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Gewinnspiel: Ambulance – 1 Mediabook

Verlosung

„Ambulance“ zeigt, dass ein Krankenwagen nicht immer die Rettung bringt. Koch Films hat uns von dem 1990er-Horrorthriller ein Mediabook mit Blu-ray und zwei DVDs zur Verfügung gestellt. Dafür herzlichen Dank im Namen der kommenden Gewinnerin oder des Gewinners.

Ab in den Lostopf

Aufgrund der Wertigkeit des Gewinns wird es diesmal wieder etwas schwieriger. Bitte beantwortet bis Sonntag, 1. Oktober 2017, im Kommentarfeld dieses Gewinnspiels folgende fünf Fragen – Andreas’ Rezension des Films mag ein erster Anlaufpunkt zur Beantwortung sein. Wenn Ihr dann noch in der Lage seid, die IMDb zu Rate zu ziehen, steht der korrekten Beantwortung nichts mehr im Wege:

1. Welche Schauspielerinnen sind die Schwestern des Hauptdarstellers? Eine davon ist sogar Oscar-Preisträgerin.

2. Nenne mindestens eine filmische Verbindung zwischen dem Regisseur und Drehbuchautor von „Ambulance“ und William Lustig.

3. Für welchen Film erhielt der Darsteller des Detectives seine bislang einzige Oscar-Nominierung? Den Ehren-Oscar hat er allerdings erhalten, dafür wird man aber nicht nominiert, weil das Board of Governors der Academy über die Vergabe entscheidet.

4. Nenne den weiteren Oscar-Preisträger im Cast und den Film, für den er den Academy Award erhalten hat.

5. Wer spürt gern menschliche Haut durch Gummihandschuhe?

Einen Fehlschuss gebe ich euch – jeder hat ja mal einen Blackout, daran soll die Teilnahme nicht scheitern, also landet Ihr mit vier korrekten Antworten im Lostopf. Minimal fehlerhafte Schreibweisen toleriere ich, wenn klar ist, wer oder was gemeint ist. Alle Kommentare werden erst nach Ende der Abgabefrist veröffentlicht. Während der Laufzeit des Gewinnspiels werde ich die nach und nach die Namen aller bislang eingegangenen Kommentatorinnen und Kommentatoren hier unten auflisten.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen

Teilnahmeberechtigt sind alle, die eine Versandanschrift innerhalb Deutschlands haben oder bereit sind, die Differenz zum Inlandsporto zu übernehmen. Für Transportverlust übernehme ich keine Haftung (verschicke aber sicher verpackt und korrekt frankiert, bislang sind noch alle Sendungen bei den Empfängern eingetroffen). Hat sich die Gewinnerin oder der Gewinner fünf Tage nach meiner zweiten Benachrichtigung nicht gemeldet, geht der Anspruch aufs Mediabook verloren. In dem Fall lose ich unter den leer ausgegangenen Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen neuen Namen aus.

Autorinnen und Autoren von „Die Nacht der lebenden Texte“ sowie deren und meine Familienmitglieder dürfen leider nicht mitmachen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinnerin oder den Gewinner werde ich im Lauf der Woche nach Ende der Frist bekanntgeben, indem ich diesen Text um einen Absatz ergänze, und sie oder ihn auch per E-Mail benachrichtigen.

Bislang teilgenommen haben (mit fünf korrekten Antworten, sofern nicht anders erwähnt):

01. Ingo Maaßen
02. Filmschrott
03. TomHorn
04. Thomas
05. Marc Gryschka (eine unvollständige Antwort)
06. Ronny Weigang (eine falsche Antwort)
07. Sebastian Graf
08. Melanie Wehrmann
09. Dennis König
10. Adrian
11. Lars Johansen

Die Rezension von „Ambulance“ findet Ihr auch hier. Und pssst: Kommende Woche startet ein weiteres Gewinnspiel, dann wird es wieder einfacher.

Copyright 2017 by Volker Schönenberger

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Ambulance – Vorsicht vor den Männern in Weiß

The Ambulance

Von Andreas Eckenfels

Horrorthriller // Diese Geschichte erzählt davon, was einem netten Kerl passieren kann, wenn er wildfremde Frauen auf der Straße anspricht.

