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Fall 39 – Wenn Jugendarbeit zum Horror wird

Case 39

Von Volker Schönenberger

Horrorthriller // 38 aktuelle Fälle sind für die Sozialarbeiterin Emily Jenkins (Renée Zellweger) vom Child Services Oregon an sich mehr als genug. Ihr Boss Wayne (Adrian Lester) drückt ihr dennoch einen weiteren aufs Auge: Die zehnjährige Lillith „Lily“ Sullivan (Jodelle Ferland) hat Probleme in der Schule und weist Zeichen von Vernachlässigung auf, schläft täglich im Unterricht ein. Schon das erste Treffen mit der Familie verläuft sonderbar: Dass sich die Eltern Margaret und Edward Sullivan (Kerry O’Malley, Callum Keith Rennie) abweisend verhalten, erscheint noch erwartbar, nicht jedoch, dass sich Edward weigert, ein Wort mit Emily zu wechseln. Stattdessen flüstert er seiner Frau ins Ohr, was er der Sozialarbeiterin zu sagen hat.

Ein verängstigtes Kind

Während eines Besuchs der Sulivans bei Child Services gelingt es Emily, unter vier Augen ein paar Worte mit dem Mädchen zu wechseln. Lily verrät ihr, ihre Eltern belauscht und dabei gehört zu haben, sie würden sie in die Hölle schicken wollen. Da die Kleine keine äußerlichen Zeichen von Gewalt aufweist, sieht Wayne keinen Anlass, den Fall weiter zu verfolgen. Doch eines Abends erhält Emily einen Anruf der total verängstigt klingenden Lily. In Begleitung von Detective Mike Barron (Ian McShane, „John Wick“-Reihe) dringt sie ins Haus der Sullivans ein …

Die Sullivans – nur eine weitere dysfunktionale Familie?

Die während der Dreharbeiten im Herbst 2006 ihren zwölften Geburtstag feiernde Jodelle Ferland („Silent Hill – Willkommen in der Hölle“) macht ihre Sache ganz hervorragend. Eine ganze Weile schließt man Lily sehr ins Herz – bis sie bei einem Gespräch mit Emilys Kollege Doug (Bradley Cooper) zum ersten Mal ein wenig die Fassade fallen lässt. Recht zügig ahnt das horroraffine Publikum, welche Richtung „Fall 39“ einschlagen wird. Doch da die Dimension eine Weile ein paar Hinweisen zum Trotz verborgen bleibt, bleibt das Geschehen fesselnd genug, während es auf das Unausweichliche zusteuert.

Bradley Cooper und Renée Zellweger

Bradley Cooper („American Sniper“) war zum Zeitpunkt der Produktion erst etwa sieben Jahre als Filmschauspieler aktiv und noch lange nicht der Superstar, der er heute ist. Sein Part ist nicht allzu groß, aber denkwürdig. Auch an der zweifachen Oscar-Preisträgerin Renée Zellweger („Unterwegs nach Cold Mountain“, „Judy“) ist nichts auszusetzen, sie überzeugt als völlig normale Frau, in deren Leben etwas Unbegreifliches, Beängstigendes Einzug hält.

Emily nimmt die kleine Liliy unter ihre Fittiche

„Fall 39“ stellt die bislang einzige Hollywood-Regiearbeit des deutschen Regisseurs Christian Alvart dar, der 2005 mit seinem zweiten Film „Antikörper“ auf sich aufmerksam machte. Ab 2011 inszenierte er zwei Kieler „Tatort“-Folgen mit Axel Milberg und die ersten vier Hamburg „Tatort“-Folgen mit Til Schweiger sowie dessen Kinoflop „Tschiller – Off Duty“ (2016). Zu seinen weiteren deutschen Kinoarbeiten zählen „Steig. Nicht. Aus!“ (2018) und die Sebastian-Fitzek-Verfilmung „Abgeschnitten“ (2018).

