe einem „Terrifier 3“ – ob Sequel oder Prequel – mit Vorfreude entgegen, fände es aber auch reizvoll, wenn sich Damien Leone in der Zwischenzeit einem ganz anderen Segment des Horrorgenres widmet. Abschließend sei angemerkt, dass sich auch der Großmeister des literarischen Horrors von „Terrifier 2“ angetan zeigte: Stephen King schrieb im Oktober 2022 auf Twitter über den Film: Grossin’ you out old-school. Zu deutsch: Schockiert euch nach alter Schule. Wo er recht hat, hat er recht.

… Freude an seinem blutigen Treiben

Länge: 138 Min.
Altersfreigabe: FSK 18
Originaltitel: Terrifier 2
USA 2022
Regie: Damien Leone
Drehbuch: Damien Leone
Besetzung: Lauren LaVera, David Howard Thornton, Jenna Kanell, Catherine Corcoran, Amelie McLain, Elliott Fullam, Sarah Voigt, Samantha Scaffidi, Kailey Hyman, Katie Maguire, Casey Hartnett, Cory DuVal, Thomas Smith
Verleih: Tiberius Film

Copyright 2022 by Volker Schönenberger

Filmplakat & Szenenfotos: © 2022 Tiberius Film

 

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