1990, zum Zeitpunkt der Veröffentlichung von Larry Cohens „Ambulance“, gab es noch keine sozialen Netzwerke, in denen man der Traumfrau von nebenan nachspionieren und sich mit ihren Gewohnheiten und Vorlieben vertraut machen konnte, um mit ihr dann bestens vorbereitet ins Gespräch zu kommen. Man musste stattdessen seinen ganzen Mut zusammennehmen und hoffen, dass man mit dem richtigen Spruch bei der Dame gleich Eindruck schindet. Damals war viel Fingerspitzengefühl gefragt – sonst konnte man sich einiges an Ärger einhandeln, auf welchen das ironische Zitat zu Beginn des Films anspielt.

Objekt von Joshs Begierde: Traumfrau Cheryl

Bei dem netten Kerl handelt es sich um den Comic-Zeichner Josh (Eric Roberts), der in den Straßen von New York bei der wildfremden Cheryl (Janine Turner, „Cliffhanger“) um ein Date bittet. Cheryl zeigt sich nicht abgeneigt, kontert seine Anmache allerdings durchaus schlagfertig – bis ihr plötzlich schwindlig wird und sie auf dem Gehsteig zusammenbricht. Der herbeigerufene Krankenwagen ist blitzschnell vor Ort und nimmt sie mit. In all dem Chaos hatte Josh natürlich vergessen, nach Cheryls Nachnamen zu fragen. Bei der Suche nach seiner Angebeteten hat er kein Glück: Weder in dem Krankenhaus, in welches Cheryl hätte eingeliefert werden sollen, noch in den anderen Kliniken kennt man die Patientin. Da ihm auch die Polizei in Person von Detective Spencer (James Earl Jones) zunächst nicht helfen will, forscht Josh auf eigene Faust nach. Dabei kommt er einer Verschwörung auf die Schliche.

Endlich auf DVD und Blu-ray

Da hat Koch Films eine fast vergessene Thriller-Perle von B-Movie-Veteran Larry Cohen ausgegraben. Zuletzt hatte ich „Ambulance“ zu VHS-Zeiten gesehen; auf DVD ist er weder hierzulande noch in den USA oder Großbritannien jemals offiziell erschienen. Meine Erinnerung wurde bestätigt: Cohens drittletzter Film als Regisseur ist ein spannender und höchst unterhaltsamer Reißer, dem man dank seines augenzwinkernden Humors auch einige Unglaubwürdigkeiten gern verzeiht. Wie wahrscheinlich ist es zum Beispiel, dass Josh in der Metropole New York City mit einer Comic-Zeichnung von Cheryl in der Hand durch die Straßen zieht, und dann zufällig ihre WG-Partnerin vorbeiläuft und das Bild auch noch erkennt?

Cheryl bricht plötzlich zusammen – Joshs umwerfende Anmachsprüche sind dafür nicht verantwortlich

Egal, bei Cohen zählt das schnelle Vorantreiben der Handlung, und dabei hetzt er seinen Hauptdarsteller Eric Roberts gekonnt von einem schweißtreibenden Moment in den nächsten. Spannend und komisch zugleich ist etwa die Szene, in der Josh von einer Straßengang bedroht wird, gleichzeitig aber auch die „bösen“ Insassen des Krankenwagens heranrauschen. Nur aufgrund seiner rhetorischen Überzeugungskraft kann er die Gang davon überzeugen, dass sie auf die vermeintlichen Sanitäter losgehen, statt ihn zu verprügeln.

Unterstützt wird Roberts von einem herrlich griesgrämmigen James Earl Jones, Oscar-Preisträger Red Buttons („Sayonara“, 1957) als Journalist Elias Zacharai und Eric Braeden als abgründigen Bösewicht, der mit sarkastischen Zitaten wie „Verzeihen Sie mir, aber ich spüre so gern menschliche Haut durch Gummihandschuhe“ seine medizinischen Experimente mit seinen wehrlosen Patienten veranstalten darf. Einen aus heutiger Sicht überraschenden Auftritt hat zudem Comic-Legende Stan Lee, der als Joshs Chef in seiner ersten Kino-Gastrolle zu sehen ist.

Das Böse ist unter uns

Cohen mag zwar leider nicht mehr als Regisseur tätig sein, einen ebenso großen Namen hat er sich aber auch als Drehbuchautor gemacht. Viele Ideen und das Tempo aus „Ambulance“ sind auch in den erfolgreichen Thrillern „Nicht auflegen!“ (2002) und „Final Call – Wenn er auflegt, muss sie sterben“ (2004) zu erkennen, für die er die Bücher schrieb. Und wie schon in dem von William Lustig realisierten Skript zu „Maniac Cop“ (1988) dreht Cohen auch in „Ambulance“ die Verhältnisse um: Wie der mörderische Polizist Matt Cordell entpuppen sich auch die Sanitäter und Ärzte nicht als die Helfer, auf die die Bevölkerung in Notsituation blind vertrauen kann. Mit diesem sozialen Kommentar bettet Cohen wieder einmal das Böse geschickt in unsere Realität ein und sorgt so dafür, dass man ein wenig Unbehagen und ein gesundes Maß an Misstrauen und Paranoia nach der Sichtung des Films mitnimmt.