Mainstream-Horror in bekannten Bahnen

Zu einem großen Wurf reicht es für „Fall 39“ nicht, dafür bleibt der Horrorthriller etwas zu vorhersehbar und dem Mainstream verhaftet. Doch auch wenn man schnell erkennt, wo die Reise hingeht, unterhält der Blick darauf, wie sie verläuft. Einen Pluspunkt gibt es auch für ein Gefühl der Ausweglosigkeit, das sich in puncto Emily nach und nach einstellt. Ob der Film für die Sozialarbeiterin ein positives Ende nimmt oder nicht, lässt sich immerhin nicht erraten. Beides erscheint im Verlauf gleich wahrscheinlich, und so überrascht es auch nicht, dass ein alternatives Finale existiert, das sich im Bonusmaterial der DVD findet. Es sind recht viele entfernte oder alternative Szenen, die Alvart abgedreht hat. Wollte er sich diverse Möglichkeiten offen halten oder war er bei seinem Hollywooddebüt etwas unsicher?

Viel früher beim Fantasy Filmfest als in den USA

Während „Fall 39“ kurz nach seiner Weltpremiere in Neuseeland (!) im August 2009 bereits beim deutschen Fantasy Filmfest lief und kurze Zeit später weltweit in vielen Ländern in die Kinos kam, geschah dies in den Produktionsländern USA und Kanada erst ein Jahr später – sogar satte vier Jahre nach Ende der Dreharbeiten. Die Ursachen dieser Verzögerung entziehen sich meiner Kenntnis. Mit einem weltweiten Einspielergebnis von 28 Millionen Dollar übertraf der Film seine Kosten nur um zwei Millionen. Das und die eher negativen Kritiken mögen der Grund sein, dass die Hollywoodkarriere von Christian Alvart schneller vorbei war, als sie begonnen hat. So schlecht ist „Fall 39“ aber nun auch wieder nicht. Kein Pflichtprogramm für die Horrorsammlung, aber passabler Grusel für ein Publikum, das sich ängstigen will, ohne verstört zu werden.

Die Sozialarbeiterin in Angst

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von Christian Alvart haben wir in unserer Rubrik Regisseure aufgelistet, Filme mit Renée Zellweger unter Schauspielerinnen, Filme mit Bradley Cooper, Ian McShane und Callum Keith Rennie in der Rubrik Schauspieler.

Veröffentlichung: 30. März 2012 als DVD in der Mystery-Edition (mit „Der Fluch der 2 Schwestern“ und „Cloverfield“), 29. Juli 2010 als Blu-ray und DVD

Länge: 109 Min. (Blu-ray), 105 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen Blu-ray: Deutsch, Englisch Französisch, Spanisch, Italienisch, Audiodeskription für Sehbehinderte
Sprachfassungen DVD: Deutsch, Englisch Türkisch
Untertitel Blu-ray: Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Französisch, Spanisch, Italienisch, Dänisch, Schwedisch, Norwegisch, Finnisch, Niederländisch
Untertitel DVD: Deutsch, Englisch, Türkisch
Originaltitel: Case 39
USA/KAN 2009
Regie: Christian Alvart
Drehbuch: Ray Wright
Besetzung: Renée Zellweger, Ian McShane, Jodelle Ferland, Bradley Cooper, Callum Keith Rennie, Adrian Lester, Kerry O’Malley, Cynthia Stevenson, Alexander Conti, Philip Cabrita, Vanesa Tomasino, Mary Black
Zusatzmaterial: „Die böse Akte – Der Hintergrund von Case 39“ (8:07 Min.), „Unerträgliche Spannung“ (4:24 Min.), „Im Wespennest“ (3:02 Min.), „Spiel mit dem Feuer“ (4:26 Min.), 18 entfernte Szenen inkl. alternatives Ende (30:08 Min.), Trailer zu „Die Legende von Aang“
Label: Paramount Pictures
Vertrieb: Universal Pictures Germany GmbH

Copyright 2022 by Volker Schönenberger

Szenenfotos & unterer Packshot: © 2010 Paramount Pictures / Universal Pictures Germany GmbH

 

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Angriff der Riesenspinne – Die Arachniden aus dem All

The Giant Spider Invasion

Von Volker Schönenberger

SF-Horror // In der ländlichen Gemeinde in Wisconsin geht alles seinen gewohnten Gang. Der Prediger (Tain Bodkin) hält eine flammende Rede, während Farmer Dan Kester (Robert Easton) zu einem Schäferstündchen aufbricht, seiner Frau Ev (Leslie Parrish) aber erzählt, er wolle die Predigt besuchen. Der junge Dave Perkins (Kevin Brodie) führt derweil Evs kleine Schwester Terry (Diane Lee Hart) aus. Dann jedoch schlägt ein Meteorit auf Dan Kesters Farm ein. Und plötzlich steigt die Spinnenpopulation in der Gegend enorm an. Und die achtbeinigen Tierchen wachsen …

Stellt euch eine Kombination aus „Tarantula“ (1955) „Mörderspinnen“ (1977) und „Arachnophobia“ (1990) vor! Habt ihr das? Okay, nun stellt euch qualitativ das genaue Gegenteil dieser Konstruktion vor – dann seid ihr vielleicht bei „Angriff der Riesenspinne“ angelangt. Während die drei genannten Werke in jeder ernst zu nehmenden Rangliste von Spinnenhorrorfilmen ganz vorn platziert sein sollten, ist ein Rang ganz hinten für dieses miese Machwerk am Ende noch zu viel des Guten.

Das schwarze Loch

Nun gut, ein paar Momente hat sogar dieser Streifen, beispielsweise nach knapp einer Stunde, wenn Terry von einer überdimensionalen Spinne attackiert wird, Dave zur Rettung eilt und kurz darauf die beiden Wissenschaftler Dr. Vance (Steve Brodie) und Dr. Jenny Langer (Barbara Hale) ebenfalls auf den Riesen-Arachniden treffen. Überhaupt diese beiden: Während sie sich über unterschiedliche astrophysische Theorien austauschen und alsbald ein schwarzes Loch als Antwort auf viele Fragen ausmachen, kommt es zu einer geradezu sympathischen Annäherung zwischen den beiden. Dass die wissenschaftlichen Erklärungen hanebüchen ausfallen – geschenkt.

Die Riesenspinne wiederum sieht so blöd aus, dass es schon fast wieder toll ist. Aber nur fast, insgesamt bleibt es bei blöd. Man muss schon sehr dem Trash frönen, um bei „Angriff der Riesenspinne“ Vergnügen zu empfinden, dann aber kann es klappen. Cast und Crew des Films kommen ohne jede Prominenz oder irgendeinen Wiedererkennungswert daher. Barbara Hale hat immerhin in der Fernsehserie „Perry Mason“ (1957–1966) nebst diversen „Perry Mason“-Fernsehfilmen ab Mitte der 80er den wichtigen wiederkehrenden Part als Della Street innegehabt.

Gedreht wurde sogar am Originalschauplatz Wisconsin – wenn das nichts ist. 300.000 Dollar hat die Produktion gekostet, diesen Betrag sieht man „Angriff der Riesenspinne“ nicht an, der Film wirkt, als seien es nur 3.000 Dollar gewesen. Ebenso wenig sieht man ihm an, dass er an den Kinokassen 15 Millionen Dollar eingespielt hat. Kaum zu fassen. In Deutschland scheint sich das Werk eine Fangemeinde erarbeitet zu haben, sonst hätten sich wohl kaum gleich diverse Publisher erbarmt, es zu veröffentlichen, wenn auch nur in leidlicher Qualität. Die erste Hälfte des Films ist langweilig, die zweite lächerlich. Selten wurde so nach Herzenslust herumdilettiert wie bei „The Giant Spider Invasion“. Für Trash-Fans geeignet, aber auch nur für die.

Veröffentlichung: 27. Dezember 2021 als 4-Disc Edition SchleFaZ-Fassung (3 Blu-rays & DVD), 30. April 2021 als Bonus-Blu-ray im 3-Disc Edition Mediabook von „Der letzte Ausweg“ (2 Blu-rays & DVD, 8 limitierte Covermotive), 31. Mai 2019 als Blu-ray in großer Hartbox (2 limiterte Covervarianten à 25 Exemplare), 30. April 2019 als Classic Cult Collection Blu-ray, 14. März 2017 als 2-Disc Complete Edition (Blu-ray & DVD), 1. März 2017 als 3-Disc Edition Mediabook (Blu-ray, DVD & Soundtrack-CD), 13. Oktober 2016 als Classic Cult Edition Blu-ray