Josh (r.) versucht Detective Spencer zur Mithilfe zu bewegen

Die Veröffentlichung in dem schicken, Koch-typischen kleinen Mediabook-Format mit dem Original-Artwork würdigt dann auch das umfangreiche Schaffen von Larry Cohen. Während sich im lesenswerten Booklet-Text Christoph Huber mit dem legendären Regisseur auseinandersetzt, blickt der Filmemacher in der knapp 70-minütigen Interview-Dokumentation „Cohen on Cohen“ mit vielen Anekdoten selbst auf sein Werk zurück.

Vermeintliche Sanitäter auf der Jagd

Veröffentlichung: 22. Juni 2017 als Mediabook (Blu-ray, DVD und Bonus-DVD)

Länge: 95 Min. (Blu-ray), 92 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: The Ambulance
USA 1990
Regie: Larry Cohen
Drehbuch: Larry Cohen
Besetzung: Eric Roberts, James Earl Jones, Megan Gallagher, Red Buttons, Janine Turner, Eric Braeden, Richard Bright, Stan Lee
Zusatzmaterial: Audiokommentar von Regisseur Larry Cohen, Trailer, Bildergalerie mit seltenem Werbematerial, Interview-Dokumentation „Cohen on Cohen“, Booklet-Text „In Teufels Küche“ von Christoph Huber
Vertrieb: Koch Films

Copyright 2017 by Andreas Eckenfels
Fotos & Packshot: © 2017 Koch Films

 

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The Texas Chainsaw Massacre 2 – Tobe Hoopers ebenbürtiges Sequel

The Texas Chainsaw Massacre 2

Von Simon Kyprianou

Horror // Was die Fortsetzung von „The Texas Chainsaw Massacre“ angeht, teilt sich der kürzlich leider verstorbene Tobe Hooper ein Schicksal mit dem kürzlich leider ebenfalls verstorbenen George A. Romero: Die Fortsetzungen ihrer zu Klassikern avancierten Filme haben haben nie die Aufmerksamkeit und Wertschätzung bekommen, die sie verdient haben. Bei Romero denke man an die beiden unterschätzten Meisterwerke „Day of the Dead“ und insbesondere „Land of the Dead“, bei Hooper an das Sequel seines großen Hits, dem texanischen Kettensägen-Massaker.

Das „Blutgericht in Texas“

„Texas Chainsaw Massacre 2“ ist aber auch in jeder Hinsicht ein sehr anderer Film als sein bei uns auch als „Blutgericht in Texas“ bekannter Vorgänger: Der erste Film ist langsam und bedächtig im Aufbau, ein Slow-Burner könnte man sagen, der auf der Grundlage von doch sehr realen politischen Beobachtungen fußt und nach der Hälfte langsam in eine Form des Surrealen abgleitet, der am Anfang noch greifbar ist, und nach und nach zum albtraumhaften, schroffen Rausch wird, zu dem kaum Distanz möglich ist. Ganz ohne dass Hooper darauf angewiesen ist, direkte Gewalt zu zeigen. Kurz gesagt, „The Texas Chainsaw Massacre“ ist einer der besten Filme überhaupt, weil es ein „reiner“ Film ist, der mit den ureigensten sinnlichen Mitteln des Kinos seine Effekte erzeugt.

Fortsetzung auf einem Level

Die Fortsetzung steht der Qualität ihres berühmten Vorgängers in nichts nach. Die Radiomoderatorin Vantina (Caroline Williams) kommt unfreiwillig in Berührung mit einem Mord, der von der Kettensägen-Familie verübt wird. Darüber kommt sie wiederum in Berührung mit Lieutenant Enright (Dennis Hopper), der auf der Suche nach der Kettensägen-Sippschaft ist, die seinen Neffen auf dem Gewissen hat. Zusammen dringen die beiden in die tiefsten und grauenvollsten Tiefen der Gang-Höhle vor.