Länge: 80 Min. (Blu-ray), 76 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: The Giant Spider Invasion
USA 1975
Regie: Bill Rebane
Drehbuch: Richard L. Huff, Robert Easton
Besetzung: Steve Brodie, Barbara Hale, Robert Easton, Leslie Parrish, Alan Hale Jr., Bill Williams, Kevin Brodie, Diane Lee Hart, Tain Bodkin, Paul Bentzen, J. Stewart Taylor, Christiane Schmidtmer
Zusatzmaterial (Auszug, nicht in jeder Edition): Making-of (15:21 Min.), Behind the Scenes (72:04 Min.), Behind-the-Scenes-Galerie, 2 Super-8-Fassungen (28:27 und 29:26 Min.), „Mystery Science Theater“ (7:07 Min.), alter deutscher Vorspann (1:08 Min.), alte deutsche Fassung (76:28 Min.), Behind the Scenes Uncut (133:17 Min.), Interview mit Robert Easton (17:03 Min.), Erinnerungen (6:28 Min.), Soundtrack auf CD (40:02 Min.), nur Mediabook: 16-seitiges Booklet mit einem Text von Christoph N. Kellerbach
Label/Vertrieb Mediabook 2021: Astro
Label/Vertrieb Hartbox 2019: AMS
Label/Vertrieb Mediabook 2017: ’84 Entertainment
Label/Vertrieb SchleFaZ-Fassung / Classic Cult Collection / Complete Edition / Platinum Cult Edition: ‎VZ-Handelsgesellschaft mbH (Digi-Dreams-Studios)

Copyright 2022 by Volker Schönenberger

Packshot Mediabooks: © 2017 ’84 Entertainment, Packshot andere: © VZ-Handelsgesellschaft mbH (Digi-Dreams-Studios)

 

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John Carpenter (XIX): The Ward – Die jungen Frauen in der Psychiatrie

The Ward

Von Volker Schönenberger

Horrorthriller // Prolog: Im North Bend Psychiatric Hospital in Oregon dringt 1966 eine (fürs Publikum nicht sichtbare) Kreatur in die Zelle der Insassin Tammy (Sali Sayler) ein und tötet die junge Frau. Im Anschluss an den auf diesen kurzen Prolog folgenden Vorspann lernen wir Kristen (Amber Heard) kennen, die in einer ländlichen Gegend ein Haus anzündet, daraufhin von der Polizei in Gewahrsam genommen und in die oben erwähnte psychiatrische Einrichtung eingeliefert wird. Sie kommt in einen Trakt zu vier anderen jungen Frauen: Sarah (Danielle Panabaker), Iris (Lyndsy Fonseca), Emily (Mamie Gummer) und Zoey (Laura-Leigh).

Ein abgelegenes Farmhaus brennt ab

Der leitende Psychiater Dr. Stringer (Jared Harris) bleibt weitgehend erfolglos bei seinen Versuchen, seine Patientinnen von ihren Traumata und Störungen zu heilen. Kristen beginnt sogar, bedrohliche Visionen einer düsteren Gestalt zu erleiden, die sich ihr nähert. Natürlich glaubt ihr niemand vom Personal, stattdessen wird sie unter starke Medikation gesetzt und muss Elektroschocktherapie über sich ergehen lassen. Nach einiger Zeit erfährt sie, dass die in ihrer Zelle zuvor untergebrachte Tammy unter ungeklärten Umständen gestorben ist. Anscheinend geht der Geist eines zuvor gestorbenen Mädchens namens Alice (Mika Boreem) auf Vergeltung sinnend in der Einrichtung um.

Erstsichtung im Kino oder daheim? Hm …

Meine Erstsichtung von John Carpenters bislang letztem Spielfilm datiert entweder von 2010 im Kino oder von 2012 auf DVD, ich entsinne mich nicht mehr. Woran ich mich entsinne: Der Film und das Schicksal des Protagonistinnen-Quintetts haben mich ziemlich unberührt gelassen, und die erneute Sichtung anlässlich dieser Rezension hat das leider bestätigt. Die fünf entwickeln einfach zu wenig individuelles Profil. Dafür gibt es zwar eine Erklärung, sie muss aber leider an dieser Stelle unerwähnt bleiben, da sie einen Spoiler massiver Art darstellen würde.

Brandstifterin Kristen wird von der Polizei geschnappt …

Die geschlossene Einrichtung hat an sich hinreichend Potenzial für eine beklemmende Atmosphäre, die sich leider nur gelegentlich einstellt. Zwischen vielen Dialogsequenzen tritt immer wieder die Geistergestalt in Erscheinung. Ja, das ist gruselig geraten, aber so sehr nun auch wieder nicht. Das typische John-Carpenter-Feeling will sich partout nicht einstellen, was daran liegen mag, dass der Regisseur anders als bei seinen ikonischen Arbeiten diesmal nicht für den Soundtrack verantwortlich zeichnete – im Audiokommentar verrät Carpenter, dass er sich dafür zu alt fühlte. Heraus kam ein generischer Horror-Score ohne individuelle Handschrift.