Diesmal verzichtet Hooper auf einen langsamen Einstieg, und der Americana-Albtraum des ersten Teils wird zur Americana-Freakshow. Wo der Vorgänger sozusagen auf die in einem Land brodelnde Gewalt stößt, ist das Sequel wie eine exzessive, zu jeder Zeit entgleisende Shownummer, in der diese Gewalt und die Faszination des Landes für sie Ausdruck findet. Ein bisschen wie Joseph Conrad auf Speed im amerikanischen Hinterland sozusagen.

Die Schöne und das Biest

Und dazu bringt Hooper in den Film noch eine unglaublich toll umgesetzte „Die Schöne und das Biest“-Symbolik, wenn sich Letherface (Bill Johnson) weigert, die Protagonistin zu töten, weil er sich in sie verliebt hat. Er versteht aber auch, dass er das Monster ist, sie also nicht bekommen kann. Am Ende wird die Schöne dann mit der größten Kettensäge – ein ultimatives Phallussymbol – dastehen und sie bedrohlich in den Himmel recken.

Dennis Hopper gibt eine schier unfassbare Performance ab, sein Spiel ist – wie eigentlich alles andere in diesem Film auch – ein herrlicher, ungebremster Exzess. „The Texas Chainsaw Massacre 2“ ist eine pausenlose und exzessive Veräußerlichung der Gewalt, die Hooper im ersten Teil in Amerika unter der Oberfläche schlummernd vorgefunden hat.

Inspiration für Rob Zombie?

Zweifellos hat sich Regisseur Rob Zombie 2009 von Hoopers Art, eine Fortsetzung zu konzipieren, inspirieren lassen für seine „Halloween“-Fortsetzung, die dann ihrerseits ein Meisterwerk geworden ist, eine exzessive White-Trash-Freakshow.

Leider war „The Texas Chainsaw Massacre 2“ in den meisten Nachrufen auf Hooper nicht wirklich präsent, obwohl er vielleicht das eigentliche, das größte Meisterwerk des Regisseurs ist, mindestens aber auf einer Stufe mit dem Vorgänger stehen sollte, gerade weil sie einander wunderbar ergänzen.

Uncut in schönen Editionen

Im Mai 2016 gelang es der Turbine Media Group als Inhaber der deutschen Veröffentlichungsrechte, gerichtlich die Aufhebung der Beschlagnahme nach §131 StGB zu erreichen. Im Dezember verschwand „The Texas Chainsaw Massacre 2“ dann auch vom Index der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien, woraufhin die FSK der ungekürzten Fassung eine Altersfreigabe ab 18 Jahren bescheinigte. Anständige Veröffentlichungen gibt es mittlerweile einige, in Deutschland beispielsweise eine Collector’s Box mit einigen Gimmicks, die allerdings vergriffen und auf dem Sammlermarkt recht teuer geworden ist. Sie enthält den Film in neuer 2K-Abtastung, die von Scream Factory aus den USA angefertigt und dort auch als 2-Disc Collector’s Edition veröffentlicht wurde. Die von Turbine zuvor bereits in Österreich herausgebrachten Editionen dürften ebenfalls wertig sein. Last not least sei auf die 2013 erschienene schöne Edition des englischen Labels Arrow Video verwiesen, die „The Texas Chainsaw Massacre 2“ in einem digitalen Transfer enthält, dessen Anfertigung von Kameramann Richard Kooris überwacht wurde. Zusätzliche Goodies: „Tobe Hooper’s Early Works“ – sein zehnminütiger 1964er-Kurzfilm „The Heisters“ (1964) sowie sein Langfilm-Regiedebüt „Eggshells“ (1969). Hinzu kommt ein 100-seitiges Büchlein.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von Tobe Hooper sind in unserer Rubrik Regisseure aufgelistet.

Veröffentlichung: 3. März 2017 als auf 1.000 Exemplare limitierte Collector’s Box

Länge: 101 Min. (Blu-ray), 96 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 18
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: The Texas Chainsaw Massacre 2
USA 1986
Regie: Tobe Hooper
Drehbuch: L. M. Kit Carson
Besetzung: Dennis Hopper, Caroline Williams, Bill Moseley, Jim Siedow, Bill Johnson, Ken Evert, Chris Douridas, Harlan Jordan, Kirk Sisco, Lou Perryman, James N. Harrell, Judy Kelly, Barry Kinyon
Zusatzmaterial: keine Angabe
Vertrieb: Turbine Media Group

Copyright 2017 by Simon Kyprianou
Packshot Collector’s Box: © 2015 Turbine Media Group, Filmplakat: Fair Use

 

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