Spoilerwarnung für den folgenden Absatz

Ein Aspekt sei in diesem Absatz thematisiert, der zwar nicht direkt spoilert, aber doch eine Entwicklung der Story erahnen lässt. Wer „The Ward“ noch nicht kennt und weitgehend unbeleckt schauen will, möge den Absatz überspringen. Was ich meine: Irgendwann gibt es eine Wendung, die das gesamte Geschehen und die Insassinnen in einem neuen Licht erscheinen lässt. Tatsächlich führt diese Wendung zu der Erkenntnis, dass sich einige, sogar viele Geschehnisse lediglich im Kopf einer Person abgespielt haben. Etwas böswillig kann man als Zuschauer sogar bemängeln, vom Regisseur für dumm verkauft worden zu sein. Ich kann mit solchen Twists bisweilen gut umgehen, etwa bei David Finchers „Fight Club“ (1999) mit Edward Norton und Brad Pitt, auch bei James Mangolds „Identität“ (2003) mit John Cusack und Ray Liotta, manchmal störe ich mich sehr daran, etwa bei Alexandre Ajas „High Tension“ (2003). „The Ward“ fällt eher in die „High Tension“-Kategorie, wobei der Film ohne diese Wendung überhaupt keinen Sinn mehr ergäbe. Die Bewertung steht und fällt also nicht zuletzt mit der Beurteilung dieses Twists.

… und in die Psychiatrie eingeliefert

Seine Weltpremiere feierte „The Ward“ im September 2010 beim Toronto International Filmfestival, einen Monat später machte der Film auch beim Internationalen Festival des fantastischen Films im katalanischen Sitges Station, einen weiteren Monat später beim Filmfestival von Turin. Nach Deutschland gelangte das Werk erst im September 2011, erst auf dem Internationalen Filmfestival von Oldenburg, zwei Wochen später auch flächendeckend. Das weltweite Einspielergebnis von etwas mehr als fünf Millionen Dollar deckte die schon moderaten Produktionskosten von zehn Millionen Dollar nur um gut die Hälfte. Ob das der Grund war, dass Carpenter seitdem keinen Film mehr gedreht hat? „The Ward“ stellt einen denkbar durchschnittlichen und uninspirierten Schwanengesang dar. Der Regisseur hat wiederholt bekundet, durchaus noch Interesse an weiteren Regiearbeiten zu haben. Ob er sein letztes Werk noch toppen könnte?

Dr. Stringer hat seine liebe Not mit den jungen Patientinnen

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von John Carpenter haben wir in unserer Rubrik Regisseure aufgelistet.

Die Insassinnen sind einander nicht immer gewogen

Veröffentlichung: 10. Oktober 2019 als Blu-ray in der „Da waren’s nur noch 3“-Box (mit „Halloween – Die Nacht des Grauens“ und „Flashback – Mörderische Ferien“), 8. Oktober 2015 als Blu-ray in der „Horror Triple Feature“-Box (mit „Black Christmas“ und „Halloween – Die Nacht des Grauens“), 17. Oktober 2013 als Blu-ray in der Liquid Bag Edition, 16. Februar 2012 als Blu-ray und DVD

Länge: 89 Min. (Blu-ray), 85 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 18
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: The Ward
USA 2010
Regie: John Carpenter
Drehbuch: Michael Rasmussen, Shawn Rasmussen
Besetzung: Amber Heard, Mamie Gummer, Danielle Panabaker, Laura-Leigh, Lyndsy Fonseca, Mika Boorem, Jared Harris, Sali Sayler, Susanna Burney, D. R. Anderson, Sean Cook, Jillian Kramer, Sydney Sweeney, Milos Milicevic
Zusatzmaterial: Audiokommentar von John Carpenter und Jared Harris, Interviews mit Regisseur, Produzenten und Darstellern (46 Min.), B-Roll (48 Min.), deutscher und englischer Trailer, Trailershow, nur Liquid Bag Edition: Spezialschuber mit Kunstblut
Label: Concorde Home Entertainment
Vertrieb: Leonine

Copyright 2022 by Volker Schönenberger

Szenenfotos & Packshot: © 2012 Concorde Home Entertainment

 

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